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Demonstration am Bischofsplatz
Morgen soll um 14 Uhr eine Demonstration am Bischofsplatz starten, das kann man zumindest bei Indymedia lesen. Der Anlass ist die Räumung des besetzten Hauses in der Hechtstraße am vergangenen Wochenende.
Laut einem anonymen Posting auf dieneustadt.de soll die Demonstration vor Staatskanzlei am Carolaplatz enden.
Nachtrag Hausbesetzung im Hechtviertel

Mit diesem Flyer hatten die Besetzer ihre Aktion angekündigt. Am Abend traf die Polizei ein und sperrte das Gelände um die Hechtstraße 7 weiträumig ab. Der untere Teil der Straße und auch der Bischofsplatz waren für Passanten gesperrt. Straßenbahnen mussten umgeleitet werden. Kurz nach 22 Uhr räumte die Polizei das Haus, von 14 Hausbesetzern und 4 Hausbesetzerinnen wurden die Personalien aufgenommen. Gegen 23 Uhr war die Aktion beendet und kurz nach Mitternacht wurden die Straßen wieder frei gegeben.
Hausbesetzungen in der Neustadt haben eine gewisse Tradition, vor fast genau zwei Jahren wurde das ehemalige Deutsche-Bank-Gebäude auf der Königsbrücker Straße besetzt (siehe hier).
Gerüste am ehemaligen Deutsche-Bank-Gebäude

Das Gebäude, vor Kurzem noch heftig umkämpft von Hausbesetzern und Polizei, steht schon ein paar Jährchen leer. Nachdem der Wende hatte die Deutsche Bank eine Filiale in dem Haus eingerichtet und für die Sicherheit Umbauten vorgenommen. Als die Bank sich dann zurück gezogen hatte, konnte sich niemand aufraffen, dieses wunderschöne Gebäude zu sanieren. Mal abwarten, was nun draus wird.
Hausbesetzung
Von Hausbesitzern und Hausbesetzern

Am Wochenende haben wieder mal ein paar Jugendliche Häuser besetzt. Mancher dachte schon, dieses Kapitel der Neustadt-Geschichte wäre seit ein paar Jahren endgültig geschlossen. Nun blüht er noch mal auf, der illegale und kriminelle Ruf der Neustadt. Ein Ruf, der schon vor über 15 Jahren entstanden ist und Manchen von der anderen Elbseite immer noch davon abhält, hier her zu kommen.
Hausbesetzungen haben in der Äußeren Neustadt eine lange Tradition. Schon zu Zeiten der strengen Kontrolle und Wohnungsknappheit in der DDR gab es hier die ersten Schwarzmieter. Meist waren es Studenten, die nicht in den Acht-Bett-Zimmern der Plattenbau-Wohnheime nächtigen wollten. Aber auch Künstler und Intellektuelle zog der verfallene und illegale Charme der Neustadt an.
Nach der Wende besetzten Jugendliche ganze Häuser, um darin zu wohnen, zu feiern und eine neue Revolution zu planen. Die Häuser auf dem Bischofsweg, der Louisen- und Lutherstraße waren berühmt und berüchtigt. Die Pläne sind gescheitert, die Häuser legalisiert, die Jugendlichen angepasst und die große Revolution wird eingestellt. Nadelstreifenträger haben die ganze Neustadt vermarktet. Die ganze – Nein noch gibt es Nischen, Nischen mit Mietergenossenschaften und begrünten Dächern, soziale Vereine und ein paar Kneipen, die nicht nur auf die Jungen, die Dynamischen und die Angepassten zugeschnitten sind.
Wahrscheinlich werden hier immer wieder Häuser besetzt, solange noch einige leer stehen. Die Neustadt zieht doch immer noch die kriminellen Elemente an.
Anmerkung 2007: Besetzungen haben weiter Tradition am 10. März war es mal wieder so weit.




