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	<title>Neustadt-Geflüster &#187; Erinnerung</title>
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	<description>Dresden Neustadt von Anton Launer</description>
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		<title>Von alten Herren in der Scheune</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 07:24:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Launer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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		<description><![CDATA[Gestern Abend war ein richtiger Älternabend (so macht man das liebe Kathys) in der Scheune. Die Generation der Mitdreißiger und Ü40er kam aus ihren Eigenheimen und gemütlichen Stadtrandswohnungen angereist. Die meisten hatten sich ein fetziges schwarzes T-Shirt über die rundlichen Wölbungen in Hüfthöhe gezerrt, der eine oder andere hatte gar seine hohen Schnürstiefel mitgebracht. 
Nun [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern Abend war ein richtiger Älternabend (so macht man das liebe Kathys) in der Scheune. Die Generation der Mitdreißiger und Ü40er kam aus ihren Eigenheimen und gemütlichen Stadtrandswohnungen angereist. Die meisten hatten sich ein fetziges schwarzes T-Shirt über die rundlichen Wölbungen in Hüfthöhe gezerrt, der eine oder andere hatte gar seine hohen Schnürstiefel mitgebracht. <span id="more-4277"></span><br />
Nun stehen sie vor der Bühne und ein auch schon etwas älter gewordener Eugen Balanskat lässt die Menge grölen. Ja, Ja, Ja. Er singt von Schrebergarten und Kanickel, Kindersegen und Friede, Freude, Eierkuchen. Und wie passend: &#8220;In der Stickluft solcher Welten, mensch, da packt mich Atemnot&#8221; &#8211; die hat mich inzwischen auch gepackt, denn wir alten Herren sind mobil geworden und das Pogo-Springen in der gut gefüllten Scheune lässt meinen Kreislauf kolabieren. Mit Mühe halte ich mich am nächsten Bier fest. Wie ging das nur früher, als der ganze Saal noch dazu geraucht hat.<br />
Den Moment der Besinnung nutze ich, mir das Publikum etwas näher anzusehen und stelle fest, dass doch auch der eine oder andere Jüngere dabei ist. Immerhin die Texte der Skeptiker sind irgendwie immer noch aktuell. (<a href="http://www.dieskeptiker.com/index.php?id=texte_hartezeiten" target="_Blank">Hier zum Nachlesen</a>) Und der Rhythmus, der peitscht immer noch ordentlich nach vorne. Inzwischen sind wir bei den Zugaben angelangt: &#8220;Pierre und Luce&#8221; &#8211; da muss ich mich wohl doch noch mal ins Getümmel stürzen. Wie kleine Schauer kommt die Erinnerung zurück. Mir fallen Bilder ein, als ich im Sommer 90 auf der Wiese vor der Scheune lag, die erste Freiheit und die erste Liebe genießend. Denke an heimliche Kletteraktionen &#8211; um Eintritt zu sparen, hatten wir eine Leiter organisiert und stiegen über das Fenster im Zwischengeschoss ein, nur um dann festzustellen, dass da schon ein Ordner wartete. Erinnere mich an finstere Zeiten, als eine Horde Neonazis die Scheune überfiel und sich einige mit Flaschenwürfen wehrten bis wir schließlich geschlossen auf die Straße stürmten und den Pöbel aus der Neustadt verjagten: &#8220;Straßenkampf, Straßenkampf, alle auf die Barrikaden&#8221; &#8211; das singt nun der Eugen wieder auf der Bühne oben. Dann ist Schluss und ich bin wieder in der Realität &#8211; muss bald zurück zum Schrebergarten.</p>
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		<title>Von lungernden Punks und verdrängten Erinnerungen</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Aug 2005 15:39:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Launer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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		<description><![CDATA[Eilig komme ich am Vormittag aus der            Stadt. Genervt vom Stau, wieso musste ich auch wieder mit dem Auto            fahren. Nun aber schnell rechts ran, einen Brief will ich einstecken    [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" style="float:left;" src="http://frintert.de/Launer/images/punk.jpg" alt="" width="150" height="200" /><span style="font-size:10pt;">Eilig komme ich am Vormittag aus der            Stadt. Genervt vom Stau, wieso musste ich auch wieder mit dem Auto            fahren. Nun aber schnell rechts ran, einen Brief will ich einstecken            in den Kasten an der Post auf der Königsbrücker. Dann ein Ruf.            Irgendwer kennt meinen längst verschollen geglaubten Spitznamen. Und            dann der Spruch hinterher: „Du hast es ja wohl geschafft.            Glückwunsch.“ Und der Rufer deutet auf den Stern auf der Motorhaube            meines Autos. Ich will etwas erwidern, etwas in der Richtung von 14            Jahre alt und gebraucht gekauft, doch er ist schon außer Hörweite und            außerdem mit seinen zwei Hunden beschäftigt, die der Größe nach zu            urteilen bestimmt mehr Unterhalt kosten als mein kleines Automobil.            Gedankenverloren strebe ich nun dem Briefkasten zu, wer war der            dreiste Rufer. Wen kann ich kennen, mit so langen Haaren und einem            Rock über der Hose im klassischen Hippie-Look. </span></p>
<p class="T10"><span style="font-size:10pt;">Später fällt es mir wie Schuppen von            den Augen. Mit dem Typen habe ich eine Zeitlang im gleichen Haus            gewohnt. Damals hatte er die Haare noch raspelkurz und musste sich            verstecken, da er gerade aus der ostsächsischen Neonazi-Szene            ausgestiegen war. Die Verwandlung ist perfekt, denke ich. Doch habe            ich mich auch so verwandelt? </span></p>
<p class="T10"><span style="font-size:10pt;">Noch später, am Abend, ich trotte die            Alaunstraße entlang und sehe Jugendliche, herumlungernde Punks mit            wilden Frisuren, zerrissenen Jeans und Lederjacken. Leise stöhne ich,            weil mich bestimmt gleich wieder einer anschnorren wird. Mein            Begleiter stupst mich an: „Sei mal nicht so intolerant. Immerhin hast            du früher hier auch herumgelungert.“ Sogleich muss ich lautstark            protestieren. Damals, Anfang der 90er standen hier noch keine Häuser            und wir haben immer auf der Wiese gelegen. Aber ob das nun unbedingt            wesentlich zivilisierter ist? Denn zerrissene Jeans und Lederjacken,            das hatten wir auch vor 15 Jahren schon, nur zum Schnorren, da war ich            mir stets zu fein. Dann fällt mir der Spruch vom Vormittag wieder ein.            Vielleicht habe ich ja doch etwas geschafft. Denn einige meiner            Weggefährten aus vergangenen Tagen sind böse abgestürzt: Drogen, Knast            und Gewalt. Da bin ich schon froh, dass der Bursche vom Vormittag mich            wieder erkannt und offenbar mit solchen Problemen nichts mehr zu tun            hat.</span></p>
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