Neustadt-Geflüster

Dresden Neustadt von Anton Launer

Artikel-Schlagworte: „Parkhaus“

Von Parken und Kosten

Kürzlich kam ich erst recht spät in die Neustadt und hatte auch noch lästigerweise das Automobil dabei. Da es bekanntermaßen an Freitagen ziemlich schwierig ist, einen Parkplatz in der Neustadt zu finden, kreiste auch reichlich Parksuchverkehr. Spontan kam mir eine Idee: Da gibt es doch das Parkhaus auf der Kamenzer. Im Sommer hatte ich schon einmal über das Parkleitsystem berichtet, dass die Besucher zu dem Parkhaus führen soll. Nun also der Selbstversuch. Die Preise überraschen. Ich kann mein Auto für eine ganze Nacht von 20 bis 6 Uhr für drei Euro abstellen. Wenn ich mir auf der Straße ein Plätzchen suche, gebe ich von 20 bis 24 Uhr auch zwei Euro aus. Dafür bleibt das Wägelchen hier zumindest ein bisschen warm. Ich drücke einen Knopf und Schranke und Rolltor öffnen sich. Drinnen dann die nächste Überraschung. Es stehen gerade mal drei Autos in der Tiefgarage, Platz ist hier auf dieser Ebene mindestens für 30. Wieder erinnere ich mich an den eben gesehenen Parksuchverkehr, mindestens fünf Autos kreuzten vorhin (ca. 22 Uhr) auf der Kamenzer Straße. Sind die zwei Euro mehr zu viel? Können die Parkplatzsucher keine Schilder lesen? Ist es Protesthaltung gegen den ungeliebten Bau?
Fragen über Fragen.

Parkhaus wird dem Lustgarten nicht schaden

Einkaufszentrum und Parkhaus statt Automarkt - Im Januar sollen die Arbeiten beginnen.

Einkaufszentrum und Parkhaus statt Automarkt - Im Januar sollen die Arbeiten beginnen.

Entgegen anderslautenden Gerüchten wird auf dem Lustgartengelände zwischen Bautzner und Böhmischer Straße kein Parkhaus entstehen. Das bestätigte Heinz Nettekoven, Geschäftsführer der Firma Florana dem Neustadtgeflüster. „Wir bebauen nur den vorderen Teil des Grundstücks, insgesamt 2500 Quadratmeter“, so Nettekoven. Das Grundstück sei aber 5000 Quadratmeter groß. Sollte sich für den Rest eine Kulturinitiative interessieren, habe er nichts dagegen. Im Gegenteil: „Wenn ich kann, unterstütze ich die Pläne“.
Die sehen für den vorderen Teil ein Parkhaus samt Geschäftshaus vor, in dem unter anderem DM und Rewe einziehen werden, bestätigt der Geschäftsführer. Baubeginn soll im Januar 2010 sein, die Fertigstellung ist für den Oktober 2010 geplant.
Die Pläne für den hinteren Teil sind weit weniger konkret. Nettekoven will nämlich auch von einem Bauinvestor gehört haben, der sich dort neue Wohnungen statt Kultur vorstellen kann. Wann genau gebaut werde, wisse er aber nicht. Auch Nachfragen bei der Stadt blieben am Freitag Nachmittag erfolglos.
Zudem hat der potenzielle Lustgartenbetreiber „Kultur Aktiv e.V.“ kein Geld für den Erwerb des Grundstücks. „Für uns kommt nur Pacht in Frage“, so Kultur-Aktiv-Sprecher Mirko Senewald. Die Lustgärtner haben eine Stiftung ins Leben gerufen, die nun mit dem Grundstücksbesitzer verhandeln soll. Sennewald: „Möglichst zeitnah.“ Infos zur Stiftungsidee gibt es hier.

Verkehrsleitsystem für die Neustadt

Hinweisschild an der Ecke Prießnitz-/Louisenstraße

Hinweisschild an der Ecke Prießnitz-/Louisenstraße

Seit einigen Wochen stehen solche hübschen Schilder in der Neustadt. Ich habe insgesamt drei Stück gezählt (Louisenstraße, Prießnitzstraße, Kamenzer Straße) – sie weisen auf die Parkmöglichkeiten unter dem Netto-Markt in der Kamenzer Straße hin. Mit diesen Schildern will die Stadt sicherstellen, “dass Besucher der Neustadt … das Parkangebot durch die Stellplätze im Parkhaus entsprechend wahrnehmen.” Das teilte das Presseamt auf Anfrage mit. Hintergrund sei es eine zielgerichtete Führung zum Ziel (Parkhaus) einzurichten, um Suchverkehre zu vermeiden. Nach Angaben der Stadt kosten die Schilder ca. 500 Euro. Diesen Beitrag weiterlesen »

Neubau Kamenzer gewinnt keinen Blumentopf

Die Bilder vom Neubau auf der Kamenzer Straße beweisen es. Die Befürchtungen waren berechtigt. Die Neustadt hat ein architektonisches Schmuckstück mehr. Mein lieber Bauherr, so gewinnt man keinen Blumentopf. Auch nicht mit der billigen Show der scheinbar schiebbaren Sichtblenden, die in Wirklichkeit nur festgeschraubte Bleche sind.

