Neustadt-Geflüster

Dresden Neustadt von Anton Launer

Artikel-Schlagworte: „spätshop“

Kombinierte Spätshop und Gastro-Lesung

Plakat zur Lesung - Anklicken zum Vergrößern

Die zwei Szene-Kenner, Torsten Israel, Spätshopbetreiber und Feingeistmagazin-Magazin Herausgeber sowie Stefan Seyfarth, Scheune Bar-Chef und Asphaltlyriker, lesen nach 2006 zum zweiten Mal gemeinsam. Zu hören sein werden neue Neustadt-Texte und -Gedichte, ein unzensiertes Kundencenter, PS spezial und mehr.

  • Lesung Seyfarth & Israel
  • Ost-Pol
  • Mittwoch, 24. Februar, 20.30 Uhr
  • Eintritt frei

Spätshop geplündert

Spätshop "Non plus ultra" - Anklicken zum Vergrößern

Spätshop "Non plus ultra" - Anklicken zum Vergrößern

Der kleine Spätshop “Non plus Ultra” an der Jordan-/Ecke Förstereistaße ist in der Nacht zum Montag komplett ausgeräumt worden. Wie die Polizei gestern nachmittag mitteilte, stahlen bislang unbekannte Täter nicht nur die Lebensmittel, sondern auch alle Regale und Kühlschränke. Der Schaden wird auf rund 11.400 Euro beziffert. Allerdings ermittelt die Polizei auch, wem die gestohlenen Dinge eigentlich gehören.

Wie mir ein Nachbar berichtete, will die Betreiberin des Spätshops aber weitermachen und schon morgen wieder eröffnen. Inzwischen stehen schon wieder erste Regale im Laden und ein Zettel weist auf die Wiedereröffnung morgen hin.

Spätschicht liefert nach Haus


Die berüchtigte Spätshop-Kette Spätschicht liefert ab sofort auch nach Haus. Einfach anrufen: 0351 406444. Geliefert wird nur in die Neustadt und das angrenzende Hechtviertel, ab einem Mindestbestellwert von 7 Euro und auch nur an Freitagen und Sonnabenden zwischen 22 und 2 Uhr. Die Polizeiverordnung lässt wohl grüßen.
Davon unberührt bleiben wohl meine Gedanken von 2006.

Spätshop-Lieferung

Zum Thema Spätshops ist mir neulich eine Idee gekommen, als ich einen Flyer der Lieferbar in meinem Briefkasten hatte. Dort gibt es das beliebte Punkerbier Sternburg Export schon für 69 Cent die Flasche. Was passiert denn nun eigentlich, wenn die vor der Scheune herumsitzenden nach 22 Uhr per Telefon sich ihr Bier bestellen.

Polizeiverordnung – Spätshop-Erlass

Polizeiverordnung über das Verbot der Alkoholabgabe an jedermann über die Straße durch Schank- und Speisewirtschaften in der Äußeren Neustadt

Aufgrund der §§ 9, 14 und 17 des Polizeigesetzes des Freistaates Sachsen (SächsPolG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 13. August 1999 (GVBl. S. 466 ff.) erlässt der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden folgende Polizeiverordnung:

    § 1 Örtlicher Geltungsbereich

Diese Polizeiverordnung gilt für den Bereich, der begrenzt wird durch folgende Straßenzüge: Bautzner Straße – Königsbrücker Straße – Bischofsweg – Prießnitzstraße. Die genannten Straßenzüge selbst gehören mit zum Geltungsbereich dieser Polizeiverordnung.

    § 2 Alkoholabgabeverbot

Inhabern und Betreibern von Schank- und Speisewirtschaften wird untersagt, in der Nacht von Freitag auf Samstag und in der Nacht von Samstag auf Sonntag zwischen 22.00 Uhr und 5.00 Uhr alkoholische Getränke an jedermann über die Straße abzugeben.

    § 3 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne von § 17 Abs. 1 des Sächsischen Polizeigesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 3 alkoholische Getränke abgibt. Diese Ordnungswidrigkeiten können mit einer Geldbuße bis zu 1.000 Euro geahndet werden.

    § 4 In-Kraft-Treten

Diese Verordnung tritt am 1. April 2007 in Kraft.

Dresden, 14. November 2006

gez. Dr. Lutz Vogel Erster Bürgermeister

Quelle: Dresdner Amtsblatt, Nr. 47/2006, Freitag, 24.11.2006, Seite 12

Von der Kunst des verspäteten Einkaufs

Das gemütliche Klappern des Kochtopfdeckels signalisiert mir, dass die Kartoffeln kochen. Der Tiefkühlspinat taut auch so langsam vor sich hin, es wird Zeit die Eier zu verrühren. Die Eier? Glücklicherweise ist gerade niemand in der Küche, so bleibt mein Entsetzensschrei ungehört. Dann kreisen hektisch verschiedene Gedanken durch meinen Kopf. Gut, die Kartoffeln brauch noch etwa 20 Minuten, wenn ich den Spinat auf die kleine Flamme stelle, wird er hoffentlich nicht anbrennen. Dann ein Blick zur Uhr, es ist wenige Sekunden vor Acht. Gleich beginnt die Tagesschau, der Fernseher läuft schon, den drauffolgenden Spielfilm hatte ich als optische Dreingabe zu meinem leckeren Gericht geplant.

