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Alaunpokal 2009
Es trafen die Platzdeppen auf die Neustadt-Kickers. Insgesamt 24 Mannschaften traten an, um den Alaunpokal 2009 zu gewinnen. Um 11.11 Uhr war der erste Anstoß, danach ging es im fünf Minuten-Takt zur Sache. Für den einen oder anderen Kicker waren fünf Minuten schon ganz schön lang, die Stärkung mit einem frischen Pils half da ordentlich weiter. Wie bei jedem ordentlichen Fußball-Turnier gab es auch hier kleinere Randale, zwei Blitzknaller wurden gezündet und ein besoffener Fan beschimpfte seine Lieblingsmannschaft. Wenig später müssen die nächsten Teams ran, einer der Spieler ruft genervt: “Och nee, schon wieder bergauf spielen.” Die Teams ließen sich auch vom einsetzenden Dauer-Niesel-Regen nicht stören. Am Ende zählt das Ergebnis, das ich später noch bekannt geben werde. Gegen 20 Uhr wird damit gerechnet, dass es einen Sieger geben wird. Bis dahin erstmal ein paar kleine Impressionen. Hier klicken.
Fußball mit experimenteller Live-Musik
Während die Kicker um Tribünensitzer Jogi Löw heute Abend noch zittern müssen, wird in der Blauen Fabrik auf der Prießnitzstraße 44/48 schon weitergedacht.
Morgen, Feitag, 20. Juni, findet dort um 20 Uhr eine Vermischung von Dingen statt, die bisher als unvereinbar galten. Demzufolge auch der Titel: “Erstkontakt No1″. Das ist eine Veranstaltung in der Reihe Dresdner Improvisationen im Rahmen des von der Bundeskulturstiftung geförderten KlangNetzes wird es eine spannende Begegnung zweier Ensembles geben.
Auf der einen Seite die Neue Dresdner Kammermusik, als Widerpart das Ensemble “Weltausstellung“, das ist ein bi-nationalen Kollektiv von Musikern, DJs, bildenden Künstlern und Filmern aus Düsseldorf, Köln, Osnabrück und Utrecht.
Aus aktuellem Anlass wird es eine ungewöhnliche Verbindung von Fußball und zeitgenössischer Musik geben, bei der sich die beiden Ensembles musikalisch von Ausschnitten aus der Live-Übertragung des
Viertelfinales (Türkei gegen Kroatien) inspirieren lassen und sich improvisatorisch mit den Bildern auseinandersetzen.
Von Gartenzwergen und Abendprogrammen
Jetzt glotzt der mich schon wieder an. Richtig frech lugt er unter seiner roten Zipfelmütze hervor. Die blauen Augen werden von weißen Augenbrauen und einem weißen Rauschebart umrahmt. Den ganzen Abend starrt er mich jetzt schon an. Und ich kann doch Gartenzwerge nicht ausstehen. Wo bin ich hier nur hinein geraten. Alles hing mit diesem Fußball-Halbfinale zusammen, mit Freunden wollte ich mich treffen, irgendwo gemütlich in einem Kneipchen auf großer Leinwand die Deutschen beim Siegen beobachten. Beides ging gründlich schief. Der von mir bevorzugte Biergarten hinter dem Wettbüro auf der
Antonstraße war schon eine reichliche Stunde vorher komplett überfüllt. Auch die Alternativen, die Biergärten hinter dem Toscana (Louisenstraße) oder dem Cigales (Alaunstraße 64) waren gerammelt voll. Vor dem Schwalbennest fanden sich schließlich noch ein paar Plätzchen mit einem winzigen Fernseher. Da wurde die Idee geboren, eine eigene Leinwand in einem Hinterhof zu installieren.