Das zweite Bild zeigt einen Blick in die Einfahrt links im Haus. Außen sind die Bauleute – zumindest im Vorderhaus – fertig. Jetzt läuft der Innenausbau.

Hintergrundinformationen zur Baustelle gibt es hier.

Zwei Löcher im Lustgarten

Es geht zur Sache an der Böhmischen Straße. Ganz ohne solch hartnäckigen Protest wie beim “Parkhaus”-Bau an der “Kamenzer” buddeln die Bauherren für das Wohnprojekt an der Böhmischen Straße nach und nach den Lustgarten weg. Zwei tiefe Löcher deuten inzwischen an, wo sich die Fundamente der Häuser befinden werden. Die Mauer zur Straße ist mittlerweile einem durchgängigen Bauzaun gewichen. Anfang April planen die Bauherren eine Pressekonferenz, in der ihr Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Mal sehen, ob zu den Eingeladenen auch die Amselhof-Bewohner zählen…

Vom Parken, Kitas und einem Supermarkt

Der Neustädter an sich ist ja etwas ungewöhnlich, dass ist bekannt. Aber in der jüngeren Vergangenheit hat er mich doch wieder etwas verwirrt. Der Hintergrund sind zwei Veranstaltungen in den vergangenen Wochen. Zum lud die Neustädter CDU um Frontmann Patrick Schreiber zu einer Informationsveranstaltung zum bewegenden Thema „Parkraumbewirtschaftung“ in die Scheune in den großen Saal. Damit auch ordentlich Leute kommen, hängten sie überall im Viertel Plakate auf. Das Ergebnis: Es kamen etwa 20 bis 30 Neugierige, obwohl das Thema doch jeden Autofahrer der Neustadt interessieren müsste. Nun ja.
Eine andere Veranstaltung fand vor kurzem in der Schule auf der Görlitzer Straße statt. Thema: Der geplante Bau des Parkhauses auf der Kamenzer Straße. Nun könnte man meinen, wenn das Parken in der Neustadt insgesamt schon keinen interessiert, dann erst recht nicht so ein Parkhaus. Doch weit gefehlt. Etliche Dutzend Menschen drängelten sich im überhitzten Raum und der Amtsleiter des Stadtplanungsamtes Andreas Wurff, kam schon nach wenigen Minuten ins Schwitzen, wollte er doch das neue Projekt vorstellen. Das neue Projekt heißt nicht mehr Parkhaus, sondern Parkhaus mit Supermarkt und Wohnungen. Oder noch besser mit einer Kindertagesstätte. Damit hatte er den geballten Neustädter Frust gegen sich. Frauen mit Kindern auf den Armen und unrasierten Achselhöhlen empörten sich über das Ansinnen und ich war etwas verwirrt.

War der Bau des Parkhauses nicht schon längst beschlossene Sache und sind die neuen Ideen nicht besser, weil statt 244 Parksuchenden jetzt nur noch 114 die Kamenzer Straße entlang knattern. Aber nun höre ich es auch schon: Der Supermarkt braucht ja auch LKW, die ihn beliefern und dann wird es ja noch lauter und wenn die Kamenzer zur Einbahnstraße wird, muss der LKW ja auf der Lutherstraße über den Bordstein fahren. Na, das ist natürlich alles ganz furchtbar. Außerdem würde der neue Supermarkt, der Konsum hat wohl schon Interesse angemeldet, ja die umliegenden kleinen Händler kaputt machen. Welche Händler eigentlich? Der einzige kleine Lebensmittelladen, den es noch gibt ist der Laden an der Frühlingsstraße und der ist ja wohl weit genug weg. “Kraut und Rüben” fahren auf der Öko-Schiene, die würden durch den Konsum eher Zulauf bekommen und der Gemüseladen ein paar Häuser weiter sicher auch. Wie gut sich Gemüseläden mit einem Supermarkt vertragen, sieht man hervorragend auf der Alaunstraße.
Inzwischen haben sich ein paar weitere junge Frauen in den Vordergrund gedrängelt und halten ein Transparent hoch mit viel grün und einem roten Klecks. Sie wollen gar kein Parkhaus, keinen Supermarkt. Lieber ne Wiese mit ner Kindertagesstätte und einem, wie sie es nennen, Quartiersplatz – zum Raumergreifen. Bei Quartier muss ich immer an Kasernen denken, nö, dann doch lieber Autos.
Wieder dabei war CDU-Stadtrat Schreiber, der hier mit einer ordentlichen Menge gegen sich, zu Höchstform auflief, mehrfach die Demokratie beschwor und sich zu guter Letzt darüber beschwerte, dass irgendwer ein CDU-Werbeplakat missbrauchte (siehe Bild links), um Stimmung gegen das Parkhaus, oder was auch immer an der Kamenzer Straße entstehen soll, zu machen. Nun Herr Schreiber hat sich ordentlich in die Nesseln gesetzt, aber das wird er in der Neustadt wohl gewöhnt sein.
Ich glaube, das Thema wird fortgesetzt. Und übrigens an all jene, die permanent mehr Grün für die Neustadt fordern. Wie wäre es mal mit einem Spaziergang durch die Heide, da ist es immer grün.

