Schlagwort: Memento

Sylvia Fischer: „Das Viertel war verrufen“

"Ich bin immer wieder gern in der Neustadt. Ich besuche meine Tochter hier"

Sylvia Fischer sagt fröhlich am Telefon: „Ich habe rote Haare, wir werden uns schon finden.“ Nach einer kleinen unfreiwilligen Runde Verstecken im Kunsthof ist es dann so weit. Mädchenhaft wird ihr Gesicht, wenn sie von ihren Kindheitserinnerungen erzählt. Nach dem…

Rolf Töpfer: Von Mörderinnen und betrunkenen Pferden

Wie viele Erinnerungen passen in eine Kindheit und wie wenige auf ein Blatt Papier.

Rolf „Rolli“ Töpfer schlägt ein Treffen im Schwarzmarkt-Café auf der Hauptstraße vor. Zum Beschnuppern. In einem kleinen Büchlein stehen in geschwungener Schrift Notizen. „Sie müssen dann selbst entscheiden, zu was ich etwas erzählen soll“, sagt er und legt gleich los.…

Erhard Sünder „Sehnsucht nach Freiheit“

Im Hof der Kamenzer Straße 25 bei einem späteren Besuch.

Erhard Sünder wurde am 8. Juli 1956 in Guteborn zwischen Ruhland und Senftenberg geboren. 1958 zog die Familie nach Dresden, auf die Kamenzer Straße. Die Gassen der Neustadt wurden sein Abenteuerspielplatz. Später lernte er Schriftsetzer und besuchte Abendkurse der Kunsthochschule.…

Hans Kämpf: „Das war so ein Erlebnis“

"Eigentlich war alles schön."

Hans Kämpfs Kindheit ist vom Bombardement Dresdens überschattet. Doch er schildert heiter und mit viel Lachen. „Eigentlich war alles schön“, sagt er und schlürft an seinem Eiskaffee. Gemeinsam mit seiner Frau wohnt er wieder in der Altstadt, wo er geboren…

Winfried Jäger: „Wir waren eine richtige Bande“

"Das macht man unter Freunden."

Winfried Jäger ist gebürtiger Talstraßler. In seiner Jugend in den 1960er Jahren gehörte er der „Heiderbande“ an. Er war „kein Feiner“, wie er grinsend gesteht. Ein Strolch, Rabauke, Flegel, Lümmel oder was immer ihm die Dampfschiffer hinterher gerufen haben mögen.…

Johannes Stemmler: „Die Welt hat Grenzen“

"Das habe ich alles erlebt. Brauche ich nicht mehr."

Johannes Stemmler zog es immer in die Stadt, in die Mitte von Menschen, ins Getümmel. Mobilität ist gerade ihm als Rollstuhlfahrer ein Grundbedürfnis. In seinem Zimmer steht ein PC, mit dem Smartphone hat er jederzeit Internetzugriff, täglich fährt er lange…

Renate Kruckenberg: „Ich war immer beherrscht“

Renate Kruckenberg beim Besuch der Krokusse auf der Hauptstraße

Renate Kruckenberg kommt aus Zittau und zog 1993 nach Dresden. Sie ist auf ihren Rollstuhl angewiesen. Einmal im Monat verlässt sie mithilfe des Personals das Bett. Auf die Frage, was ihr Kraft gibt erwidert sie: „Ich musste immer Disziplin halten…

Regina Mulke: „Das ist alles, was ich weiß“

Regina Mulke betritt den Raum, begleitet von einem jungen Pfleger. Leise erkundigt sie sich bei ihm: ‚Was soll ich jetzt machen?‘ – ‚Etwas erzählen.‘ – ‚Ach Gott!‘ Darauf raunt ihr der Pfleger verschmitzt ins Ohr: ‚Dann erfinden Sie einfach was.‘…

Gisela Cramer: Vorsicht, bissig

"Bleiben Sie der Neustadt treu"

Gisela Cramer hat die Aura eines gealterten Rockstars. Sie spielt die größte Trommel in einer Trommelgruppe, sie spielt im Orchester, sie lauscht nicht nur Klassik. „Bleiben Sie der Neustadt treu“, fordert sie zum Abschied. Eine Grande Dame von bestechender Coolness.…

Christa Jander: „Ich würde nie hier weg gehen“

Christa Jander empfängt mit einem Lächeln. „Fragen Sie mich!“, sagt sie. Nebeneinander auf dem Sofa sitzend, blättern wir uns durch historische Fotos in einem Magazin. Janders Finger gleitet über Fotografien der Bautzner Straße, als diese noch wie Paris aussah. Bei…

Christel Dohnal: „Ich habe mich zurück gezogen“

"Schulschwänzen wäre mir nie eingefallen. Ich habe die Schule geliebt"

Christel Dohnal ist eine behutsame, vorsichtige Frau. Halt ist ihr wichtig und Sicherheit – und sei es nur ein gut platziertes Treppengeländer. Geboren wurde sie in Oelsa. Als Kind liebte sie die Schule, aber nicht jeden Lehrer. Selbst Lehrerin zu…