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	<title>Neustadt-Geflüster &#187; Punk</title>
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		<title>Der Punk der CDU</title>
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		<pubDate>Fri, 01 May 2009 10:03:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Launer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Rande der gestrigen Kneipennacht hatte die Neustädter CDU zu einem Diskussionsforum eingeladen. Thema: „Dresden ist mehr als Zwinger oder Semperoper“. Mit dabei waren CDU-Neustadt-Chef Patrick Schreiber als Moderator, der schwärzeste CDU-Kandidat Dresdens und Partveranstalter Abdulaye Baldé, die kulturpolitische Sprecherin der CDU Stadtratsfraktion, Aline Fiedler und Johannes Vittinghoff, einer der drei aus der PAN GmbH [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Rande der gestrigen Kneipennacht hatte die Neustädter CDU zu einem Diskussionsforum eingeladen. Thema: „Dresden ist mehr als Zwinger oder Semperoper“. Mit dabei waren CDU-Neustadt-Chef Patrick Schreiber als Moderator, der schwärzeste CDU-Kandidat Dresdens und Partveranstalter Abdulaye Baldé, die kulturpolitische Sprecherin der CDU Stadtratsfraktion, Aline Fiedler und Johannes Vittinghoff, einer der drei aus der PAN GmbH (Veranstalter der Filmnächte).<span id="more-2363"></span><br />
Es fing CDU-untypisch mit Verspätung an, weil sich anfangs nur wenig interessiertes Publikum zeigte, dafür aber der Türsteher des <a href="http://www.bailamor.de/" target="_blank">Bailamor</a> Eintritt haben wollte und wer bezahlt schon für Wahlkampf, andersrum wird eher ein Schuh draus. Das mit dem Eintritt klärte Herr Schreiber persönlich und dann ging es auch schon los. Im Publikum die halbe Neustädter CDU-Gruppe, ein ehemaliger OB-Kandidat, ein Graustreicher und ein paar Interessierte. Langeweile schien vorprogrammiert. Ich hatte mich schon gemütlich in der Beobachter-Rolle mit einem Bierchen eingekuschelt, als es plötzlich ziemlich schwarz wurde in dem kleinen Club. Junge Menschen mit struppigen oder kurzen Haaren und dem klassischen Autonomen-Look drängten hinein und auf einmal war das Bailamor voll. Während vorn dann doch erstmal über Zwinger, Oper und weitere Hochkultur geratscht wurde, machte sich ein kleiner Unmut bei den jungen Ungeduldigen breit. „Und was ist mit der Subkultur? Und warum werden die Gelder für Jugendklubs gekürzt?“ Unpräzise Fragen, mit dem Zorn der Jugend nach vorn geschleudert, verfehlten ihr Ziel, denn Frau Fiedler parierte am Thema vorbei und erwähnte stolz das Societätstheater. Dabei hätte man so einfach argumentieren können. Denn Subkultur, wenn sie gefördert wird (vielleicht sogar noch vom Staat) hört definitiv auf, Subkultur zu sein.<br />
Später verlief sich die Diskussion zwischen Elbhangfest und BRN und warum wer von der Stadt gefördert würde, etliche der Jung-Autonomen schliefen demonstrativ ein und auch mir wurde es etwas langweilig. Dabei könnte Kultur doch ein so spannendes Thema sein, aber dafür war das Podium wohl zu brav besetzt und die Veranstaltung vielleicht auch zu wenig beworben. Grundsätzlich fiel mir aber wieder einmal auf: Die CDU in der Neustadt ist immer ein bisschen anders, vielleicht weil sie hier in der Minderheit ist. Anderswo würden sich etablierte Politiker gar nicht auf solche Diskussionen einlassen. Für mich ist Patrick Schreiber der Punk der Dresdner CDU.<!--more--></p>
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		<title>Ottostraßenfest etabliert</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Apr 2009 10:43:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Launer</dc:creator>
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Ich war gestern nur kurz da, wichtige Gespräche zogen mich in die Neustadt, aber der kurze Eindruck war folgender: Erscheinungsbild wie im Vorjahr, viele Kinder, viel Kreide auf der Straße, viele Hunde, alternatives Bier, vegane Hot-Dogs, Punks, wilde Musik. Auch die stellvertretende Parteivorsitzende der Linken, Katja Kipping, gab sich vor Ort die Ehre. Gefühlt waren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://farm4.static.flickr.com/3573/3476069882_9c2fac0e63_b.jpg"><img alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3573/3476069882_9c2fac0e63.jpg" class="alignnone" width="500" height="359" /></a><br />
