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Neustadt-Geflüster

Dresden Neustadt von Anton Launer

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Beschreibung
Das Neustadt-Geflüster von Anton Launer erzählt täglich frische Nachrichten aus dem Kneipen- und Szene-Viertel Dresden-Neustadt. Damit es nicht langweilig wird, werden diese mit Hintergründen, Albernheiten, Gerüchten, Klatsch, Tratsch, Tests und heißen Diskussionen aus der Äußeren Neustadt vermischt. Und natürlich gibt es hier die besten Informationen über die Bunte Republik Neustadt.

Artikel-Schlagworte: „spaziergang“

Winterspaziergang

Eisig zwackt der Frost in Nase und Wangen. Eilig schreite ich aus, suche nach jedem Sonnenstrahl, der wärmt. Doch die Häuser in der Neustadt sind hoch und die Sonne steht schon kurz nach Mittag wieder tief. Von der anderen Straßenseite schimpfen die Spatzen. Die haben sich hier in einer Hecke vor dem kalten Wind versteckt. Als ich näher trete, werden sie leise. Vielleicht liegt es auch an den lauten Halbwüchsigen, die vorbei trampeln. Ist denn jetzt eigentlich schon die Schule aus?
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Kleiner Sonntagsstreifzug

Hinter den Betonblocks, die seit Mitte der 80er Jahre die linke Seite des Eingangs vom Albertplatz bilden habe ich ihn entdeckt:

Der schönste Spielplatz der Neustadt?

Der schönste Spielplatz der Neustadt?

Ein paar Schritte weiter konnte ich entdecken, wie die Umbauarbeiten im ehemaligen Sparmarkt voranschreiten. Die Drogerie von gegenüber will hier Anfang August einziehen. Zurzeit Diesen Beitrag weiterlesen »

Von schmalen Pfaden und einem klaren Bach

Das Brett knarrt. Sicherheitshalber bleibe ich kurz stehen. Jetzt nur keinen falschen Schritt machen. Bei der kleinsten Unachtsamkeit stürzt diese Attrappe einer Brücke in sich zusammen. Unter mir der reißende gefährliche Strom. Noch ein Schritt, das Ufer ist erreicht. Festen Boden unter den Füßen sieht alles ganz anders aus. Der reißende Strom von eben ist nur noch ein kleiner Bach, der friedlich vor sich hin murmelt – die Prießnitz. Und das Brett, da sind auch schon andere drüber. Das hält noch ein paar Jahre, ganz sicher.

Ich habe mich in ein kleines Abenteuer eingelassen und die Natur erkundet. Im Hof vom Stadtteilhaus (Prießnitz-/Ecke Louisenstraße) wird zur Zeit eine Treppe zum Bach gebaut. Von dort soll einmal ein Fußweg bachaufwärts führen. Doch das steht noch in den Sternen, es müssen noch verschiedenste Eigentumsfragen geklärt werden.

Noch gibt es also keinen Weg. Nur eine Art Pfad, begehbar unter großer Gefahr an Hose und Jacke. Stachlige Disteln und beißende Brenn-Nesseln versperren das Weiterkommen. Und der glitschige Boden versucht ständig, die Füße in die Prießnitz zu drängen. Nach einer Weile wird aber erkennbar, es geht immer weiter. Ich bin nicht der Erste auf diesem Pfad, obwohl es in der Neustadt durchaus Straßen gibt, die besser besucht sind. Hier ist es ziemlich ruhig, nur aus der Ferne toben Kinder und bellen Hunde.

Nach der Hälfte des Weges weisen Maschendrahtzaun und das bereits erwähnte Brett ganz deutlich auf einen Seitenwechsel hin. Das Kindergeschrei wird lauter. Hier muss irgendwo ein Spielplatz sein. Der Pfad wird deutlicher, ausgetretener und endet plötzlich vor einem Zaun. Dahinter eine Schule, daher der Kinderlärm. Ein Klimmzug und ein kräftiger Schwung und drüber. Dann setze ich ein unschuldiges Lächeln auf und schlendere zum offenen Tor hinaus. Ich bin auf der Sebnitzer Straße angelangt und kann jetzt sicheren Fußes in die Neustadt zurück. Denn hier spannt sich eine richtige Brücke mit ordentlichem Geländer über den kleinen Bach.