Artikel-Schlagworte: „polizei“
Rasche Aufklärung unwahrscheinlich
Gestern stellte die Ermittlungsgruppe „Albertstadt“ Details der Ermittlungen vor. Die Brandsätze seien vom Typ “Nobelkarossentod” und würden damit auf die linksextremistische Szene hinweisen. So wird zum Beispiel der “militanten Gruppe” deren Verwendung zugeschrieben. Die Brandsätze bestanden vor der Zündung aus einer Trägerplatte, auf die zwei mit Benzin gefüllte Einwegflaschen, ein mechanischer Wecker und eine Stromquelle montiert waren. Jeder der Brandsätze könnte bis zu fünf Kilo gewogen haben.
Die Ermittlungsgruppe “Albertstadt” geht derzeit von zwei bis vier Tätern aus. Auch das Zeitfenster des Anschlags konnte präzisiert werden. Beim letzten Kontrollgang eines Wachmannes um 1.45 Uhr war der Zaun noch in Ordnung und um 3.02 Uhr sei die Feuerwehr arlamiert worden, da hat es schon gebrannt. Der Ermittlungsleiter Wolfgang Jehle sagte, dass mit raschen Aufklärungserfolgen eher nicht zu rechnen ist.
Nachtrag Hausbesetzung im Hechtviertel

Mit diesem Flyer hatten die Besetzer ihre Aktion angekündigt. Am Abend traf die Polizei ein und sperrte das Gelände um die Hechtstraße 7 weiträumig ab. Der untere Teil der Straße und auch der Bischofsplatz waren für Passanten gesperrt. Straßenbahnen mussten umgeleitet werden. Kurz nach 22 Uhr räumte die Polizei das Haus, von 14 Hausbesetzern und 4 Hausbesetzerinnen wurden die Personalien aufgenommen. Gegen 23 Uhr war die Aktion beendet und kurz nach Mitternacht wurden die Straßen wieder frei gegeben.
Hausbesetzungen in der Neustadt haben eine gewisse Tradition, vor fast genau zwei Jahren wurde das ehemalige Deutsche-Bank-Gebäude auf der Königsbrücker Straße besetzt (siehe hier).
Blitz-Erfolg der Polizei – Tatverdächtige festgenommen.
Heute Nachmittag konnte die Dresdner Polizei zwei Tatverdächtige im Alter von 23 und 19 Jahren festnehmen. Ihnen wird vorgeworfen, gestern Mittag auf der Bautzner Straße einen Mann geschlagen und getreten zu haben. Siehe hier.
Aufgrund der Aussagen des Geschädigten und weiterer Zeugen sowie darüber hinausgehender Ermittlungen konnten die beiden jungen Männer heute Nachmittag identifiziert und festgenommen werden. Die Männer werden derzeit zum Sachverhalt vernommen. Bei einem dritten Verdächtigen (19) wurde eine Wohnungsdurchsuchung durchgeführt. Auch er wird zum Tatvorwurf vernommen.
Die Staatsanwaltschaft Dresden prüft im Anschluss daran, ob Haftbefehle gegen die Tatverdächtigen beim Amtsgericht beantragt werden.
Kulturbüro-Mitarbeiter auf der Bautzner angegriffen
Gestern Mittag wurde ein 43-Jähriger von möglicherweise fünf, derzeit noch unbekannten Tatverdächtigen auf der Bautzner Straße angegriffen. Der Mann ist Mitarbeiter des Kulturbüro Sachsen e.V., er befand sich auf dem Rückweg des Besuches einer Gerichtsverhandlung vor dem Dresdner Landgericht wegen der Übergriffe auf den Dönerimbiss während der Fußball EM 2008. Nach Informationen des RAA-Sachsen handelt es sich bei den Tatverdächtigen um Neonazis. Engagiertes Eingreifen zweier Passanten und das schnelle Eintreffen der Polizei verhinderten Schlimmeres. Der Mann musste im Krankenhaus behandelt werden, er befindet sich aber wieder auf dem Wege der Besserung.
Wie die Polizei mitteilt, waren die Täter dunkel gekleidet und etwa 25 bis 30 Jahre alt. Außerdem werden Zeugen gesucht. Hinweise unter 0351 4832233.
Unerhört: Plakate ohne Genehmigung geklebt
Die Kriminalität in der Äußeren Neustadt nimmt ungeahnte Ausmaße an. Wie die Polizei soeben mitteilte, hat heute morgen gegen halb zwei Uhr ein 25-Jähriger unerlaubt Plakate geklebt. Und das auch noch an verschiedenen Stellen. Aber die Ordnungshüter waren wachsam und stellten den Übeltäter. Jetzt hat er eine Anzeige an der Backe.