Ich war gestern nur kurz da, wichtige Gespräche zogen mich in die Neustadt, aber der kurze Eindruck war folgender: Erscheinungsbild wie im Vorjahr, viele Kinder, viel Kreide auf der Straße, viele Hunde, alternatives Bier, vegane Hot-Dogs, Punks, wilde Musik. Auch die stellvertretende Parteivorsitzende der Linken, Katja Kipping, gab sich vor Ort die Ehre. Gefühlt waren es wohl etwa genauso viele Leute, wie im vergangenen Jahr.</p>
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		<title>Von großen Spießerinnen und kleinen Täuschungen</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Sep 2008 18:09:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Launer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das täglich Brot und die anderen Leckereien hole ich mir ganz gerne auch mal im Supermarkt. Dem geneigten Neustädter stehen zurzeit drei Einrichtungen zur Verfügung. Früher, ja da gab es mal den Geheimtipp Kaisers an der Loge, aber der war wohl so geheim, dass sich nie ein Kunde hin verirrt hat. Der Spar auf der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div class="wp-caption alignright" style="width: 110px"><a href="http://farm5.static.flickr.com/4041/4199606766_2664c800e2_o.jpg" target="_Blank"><img alt="" src="http://farm5.static.flickr.com/4041/4199606766_a03a5e54a0_t.jpg" width="100" height="75" /></a><p class="wp-caption-text">Spar Alaunstraße - zum Vergrößern bitte klicken.</p></div>Das täglich Brot und die anderen Leckereien hole ich mir ganz gerne auch mal im Supermarkt. Dem geneigten Neustädter stehen zurzeit drei Einrichtungen zur Verfügung. Früher, ja da gab es mal den Geheimtipp Kaisers an der Loge, aber der war wohl so geheim, dass sich nie ein Kunde hin verirrt hat. Der Spar auf der Königsbrücker wird nun schon seit Ewigkeiten umgebaut und was im Parkhaus-Kita-Projekt auf der Kamenzer reinkommt ist noch immer ungewiss.<span id="more-1147"></span><br />
Momentan drängen sich die Neustädter also beim Plus gegenüber der Post, beim Spar-Nachfolger gegenüber von Rossmann und Punker-Clique und ganz besonders im Konsum auf der Alaunstraße. Der strahlt und glitzert mit seiner modernen Aufmachung. Muss er auch, schließlich ist es hier ein bisschen teurer als anderswo.<br />
Nichtsdestotrotz bin ich hier am liebsten. Weil, hier ist es irgendwie am meisten Neustadt. Die Kassenschlange ist der Beweis für die Vielfalt des Viertels. Hier ein kleiner Überblick. Am Bezahlen oder besser am Groschen-Suchen ist ein riesiger Punker. Seine Haare, zumindest die, die er noch nicht abrasiert hat, sind zerzaust. Statt einem Ring hat er einen kleinen angespitzten Pflock im Ohr. Auf seiner Lederjacke stehen Sprüche wie: Ich bin nicht tot, ich riech nur so. Als er seine sechs Flaschen Sternburg bezahlt hat, seufzt die Kassiererin leise und erleichtert auf. Es kann weiter gehen. Als nächstes sind zwei Mädchen, beide keine 20 Jahre alt, an der Reihe. Ihre Haare blond, ihre Haut rein, ihre Kleidung lässig und studentisch chic. Die Flasche Rotwein und ein paar Hygieneartikel werden mit nem Zehner bezahlt. Dann ein Typ, Marke Maschinenbaustudent, nur zwanzig Jahre älter. Leichte Glatzenbildung am Hinterkopf, ein derber Fleck auf der grauen Jacke, auf dem Laufband liegt ein Toastbrot, ein paar Fertiggerichte und zwei Tetrapack H-Milch. Hinter ihm eine hochaufgeschossene, junge Frau, strenger Hosenanzug, streng gezopftes Haar, strenge Brille, strenger Blick zu mir, weil ich wohl einen Augenblick zu lange hingesehen habe. Sie stellt zwei Kräuter-Pflänzchen im Töpfchen auf das Band und legt einen kleinen Feta-Käse, einen probiotischen Joghurt und Bio-Eier dazu. Sie bezahlt, na klar mit Karte und packt alle Einzelteile akkurat in ihren Sportrucksack.<br />
