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	<title>Neustadt-Geflüster &#187; eltern</title>
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	<description>Dresden Neustadt von Anton Launer</description>
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		<title>Von leeren Straßen und einer vollen Kneipe</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Dec 1999 11:41:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Launer</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Tiefschwarz und leer wie ein Höllenschlund in einem überdrehten Science-Fiction-Film liegt sie      da. Die Autos, sonst dicht gedrängt im Halteverbot parkend, sind geflüchtet.      Ein eisiger Wind weht durch die Görlitzer Straße, die Fahnen am La vie en      Rose flattern hoffnungslos. Es ist Weihnachten in der Neustadt, die Bewohner      sind fast alle verschwunden, ausgeflogen, zu Eltern und Onkeln, zu Tanten      und Christstollen, heim zum Gänsebraten mit Rotkraut, wer kann schon mit      Traditionen brechen. Und keiner feiert hier, soll das Szene-Viertel zum Fest      der Liebe ganz allein bleiben, arme Neustadt.</p>
<p class="T10">Noch am Vormittag des      24. gab es geschäftiges Treiben, der Geschenke-Kauf-Rausch, pausenlos treffe      ich bekannte Gesichter auf der Straße, alle in Eile und mit dicken Taschen      unterwegs, im Konsum auf der Alaunstraße treffen sich die Hiergebliebenen.      Ich höre von gemütlichen Feiern im kleinen Kreis: „Komm doch mal vorbei.“      Gut zu wissen, dass nicht alle verschwinden. Selbst noch auf Geschenksuche      streife ich durch die Plattenläden, im Hard Wax auf der Rothenburger Straße      überfällt mich wieder der typische Weihnachtsduft. „Kann ich Dir irgendwie      helfen, oder willste vielleicht ein Stück Stollen &#8211; Kaffee?&#8221; So viel      Kundenfreundlichkeit überrascht mich dann doch, hier hat das Fest seine      Bestimmung gefunden, Gemütlichkeit, gepaart mit angenehmer Musik. So      bezaubert irre ich weiter durch die Straßen der Neustadt.</p>
<p class="T10">Doch mit der      einsetzende Dunkelheit wird es immer leerer und mitten in der Nacht dann      das: Der Wind pustet abgerissene Plakatstückchen vor sich her. Zu gruselig      für meinen Geschmack.</p>
<p class="T10">Also biege ich in die      Louisenstraße ein. Dort finde ich einen Ort pulsierenden Lebens. Im      <a href="http://www.heavyduty-dresden.de/">Heavy</a> <a href="http://www.heavyduty-dresden.de/">Duty</a> ist der Teufel los. Harter Rock dringt aus den Boxen, der      Zigarettenqualm erschwert die Sicht. Schwere Jungs mit langen Haaren und      Bärte lümmeln am Tresen. Es wird gefeiert, nein nicht Weihnachten, heute hat      Lemmy Geburtstag. Lemmy ist der Sänger der Kult-Band      <a href="http://www.imotorhead.com/" target="_top">Motörhead</a>. Grund genug      für all die Rocker, heftig zu saufen. Tequilla, brauner Rum und Bier, Gläser      klirren, ab und zu fällt eins zu Boden. Hier wird gelebt bis in die frühen      Morgenstunden, wenn die harten Burschen einsam wankend den Heimweg antreten.</p>
<p class="T10">Die nächsten Tage sind hart, die Neustadt bleibt leer, Parkplätze im Überfluss. Vorbereitungen      laufen an, für die große Party. Silvester steht vor der Tür. Die Neustädter      Kneipen sind gewappnet. Spätestens dann wird es hier wieder voll und alle      sind wieder da.</p>
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