Artikel-Schlagworte: „wahl“
Willi Weise – nur 53.000 Stimmen fehlten zum Sieg
Das wohl einzige Wahlplakat hängt mittlerweile schlaff im Wind, droht bald auf den Boden zu fallen. Irgendwie hat es nicht geklappt mit dem Durchmarsch von Volkmar Lukas Welke zum Direktsieg in unserem Wahlkreis. Er ist für das “Projekt Willi Weise” angetreten und Arnold Eugen Hugo Vaatz von der CDU knapp unterlegen. Um gute 53.000 Stimmen oder knapp 35 Prozent. Selbst die SPD hat mehr Stimmen bekommen als Welke. Weniger Zulauf hatte nur noch die MLPD: Nämlich 436. Die kompletten Wahlkreisergebnisse gibt es hier. Diesen Beitrag weiterlesen »
Mal wieder: Dem Volk aufs Maul – Schau
Kultur Aktiv e. V. präsentiert das Bundestagskandidaten-Speeddating im Wahlkreis 161 im Bautzner Tor, bereits zugesagt haben Klaus Sühl (Die Linke), Ines Vogel (SPD), Stephan Kühn (B90/Grüne), Mirko Sennewald (nicht Kandidat, aber FDP), Patrick Schreiber (zwar nicht auf der Landesliste für die Wahl, aber CDU).
Wie so etwas abläuft, lässt sich hier nachlesen.
- Buntestagskandidaten-Speeddating
- Montag, 7. Spetember, 21 Uhr
- Bautzner Tor, Hoyerswerdaer Straße 37
Von Wachhunden vor Wahllokalen

Da steht er nun. Angebunden zwar, doch wer weiß, ob diese dünne Leine tatsächlich hält. Was tun? Trau ich mich vorbei? Oder will ich feige warten, bis der Halter dieses Hundchens kommt und ihn mitnimmt. Ich stehe vor der 103. Grundschule, die den schönen Namen “Unterm Regenbogen” trägt. Hier ist mein neues Wahllokal. So richtig begreife ich das System der Wahllokal-Zuordnung nicht. Ein Freund von mir, er wohnt auf der Prießnitzstraße, er darf auf der Görlitzer in die 15. zum Wählen gehen, ich aber werde in das Niemandsland zwischen Neustadt und Preußischem Viertel geschickt obwohl ich auf der Görlitzer wohne. Nun, so kleine Schikanen können mich nicht abhalten, immerhin will ich mir hinterher auf die Schulter klopfen und sagen, diesen Stadtrat hast Du mitbestimmt. Auch wenn ich wahrscheinlich nur mal wieder die Opposition gestärkt habe. Aber noch ist es ja nicht so weit. Noch steht ja das kleine Hundchen da, er guckt mich noch nicht einmal an. Offenbar bin ich kein würdiger Gegner, gelangweilt und lässig hechelt er vor sich hin. Ob den hier ein wüster Antidemokrat platziert hat, um rechtschaffene Bürger abzuwimmeln? Diesen Beitrag weiterlesen »
Morgen ist Wahl – Teil 2
Da sich die Dresdner am 8. Juni nicht durchringen konnten, einem Kandidaten oder einer Kandidatin die absolute Mehrheit ihrer Stimmen zu geben, dürfen wir nun alle noch an die Wahlurne.
Folgende Kandidaten können noch gewählt werden:
- Orosz, Helma (CDU/ehem. Kindergärtnerin, zurzeit Sozialministerin)
- Dr. Sühl, Klaus (DIE LINKE.Dresden/ehem. Staatssekretär in Meck-Pom, zurzeit Wahlkämpfer)
- Boltz, Friedrich (Bürgerliste/Ingenieur, Neustädter)
- Kührt, Marcus (Bürgerrechtsbewegung Solidarität/Stahlbetonbauer)
- Hacaj, Dirk (Sächsische Volkspartei/Republikaner/Betriebsleiter)
Die Gerüchte, dass Frau Orosz nach einem Wahlsieg sofort die Bunte Republik Neustadt aus Sicherheitsgründen verbieten will, haben sich zwar als haltlos herausgestellt, dennoch ist sie in der Neustadt nicht so beliebt. Siehe Wahlergebnisse und Schmutz-Aktion.
