Neustadt-Geflüster

Dresden Neustadt von Anton Launer

Artikel-Schlagworte: „kunst“

Kunst für die Louisenstraße

Nach Feierabend kann man die Kunst bewundern. Zum Vergrößern anklicken.

Nach Feierabend kann man die Kunst bewundern. Zum Vergrößern anklicken.

Politpredigt statt Kunst – Die Leiden des Arnold Vaatz

Bundestagskandidaten haben es derzeit schwer. Sie vernachlässigen Frau und Hund, um das Wahlvolk aufzusuchen, damit es sie wählen möge. Doch irgendwie klappt das nicht immer, musste jetzt Arnold Vaatz, CDU-Kandidat für die Neustadt, erleben. Diesen Beitrag weiterlesen »

Sondersitzung Ortsbeirat – Russensportplatz

Heute um 17.30 Uhr gibt es eine Sondersitzung des Ortsbeirates im Bürgersaal des Ortsamtes Neustadt auf der Hoyerswerdaer Straße 3, 2. Etage, Zimmer 215. Dabei soll es vor unter anderem um die neuen Pläne der Stadt zum Thema Russensportplatz gehen.
Weiterführende Informationen:
Anfrage der Grünen an die Stadt
Anfrage der Grünen an das Land
Anfrage der SPD an die Stadt

Thema ist auch die Umgestaltung des Alaunplatzes, so wird die Dresdner Künstlerin Anke Wachter-Lehn ihr Projekt einer Mosaikplastik „Das Sonnenauge“ vorstellen. Geplant ist diese Plastik in die Neugestaltung des Alaunplatzes auf der freiwerdenden Fläche der KiTa Kamenzer Straße einzuordnen.

Low am Kiosk


Am 5. Februar erscheint das Kunst-Magazin Low aus Dresden erstmals im deutschen Zeitschriftenhandel. Die Zeitschrift wirft ein Auge auf die internationalen alternativen Kunstszenen. Es geht darin um die Kunst von Illustratoren, um die Lowbrow-Kunstbewegung und um Pop-Surrealismus. Thematisiert wird Malerei und Plakat-Kunst, Grafik und Cartoon. Im Low Magazin dreht es sich um Künstler und ihre Bilder.
Das Magazin Low gibt es seit Sommer 2006; es fing alles ziemlich klein an. Mario Marquardt und Danny Winkler, zwei junge Dresdner, veröffentlichten zum ersten mal das Low Magazin – in Kleinauflage und im Eigenvertrieb. Beide Herausgeber kommen aus der Grafiker- und Rock-Poster-Szene. Danny Winkler – Grafik-Designer, Illustrator und Maler – war unter dem Namen Danny F. Criminal jahrelang selbst als Plakat-Künstler tätig. In den Jahren 2007 und 2008 veröffentlichten sie zwei weitere Ausgaben der Zeitschrift. Eine davon nur als digitale Version im Internet. Mit der jetzt anstehenden Ausgabe Nummer 4 wagt das Low Magazin den Schritt an die Kioske.
Außerdem kann man es versandkostenfrei auf www.low-magazine.com bestellen. Das Low Magazin kostet 6,30 Euro.

Eröffnung der Kunst Molkerei

kunstmolkereiAm 5. Dezember wird um 20 Uhr die Kunst Molkerei in der Galerie bautzner69 eröffnet. Die Organisatoren Thomas Bachler und Fee Vogler präsentieren in der diesjährigen Vorweihnachtszeit „Kunst zum Kaufen“. Alle Werke sind „take away“-Ware, können also bei Interesse direkt erstanden und mitgenommen werden. Die Ausstellung selber versteht sich als eine Mischung aus Warenhaus und Gruppenausstellung, also ein bunter, lockerer Streifzug durch die aktuelle Kunstszene. Praktisch alle künstlerischen Techniken werden vertreten sein: Grafik, Malerei, Fotografie, Skulptur, Musik CDs, Buchobjekte etc. Die Auswahl soll möglichst vielseitig und ebenso käuferfreundlich sein, denn die Preise sind nach oben mit 100 Euro begrenzt.

Offene Ateliers am 16. November

Ich glaub, ich geh mal wieder spazieren. Denn, wie die Kollegen von dieneustadt.de berichten, ist am 16. November der Tag des offenen Ateliers. Der Trailer ist schon mal viel versprechend. Und mein letzter Besuch hatte mir ja auch neue Horizonte eröffnet, wie sich in dieser alten Geschichte nachlesen lässt. Eine Übersicht über die teilnehmenden Ateliers und Werkstätten gibt es hier.

