Neustadt-Geflüster

Dresden Neustadt von Anton Launer

Artikel-Schlagworte: „Luther“

Martin-Luther-Platz: Workshop

Am Freitag, dem 27. Februar findet um 17 Uhr im Gemeindesaal am Martin-Luther-Platz 5 ein Workshop zur Neugestaltung des Platzes statt. Auf der Internetseite der Stadt kann man die bislang vorliegenden Pläne einsehen. Während des Workshops sollen auch die Ergebnisse der Bürgerumfrage vom vergangenen Herbst präsentiert werden. Hier kann man sie auch nachlesen.

Interkulturelles Straßenfest

Am kommenden Sonnabend, dem 27. September gibt es von 12 bis 17 Uhr auf dem Martin-Luther-Platz ein Interkulturelles Straßenfest, organisiert vom Ausländerrat Dresden e.V.

Neustadt von oben

Bereits vor ein paar Jahren hab ich von steilen Treppen und weiten Blicken berichtet. Kürzlich hab ich mich mal wieder auf die Lutherkirche gewagt. Hier ein paar Eindrücke.

An den kommenden Sonntagen ist der Turm zu weiteren Besichtigungen geöffnet.

Löcher in der Straße oder ein Stadtteil versackt

Einfach abgesackt, weggerutscht. Ein neues Loch ist entstanden. Mitten auf dem Martin-Luther-Platz sind mehrere Pflastersteine etwa 30 Zentimeter nach unten gesackt. Rot-weiße Warnbaken markieren die Katastrophen-Stelle. Ein dickes Loch prangt dort, wo früher Straße war.

Dass man in der Neustadt hervorragend versacken kann, müsste eigentlich klar sein, diverse Kneipen locken mit hochprozentigen Getränken. Und nach reichlichem Genuss bleibt der eine oder andere Alkohol-Liebhaber schon mal unterm Tisch liegen. Doch dass neuerdings auch Pflastersteine versacken, ist schon ein ziemlich starkes Stück. Dabei ist das Vorkommnis am Martin-Luther-Platz nicht das erste seiner Art. Vor reichlich einem Jahr haben sich auf der Schönfelder Straße schon einmal ein paar Steinchen in den Untergrund verabschiedet. Damals reagierte das Straßenbauamt wesentlich drastischer. Zur Strafe wurde die halbe Straße gesperrt. Rote Karte, zwei Wochen Pause, keine Autos, keine LKW, die übrigen Steine der Straße wurden in einer Art Sippenhaft gleich mit bestraft.

Nach Ablauf der Sperrfrist wurden die Übeltäter aus ihrer Tieflage befreit, neuer Sand im Untergrund sollte weiteres Absacken verhindern, bis heute erfolgreich. Stellt sich nun die Frage ob, die Abrutsch-Aktion am Martin-Luther-Platz eine Solidaritäts-Demonstration ist, oder ob dort einfach nur dem Druck von oben nachgegeben wurde.

Diesmal reagiert die zuständige Behörde nur mit einer lokalen Sperrung, vermutlich ist sogar schon ein kleiner Bautrupp beauftragt, den Untergrund zu untersuchen und weitere Absackungen zu verhindern. Doch hier muss hart und schnell gehandelt werden, die Abweichler müssen erstmal ihrem Elend überlassen werden, eine Sperrung des ganzen Platzes sollte her. Damit die anderen Pflastersteine genau wissen, wer hier Herr über Grund und Untergrund ist.

Denn wenn hier nur lokal begrenzte Strafen verhängt werden, wird es immer wieder neue Absturz-Versuche geben. Und vielleicht bilden die Pflastersteine dann auch irgendwann eine Allianz mit den wenigen Asphaltdecken auf Alaun- und Louisenstraße. Das Drama könnte ungeahnte Formen annehmen, wenn plötzlich eine ganze Straße im Untergrund verschwindet und sämtlichen Kneipen plötzlich die Laufkundschaft fehlt.

Von steilen Treppen und weiten Blicken

Kirchblick von der Martin-Luther-Kirche in Dresden NeustadtBloß nicht nach unten schauen. Und doch ist es wieder passiert. Krampfhaft halte ich mich am Geländer fest. Stufe für Stufe geht es weiter hinauf. Oben angekommen fühle ich mich schon etwas sicherer. Hier sind feste Mauern, die einen unfreiwilligen Absturz verhindern.

Beide Hände auf die Brüstung wage ich den Blick auf das unter mir liegende Häusermeer. Ich habe es geschafft, die Martin-Luther-Kirche bestiegen. Die Aussicht ist Lohn genug für die überstandenen Strapazen. Zuerst der Blick nach Norden, Richtung Heide, klar ist die Kamenzer Straße zu erkennen, die vielen neuen Dächer und einige wenige mit Löchern, doch die sind auf der Talstraße. Dahinter der Wald und weiter östlich die Elbe, mit ihren Schlössern an der Bautzner Straße. Dem Blick folgend, wechsle ich die Seiten und kann jetzt auch schon nach Süden sehen: die grauen Blocks der Johannstadt. Und zu meinen Füßen das Gelände des zukünftigen Hundertwasser-Hauses.

Weiter geht es, auf zur Süd-Seite. Der Blick schweift über Elbe, Brühlsche Terrasse, bis hin zum größten Baugerüst der Stadt an der Frauenkirche. Von unten lärmen die Autos auf der Bautzner Straße. Dort fällt mir eine riesige Freifläche ins Auge. Hinter dem Autohändler liegt das Land brach, als hätten sämtliche Immobilienhaie absichtlich weggesehen. Doch wer weiß schon, wem das Grundstück gehört. Mit den schönen großen Bäumen könnte ich mir dort einen herrlichen Park vorstellen.

Näher zur Böhmischen ahne ich die Biergärten von Raskolnikoff und Oscar, doch Genaues ist nicht zu sehen. Also weiter zur West-Seite: Hier sticht sofort ein Kran ins Auge. An der Alaun- Ecke Louisenstraße wird heftig gebaut. Schade nur, dass im Nachbarhaus jetzt Risse sind. Aber die sieht man von hier oben auch gar nicht.

Zeit zum Abstieg, vorbei an der mächtigen Glocke geht es wieder runter. Ein Mann mit Rauschebart, Sohn und Feldstecher kommt mir entgegen. So eine Seh-Hilfe muss ich beim nächsten Mal auch mitnehmen.

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Anmerkung 2004: Leider wird das Hundertwasser-Haus wohl nicht gebaut. Dafür ist an der Frauenkirche inzwischen kein Gerüst mehr zu sehen. Das Haus an der Alaun-/Ecke Louisenstraße ist auch schon fertig, es heißt Schwalbennest, die Risse am Nachbarhaus wurden gekittet.

Anmerkung 2008: Aus dem Oscar ist das Stilbruch geworden.

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