Herr Sühl versucht nun die Stimmen all jener zu gewinnen, die gegen die CDU sind. Die Kandidaten von SPD und Bündnis90/Die Grünen geben aber keine Wahlempfehlung ab.
Friedrich Boltz begründet seine aufrechterhaltene Kandidatur so: “Damit überhaupt noch eine Alternative zur CDU-Kandidatin Helma Orosz in diesem Parteienzirkus möglich ist, halte halte ich meine Kandidatur für die Neuwahl am 24. Juni aufrecht. Es soll zumindest die Möglichkeit bestehen, dass ein Bürger zum Oberbürgermeister gewählt werden kann, der sich nicht als Funktionsträger in erster Linie einer Partei verpflichtet fühlt.
Zu den beiden anderen Kandidaten kann ich nur sagen, dass Herr Hacaj, der für die Sächsische Volkspartei kandidiert, in der Innenstadt auf Republikaner-Plakaten prangt. Und Herr Kührt glänzt mit Themen fern jeder Lokalpolitik. Sein Hauptaugenmerk gilt dem EU-Vertrag, siehe hier.
Von Wahlen und Ankern
Es ist mal wieder so weit. Es darf gewählt werden, noch bis heute Abend haben die mündigen Bürger Dresdens die Gelegenheit, ihre Stimme mit einem Kreuzchen im richtigen Kringel abzugeben. Diesen Beitrag weiterlesen »
Auf zum Rathaus!
Morgen, Pfingstmontag, ist die allerletzte Möglichkeit noch für einen der beiden Neustädter Kandidaten zu unterschreiben, damit sie bei der anstehenden Oberbürgermeisterwahl kandidieren dürfen.
Das Rathaus hat extra von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Zimmer 19/20
Friedrich Boltz hat schon angekündigt, dass er ab 15 Uhr vor dem Rathaus neben der Trümmerfrau feiern und reden möchte. Auch Michael Winkler will morgen von 14 bis 18 Uhr vor dem Rathaus stehen.
Von bewegten Zeiten und bewegenden Aussichten
Bewegte Zeiten durchlebt die Neustadt derzeit. Die Baumaßnahmen auf der Alaunstraße laufen auf Hochtouren, immerhin soll der erste Teil bis Freitag fertig sein, damit kein Baulärm die bunte Republik stört. Auch an der Ecke zur Louisenstraße wird kräftig gewerkelt, der Bauherr des künftigen mexikanischen Restaurants setzt die ersten Betonplatten für das Kellergeschoss. Die sind auch dringend nötig, nicht das am Wochenende der eine oder andere vor lauter Partystimmung in die Baugrube fällt. Diese rein äußerlichen Merkmale der Geschäftigkeit sind aber bei weitem noch nicht alles. Immerhin gab es am vergangenen Wochenende auch Wahlen in Dresden und da sich der Stadtrat nun doch erheblich verändert hat, wird es wohl auch für die Neustadt ein paar Veränderungen geben. Dinge, die schon klar und beschlossen schienen, werden wohl noch einmal auf den Prüfstand kommen.
In der vergangenen Woche hatte ich noch das Glück einen Großteil der Neustädter Kandidaten persönlich kennen zu lernen. Im Biergarten vom Oosteinde hatten die Politiker eine Podiumsdiskussion angekündigt. Mangels fehlenden Moderators kam es aber nicht dazu, so dass die Politiker erst eine Weile miteinander fachsimpeln konnten, bis sie von einigen Neustädtern erkannt und anschließend mit Fragen bedrängt wurden. So war ich als Wähler in der ausgezeichneten Lage mir die Argumente zu so wichtigen Themen wie Parkplatznot, Hundedreck und wirtschaftlicher Entwicklung von den verschiedenen Seiten anhören zu können. Eine solche Information würde ich jedem Dresdner wünschen, denn neben den Fakten, konnte ich so auch den Sympathiebonus der einzelnen Politiker abwägen und da gab es durch die Gespräche schon einiges an Veränderung.