Innerlich schüttle ich den Kopf, so spießig in der Neustadt, ist das überhaupt erlaubt? Verwirrt starre ich ihr hinterher. „Fünf achtundfuffzig“, die Kassiererin drängelt. Doch vorne, neben dem Backstand, die Spießerin, sie zückt nen Euro und drückt ihn dem Punk in der Lederjacke in die Hand. Das ist die Neustadt – immer für eine Überraschung gut.</p>
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		<title>Von lungernden Punks und verdrängten Erinnerungen</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Aug 2005 15:39:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Launer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eilig komme ich am Vormittag aus der            Stadt. Genervt vom Stau, wieso musste ich auch wieder mit dem Auto            fahren. Nun aber schnell rechts ran, einen Brief will ich einstecken    [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" style="float:left;" src="http://frintert.de/Launer/images/punk.jpg" alt="" width="150" height="200" /><span style="font-size:10pt;">Eilig komme ich am Vormittag aus der            Stadt. Genervt vom Stau, wieso musste ich auch wieder mit dem Auto            fahren. Nun aber schnell rechts ran, einen Brief will ich einstecken            in den Kasten an der Post auf der Königsbrücker. Dann ein Ruf.            Irgendwer kennt meinen längst verschollen geglaubten Spitznamen. Und            dann der Spruch hinterher: „Du hast es ja wohl geschafft.            Glückwunsch.“ Und der Rufer deutet auf den Stern auf der Motorhaube            meines Autos. Ich will etwas erwidern, etwas in der Richtung von 14            Jahre alt und gebraucht gekauft, doch er ist schon außer Hörweite und            außerdem mit seinen zwei Hunden beschäftigt, die der Größe nach zu            urteilen bestimmt mehr Unterhalt kosten als mein kleines Automobil.            Gedankenverloren strebe ich nun dem Briefkasten zu, wer war der            dreiste Rufer. Wen kann ich kennen, mit so langen Haaren und einem            Rock über der Hose im klassischen Hippie-Look. </span></p>
<p class="T10"><span style="font-size:10pt;">Später fällt es mir wie Schuppen von            den Augen. Mit dem Typen habe ich eine Zeitlang im gleichen Haus            gewohnt. Damals hatte er die Haare noch raspelkurz und musste sich            verstecken, da er gerade aus der ostsächsischen Neonazi-Szene            ausgestiegen war. Die Verwandlung ist perfekt, denke ich. Doch habe            ich mich auch so verwandelt? </span></p>
<p class="T10"><span style="font-size:10pt;">Noch später, am Abend, ich trotte die            Alaunstraße entlang und sehe Jugendliche, herumlungernde Punks mit            wilden Frisuren, zerrissenen Jeans und Lederjacken. Leise stöhne ich,            weil mich bestimmt gleich wieder einer anschnorren wird. Mein            Begleiter stupst mich an: „Sei mal nicht so intolerant. Immerhin hast            du früher hier auch herumgelungert.“ Sogleich muss ich lautstark            protestieren. Damals, Anfang der 90er standen hier noch keine Häuser            und wir haben immer auf der Wiese gelegen. Aber ob das nun unbedingt            wesentlich zivilisierter ist? Denn zerrissene Jeans und Lederjacken,            das hatten wir auch vor 15 Jahren schon, nur zum Schnorren, da war ich            mir stets zu fein. Dann fällt mir der Spruch vom Vormittag wieder ein.            Vielleicht habe ich ja doch etwas geschafft. Denn einige meiner            Weggefährten aus vergangenen Tagen sind böse abgestürzt: Drogen, Knast            und Gewalt. Da bin ich schon froh, dass der Bursche vom Vormittag mich            wieder erkannt und offenbar mit solchen Problemen nichts mehr zu tun            hat.</span></p>
