Neustadt-Geflüster

Dresden Neustadt von Anton Launer

Artikel-Schlagworte: „Friseur“

Im Barber Shop


Endlich hab ich es mal wieder geschafft. Seit meinem letzten Friseur-Bericht ist schon eine kleine Weile vergangen. In der Zwischenzeit bin ich gewissermaßen fremdgegangen und war bei einem Haarabschneider außerhalb der Neustadt. Aber zum Wesentlichen: Ein Freund hat mir den Corleone Barber Shop auf der Prießnitzstraße empfohlen und dazu gesagt, dass es sinnvoll wäre, telefonisch einen Termin zu vereinbaren. Am Telefon empfängt mich eine freundliche Stimme: Nun heute würde es halb vier noch passen. Das ist mir zu spät und ich frage schon nach einem Termin im nächsten Jahr, da lenkt sie ein: Na, wenn Sie morgen gleich um 12 Uhr kommen … Das passt mir. Diesen Beitrag weiterlesen »

Da war’n sie ab

Von dem Begriff Friseur-Nomade aus einer der Diskussionen auf den Neustadt-Geflüster-Seiten inspiriert, habe ich mir nun vorgenommen, in unregelmäßigen Abständen die verschiedenen Salons in der Neustadt zu testen. Erst kürzlich war ich beim Weltraumfriseur und Comander Doreen durfte meine Zotteln beschneiden. Heute nun der Test beim türkischen Friseur, im Salon Alanya auf der Rothenburger Straße. Gegen halb drei komme ich hin – nur leider sind alle Stühle belegt. Aber für eine Stunde später wird mir ein Haarschnitt versprochen. Nun denn, dann komme ich eben wieder. Diesen Beitrag weiterlesen »

Von Zeit und Raum und Commander Doreen

Einem geschenkten Gaul … pö, gilt für mich nicht. Aber der Reihe nach, erst macht mich ein Weltraumfriseur auf eine falsche Telefonnummer auf der Service-Seite aufmerksam, dann bedankt er sich für die prompte Änderung, indem er mir nen Haarschnitt schenkt. Und das mir, der ich doch immer mal wieder über die Haarabschneider lästere. Kann man hier und hier nachlesen.
Also los. An der Bautzner Straße, direkt an der Ecke zur Rothenburger hat im vergangenen November der Weltraumfriseur eröffnet. Früher war hier mal der Coiffeur Lauda drin. Diesen Beitrag weiterlesen »

Totaler Quatsch oder einfach nur Haare?

Per Mail wurde ich kürzlich auf Folgendes hingewiesen: Das Style-Modul befindet sich in der Umlaufbahn der Erde und bereitet sich auf die Landung vor. Während eines Kurzbesuchs auf der ISS soll der erste Kontakt der Frisonauten mit der humanoiden Lebensform stattgefunden haben. Angeblich sei nun die derzeitige Besatzung der ISS gut gestylt und hätten jetzt galaktisch schöne Haare.

Immerhin soll der wohl etwas entrückte Friseur am 1. November um elf Uhr auf der Bautzner/Ecke Rothenburger Straße landen. Die per Mail mitgeschickten Fotos lassen schlimmstes vermuten.

Noch mehr Nonsens und Haare gibts hier.

Von Haarabschneidern und Radio-Programmen

Wenn man wie ich nur noch wenig Haare auf dem Kopf hat, macht man sich über das Schneiden derselben nur noch in geringem Maße Gedanken. Mir geht es, wie an anderer Stelle schon einmal beschrieben, hauptsächlich ums Reinkommen und Drankommen. Kürzlich hatte ich mal wieder das Bedürfnis, das Haupthaar etwas kürzen zu lassen. In den einschlägigen Trend- und Szene-Friseuren war kein Plätzchen frei, also stolperte ich mal im Salon “Maja Söllner” auf der Louisenstraße gegenüber der Feuerwehr vorbei. Schüchtern frage ich, ob denn ein Haarschnitt möglich wäre. Sie strahlt mich an, weist mir ihren Armen in den leeren Salon: “Klar, nehmen Sie doch einfach Platz.” Frau Söllner schneidet selber, ihr Gesicht kommt mir bekannt vor: “Haben Sie nicht mal auf der Alaunstraße?”
Sie nickt. An der Stelle, an der früher ihr Salon war, ist inzwischen das Devils Kitchen eingezogen. Das muss bis vor fünf Jahren gewesen sein. Jetzt ist sie hier, mit einer Kollegin, den Salon hat sie an eine Kette abgegeben. “Den Stress brauch ich nicht mehr in meinem Alter”, erzählt sie. Plötzlich rauscht das Radio. Ihr geliebter Sender MDR 1, ist nur noch undeutlich zu hören. Nach ein paar Versuchen und einer Drehung an der Antenne läuft aber alles wieder bestens. Dann erzählt sie mir, dass ihre Kollegin neulich, ganz verwegen, einen anderen Sender angestellt hätte, Hitradio oder so ähnlich. Das sei ihr aber nichts.