Doch nun ist es vorbei, die Neustädter im Wahlkreis drei haben ihre Stimmen abgegeben. Die konkreteste Folge wird wohl sein, dass es kein Parkhaus auf der Kamenzer Straße geben wird. Nun, ich kenne einige, die sich darüber freuen werden und wie eine autofreie Neustadt auch ohne Parkhaus funktioniert, dürfen Besucher und Einwohner am kommenden Wochenende zur Bunten Republik bestaunen.
—
Anmerkung 2006: Das mit dem Parkhaus ist noch nicht ausgestanden. Siehe hier
Von Qualen bei Wahlen
Wenn Wahlen anstehen muss ich natürlich hin. Zumal der Oberbürgermeister in Dresden nur alle sieben Jahre ausgewechselt werden darf. In diesem Jahr war ich ein wenig nervös. Kurz zuvor umgezogen, hatte ich keine Wahlbenachrichtigung erhalten. Mein erster Weg führte also in das Lokal der letzten Wahl in die Grundschule auf der Görlitzer Straße.
Mit ordentlich Schmackes und quietschenden Reifen fährt ein Wähler vor, reißt die Schultür auf und stürzt hinein. Nun, so eilig habe ich es nicht. Im Wahllokal angekommen wende ich mich an einen der Helfer. Der ist freundlich und schlägt in diversen Listen nach. Kurze Zeit später weiß ich, dass ich hier nicht wählen darf, sondern im Gymnasium auf der Louisenstraße. Ein paar Blicke auf das anwesende Wahlvolk zeigen mir, dass ich keineswegs der Einzige bin, der hier wählt. Außer dem Raser von vorhin sind noch ein paar Mütter und ein Rentnerpärchen anwesend. Wobei er ihr am Muster noch mal zeigt, wo das Kreuz hin muss. Insgeheim hoffe ich, dass sie sich nicht an seine Vorschläge hält.
Von der Grundschule zum Gymnasium ist es glücklicherweise nicht weit, denn inzwischen hat ein hässlicher Regen eingesetzt auf den ich nicht vorbereitet war. Tropfend stehe ich nun im Gymnasium und weiß nicht recht, in welches Büro ich soll. Also wieder fragen. Hier blättert eine junge Frau für mich in den Listen. Tut mir leid, ich kann Sie nicht finden. Nun gut, dann muss ich wohl doch schon unter meiner neuen Adresse registriert sein. Zum nächsten Raum bitte. Doch auch dort bin ich nicht registriert. Ein älterer Herr, auch Wahlhelfer, nimmt mich beiseite. „Dann rufen wir doch mal in der Zentrale an.“ Gesagt, getan. Am anderen Ende der Leitung erfahre ich, dass ich im ersten Büro doch richtig war und zudem meine Nummer in dieser Liste. Hurra. Jetzt werde ich doch etwas eiliger und laufe zu dem Büro mit der freundlichen jungen Frau zurück. „Ich muss doch in Ihrer Liste stehen.“ Stolz trage ich meine Nummer vor. Jetzt geht alles ganz rasch sie sucht, findet mich nicht. Doch ich habe unter ihrem Zeigefinger ganz deutlich meinen Namen gesehen. „Da, da steht es doch.“ Nach einem kurzen Blick in meinen Ausweis händigt sie mir die Wahlunterlagen aus.
Nun will ich aber endlich mein Kreuz machen. Fast schon hektisch renne ich zur Kabine, zwei strenge Striche, fix das Blatt gefaltet und hinein in die Wahlurne.
Als ich noch voller Hektik aus der Schule stürze, hätte ich beinahe einen anderen Wähler umgerannt. Ich entschuldige mich und mir fällt ein, dass ich ja nun gar nicht mehr so rasen brauch, die Wahl ist doch geschafft. Irgendwie habe ich jetzt jede Menge Verständnis für den Raser mit den quietschenden Reifen.



