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	<title>Neustadt-Geflüster &#187; Lederkittel</title>
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	<description>Dresden Neustadt von Anton Launer</description>
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		<title>Von harten Typen und energischen Kellnern</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Sep 1999 11:25:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Launer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ Manchmal, wenn ich durch die Neustadt streife, erinnere ich mich an vergangenen Zeiten und an vergangenen Kneipen. Auf der Alaunstraße, wo jetzt das Alaunisch auf einen neuen Betreiber wartet, gab es vor fünf  Jahren eine schummrige Pinte, dort war ich oft. Meistens kurz nur auf ein Bier oder zwei. Die Konzertklause war eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="T10"><img class="alignleft" style="float:left;margin:3px;" src="http://frintert.de/Launer/images/konzertklause.jpg" alt="" width="150" height="95" /> Manchmal, wenn ich durch die Neustadt streife, erinnere ich mich an vergangenen Zeiten und an vergangenen Kneipen. Auf der Alaunstraße, wo jetzt das Alaunisch auf einen neuen Betreiber wartet, gab es vor fünf  Jahren eine schummrige Pinte, dort war ich oft. Meistens kurz nur auf ein Bier oder zwei. Die Konzertklause war eine Kneipe, wie es sie heute fast nicht mehr gibt. Der Wirt, ein kräftiger, vierschrötiger Kerl trug immer einen Lederkittel und beim Bierzapfen legte er in einer unnachahmlichen Art die Stirn in Falten. Er war dabei aufs Höchste konzentriert, damit auch kein Tropfen daneben ging. Der alte Kellner, zwar nicht der Schnellste, aber immer korrekt, kannte fast alle Gäste und wusste was sie trinken. Ich bekam mein Pils schon an den Tisch, kaum dass ich mich gesetzt hatte. Am Nachbartisch, der war ziemlich groß und ziemlich rund saßen fast jeden Abend fünf  Frauen, alle weit über die Fünfzig, und spielten Rommé. Die eine kam immer etwas später, da lag ihr Bier schon auf der Heizung und jedes Mal erklärte sie entschuldigend, dass ihrem Magen dieses „kalte Zeug“ einfach nicht bekommt. Am gegenüberliegenden Tisch saßen die schweren Jungs, deren Gesichtszüge eine bewegte Vergangenheit verrieten. Ebenso die primitiven Tatoos und die Narben an den Armen.</p>
<p class="T10">Ich erinnere mich noch genau an den      einen Abend. Es war Himmelfahrt und überall betrunkene Männer auf den      Straßen. Ich wollte was essen. Die Tür ging auf, drei  junge Kerle kamen      rein. Sie setzten sich an meinen Tisch, dann fing der Ärger an. Der lauteste      und offensichtlich brutalste nahm meine Zigaretten, fischte eine heraus und      warf mir die Schachtel an den Kopf. In einem Anfall von Waghalsigkeit      schleuderte ich sie zurück auf den Tisch. Derart beleidigt stand der Typ      wutschnaubend auf und warf mit einem Ruck mein Bierglas um. Es fehlte nicht      viel und seine zentnerschwere Faust wäre in meinem Gesicht gelandet, doch      energisch wies ihm der Kellner die Tür und die drei waren ziemlich schnell      wieder auf der Straße. Bis heute weiß ich nicht, wie das dem alten, leicht      gebrechlichen Kellner gelungen war. Doch heute gibt es die Konzertklause      auch nicht mehr.</p>
<p class="T10">&#8212;&#8211;</p>
<p class="T10">Anmerkung 2004: Die Räumlichkeiten der ehemaligen Konzertklause haben sich      inzwischen stark gewandelt. Nachdem das Alaunisch gescheitert war, gab es      für kurze Zeit ein portugiesisches Restaurant an dieser Stelle. Aktuell      residiert mit dem <a href="http://www.boys-dresden.de/" target="_top">Boys</a> ein      recht gut besuchter Gay-Club auf der Alaunstraße.</p>
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