Und nun? Die Supermärkte haben schon zu, bis zum Lidl am Neustädter Bahnhof ist es zu weit. Als die Tagesschau-Musik erklingt, bin ich bereits im Flur und in die Schuhe geschlüpft. Eilig haste ich die Treppen hinunter. Glücklicherweise erreicht man fast in jedem Teil der äußeren Neustadt zu Fuß binnen weniger Minuten einen Spätshop, einige sind asiatisch angehaucht, einige eher sehr alternativ. Allen gemeinsam sind die steten Trauben Jugendlicher, die in diesen Läden billig Bier erwerben, um es prompt auf dem Bürgersteig auszutrinken. Vor allem die bekannteren Läden auf der Louisen- und der Rothenburger Straße sind meist sehr voll, da hätte ich heute keine Chance, rechtzeitig zum Filmbeginn wieder zu Hause zu sein. Doch etwas Abseits der bekannten Pfade, auf der Förstereistraße, ist auch ein kleines Lädchen. Dort bekomme ich heute in Windeseile meine Eier und sogar noch ein Stück Butter dazu. Die nötige Sport-Einheit für den Kalorien-Abbau erledige ich gleich auf dem Heimweg, meine Uhr zeigt schon zehn nach Acht. Hoffentlich ist der Spinat nicht angebrannt.

Mit Schmackes nehme ich die letzten Stufen, kein verdächtiger Geruch. In der Küche klappert der Topfdeckel leise vor sich hin und der Spinat ist noch nicht einmal zur Hälfte aufgetaut. Der kriegt jetzt richtig Feuer, die Pfanne auch und als Dreingabe bekommt sie einen Klecks Butter zum Brutzeln. Das Rührei ist im Handumdrehen fertig und nach wenigen Minuten huscht mir ein glückliches Lächeln übers Gesicht. Alles rechtzeitig geschafft. Beim Film habe ich nur den Vorspann verpasst.

Von leeren Straßen und einem vollen Strand

Es ist Freitag und Abend – Beste Party-Zeit, auf ins Getümmel. Rein in die Menschenmassen, die sich durch die Neustadt wälzen und gierig nach freien Plätzen in den Biergärten Ausschau halten.

Doch was ist das – statt fehlender Sitzgelegenheiten, fehlen die Menschen. Die Görlitzer Straße gähnt unverschämt leer und lustlos. Nur vorm Spätshop sitzen Zwei mit Hunden und Dosenbier. Selbst im Blumenau auf der Louisenstraße, hier ist es sonst immer voll, sind noch Plätze frei. Ganz am Ende der Straße verschwinden gerade noch zwei Passanten um die Ecke. Es scheint als hätte ein riesengroßer Saugrüssel die ganzen Menschen aus der Neustadt gesaugt. So leer war es hier schon lange nicht mehr.

Ist es schon da, das Sommerloch? Wohl kaum, die große Ferien- und Urlaubszeit hat doch noch gar nicht begonnen. Wo also sind sie hin? Noch vor zwei Wochen, zur BRN, waren sie alle hier und verdrückten Unmengen von Bier und Bratwürsten.

Plötzlich tütelt mein Telefon. Das muss mir jetzt gar nicht peinlich sein. Es ist sowieso niemand da ist, der das Geräusch hören könnte. „Ja!“ – „Wo?“ – „Ach, an der Elbe.“ – „Grillen.“ Alles klar, da muss ich hin, hier in den schmalen Gassen passiert heute doch nichts mehr.

Das Grillen am Elbestrand ist inzwischen ungeheuer beliebt. Wenn man vom Sachsenplatz kommend, Richtung Neustadt den Fluss überquert, kann man die rot-gelben Punkte, Lagerfeuer, kaum noch zählen. Die Grill- und Feuer-Freunde verteilen sich am gesamten Elbufer bis hinauf nach Pillnitz.

Eines der beliebtesten Plätzchen ist direkt an der Mündung der Prießnitz in einem kleinen Wäldchen unterhalb des Krankenhauses. Gegenüber leuchtet der Fährgarten und wenn der Wind günstig steht, kann man die Musik mithören. Dank Handy-Kommunikation finde ich unter den drei Lagerfeuern das Richtige und kann dort entspannt von meinen Erlebnissen ohne Menschen in der Neustadt berichten.

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