Bericht von 2004

Das verflixte siebte Jahr

Parken in der Dresdner Neustadt – ein Reizthema. Ein Parkhaus in der Neustadt, das wäre doch reizend. Wenn es denn so einfach wäre. Seit Jahren wird geplant, geforscht und gerechnet. Da werden Autos gezählt und Nummernschilder verglichen. Nur um zu dem Ergebnis zu kommen, dass es hier zu viele Autos für zu wenige Parkplätze gibt. Nun, das erlebe ich jeden Tag, wenn zum Beispiel der Fahrer einer rund fünf Meter langen Nobelkarosse versucht, sich in eine vier Meter Parklücke hineinzuquetschen und bei diesem Versuch die Straße minutenlang verstopft. Diesen Beitrag weiterlesen »

Von großen Ideen und kleinen Haken

„Von wegen Luft ablassen, anzünden müsste man die.“ Gregor, den ich im Oscar auf der Böhmischen Straße traf, war nicht so angetan von meinen Gedanken zum Parken in der Neustadt. „Diese Blechkarren stehen doch nur im Weg rum.“ Zur Erinnerung: Vor zwei Wochen hatte ich berichtet, wie ein Hausmeister über falsch parkende Autos denkt. Dabei fiel auch die Idee mit dem Luft ablassen.

Viel größere Ideen hat der Dresdner Martin Schramm, der zwar gerade in Wien weilt, doch in Gedanken noch in der Neustadt ist. Per E-Mail schickte er mir seine Visionen eines autofreien Szene-Viertels. Ein Parkhaus am Rande sollte her, und alle Autos dort hinein, denn zu Fuß sei die Neustadt viel schöner. Soweit kann ich folgen. Doch dann geht es weiter. Statt der Parkgebühr könnte der Autofahrer doch gleich auf sein Vehikel verzichten und eine Monatskarte für die Straßenbahn erwerben. Große Ideen fordern Taten. Also lasse ich das Auto mal stehen und probier es mit Laufen. Alle Wege in der Neustadt sind kein Problem, doch was ist wenn ich über die Elbe will. Zum Fußball vielleicht, Dynamo lockt. Die Linie 13 fährt dahin, soweit ich bisher wusste eine gute Viertelstunde. Doch was muss ich nun erleben, die fährt doch wirklich mit der Kirche ums Dorf, über Johannstadt und Hauptbahnhof – fast dreimal so lange. Gut das ist ´ne Ausnahme, aber irgendwie ist es doch immer so, wenn ich die Tram brauche, ist sie immer gerade abgefahren. Alles nur Zufall. Doch die kleinen Haken an der großen Idee lassen mir keine Ruhe. Herr Schramm erklärt, dass man in der Bahn ein Buch lesen könne und dabei entspannen. Habe ich so noch nie erlebt. Wenn ich ausnahmsweise in die gelb-schwarzen Gefährte einsteige, ist entweder kein Platz frei oder nach spätestens einer Haltestelle steigt eine Rentnerin mit Krückstock zu, der ich dringend meinen Platz anbieten muss, um mir dann neben johlenden Kinder die Beine in den Bauch zu stehen.

Aber schön wäre es schon mit der Neustadt ohne Autos. Dann vielleicht doch die Variante mit dem Parkhaus. Dort müssten dann auch Mietschirme zu haben sein, falls es mal regnet, und gleich ein großer Plan mit allen Kneipen drauf. Rund um die Neustadt werden Tore aufgestellt, damit sich auch kein einzige Wägelchen hineinverirrt. Ein Grenzschild wäre auch nötig. „Erlebnispark Äußere Neustadt“. Da würden dann auch die brennenden Autos hinpassen und für den Dresdner Altstädter wäre wieder ganz klar: In der Neustadt ticken sie doch nicht ganz richtig.

Neustadt bei Flickr