Und nun sitze ich hier. Die Leinwand ist riesig, das Bild ganz gut, die Stimmung ist bestens, das Bier ist kühl und zum Greifen nah. Und am Grill werden fleißig Steaks gewendet. Unsere kleine Party zum so genannten kleinen Finale hat sich herumgesprochen und die Runde ist ordentlich besucht, eigentlich könnte ich gute Laune haben. Wenn nur dieser dreiste Gartenzwerg nicht wäre. Schließlich fasse ich mir ein Herz, schnappe den Burschen und räume ihn hinter den nächsten Busch. Soll er dort vor sich hingrinsen.
Nach der Party folgt normalerweise der Kater, das ist ganz klar. Was aber ist, wenn man vier Wochen lang fast jeden Abend gefeiert hat? Fallen wir jetzt alle in ein tiefes Loch der Langeweile? Keineswegs, denn die Neustadt hat vorgebaut. Bereits heute Abend geht es weiter, hinter der Scheune beginnt der Schaubudensommer. Die nächsten neun Tage heißt es wieder: „Hereinspaziert! Hereinspaziert!“ Und all die bekannten Gesichter von Annamateur über Jean Pierrot bis hin zu Debbsch und Lebbsch, alle sind sie wieder dabei.
Und ich weiß wieder, wo ich meine Abende verbringen kann. Vielleicht überwinde ich mich und nehme Kurt, so habe ich den Gartenzwerg in der Zwischenzeit getauft, auch einmal mit.
Von schnellen Bieren und tosendem Beifall
Mit voller Wucht schlägt die Faust auf den Tisch. „Das kann doch nicht wahr sein“, ruft der zugehörige Mann. Emotion pur. Er ist so erregt, dass die Spitzen seines Schnurrbartes leicht zittern. Doch kurze Zeit später hat er sich beruhigt, denn der Gegenangriff läuft ja schon wieder und immerhin führt seine Mannschaft mit einigen Toren Vorsprung.
Da es in Dresden live keinen erstklassigen Fußball mehr gibt, muss sich der süchtige Fan ans Fernsehen halten. Aber zu Hause gucken, ist auch irgendwie langweilig, also zieht es die Bewunderer von Basler, Elber und Co in die Kneipe. In der Neustadt gibt es dafür mehrere Möglichkeiten. Eine Kneipe hat sich voll und ganz dem Sport verschrieben. Im Kick off auf der Bautzner Straße gibt es nicht nur Fußball sondern auch Übertragungen von Autorennen und anderen Ballspielen. Doch damit nicht genug. Überall hängen Poster und Autogramme, Trikots und Spielstatistiken.
Nur die Besucher sind nicht unbedingt die sportlichsten. Denn auch wenn ordentlich Bums hinter dem anfangs erwähntem Faustschlag steckte, ein Sportler ist das sicher nicht. Dafür ist der Bierbauch einfach zu umfangreich. Es sei denn, man zählt Schnell-Trinken zu den Sportarten.
Mit den Übertragungen der Bundesliga-Spiele hat der Wirt einen guten Riecher gehabt, denn an den Wochenende ist das kleine Kneipchen immer voll. Meist sogar schon vor Spielbeginn, denn zeitiges Kommen sichert die besten Plätze mit Blick auf die Großleinwand. Dort sind die Blauen inzwischen wieder in Ballbesitz und kommen dem gegnerischen Tor immer näher. Doch einer der Stürmer vergibt die Chance und trifft nur den Himmel.
Ein schwerer Ruf der Enttäuschung entringt dem beleibten, aber schlagkräftigen Herrn. Ein anderer, zwei Tische weiter, seufzt erleichtert. Er hat einen Schal um, will zeigen, dass er mit den Roten fiebert. Doch hier gibt es keine Fan-Rivalität. Nach Spiel-Ende kommt der mit dem roten Schal heran und gratuliert. Der vorhin noch so erregte Tischklopfer ist inzwischen mit sich und der Welt zufrieden. Sein Team hat gewonnen, er spendiert eine Runde Bier.
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Anmerkung 2006: Das Kick off konnte sich leider nicht behaupten, an dieser Stelle gibt es jetzt Pizza und Pasta.



