Artikel-Schlagworte: „Untergrund“
Blick aus dem Loch
Buckelpiste Jordanstraße

Raaatsch. Knirsch. Rumpel. Der Fahrer wird sich freuen, wenn er das nächste Mal seine vordere Stoßstange sieht, denn die hat heute einen mächtigen Hieb bekommen. Auf der Jordanstraße sind die Dellen im Pflaster inzwischen so tief, dass Tempo 30 für nicht tiefergelgte Autos schon ausreicht, um ordentlich aufzusetzen. Unklar ist, ob es mit der vor Jahren beschriebenen Untergrundbewegung der Pflastersteine zusammenhängt.
Mitmach-Theater
In der “Wanne” im Stadtteilhaus kann man demnächst Theater mitspielen. Geplant ist ein Sciene-Fiction-Fantasy-Theaterstück über die Neustadt: Gemacht von denen, die sie lieben oder hassen. Konkret soll es sich um den Untergrund drehen. Über die Untergrundbewegung in der Neustadt habe ich ja schon mehrfach berichtet. Siehe hier.
Ab Ende November besteht jeden Mittwoch von 18:30 – 21:30 Uhr die Möglichkeit Theater zu machen. Durch die Aufführung (voraussichtlich im April 2009) werden die Ergebnisse in den Stadtteil zurückgegeben und können diskutiert werden. Andere Menschen werden angeregt, sich ebenfalls mit ihren Lebensverhältnissen theatralisch auseinander zu setzen. Ein Schneeballeffekt kann entstehen, bei dem das Theater zum konstruktiven Medium der Auseinandersetzung im Stadtteil wird. Anmeldung unter: 0351 8011948.
Von versunkenen Löchern und einer furchtbaren Ahnung
Einsam, schräg und ein bisschen verlassen steht der Warnbaken auf der Alaunstraße. Der nächste Windhauch könnte ihn umhauen. Doch warum steht er da, wovor warnt er? Beim näheren Betrachten fällt mir auf, dass sich unter dem Warnbaken ein Loch im Asphalt befindet, nicht sonderlich tief, aber immerhin ein Loch. Was ist los, wollen die Neustädter Straßen schon wieder in den Untergrund?
Bereits im vergangenen Oktober habe ich von ein paar aufsässigen Pflastersteinen am Martin-Luther-Platz berichtet. Die hatten es einfach satt, immer träge an der Oberfläche zu liegen und verabschiedeten sich fix ins Nirgendwo, ein paar Etagen tiefer – ab in den Untergrund.
Ich hatte damals bereits beklagt, dass die Behörden zu lasch mit den abtrünnigen Steinen umgegangen ist. Keine Sanktionen wurden verhängt, im Gegenteil, den Schlawinern wurde ein gemütliches Bettchen aus Sand und Kies bereitet, damit sie es gemütlich haben. Dabei hatte es die Stadt auf der Schönfelder Straße doch ganz ordentlich demonstriert. Als dort mal ein paar Steinchen absackten, wurde die halbe Straße gleich für mehrere Wochen gesperrt, die anderen Pflastersteine quasi in Sippenhaft mitbestraft.
Doch jetzt ist genau das eingetreten, was ich damals vermutet habe. Es gibt neue Absturz-Versuche und diesmal sind die Pflastersteine eine Allianz mit den Asphaltdecken auf Alaun-, Louisen- und Rothenburger Straße eingegangen. Denn überall dort sind kleine Löcher und Risse, von Absenkungen ganz zu schweigen. Das schlimmste Loch hat schon eine solch gefährliche Tiefe erreicht, dass ein zarter Damenfuß mit Stöckelschuh gemütlich darin verschwinden könnte und noch den ganzen Unterschenkel mitreißen würde. Immerhin stehen jetzt an allen Ecken die wackligen Warnbaken.
Ich bin fest davon überzeugt, dass es die alten Straßen einfach satt haben, jeden Tag überquert und befahren zu werden. Man stelle sich nur die Tonnen und Abertonnen vor, die täglich bewegt werden. Ich persönlich hätte da schon längst das Handtuch geworfen. Da hilft nur noch eine umfassende Kur. Keine quadratmetergroßen Ausbesserungen mehr, der Patient muss von Grund auf geheilt werden. Doch dafür müssten wieder mal ein paar halbe Straßen für längere Zeit gesperrt werden.
Löcher in der Straße oder ein Stadtteil versackt
Einfach abgesackt, weggerutscht. Ein neues Loch ist entstanden. Mitten auf dem Martin-Luther-Platz sind mehrere Pflastersteine etwa 30 Zentimeter nach unten gesackt. Rot-weiße Warnbaken markieren die Katastrophen-Stelle. Ein dickes Loch prangt dort, wo früher Straße war.
Dass man in der Neustadt hervorragend versacken kann, müsste eigentlich klar sein, diverse Kneipen locken mit hochprozentigen Getränken. Und nach reichlichem Genuss bleibt der eine oder andere Alkohol-Liebhaber schon mal unterm Tisch liegen. Doch dass neuerdings auch Pflastersteine versacken, ist schon ein ziemlich starkes Stück. Dabei ist das Vorkommnis am Martin-Luther-Platz nicht das erste seiner Art. Vor reichlich einem Jahr haben sich auf der Schönfelder Straße schon einmal ein paar Steinchen in den Untergrund verabschiedet. Damals reagierte das Straßenbauamt wesentlich drastischer. Zur Strafe wurde die halbe Straße gesperrt. Rote Karte, zwei Wochen Pause, keine Autos, keine LKW, die übrigen Steine der Straße wurden in einer Art Sippenhaft gleich mit bestraft.
Nach Ablauf der Sperrfrist wurden die Übeltäter aus ihrer Tieflage befreit, neuer Sand im Untergrund sollte weiteres Absacken verhindern, bis heute erfolgreich. Stellt sich nun die Frage ob, die Abrutsch-Aktion am Martin-Luther-Platz eine Solidaritäts-Demonstration ist, oder ob dort einfach nur dem Druck von oben nachgegeben wurde.
Diesmal reagiert die zuständige Behörde nur mit einer lokalen Sperrung, vermutlich ist sogar schon ein kleiner Bautrupp beauftragt, den Untergrund zu untersuchen und weitere Absackungen zu verhindern. Doch hier muss hart und schnell gehandelt werden, die Abweichler müssen erstmal ihrem Elend überlassen werden, eine Sperrung des ganzen Platzes sollte her. Damit die anderen Pflastersteine genau wissen, wer hier Herr über Grund und Untergrund ist.
Denn wenn hier nur lokal begrenzte Strafen verhängt werden, wird es immer wieder neue Absturz-Versuche geben. Und vielleicht bilden die Pflastersteine dann auch irgendwann eine Allianz mit den wenigen Asphaltdecken auf Alaun- und Louisenstraße. Das Drama könnte ungeahnte Formen annehmen, wenn plötzlich eine ganze Straße im Untergrund verschwindet und sämtlichen Kneipen plötzlich die Laufkundschaft fehlt.