Vernissagentag

Am Sonnabend, 6. September, laden mal wieder diverse Galerien zu Ausstellungseröffnungen. Unter anderem dabei die Ausstellung “Abwesenheitsnotizen” mit Fotografien von Anja Bohnhof und Karen Weinert in der Galerie bautzner69. Start ist um 16 Uhr. Die Ausstellung geht bis zum 25. Oktober und ist immer Sonnabends von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

Zeitgleich eröffnen die Galerien:
Art Academy: Susanne Marie Noßky
büro für kunst: Matthias Reinmuth und Thomas Henriksson
galerie baer: Dan Acostioaei_Pierre-Olivier Arnaud_Stefanie Busch_Tobias Köbsch_Paula Muhr_Kasper Akhøj Pedersen_Patrick Ward
Immer einen Blick wert: Galerie Gebr. Lehmann: Tilman Hornig

Von Kunst auf sieben Etagen

Ornö. Um das richtig sächsisch auszusprechen müsste man eigentlich noch ein „h“ hinten dran hängen, denn das „nö“ muss richtig lang gezogen werden, um seinen Missmut auszudrücken. Im Hochdeutschen würde man das vielleicht übersetzen mit: „Lass mich bitte damit in Ruhe.“

Ob das die Veranstalter der legendären Ornö-Parties wirklich wollen, ist zumindest stark in Zweifel zu ziehen. Falls doch, dann war die Feierlichkeit am vergangenen Wochenende ein Reinfall, denn die Neustädter strömten in Scharen durch den strömenden Regen zum Hochhaus am Albertplatz. Auch für mich als ausgewiesenen Kunstbanausen natürlich ein Muss.

Vielleicht ist es das letzte Mal, dass ich mich in diesem Haus noch einmal umschauen kann, denn bald will ein Investor das fast 80 Jahre alte Bauwerk in ein Hotel verwandeln. Außerdem freue ich mich natürlich, dass Partyveranstalter und Fotograf Kay Pyta endlich mal wieder in der Neustadt ist. Schon die erste Ornö-Party stieg auf der Schweppnitzer Straße. Damals, im März 2000, stolperte ich eher zufällig vorbei und ließ mich von der Kombination aus Kunst, Musik und Bier mitreißen. Später als die Veranstaltungen mein gewohntes Terrain verließen, sagte ich nur noch: „Ornöh.“

Doch nun wieder in Mamas Schoß angekommen, muss ich das sehen. Tapfer nehme ich alle sieben Etagen unter die Lupe. Dummerweise gibt es nur in der zweiten Getränke-Nachschub, so dass ich an diesem Abend etliche hundert Stufen steigen muss. Doch ich werde mehrfach belohnt. Zu der Kunst kann ich mich nicht äußern, die nehme ich zur Kenntnis und einige Stücke scheinen mir durchaus dekorativ. Doch spannend wird es als ein Volltrunkener eine Künstlerin damit konfrontiert, dass auf einem Portrait die Augen schief wären. Die Malerin ist ob dieser sehr direkten und nicht gerade kunstverständigen Kritik ziemlich sauer und im Handumdrehen werden wir alle aus der Etage genötigt. Solche Aktionen begeistern mich. Genauso wie ein komplett leerer Raum, der durch eine äußerst ungewöhnliche Konstruktion von Gas- und Wasserleitungen besticht. Solche Kunst wird hier natürlich nicht gewürdigt. Jetzt hätte ich gerne ein kleines Schild zur Hand: „Leitungen im Raum – unbekannter Klempner, wahrscheinlich späte 70er Jahre“.

Von einer Ausstellung und ganz schrägen Wänden

Nun steh ich hier herum. Kenne keinen Menschen. Überall Kunst, überall Künstler. Zumindest sehen sie so aus. Lange Haare, lange Parkas, fast jeder hier hat entweder eine Mütze oder einen Hut auf dem Kopfe. Einer der weder das eine noch das andere trägt, dafür mit einem kahlgeschorenen Schädel blitzt, spricht in ein Mikrofon. Spricht vom Tanz, den es hier wohl gleich geben soll und von Gebeten. Ein solches trägt er dann vor. Die jungen Menschen um mich herum schmunzeln und muntern ihn auf. Andere betrachten Zeichnungen an den Wänden, ich komme mir sehr verloren vor.