Bereits vor ein paar Jahren hatte ich über nächtliche Plakatierungsaktionen berichtet. (Siehe hier)
Innere Neustadt – sehr gefährlich
Also ich trau mich da demnächst nicht mehr hin, denn Folgendes meldet soeben die Dresdner Polizei:
Gestern Nachmittag überfielen zwei Unbekannte eine Verkäuferin in einem Geschäft an der Hauptstraße. Zwei Männer betraten das Geschäft. Einer der beiden bedrohte die Verkäuferin (65) mit einer Pistole und forderte Bargeld. Als sich die 65-Jährige weigerte, schlug ihr der Unbekannte mit der Waffe an den Kopf. Trotzdem übergab die Frau kein Geld und die Täter flüchteten unerkannt. Die Dresdnerin erlitt durch den Schlag eine Kopfverletzung, die in einem Krankenhaus behandelt werden musste. Der Mann mit der Pistole war etwa 25 bis 30 Jahre alt, circa 1,65 bis 1,70 groß und von gedrungener Gestalt. Er hatte dunkle Augen und dunkle Haare. Seine Bekleidung war ebenfalls dunkel. Er sprach mit osteuropäischem Akzent. Der zweite Mann war etwas jünger und kleiner (ohne nähere Angaben). Er trug ebenfalls dunkle Kleidung.
Die Dresdner Polizei fragt: Wer hat die Tat beobachtet? Wer kann Angaben zu den Tatverdächtigen machen? Hinweise nimmt die Polizei unter der Rufnummer 0351 4832233 entgegen.
Unfallflucht am Martin-Luther-Platz
Gestern Vormittag kurz vor 11. Eine junge Frau fährt ihren Suzuki Swift kurz vor dem Martin-Luther-Platz aus einer Parklücke nach links auf die Pulsnitzer Straße. Dabei übersah sie einen aus Richtung Bautzner Straße kommenden Kleintransporter und stieß seitlich mit diesem zusammen. Der weiße Kleintransporter, vermutlich ein Seat, fuhr ohne anzuhalten weiter. Er flüchtete mit hoher Geschwindigkeit entgegen der Einbahnstraße über den Martin-Luther-Platz.
Die Polizei bittet um Mithilfe, wer etwas gesehen hat, kann sich melden unter 0351 4832233.
Von einem Einkaufsbummel und viel Polizei
Gemütlich schlendere ich die Kamenzer Straße entlang. Das Ziel meiner unhektischen Schritte ist der nigelnagelneue Supermarkt im Objekt des Streites. An anderer Stelle hab ich über Hintergründe und Proteste schon ein bisschen berichtet. Aber heute nun hat der Supermarkt mit angeschlossenem Bäcker erstmals die Pforten geöffnet. Neugierig schleiche ich mich am breitschultrigen und schwarzbejackten Security-Türsteher vorbei. Neben der Eingangstür prangt noch ein großes Loch von den letzten Anschlägen. Drinnen diskutiert die Filialleiterin mit der Polizei, die übrigens sehr umfangreich vor Ort ist. Die Gänge blitzen sauber, die Produkte sind wohlsortiert, normaler Supermarkt eben. Ein paar Leutchen kaufen auch ein. Kein Vergleich zum Gedränge im Konsum auf der Alaunstraße, aber immerhin. Vor allem viele Ältere sind unterwegs.
Mit ein paar Kleinigkeiten ziehe ich wieder von Dannen. In ein paar Wochen ist das hier Alltag.
Polizeidurchsuchungen der Soko Halbfinale
Heute Morgen durchsuchte die Sonderkommission „Halbfinale“ Wohnungen von Tatverdächtigen. Insgesamt 16 Objekte in Dresden, Bannewitz, Freital, Glashütte und Radebeul suchten die Ermittler auf. Im Zuge der Ermittlungen waren die 16 Tatverdächtigen ins Visier der Beamten geraten. Deren Wohnungen durchsuchten die Kriminalisten heute mit dem Ziel, Beweise für die Tatbeteiligung zu sichern. Im Ergebnis des Einsatzes stellte die Sonderkommission mehrere Handys sicher. Alle Wohnungsinhaber, Männer zwischen 18 und 26 Jahren, wurden noch vor Ort vernommen. Die Sonderkommission ermittelt seit Juni wegen des besonders schweren Falls des Landfriedensbruchs. Mehrere Unbekannte hatten nach dem ersten Halbfinale der EURO 2008 drei türkische Geschäfte in der Dresdner Neustadt angegriffen.
Gegenwärtig werfen die Ermittler 58 Personen eine Beteiligung an den Überfällen vor. Die Staatsanwaltschaft Dresden hat am 28. November die erste Anklage gegen einen der Beschuldigten erhoben. Ein 21-jähriger Freitaler muss sich vor dem Landgericht Dresden wegen Landfriedensbruchs (§§ 125, 125 a StGB) verantworten. Er befindet sich bereits seit dem 16. Juli in Untersuchungshaft.
Trotz Video-Kamera
Wieder mal Haue auf der Alaunstraße gab es in der Nacht zum Sonnabend. Wie die Polizei berichtet, gab es eine Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppierungen. Dabei wurde ein 24-Jähriger so schwer verletzt, dass er ins Krankenhaus musste. Eine 18-Jährige erlitt leichte Verletzungen. Die Polizei trennte schließlich die Randalierer und nahm Personalien von Beteiligten auf. Außerdem sucht die Polizei nun nach Zeugen. Hinweise sind unter 4832233 möglich. Vielleicht hat die von den Neustadt-Geflüster-Lesern mehrheitlich abgelehnte (siehe hier) Video-Kamera ja auch Teile der Randale aufgenommen und dient nun der Strafverfolgung.


