Artikel-Schlagworte: „Groovestation“
Musik in der Groovestation
Heute Abend geht es nach Auskünften der Veranstalter in der Groovestation an die Reserven. The Wazomba Bigband trifft auf Robert and the Roboters. Weiterhin ist von Veranstalterseite von Saufgelage und Tanzmusik die Rede. Start ist um 22 Uhr und der Eintritt kostet schlappe 6 Euro.
Nach der Punkrocklesung in der vergangenen Woche gibt es an diesem Donnerstag Musik dieses Genres: Es spielt die Generation Breakdown aus Dresden und Graf Zwirni aus Nordhessen. Anfang wiederum 22 Uhr, Eintritt ebenfalls 6 Euro.
Livelyrix im Doppelpack
Am Donnerstag liest Frank Willmann aus “Satan, kannst du mir noch mal verzeihen” (ISBN: 3931555690). In dem Buch geht es um Schleimkeim. Das war eine der einflussreichsten Bands der ehemaligen DDR — und dies weit über Punk-Kreise hinaus. Die Biographie ihres Sängers Dieter »Otze« Ehrlich liest sich abenteuerlicher als jeder Roman. Die Lesung ist passenderweise in der Groovestation und beginnt um 21 Uhr. Eintritt: 6,- Euro
Am Freitag nimmt der livelyriX Poetry Slam in der Scheune nach der Sommerpause wieder den dichterischen Wettkampf auf. Auch in der neuen Saison messen sich fünf eingeladene Autoren aus dem ganzen deutschsprachigen Raum mit fünf einheimischen Poeten von der Offenen Liste. Die Bühne entern werden diesmal u.a. Micha Ebeling, Udo Tiffert, Pauline Füg und Anselm Neft. Beginn: 21 Uhr, Eintritt: 7,- Euro.
AHNE heute in der Groovestation
Am Freitag präsentiert livelyriX Ahne von den Surfpoeten in der Groovestation. Ab 21 Uhr liest er aus seinem neuen Buch “Was war eigentlich morgen” (Voland & Quist).
Groovestation, Freitag, 21 Uhr, Eintritt 6,- Euro
Von einer lauten Feier und einem falschen Elvis
Erst ein leichter Stoß von der Seite, dann ein kräftiger in den Rücken. Meine rechte Hand sucht verzweifelt nach einem Halt. Am verschwitzten T-Shirt eines hüpfenden Jungen kann ich meinen Absturz bremsen. Der hält kurz inne, versetzt mir einen weiteren Stoß und ich habe mein Gleichgewicht wieder gefunden. Glücklicherweise hatte ich die Flensburger-Flasche noch nicht geöffnet, sonst wäre das schöne Bier auf den Teppich geflossen.
Ich bin mitten in einer Geburtstagsparty. 5 Jahre Groovestation. Der Klub oder besser Party-Schuppen oder vielleicht doch eher Billardkneipe, egal, die Groovestation hat sich jedenfalls zu einer festen Größe in der Neustädter Kneipenlandschaft entwickelt. Angefangen hatte alles als Waschsalon mit Shop im Shop-Konzept und Biertresen. Doch Betreiber Klaus sah bald ein, dass man mit Waschmaschinen niemanden mehr locken kann. Selbst in den schlichtesten Studenten-Wohngemeinschaften steht heute ein Vollautomat. Also wurden die Reinigungsgeräte in die Hinterräume verlagert, dafür erhielten ein paar Billardplatten eine Einreisegenehmigung. Die Groovestation entwickelte sich zur Spielhölle. Auch die Idee mit den Läden war bald ausgeträumt, mehr Platz musste her, die Gäste wollten tanzen.
Inzwischen ist die Groovie, wie der Volksmund zärtlich abkürzt, zum Szenetreff geworden. Hier wird nicht nur Rock´n´Roll gespielt, nein hier lebt er noch. Mindestens einmal pro Woche spielt eine Band auf. Meist ist es ziemlich hart und schnell, immer aber laut und dreist.
Jetzt steht gerade eine freche Blaskapelle auf der Bühne. Ihre schmetternden Akkorde sind es, die den Jungen vor mir inzwischen wieder hüpfen lassen. Dann schreit er, heiser ist er schon längst. Doch die freche Kapelle hat einfach aufgehört. Es gibt keine weitere Zugabe. Ein Langhaariger macht sich am Plattenspieler zu schaffen. In der Zwischenzeit springt Elvis auf die Bühne, natürlich nicht der Echte, noch nicht mal eine Imitation, der Bursche wird nur einfach von allen so genannt. Er zieht noch mal den Haargummi zurecht, räuspert sich und ruft ins Mikro: „Heute gehen alle Wünsche in Erfüllung.“ Ein paar flotte Sprüche später, die Plattenteller sind jetzt auf Betriebsgeschwindigkeit, ist die ganze Bühne voll mit Leuten, die verzückt ihre Arme durch die Luft werfen und die Hüften im Rhythmus der Musik schwingen.
Ich hab genug gesehen, verziehe mich mit meinem Flensburger und lass die Leutchen alleine feiern. Alles Gute noch und jede Menge heiße Partys.