Eigentlich bin ich doch verabredet. Ein Freund hat mir von dieser Ausstellungseröffnung erzählt. „14 Tage“, so heißt das Projekt in dem alten Haus am Anfang der Glacisstraße. Er hat mich hierhin gelockt, doch nun ist er in dem Gewühl nicht zu finden. Irgendwen muss ich doch kennen, verzweifelt recke ich den Hals. So entdecke ich die Treppe, vielleicht hat er sich in einer oberen Etage versteckt. Doch auch hier wieder nur Kunst und Kunstverständige. Einige Zeichnungen und Modelle beeindrucken sogar mich als Kunstbanausen. Im Dachgeschoss flimmert ein Fernseher. Neugierig taste ich mich näher. Eine Dokumentation? Ein junger Mann erklärt gerade die Vorteile eines schrägen Daches und vor allem die Vorteile, darunter zu leben. Jetzt bin ich neugierig, diesen Blick aus dem Fenster kenne ich doch. Ja, die Wohnung muss auf der Louisenstraße sein. Letzteres habe ich wohl laut gesagt, jedenfalls höre ich ein deutliches: „Stimmt“. Als ich mich umdrehe, steht da besagter Freund und grinst. „War klar, dass Du wieder Fernsehen guckst.“ Doch der Film ist wirklich spannend, verschiedene Dachgeschossbewohner kommen zu Wort und dürfen ihre ganz persönlichen Eindrücke des schrägen Lebens schildern. Nach einer guten halben Stunde ist es vorbei und in dem Zimmerchen haben sich rege Diskussionen über Vor- und Nachteile schräger Wände ergeben. Wir ziehen uns zurück ins Erdgeschoss, wo jetzt doch noch fröhlich getanzt wird. Auch ein Bierchen gibt es hier. So lasse ich mir Kunst gefallen.

Künstler privat

Der Kaffee duftet schon. Dampf steigt aus der Maschine. Die letzten sprudelnden Spritzer verraten, der Erfrischungstrank ist nun fertig. Eine Frau mittleren Alters eilt zu dem Gerät und entlockt mir dabei einen bewundernden Blick. Denn sie verheddert sich nicht in ihrem weiten Rock, auch stolpert sie nicht über diverse herumliegende Bücher, Steine oder Pflanzen. „Wer möchte einen Kaffee?“ Stolz schaut sie sich um. Knapp ein Dutzend Menschen drängeln sich in dem engen Dachgeschoss. Und alle gucken interessiert ihre Bilder und Skulpturen an. Einem Kaffe wäre ich nicht abgeneigt, doch bin ich skeptisch, ob die zum Ausschank vorgesehenen Tassen auch nur annähernd meinem Hygienemaßstab entsprechen. Schließlich streunt zwischen all den Pflanzen, Steinen und Bildern auch noch eine schwarze Katze. Genüsslich reibt sie ihren Rücken am Bein eines Kunstverständigen. Den scheint es nicht weiter zu interessieren, vertieft studiert er ein kleines Büchlein mit Skizzen.

Ich war unterwegs mit ein paar Freunden, ein erholsamer Spaziergang sollte es werden, bis wir an dem ersten dieser Ateliers vorbeikamen. Die Frauen, wer sonst, wollten natürlich sofort hinein. Und nun stehe ich, der größte mir bekannte Kunstbanause, ich stehe hier bereits in der dritten Künstlerstube. „Tag des offenen Ateliers“ nennt sich der ganze Rummel und die Neustadt ist offensichtlich voll davon. Wir sind seit dem ersten keine Hundert Meter vorangekommen und dringen jetzt schon in das vierte Atelier ein. Das könnte auch eine Wohnung sein, hier ist es etwas ordentlicher. Vielleicht hat der Künstler aber auch nur extra aufgeräumt. Immerhin gibt es hier auch Kuchen und so langsam finde ich doch noch etwas Gefallen an diesem offenen Tag. Also nehme ich mir einen frisch gebrühten Kaffee, die Tassen sind sauber, ich lasse mich in einen Sessel fallen und angele mir noch ein Stückchen Kuchen. Derart zur Ruhe gekommen, kann ich ganz entspannt die an der Decke aufgehängten Bilder betrachten. Offensichtlich sehe ich dabei sehr versonnen aus. Meine Begleitung lästert schon, ob ich jetzt zum Kunstliebhaber mutieren wolle. Nun, soweit reicht es vielleicht nicht, doch meine Toleranz ist wieder mal ein Stückchen größer geworden.

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