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		<title>Von Problemen mit dem Wasser lassen</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Jul 2005 15:33:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Launer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Vergnügungsviertel Neustadt gibt es deutlich mehr als 100 Kneipen, Cafés, Bars und Restaurants. Und jede dieser Einrichtungen hat eine Toilette. Also sollte das Problem mit dem Urinieren doch wohl keins sein. Immerhin braucht der potenzielle Wasserlasser von keiner Stelle im Szene-Viertel weiter als 500 Meter zu laufen und schon gibt es die Möglichkeit, gepflegt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a href="http://www.flickr.com/photos/36666383@N00/3633671392/"><img alt="Klo in der Scheune, Foto: dasjabbadas" src="http://farm4.static.flickr.com/3591/3633671392_443b79efda.jpg" width="500" height="338" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: dasjabbadas</p></div><br />
Im Vergnügungsviertel Neustadt gibt es deutlich mehr als 100 Kneipen, Cafés, Bars und Restaurants. Und jede dieser Einrichtungen hat eine Toilette. Also sollte das Problem mit dem Urinieren doch wohl keins sein. Immerhin braucht der potenzielle Wasserlasser von keiner Stelle im Szene-Viertel weiter als 500 Meter zu laufen und schon gibt es die Möglichkeit, gepflegt und hygienisch den Strahl ins Becken zu halten. Immerhin rund 50 Prozent der Besucher schaffen das auch problemlos. Sogar in extremen Situationen, wie zur Bunten Republik oder während des Schaubudensommers. Lange Schlangen vor den Damentoiletten haben ja auch etwas Kommunikatives. Ganz anders sieht das nun bei den Herren aus. Ich will hier niemandem zu nahe treten, aber an welchen            Stellen da der Lümmel herausgeholt wird, also bitte.<br />
Energische Geschäftsleuten können ob solchen obskuren Benehmens schon mal explodieren. Ich erinnere da gern an den Auftritt des Geschäftsführers eines Supermarktes anlässlich des damals hochbrisanten Themas „Punker auf der Alaunstraße“. Der Herr lief            puterrot an und beschimpfte einen der verzottelten Jugendlichen: „Und du, du hast an meine Toreinfahrt gepinkelt.“ Eigentlich hätte ja jetzt der andere rot anlaufen müssen, doch der grinste nur. Seit jenem Eklat vor Jahren hat sich niemand wieder getraut, auf das Problem hinzuweisen, dabei stinkt es gewissermaßen zum Himmel. An anderer Stelle auf der Alaunstraße hat ein findiger Hausmeister jetzt ein Stahlgitter angebracht, um die ungebetenen Gäste und ihre Abwässer aus dem Hinterhof herauszuhalten. Auf der Jordanstraße ist der Hausmeister fast jeden Morgen mit einem Wasserschlauch im Einsatz und spült die Überreste ins Erdreich. Meine Nase dankt es ihm.<br />
Also meine Herren, so weit kann es bis zur nächsten Kneipe nicht sein. Und Eintritt,  wie in einigen Cafés in der Altstadt, kostet es hier <a href="http://dresdenneustadt.com/2004/09/22/von-kostenlosem-fur-umsonst/">fast</a> nirgendwo. Im Gegenteil in einigen Kneipchen kann der Ausflug zur Toilette zu einem richtigen kleinen Abenteuer werden. Aber das ist schon wieder eine ganz <a href="http://dresdenneustadt.com/2000/10/10/der-blick-ins-klo-oder-steigende-spiegel/">andere</a> Geschichte.</p>
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		<title>Von kleinen Punkern und großem Kino</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Jun 2005 15:11:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Launer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin geblendet. Ein Scheinwerfer leuchtet mir mit seinen 300 Watt voll ins Gesicht. Und das am frühen Morgen. Was geht hier vor? Ist dem      Konsum ein      Licht aufgegangen? Doch dann, ich traue meinen Augen kaum, bin ich etwa noch      [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" style="float:left;" src="http://frintert.de/Launer/images/punk.jpg" alt="" width="150" height="200" />Ich bin geblendet. Ein Scheinwerfer leuchtet mir mit seinen 300 Watt voll ins Gesicht. Und das am frühen Morgen. Was geht hier vor? Ist dem      <a href="http://www.konsum.de/cgi-bin/vm/vio.matrix" target="_blank">Konsum</a> ein      Licht aufgegangen? Doch dann, ich traue meinen Augen kaum, bin ich etwa noch      geblendet, läuft ein Punk durchs Gemüseregal. Das kann doch nun wirklich      nicht sein, ich reibe mir erst die Augen, dann schaue ich auf die Uhr. Es      ist kurz nach Acht Uhr früh. Für Punker beginnt normalerweise jetzt die      Tiefschlafphase, hier im Konsum auf der Alaunstraße habe ich zumindest um      die Zeit noch keinen gesehen. Ich tue also so, als würde ich mich auch für      Obst und Gemüse interessieren und trete etwas dichter heran. Dann sehe ich      eine riesige Kamera, ein paar Schienen und einen hektischen Assistenten, der      mich wieder zurückdrängt. „Gehen Sie doch bitte aus dem Licht.