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Herzlichen Glückwunsch, Oosteinde
Heute feiert die Kneipe mit dem wohl östlichsten Biergarten der Neustadt ihren 10. Geburtstag. Von mir gibt es einen herzlichen Glückwunsch und ein großes Dankeschön. Ich hab mich dort immer wohl gefühlt. Speis und Trank sind in Ordnung und das Personal ist für eine Szene-Kneipe recht flink und freundlich. Die Pelmeni seien hier besonders lobend hervorgehoben. Die kleinen, dunklen und verwinkelten Räume inspirieren an kalten Wintertagen oder im grauen und düsteren Herbst zu tiefgründigen Diskussionen über das Leben und anderes. Diesen Beitrag weiterlesen »
Fest der Sprache im Kraszewski-Museum
Das kleine Kraszewski-Museum an der Prießnitz (Nordstraße 28) lädt zum “Fest der Sprache” am 17. Mai von 14 bis 18 Uhr. Die Besucher sollen Sprache verbal und nonverbal, akustisch oder visuell, taktil und emotional entdecken. Dafür gibt es Spiele, Lesungen und Theater.
Nachtrag zum geheimen Hundekiller
Nach der Berichterstattung in der Boulevardpresse hatte dann auch die Sächsische und verschiedene MDR-Fernsehsendungen nachgezogen. jetzt prüft die Dresdner Polizei, was an den Vorwürfen dran sein kann.
Wie ich kürzlich schon berichtete, konnten weder Tierärzte noch zuständige Meldestellen den Tod der Tiere oder eine Häufung von Vergiftungsfällen, immerhin ist von acht Tieren die Rede, bestätigen.
Die Dresdner Polizei will nun nicht ausschließen, dass die vermeintlich absichtliche Vergiftung der Hunde ein Mythos ist. Anhaltspunkte dafür fanden sich bei Internetrecherchen. Demnach wurde in mehreren Städten (Hamburg, Limburg und Singen) zwar derartiges berichtet, konnte aber bei näherer Prüfung nicht belegt werden. Dem stehen allerdings behördlich bestätigte Ereignisse im Raum Bonn gegenüber. Dort war tatsächlich vergiftetes Futter ausgelegt worden. Mindestens zehn Hunde wurden vergiftet, zwei starben an den Folgen. Die Dresdner Polizei bittet nun Hundebesitzer, deren Hund Vergiftungssymptome aufweist, sich unter 0351 4832233 zu melden.
Von schmalen Pfaden und einem klaren Bach
Das Brett knarrt. Sicherheitshalber bleibe ich kurz stehen. Jetzt nur keinen falschen Schritt machen. Bei der kleinsten Unachtsamkeit stürzt diese Attrappe einer Brücke in sich zusammen. Unter mir der reißende gefährliche Strom. Noch ein Schritt, das Ufer ist erreicht. Festen Boden unter den Füßen sieht alles ganz anders aus. Der reißende Strom von eben ist nur noch ein kleiner Bach, der friedlich vor sich hin murmelt – die Prießnitz. Und das Brett, da sind auch schon andere drüber. Das hält noch ein paar Jahre, ganz sicher.
Ich habe mich in ein kleines Abenteuer eingelassen und die Natur erkundet. Im Hof vom Stadtteilhaus (Prießnitz-/Ecke Louisenstraße) wird zur Zeit eine Treppe zum Bach gebaut. Von dort soll einmal ein Fußweg bachaufwärts führen. Doch das steht noch in den Sternen, es müssen noch verschiedenste Eigentumsfragen geklärt werden.
Noch gibt es also keinen Weg. Nur eine Art Pfad, begehbar unter großer Gefahr an Hose und Jacke. Stachlige Disteln und beißende Brenn-Nesseln versperren das Weiterkommen. Und der glitschige Boden versucht ständig, die Füße in die Prießnitz zu drängen. Nach einer Weile wird aber erkennbar, es geht immer weiter. Ich bin nicht der Erste auf diesem Pfad, obwohl es in der Neustadt durchaus Straßen gibt, die besser besucht sind. Hier ist es ziemlich ruhig, nur aus der Ferne toben Kinder und bellen Hunde.
Nach der Hälfte des Weges weisen Maschendrahtzaun und das bereits erwähnte Brett ganz deutlich auf einen Seitenwechsel hin. Das Kindergeschrei wird lauter. Hier muss irgendwo ein Spielplatz sein. Der Pfad wird deutlicher, ausgetretener und endet plötzlich vor einem Zaun. Dahinter eine Schule, daher der Kinderlärm. Ein Klimmzug und ein kräftiger Schwung und drüber. Dann setze ich ein unschuldiges Lächeln auf und schlendere zum offenen Tor hinaus. Ich bin auf der Sebnitzer Straße angelangt und kann jetzt sicheren Fußes in die Neustadt zurück. Denn hier spannt sich eine richtige Brücke mit ordentlichem Geländer über den kleinen Bach.
Von wildem Trubel und lauschigen Plätzchen
„Endlich Ruhe“, sagt Peter erleichtert und lehnt sich zurück. Im Oosteinde haben wir eine Oase gefunden. Die Kneipe im Stadtteilhaus am Ende der Louisenstraße ist noch nicht so bekannt. Es sind fast nur Neustädter hier, von Peter mal abgesehen. Direkt an der Prießnitz ist hier ein stiller Ort in der lauten Neustadt, die vor allem an den Wochenenden überquillt. Die meisten Kneipen sind proppe voll, und der so genannte Parksuchverkehr kreist durch das Viertel. Auf dem Weg hierher sind wir an Blumenau und Mona Lisa vorbeigeschlendert: überall schöne Menschen. Vor allem junge Mädchen, die sich extra für die Neustadt herausputzen und knapp in Weiß und Schwarz gekleidet über die Straßen stolzieren. Auch die jungen Burschen sind ansehnlich mit ihren Waschbrettbäuchen, die sich unter knappen Shirts abzeichnen, den engen Jeans und den obligatorischen Turnschuhen. Doch seltsam gleichförmig sehen sie aus.
Hier im Oosteinde ist das anders. Mit am Tisch sitzt Andreas, grau und langhaarig mit leicht trüben Blick und zerschlissenen Schuhen. Um die Mundwinkel zuckt ein Lächeln, selten zwar aber herzlich. Pit, der in Schlabberpulli und zerrissener Hose am Nachbartisch sitzt, ist ästhetisch für die Louisenstraße heute eine Zumutung. Aber eine sehr charmante Zumutung.
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Anmerkung 2006: Das Oosteinde gibt es immer noch, das Mona Lisa hingegen hat schon lange aufgegeben.
Anmerkung 2009: Das Oosteinde feiert seinen 10. Geburtstag. Siehe hier.


