Artikel-Schlagworte: „stau“
Linksabbiegen auf der Königsbrücker
Stau in alle Richtungen
Feierabendstau um halb fünf
Daran kann eigentlich nur die fehlende Waldschlösschenbrücke schuld haben. Feierabendstau auf der Louisenstraße mit Rückstau auf die Alaunstraße.

Hölle Alaunstraße
Der Vormittag hatte ganz friedlich begonnen. Gnädig warf die Herbstsonne ihre wärmenden Strahlen über die Neustadt. Vereinzelt konnte ich auf den Gesichtern der vorbeieilenden Passanten sogar ein Lächeln erkennen, doch dann das. Gemütlich schlendere ich über die Sebnitzer Straße. An der Ende erblicke ich ein Knäuel. Nun das kennt man ja, da versucht jemand einzuparken und behindert so den Verkehr, denke ich mir. Doch als ich die Ecke erreiche, sehe ich nur noch Stau.
Die ganze Alaunstraße, zumindest so weit ich blicken kann, vollgestellt mit Autos und Lastkraftwagen. Auf der anderen Seite sehe ich, dass der Rückstau bis auf den Bischofsweg reichte. Neugierig geworden eile ich weiter. In den Autos verzweifelte Fahrer, nahe daran in´s Lenkrad zu beißen. Einer steigt aus, schmeißt wütend die Tür zu, blickt erst auf die Uhr, dann nach vorne, doch von hier ist noch kein Grund für den Stau zu erkennen.
Wenige Fahrzeuge weiter vorn steht ein Laster, der die Sicht verstellt. In einem Kleinwagen macht ein Mann der Fahrerin Vorwürfe, da das Fenster offen ist, kann ich ihn hören. „Ich habe Dir doch gesagt, dass Du nicht durch die Neustadt fahren sollst, die bauen hier doch an allen Ecken und Enden.“ Mit letzterem hat er wohl recht. Die Alaunstraße ist in diesen Tagen zur Großbaustelle geworden. Irgendwelche Leitungen mussten wohl mal wieder erneuert werden. Doch das ist noch nicht der Grund für den Megastau.
Inzwischen bin ich an der Quelle angelangt. Direkt vor dem Kunsthof lädt ein Kipper mehrere Tonnen Sand ab. Er schüttet ihn direkt auf die Straße. Die Bauarbeiter sind gelassen, nur einer bemüht sich etwas. Mit einer lächerlich kleinen Schaufel versucht er den Sand Richtung Fußweg zu schaufeln. Nach drei, vier Versuchen gibt er aber wieder auf, die Kollegen sollen schweres Gefährt holen.
Doch den Autofahrern dauert das zu lange. Im Cross-Stil überqueren sie den Sandhaufen. Als sich dann nach einer knappen Viertelstunde der Stau aufgelöst hat, ist auch genug Platz für das „schwere“ Gefährt. Ein winziger Radlader kommt angebraust und schiebt den Sandhaufen näher an die Wand heran. Gerade noch rechtzeitig, denn von hinten naht schon ein riesiges Müllfahrzeug und mit ihm der nächste Stau.
Von roten Ampeln und gewagten Überquerungen
Schrill quietschen die Reifen. Das dumpfe Bumm des folgenden Aufpralls bleibt aber glücklicherweise aus. Und die Oma schiebt ungerührt ihr Damenrad weiter über die Königsbrücker Straße. Der Mann am Steuer, eigentlich schon zu gesetzt, um sich richtig aufzuregen, ruft ihr noch wütend hinterher. Doch die Dame dreht sich nicht einmal um. In der Louisenstraße angelangt schwingt sie sich wieder aufs Rad und strampelt los. Der Einkaufsbeutel am Lenker schwingt rhythmisch mit. Auch der Mann hat schon wieder Gas gegeben und verzieht sich mit seinem blauen Cabrio Richtung Albertplatz.
Die Kreuzung zur Louisenstraße hat es aber auch in sich. Endlos scheint das rote Licht. Selbst willige Fußgänger verlieren die Geduld. Wenn Nachmittags im Berufsverkehr die Autos in Vierer-Reihe stehen, sind die Farben ohnehin nicht wichtig. Da gilt es, Blickkontakt mit dem Autofahrer aufzunehmen. „Fährst Du noch, oder lässt Du mich rüber?“ Danach kann man sich durch die Blechlawine schlängeln. Schwierig für alle, die eben noch schnell die Straßenbahn erreichen wollen. In den verkehrsärmeren Zeiten ist es wichtig, die Geschwindigkeit der Fahrzeuge genau einzuschätzen. Denn gerade in den Abendstunden prescht hier so mancher mit tödlicher Geschwindigkeit übers Pflaster.
Am schönsten sind für den unbeteiligten Beobachter aber die In-alle-Richtungen-Rot-Phasen. Denn die setzen immer dann ein, wenn eine Feuerwehr ausrückt. Etwa drei Minuten geht dann gar nichts mehr. Gerade im Berufsverkehr scheint so mancher Kraftfahrer an dieser Schaltung zu verzweifeln und biegt dann ohne Grünen Pfeil verbotswidrig ab. Überhaupt die Verbote. Die von Norden kommenden Pkw haben ab der Schauburg eigentlich keine legale Chance, links in die Äußere Neustadt einzubiegen. Trotzdem konnte ich in einer Viertelstunde sieben Wagen zählen, denen die Verkehrsordnung so ziemlich Schnuppe ist. Auch die damit verbundene Blockade der Straßenbahn gilt offenbar nur als Kavaliersdelikt.
Wer kann es da einer Oma mit Damenrad und Einkaufsbeutel verdenken, dass sie bei Rot über die Straße will. Die Ampel gibt doch nur Fahrvorschläge, oder?
Von breiten Autos und engen Straßen
Ein kurzes Quietschen, dann knirscht Kunststoff und polternd fällt der Außenspiegel eines wunderschönen roten Cabrios auf die Straße. Die junge Frau hinter dem Steuer des anderen Wagens zuckt zusammen und hält an. Für eine kleine Weile scheint die Zeit still zu stehen. Diesen Beitrag weiterlesen »