“ Doch jetzt      bin ich erst richtig neugierig geworden und erkenne, der Punk ist gar      keiner, dafür hat er viel zu saubere Fingernägel und der Irokesenschnitt auf      dem Kopf ist auch viel zu akkurat. Außerdem ist die Lederjacke zu teuer. Na,      das wird wohl ein Schauspieler sein. Der Assistent ruft und die      Punkeratrappe läuft ein paar Schritte, greift sich einen Apfel und der      Kameramann zieht ne Grimasse. Alles noch mal auf Position. Fehlt nur noch,      dass hier jemand mit ´nem Regiestuhl und so ´ner Filmklappe rumläuft.</p>
<p class="T10">Eine      Verkäuferin verrät mir, dass hier ein Werbespot gedreht wird für den Markt,      der soll dann bei den <a href="http://www.filmnaechte-am-elbufer.de/">Filmnächten</a> gezeigt werden. Ich bin gespannt, was      dabei rauskommt und ob nur mir der Schwindel auffallen wird. Die Verkäuferin      lächelt verschmitzt: „Dass der nicht echt ist, war mir gleich klar, um die      Zeit schlafen die doch noch.“ Dann erzählt sie noch, dass sie heute alle      ganz leise sein müssen, wegen der Filmaufnahmen. Ich bestelle mir flüsternd      noch eine Zeitung und ziehe leise von dannen.</p>
<p class="T10">Wie      richtige Punks aussehen, können sich die Konsummitarbeiter am kommenden      Wochenende aus nächster Nähe ansehen, wenn zur Bunten Republik wieder bunt      geschmückte Menschen aus aller Welt anreisen und dann statt Obst und Gemüse      die ein oder andere Palette mit Bierdosen mitnehmen.</p>
<p class="T10">&#8212;</p>
<p class="T10">Anmerkung 2006: Der Werbespot wurde nun schon im zweiten Jahr      bei den Filmnächten am Elbufer gezeigt.</p>
<p class="T10">Anmerkung 2007: Die Produktionsfirma hat den Spot inzwischen      auf ihre <a href="http://www.mcs-sachsen.de/presse.htm#2005juni">Webseite</a> gestellt. Und wenn ich nicht so ein Kulturbanause wäre, hätte mir der     <a href="http://www.absolutactors.de/katalog/Maltar">Bursche</a> auch aus      dem Theater bekannt sein müssen.</p>
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		<title>Von erregten Bürgern und lautem Streit</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Jul 2000 12:35:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Launer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der große Saal im Gemeindezentrum Emmaus auf der Katharinenstraße ist voll. Alle Sitzplätze sind belegt, an den Türen herrscht großes Gedränge. Vorn ein Podium, mit dabei der Ordnungsbürgermeister und der Odrnungsdezernent.
Damit ist auch das Thema klar: Es geht um Ordnung, vor allem auf der Alaunstraße. Der Mann von der Stadtverwaltung, korrekt und sauber gekleidet, berichtet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der große Saal im Gemeindezentrum <a href="http://www.gbz-emmaus.de/">Emmaus</a> auf der Katharinenstraße ist voll. Alle Sitzplätze sind belegt, an den Türen herrscht großes Gedränge. Vorn ein Podium, mit dabei der Ordnungsbürgermeister und der Odrnungsdezernent.<br />
Damit ist auch das Thema klar: Es geht um Ordnung, vor allem auf der Alaunstraße. Der Mann von der Stadtverwaltung, korrekt und sauber gekleidet, berichtet von Erfolgen. Schlagworte fallen: Beutelspender, Reinigungszyklen. Erstere wurden aufgestellt, um dem Hundekot Herr zu werden, zweitere einfach erhöht <em>(mäßiger Applaus</em>). Dennoch sei das Problem mit den Punkern auf der Alaunstraße bekannt. Es gelte, Lösungen zu finden <em>(starker Applaus)</em>.<br />
Ein junger Mann, buntes Haar, schmuddlige Kleidung, ergreift das Wort. Er bekomme nichts vom Staat und müsse deshalb auf der Straße leben. Auch würde er persönlich niemanden stören <em>(zustimmende Pfiffe und Gejohle)</em>.<br />
Dann ergreift ein älterer Mann mit gestreiftem Hemd und Notiz-Zettel das Wort. Die Punker seien eine Zumutung <em>(Applaus)</em>, die Hunde gefährlich <em>(starker Applaus und Zwischenrufe)</em> und der Dreck unerträglich. <em>(Zwischenruf: „Dann zieh doch weg, du Spießer.“)</em><br />
