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	<title>Neustadt-Geflüster &#187; Kultkneipen</title>
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	<description>Dresden Neustadt von Anton Launer</description>
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		<title>Von richtig alten Kneipen</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Feb 2004 12:30:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Launer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Nachricht traf mich wie  ein Schock. Das Bautzner Tor soll einen neuen Betreiber haben. Ich befürchte das  Schlimmste und eile in der nächsten freien Minute hin zur Hoyerswerdaer Straße  hin zu einer der letzten wahren Kultkneipen der Neustadt. Namen schießen mir  durch den Kopf. Namen wie Konzertklause, Goldquelle, Nordpol, Goldenes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="T10"><img class="alignleft" style="float:left;" src="http://frintert.de/Launer/images/konzertklause-normal.jpg" alt="" width="150" height="200" />Die Nachricht traf mich wie  ein Schock. Das Bautzner Tor soll einen neuen Betreiber haben. Ich befürchte das  Schlimmste und eile in der nächsten freien Minute hin zur Hoyerswerdaer Straße  hin zu einer der letzten wahren Kultkneipen der Neustadt. Namen schießen mir  durch den Kopf. Namen wie Konzertklause, Goldquelle, Nordpol, Goldenes Hufeisen,  Schmiede oder Alaungarten. Alles Kneipen, die in in den vergangenen Jahren nach  und nach dichtgemacht haben und mit neuem modischen Inhalt aufgepeppt und dem  Zeitgeist angepasst wurden. Was für schöne Stunden habe ich in der Konzertklause  auf der Alaunstraße verbracht bei Bier und Spgahetti. Auf der handgeschriebenen  Speisekarte wirkte der Buchstabendreher besonders reizvoll. Hier gab es Kellner,  die noch danach aussahen, mit weißem Hemd und Lederweste und einen Wirt hinterm  Tresen, der für jeden Samstagskrimi eine Topbesetzung gewesen wäre. Jetzt ist an  selber Stelle ein modischer Szenetreff entstanden. Oder auf der anderen  Straßenseite das Hufeisen. Angeblich soll es hier nach dem Krieg Pferdefleisch  gegeben haben, davon habe ich jedoch nichts mehr mitbekommen, wohl aber von den  etwas  ruppigen Sitten in der Kneipe. Einmal konnte ich miterleben wie ein  zahlungsunwilliger Gast mit kräftigem Tritt in den Hintern auf die Straße  befördert wurde, ein andermal wie sich zwei reifere Damen wegen eines Herren mit  ihren Handtaschen angriffen und nur mit Mühe vom Personal zurückgehalten werden  konnten. Heute isst man hier gepflegt italienisch und unterhält sich nur noch im  Flüsterton.</p>
<p class="T10">Sie fehlen mir, die alten Kneipen, in denen die Neustadt noch ein  bisschen ordinärer und ein bisschen lauter war. Zuletzt hat es das  <a href="http://hebedas.de/" target="_top">Hebeda´s</a> erwischt.  Doch der neue Inhaber  behielt wenigstens den Namen bei und baute auch ansonsten nicht so viel um.  Doch die ehemaligen Gäste sind verschwunden, fühlten sich wahrscheinlich  eingeengt vom neuen jugendlichen Szenepublikum.</p>
<p class="T10">Nun stehe ich vorm Bautzner  Tor, neben Zöllnerklause und Erlenklause wohl die letzte noch  originalgetreue Kneipe. Ich stoße die Tür auf und atme erleichtert auf. Fast  nichts hat sich verändert, am Tresen steht einer mit nem Bier, der könnte  schon immer hier stehen. An der Wand noch immer die alten Tapeten. Die Luft  scheint etwas besser zu sein, das kann aber auch am frühen Abend liegen. Nur  der Mann hinterm Tresen ist neu und vielleicht einen Tick zu freundlich,  aber das kriegt er bestimmt auch noch hin.</p>
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