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	<title>Neustadt-Geflüster &#187; herbst</title>
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	<description>Dresden Neustadt von Anton Launer</description>
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		<title>Putzen im Nebel</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Nov 2008 12:21:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Launer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute Morgen, kurz vor Acht. Der Alaunplatz liegt im Nebel des Grauens. Nur langsam lösen sich die Schwaden vom Rasen. Doch darunter glänzt es grün. Herrlich wiegen sich die Halme im Herbstwind. Oder was bläst da so? Nein, kein Wind, es ist der Laubstaubsauger der Stadtreinigung.  Ein kleines Heer mit Schutzwesten in grellem Orange [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute Morgen, kurz vor Acht. Der Alaunplatz liegt im Nebel des Grauens. Nur langsam lösen sich die Schwaden vom Rasen. Doch darunter glänzt es grün. Herrlich wiegen sich die Halme im Herbstwind. Oder was bläst da so? Nein, kein Wind, es ist der Laubstaubsauger der Stadtreinigung.  Ein kleines Heer mit Schutzwesten in grellem Orange tut geschäftig, hier und da werden die Wege neu gebügelt. Damit der Platz-Charakter des A-Parks (so nennen ihn die, die ihn benutzen) wieder etwas besser hervorgehoben wird.<br />
<img src="http://dresdenneustadt.files.wordpress.com/2008/11/nebel.jpg" alt="nebel" title="nebel" width="500" height="319" class="alignnone size-full wp-image-1307" /></p>
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		<title>Von buntem Laub und losen Blättern</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Nov 2005 08:42:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Launer</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p class="T10"><img class="alignleft" style="float:left;" src="http://frintert.de/Launer/images/herbst2.jpg" alt="" width="150" height="200" />Wie ein Barbar fällt er über mich her. Zwackt mich in            die Wangen, reißt mir am Hals und versucht mir die Mütze vom Kopf zu            ziehen. Und das Schlimmste, er kommt unverhofft und plötzlich. Und wie            zum Hohn begießt er mich erst mit buntem Laub und dann mit            Nieselregen. Die Rede ist vom Herbst, der ja eigentlich auch            wunderschön sein kann. Dem geneigten Leser sei an dieser Stelle ein            Ausflug in die derzeit wunderbunte Heide empfohlen. Doch in der            Neustadt zwischen den Häuserschluchten ist er, der Herbst, gar            widerlich. Der Wind nutzt die ganze Länge der Straße, um alle Kraft            zusammen zu nehmen und arglosen Passanten ins Gesicht zu blasen. Und            wer die Neustadt kennt, der weiß, hier hat der Wind ordentlich was auf            zu sammeln. Da ein Plakatfetzchen, dort eine Döner-Serviette, hier ein            Knöllchen, dass nicht ordentlich unterm Scheibenwischer festgemacht            wurde. Und wenn es doller pustet, fliegt auch schon mal die eine oder            andere Dose mit.</p>
<p class="T10">Meine Laune sinkt auf den Tiefpunkt als mir ein so            genannter Flyer ins Gesicht klatscht, die Infos darauf sind schon            uralt und nun sehe ich die Quelle des Übels. Auf der Alaunstraße vor            dem Parkplatz haben vor Jahren ein paar Experten die            Papiersammelstelle ins Unterirdische verlegt. Und offenbar hat der            gemeine Neustadt-Bürger so gar keine Lust, sich so tief zu bücken,            denn stets liegt das Altpapier in riesigen Bergen neben der            High-Tech-Sammelstelle und bietet jetzt dem Herbstwind gutes Futter.</p>
<p class="T10">Geschwind entferne ich mich von diesem Ort, zu sehen,            ob es anderswo besser ist. Und wieder einmal schafft es die Neustadt,            sich binnen Sekunden zu verwandeln. Die Wolken haben sich verteilt,            die Sonnen blinzelt mir ins Gesicht und ich blinzle geblendet zurück.            Ein frecher Duft von frischem Brot lockt mich die Straße entlang.            Minuten später können mich diejenigen, die nicht mürrischen Blickes            durch das Viertel hasten, fröhlich pfeifend mit einem duftendem            Mehrwegbeutel voller Köstlichkeiten die Louisenstraße entlang            schlendern sehen. Und der Barbar, der Herbst, der kann mir nun nichts            mehr anhaben, soll er doch erstmal seinen Pflichten nachkommen, und            das restliche Laub einfärben.</p>
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		<title>Von ersten Herbstgefühlen und vielen neuen Kneipen</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Aug 2004 14:05:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Launer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein kühler Wind zwackt mir in die Waden. Frisch geworden ist es nach den vergangenen sehr heißen      Tagen, die Zeit der kurzen Hosen scheint nun endgültig vorbei.
Im Radio tönt treffend ein Song der Band Die Art: „Sommer has gone away and the Fall begins.”