Die Stimmung heizt sich immer mehr auf. Anwohner und Ladenbesitzer auf der einen Seite, die Punker und Straßenkinder auf der anderen. Der Geschäftsführer vom Spar-Markt zeigt auf einen der Schmuddel-Fraktion: „Und du hast an das Tor uriniert.“ Der rastet aus, droht mit Schlägen, kann nur mühsam zurückgehalten werden. Die Versammlung wird abgebrochen, ein großer Teil der ordentlichen Fraktion verlässt den Raum.<br />
Alles umsonst? Sind die Menschen in der Neustadt nicht in der Lage, aufeinander zu zugehen? Eine beherzte Frau mittleren Alters reißt das Wort an sich, erzählt, dass sie mit einigen der Punker ganz gut zurecht kommt, dass nicht alle so sind. Ermahnt sie mütterlich: „Ich müsst uns aber auch verstehen!“<br />
Dann einer aus der anderen Fraktion: „Ist ja klar, bloß irgendwo müssen wir ja bleiben!“ <em>(Die Beifallsbekundungen haben aufgehört)</em><br />
Vom BRN e.V. kommt ein Vorschlag: „Die Fronten sind ja klar, die Vorstellungen auch.“ Jetzt sollte sich eine kleine Gruppe finden, mit Vertretern aller Fraktionen und nach Lösungen suchen.<br />
Wenn Du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis.</p>
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		<title>Von ein paar Groschen und geschnorrten Anleihen</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Mar 2000 12:07:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Launer</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p class="T10"><img class="alignleft" style="float:left;margin:3px;" src="http://frintert.de/Launer/images/schnorrer.jpg" alt="" /> Eine zerzauste Gestalt wankt auf mich zu. Auf dem Rücken eine uralte      Gitarre, über den Schultern eine abgewetzte Decke, die wohl in besseren      Zeiten mal ein Parka war. „Haste mal ein paar Groschen“, sagt er zwar nicht      direkt zu mir, doch schon irgendwie in meine Richtung. Ich gebe mir die      größte Mühe, das Wesen zu ignorieren und steuere zielstrebig in die      <a href="http://www.scheune.org/">Scheune</a>.      Das Gesicht kenne ich, der lungert hier fast jeden Tag rum, erbettelt sich      so seinen Lebensunterhalt. Manchmal taucht er auch in irgendwelchen Kneipen      auf und quatscht die Leute an den Tischen an. Aber immer so scheu und      indirekt, dass ich kaum an einen Erfolg glauben kann. Doch manchmal sieht      man ihn auch in einer Döner-Bude, zahlend. Irgendwie scheint es also doch zu      klappen. Andere sind da viel aggressiver und auch geschickter. Vorm Istanbul      auf der Louisenstraße hat mich mal ein ziemlich wüster Punk angequatscht.</p>
<p class="T10">„Eh, haste mal ´ne Lulle.“ Als ich ihm die Zigarette      gab, wollte er noch einen Schluck Bier und war auch sofort bereit, eine      Diskussion anzufangen. Das zwar zum Einen früher alles besser war, aber er      trotzdem ständig von der Stasi verfolgt wurde, nur wegen seiner roten Haare.      Die Äußerungen waren so wirr, wie seine Haartracht, die noch nicht mal mehr      einen Hauch von Rot ausstrahlten. Schließlich um das zunehmend lästiger      werdende Gespräch zu beenden, drücke ich ihm die Bierdose in die Hand und      bekomme zum Dank eine handfeste Umarmung. Dabei läuft die Dose auch noch aus      und ich habe künftig allen Grund, solchen Gestalten aus dem Wege zu gehen.      Dabei trifft man sie täglich vor dem Konsum auf der Alaunstraße, dort wurde      jetzt extra der Wachschutz verstärkt, doch die schnorrenden Typen werden      wahrscheinlich nie verschwinden. Nachdem ich nun schon lange dachte, gegen      solche Attacken gefeit zu sein, wurde ich kürzlich mal wieder überrascht.      Erst der Standard-Spruch, der mit den Groschen; dann als das nichts      fruchtete, rief mir das von zwei Hunden umgebene Wesen noch nach: „Ich nehm&#8217;      auch Aktien, Rentenpapiere und Options-Scheine.“ Da war ich dann doch etwas      baff. So viel Kreativität hätte ich einem Punk nun wirklich nicht zugetraut.</p>
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