Ich überlege, wie sich Frau Söllner wohl im Haaramt um die Ecke fühlen würde, dort läuft den ganzen Tag MTV.

Geschickt kürzt sie die Haare, rasiert den Nacken aus und legt die Ohren frei. Gelernt ist gelernt, auch wenn das bei ihr schon ein paar Jahre her ist. Dann erzählt sie, dass sie eigentlich schon ihr ganzes Leben in der Neustadt frisiert. Vor allem wegen ihres Mannes, der das Viertel über alles liebte, gemeinsam hatten sie am Bischofsweg gewohnt. Doch nun, nach langen Jahren konnte sie sich endlich ihren Wunsch erfüllen und aufs Land ziehen. Der Neustadt will sie aber zumindest als Friseurin noch eine Weile erhalten bleiben.

“So wir sind fertig.” Sie holt den Spiegel, hält ihn hoch. “Oh, das wollten Sie bestimmt gar nicht sehen.” In Anbetracht meiner kahlen Stellen schmunzelt sie verschmitzt und ich bin mir ziemlich sicher, beim nächsten Mal lasse ich mir wieder von ihr die Haare stutzen.

Vom Reinkommen und Drankommen

Als Mann hat man ja so seine Gewohnheiten. Ich zum Beispiel kann es überhaupt nicht leiden, wenn ich irgendwo etwas vorbestellen oder reservieren muss. Termine habe ich schließlich im Beruf genug. Ich will mich spontan entscheiden. So auch beim Kürzen des Haupthaares. Schlimm genug, dass ich für die wenigen Resthaare immer noch einen Frisör aufsuchen muss. Doch heute scheint ein ganz böser Tag zu sein. Gut, ich gebe zu, ich habe mich auch zu einer ungünstigen Zeit, am späten Nachmittag, aufgerafft. Jetzt habe ich den Salat, bei meinem Lieblings-Schnippelmeister sitzt ne Wartegemeinschaft. Da gehe ich doch gar nicht erst rein. Untreu wie ich bei solchen Sachen nun mal bin, suche ich nach Alternativen. Da war doch noch das Haaramt auf der Königsbrücker Straße. Früher hatte hier die berühmte Beatrix Reuschel ihren Salon „Il Parrucchiere”. Doch die frisiert jetzt lieber auf der anderen Elbseite in nobler Umgebung. Nun also Haaramt. Die Werbesprüche schreien mich an und stimmen mich freudig: „Reinkommen und Drankommen“. Ja, so will ich das.

Also nix wie rein. Toll, kein Mensch zu sehen, nur eine adrett lächelnde Friseurin. Ich will schon ablegen und Platz nehmen, Stühle sind ja reichlich frei. Doch sie sagt die unglaublichen Worte: „Wir sind alle besetzt“. Jetzt bin ich verwirrt, suche in den Ecken des Raumes nach der versteckten Kamera und erwarte einen verspäteten Aprilscherz. Aber nein, sie meint es ernst und erklärt, dass in wenigen Minuten etliche Kunden kämen, die einen Termin hätten. Ich könnte ja kurz vor 20 Uhr wiederkommen. Tja, hier wird es wohl nix mit der Spontaneität, trotz schicker Abreißkarten, die das Amt verdeutlichen sollen und eigentlich auch das schnelle Drankommen. Auf den Fersen drehe ich mich um. Dann bleibe ich eben noch ein paar Tage Langhaar-Hippie.

Später am Abend begegnen mir die Abreißkarten wieder. Im Alaungarten bekomme ich die zum Bier dazu. Doch bevor ich fragen kann, ob das jetzt schon eine Reservierung für das nächste kühle Blonde wäre, bekomme ich die Erklärung: „Wenn Du das leere Bierglas und die Karte zurückbringst, gibt es auch den Pfand zurück.“ Dass mich Kellnerinnen duzen, bin ich wegen der langen Haare schon gewöhnt, aber dass ich im Biergarten mein leeres Bierglas wieder zurückbringen muss, trifft mich unerwartet. Solcherart Verabredungen müssen nicht in meinem Terminkalender stehen.

Anmerkung 2006: Weil im Gästebuch neulich mal jemand fragte, das Haaramt hat die Telefonnummer: 0351 8024199. Außerdem ist es mir inzwischen mehrfach erfolgreich gelungen überflüssiges langes Haar dort los zu werden.

Von blickdichter Herrlichkeit und einem herrlichen Blick

Blick auf die von der Lästerbank aus sichtbare Lutherkirchenseite - zum Vergrößern bitte anklicken

Geschwind bringt mir André ein kühles Bier und ich brauche nur noch die Beine von mir strecken und den Blick zu genießen. Mit einem leisen Seufzer kann ich jetzt einen durchwachsenen Abend ausklingen lassen.
Per E-Mail hatte ein stadtbekannter Haarabschneider verkündet, dass die meisten Parties in Dresden doch wohl langweilig seien und dass er das künftig ändern wolle. Nun, mit diesen niedergeschriebenen Tönen war er bei mir auf offene Augen getroffen. Diesen Beitrag weiterlesen »

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