Und dass der Sommer nun wirklich vorbei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img alt="" src="http://farm3.static.flickr.com/2752/4256676896_3d6108ea21_m.jpg" class="alignright" width="240" height="180" />Ein kühler Wind zwackt mir in die Waden. Frisch geworden ist es nach den vergangenen sehr heißen      Tagen, die Zeit der kurzen Hosen scheint nun endgültig vorbei.<br />
Im Radio tönt treffend ein Song der Band <a href="http://www.retrospec.de/musik/disco_1999_04_24_die_art.shtml" target="_blank">Die Art</a>: „Sommer has gone away and the Fall begins.”<br />
Und dass der Sommer nun wirklich vorbei ist, merke ich nicht nur an den Temperaturen. Erste goldgelbe Blätter flattern mir entgegen, die Filmnächte sind vorbei, der Schaubudensommer schon so lange her, dass die Erinnerungen schwinden. Und ein kleiner Laden auf der Görlitzer Straße hat das Wort Sommerschlussverkauf durchgestrichen und daraus einen Wintervorverkauf gemacht.<br />
Doch auch der Herbst hat so seine Vorzüge im Szene-Viertel ist das traditionell die Jahreszeit der      Neueröffnungen. Und die Neustadt wird wieder etwas bunter: Zum Max auf der Louisenstraße gesellt sich jetzt das Café Moritz auf der Alaunstraße. Außerdem ziehen verruchte Namen ins Viertel ein. Coco-Bar, so heißt die neueste Attraktion auf der Görlitzer Straße, so heißt aber auch eine der      angesagtesten Table-Dance-Bars in Leipzig. Gibt es jetzt einen Hauch von Rotlicht in der Neustadt und das genau gegenüber vom <a href="http://www.jazzdepartment.com/" target="_blank">Blue Note</a>? Noch verruchter könnte es am Ende der Louisenstraße werden, dort hat seit Kurzem eine Bar mit Namen Seitensprung eröffnet. Ob ich mich da jemals hineintrauen werde?<br />
Und weitere neue Kneipen sind in Sicht, der Betonklotz an der Alaun-/Ecke Louisenstraße wächst ja immer weiter. So richtig mexikanisch sieht das noch nicht aus, eher nach Bunker mit Schießscharten, aber ich will ja nicht voreilig sein. Mit einem bisschen Farbe kann sich da noch viel ändern.<br />
Kneipeneröffnungen im Herbst haben Tradition, viele Betreiber hoffen im prallen Wintergeschäft      genügend Gewinn zu machen, um den darauf folgenden Sommer überstehen zu können. Denn ohne Biergarten wird das Geschäft dann ganz schwer. Wenn ich mir was wünschen dürfte, würde ich um eine Wiedereröffnung des kleinen Cafés neben dem Projekttheater bitten. Als „Herr Rosso und sein Hund“ ist es bekannt und durch seinen unglaublich guten Espresso berühmt geworden. Jetzt hat es schon seit geraumer Zeit geschlossen und der Zettel der nach einem neuen Betreiber gesucht hat, ist auch verschwunden. Für einen Neustart wäre jetzt genau der richtige Zeitpunkt.</p>
<p>&#8212;<br />
An der Stelle des Herr Rosso und sein Hund betreibt das Projekttheater jetzt ein Café, siehe auch <a href="http://dresdenneustadt.wordpress.com/2004/12/14/eingang-zum-projekttheater/">hier</a>.</p>
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		<title>Von lauen Herbstnächten und sonnigen Tagen</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Oct 2001 08:17:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Launer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schon seit einigen Tagen schleicht der Altweibersommer mit Sonnenstrahlen und lauen Temperaturen durch das Viertel. Das scheint doch viele Szenegänger zu ermuntern, mal wieder in die Neustadt zu pilgern. Selbst in den sonst so flauen Nachmittagsstunden herrscht neuerdings reges und buntes Treiben. Auf den Außenplätzen der Cafés tanken Genießer die letzten wärmenden    [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schon seit einigen Tagen schleicht der Altweibersommer mit Sonnenstrahlen und lauen Temperaturen durch das Viertel. Das scheint doch viele Szenegänger zu ermuntern, mal wieder in die Neustadt zu pilgern. Selbst in den sonst so flauen Nachmittagsstunden herrscht neuerdings reges und buntes Treiben. Auf den Außenplätzen der Cafés tanken Genießer die letzten wärmenden      Sonnenstrahlen bevor bald der Winter hereinbricht.<span id="more-533"></span></p>
<p>Doch den größten Charme bringt die herbstliche Sonne jeden Morgen auf. Kurz nachdem sie aufgegangen ist und mit morgendlicher Kraft den Nachtnebel zur Seite schmilzt. Die in der Neustadt übernachtenden Autos sind mit etwas Frühtau überzogen. Ein leichter Dunst hängt zwischen den Häusern und in den Straßen.  Vom Osten her blinzelt mir die Sonne ins Gesicht, und ich blinzel geblendet zurück. Ohne Sonnenbrille kann ich nun gar nichts mehr sehen. Geschwind stülpe ich mir ein schwarzes Ungetüm auf die Nase und kann nun klar die Straße erkennen. Die ersten Bewohner hasten zur Straßenbahn, sie wollen schließlich pünktlich zur Arbeit kommen. Nicht weit von mir entfernt fliegt ein Fenster auf, eine ältere Dame mit silbrigem Haar schaut nach links und rechts, dann auf die Straße. Mit ein paar Handgriffen hat sie das Außenfenster festgesteckt, nickt mir zu und verschwindet wieder im dunklen Zimmer. Ihr Haus ist noch unsaniert, vermutlich schraubt sie jetzt ihren Ofen zu.</p>
