Parkplatz statt Kreativwirtschaft

Das Drewag-Gelände im Umbruch
Das Drewag-Gelände im Umbruch
Für das Drewag-Gelände zwischen Lößnitzstraße und Innerem Neustädter Friedhof gab es schon viele Pläne. Jetzt steht fest: Das Haus 7 wird komplett abgerissen. Voraussichtlich wird auf der Fläche ein Parkplatz errichtet. Die Drewag stellte diese Pläne am Montag dem Stadtbezirksrat vor.

Das Haus 7 auf dem Drewag-Gelände warf seit Frühjahr 2018 große Fragezeichen auf. Den Mietern des Hauses (welche vor allem der Kreativwirtschaft angehörten, wie die Nikki-Faktur oder die Jeans-Schneiderei oder die Siebdruckerei von Lars P. Krause) wurde zum September 2018 gekündigt (Neustadt-Gefluster am 23.März 2018). Der Grund: Neben dem Haus 7 sollen eine Schule und ein Kindergarten gebaut werden.

Altlastensanierung

Doch vor dem Neubau stand die Altlastensanierung. Bei der Untersuchung des Geländes stellten Mitarbeiter der Drewag fest, dass sich unter Teilen des Haus 7 eine alte Teergrube befindet. Dieses Grube wurde vor gut 150 Jahren angelegt. Denn an dieser Stelle befand sich bis zum Ende des Ersten Weltkrieges ein Gaswerk für die Gasversorgung der Dresdner Neustadt. In der besagten Teergrube wurden die Reste der Kohlevergasung entsorgt.

Ab 1923 wechselten jedoch die Nutzungs- und Besitzverhältnisse und die Karten zur Teergrube verschwanden. Im September 2017 fand die Untersuchungsgruppe die Grube. Die ist voll mit teerartiger Masse, 16 Meter breit, 12 Meter lang und 6 Meter tief und damit wesentlich größer als ursprünglich vermutet. Die Teergrube befindet sich direkt unter dem linken Flügel des Hauses 7. Und ganz klar ist: Diese risikoreiche Teergrube muss bis August 2020 weg, damit die Schule geöffnet werden kann. Dafür muss aber ein großer Teil des Hauses 7 abgerissen werden. (Neustadt-Geflüster am 7.September 2018)


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Komplettabriss

Die Drewag entscheidet sich nun aber nicht für einen Teilabriss, sondern für einen Komplettabriss des Hauses. Die Begründung: Bei einem Teilabrisses würde das Gebäude seinen Bestandsschutz verlieren und müsste nach heutigen Bauvorschriften saniert werden. Diese unterscheiden sich allerdings etwas von den Vorschriften von 1865. Die Kosten einer Sanierung wären immens und eine Gewerbenutzung wäre in dem Gebäude auch nicht mehr möglich, da es zu nah am Friedhof steht.

Der Komplettabriss des Hauses 7 wird voraussichtlich im Mai 2019 beginnen. Danach will die Drewag das Gelände zu einem Parkplatz umgestalten.

Wird abgerissen: Haus Sieben auf dem Gelände zwischen Lößnitz- und Friedensstraße - Foto: Archiv 2018
Wird abgerissen: Haus Sieben auf dem Gelände zwischen Lößnitz- und Friedensstraße – Foto: Archiv 2018

6 Kommentare zu “Parkplatz statt Kreativwirtschaft

  1. Jawoll, dann lief das ja wie erwartet. Wiederertüchtigung bla bla bla. Parkplatz also. Wenn es wenigstens Grünfläche würde … Was für eine Lachnummer!

  2. Wenn im Gegenzug dazu konsequent im ganzen Viertel die Kreuzungen mit Fahrradbügeln ausgestattet werden, damit das wildparken eingedämmt wird, wäre das ein guter Kompromiss.

  3. Ja super, damit noch mehr Blechkarren 23h am Tag nur irgendwo sinnlos rumstehen. Anstatt mal über ansprechende Alternativen zum Auto für den Individualverkehr nachzudenken….

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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