<p>Mich hält es auch nicht mehr zu Haus. Ein frecher Duft von frischem Brot lockt mich hinaus auf die Straße. Minuten später können mich diejenigen, die nicht mürrischen Blickes durch das Viertel hasten, fröhlich pfeifend mit einem duftendem Mehrwegbeutel voller Köstlichkeiten die Louisenstraße entlang schlendern sehen. Gibt es einen besseren Start in den Tag?</p>
<p>Doch trotz leckerem Frühstück auf dem Balkon, lange halt ich es zu Hause nicht aus. Soll die Arbeit doch warten, die Muse küsst mich bei einem Spaziergang durchs Viertel allemal viel schneller. Entlang der Priesnitz führen ein paar Mücken in der Sonne ein Tänzchen auf, als Kulisse haben sie sich die Büsche gewählt, die, dem Herbst sei dank, goldgelb und dunkelrot leuchten.</p>
<p>In Gedanken bin ich wieder beim vergangenen Wochenende: erlebnishungrige Besucher drängten sich durch die schmalen Gassen, Jahrmarktstimmung überall. So manchem vergnügungssüchtigen Besucher möchte ich jetzt bei mir haben. Ihm zeigen: Auch das ist die Neustadt. Geschäftiges Treiben und Werken, auch am Tage lebt das Viertel.</p>
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		<title>Von einem leeren Laden</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Nov 1999 11:38:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Launer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein trüber Herbsttag vermiest mir die Laune. Regentropfen klatschen fett in die Pfützen und auf meine Nase. Ich stülpe den Kragen hoch und eile durch die Straßen, dringende Besorgungen verhindern, dass ich zu Hause und im Sessel bleibe. Ein solcher Tag, ganz ohne beglückende Sonnenstrahlen, ein solcher Tag drückt auf das Gemüt. Ein Auto spritzt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://dresdenneustadt.files.wordpress.com/2008/08/regen2.jpg?w=300" alt="" width="300" height="199" class="alignleft size-medium wp-image-968" />Ein trüber Herbsttag vermiest mir die Laune. Regentropfen klatschen fett in die Pfützen und auf meine Nase. Ich stülpe den Kragen hoch und eile durch die Straßen, dringende Besorgungen verhindern, dass ich zu Hause und im Sessel bleibe. Ein solcher Tag, ganz ohne beglückende Sonnenstrahlen, ein solcher Tag drückt auf das Gemüt. Ein Auto spritzt mich voll, ich springe zur Seite, schrecke auf und nehme meine Umgebung wieder war. Es regnet gar nicht mehr. Mein Blick wandert befreit zur anderen Straßenseite. Ein oranges Schild fesselt meinen Blick. &#8220;Zu vermieten&#8221; &#8211; das ist nicht neu, oft zu lesen in der Neustadt. Ob an sanierten Häusern, leeren Läden oder Kneipen.<br />
Zwei einfache Worte, doch hier steht mehr dahinter. Hier auf der Louisenstraße 22 war der Uhrmacher und Juwelier Theodor Scholze. Zweimal habe ich hier meine Uhr reparieren lassen. Immer war er freundlich, auch die Mitarbeiter. Beide Male konnte er helfen und beide Male zeigte er sich erstaunt: &#8220;Dieses Modell habe ich noch nie gesehen.&#8221; Was beim zweiten Mal offensichtlich eine Lüge war und sicherlich eine kleine Schmeichelei. Wie  oft hat mir nachts, wenn ich aus der <a href="http://www.planwirtschaft.de">Planwirtschaft</a> kam, die große Uhr gezeigt, dass es schon wieder viel zu spät ist. Diese Uhr, die ein paar freche Bengel im Winter mal mit Schneebällen beworfen haben, sie hängt draußen vor der Tür und zeigte die Zeit, peinlich genau. Jetzt ist sie weg, ebenso die Glastafeln, nur auf dem Putz steht noch der Name. Und dieses Schild: &#8220;Zu vermieten&#8221;, grausam und orange.<br />
Jetzt schimmert die Sonne doch noch durch die Wolken, hilft vergessen. Hilft, nach vorne zu schauen. Ich drehe mich einfach nur um. Fleischer, Blumenladen, eine Drechslerei und eine Lederwerkstatt, Läden gibt es jede Menge in der Neustadt. Hoffentlich auch noch genug Leute die da einkaufen. Denn wenn hier nur noch Kneipen sind, werden am Tage die Bürgersteige hochgeklappt und das Szene-Viertel wird zur Gastromeile.<br />
&#8212;<br />
Anmerkung 2006: Nach einiger Zeit ist ein anderer Neustadtklassiker in diese Räume gezogen &#8211; das     <a href="http://www.zentralohrgan.de/">Zentralohrgan</a>. Fleischerei, Lederwerkstatt und Blumenladen sind immer noch da.</p>
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