Artikel-Schlagworte: „Döner“
Aus Firat wird Marmaris
Die kleine Dönerstube auf der Louisenstraße 57 wird schon seit einer Weile umgebaut. Aus dem ehemaligen Firat war vor einer Weile schon das Lampione geworden. Inzwischen steht ein neuer Name über der Tür. Marmaris, so heißt eine Küstenstadt im südwestlichen Teil der Türkei. Mal sehen, ob es den Betreibern gelingt, Mittelmeerflair in die Louisenstraße zu bringen.
Polizeidurchsuchungen der Soko Halbfinale
Heute Morgen durchsuchte die Sonderkommission „Halbfinale“ Wohnungen von Tatverdächtigen. Insgesamt 16 Objekte in Dresden, Bannewitz, Freital, Glashütte und Radebeul suchten die Ermittler auf. Im Zuge der Ermittlungen waren die 16 Tatverdächtigen ins Visier der Beamten geraten. Deren Wohnungen durchsuchten die Kriminalisten heute mit dem Ziel, Beweise für die Tatbeteiligung zu sichern. Im Ergebnis des Einsatzes stellte die Sonderkommission mehrere Handys sicher. Alle Wohnungsinhaber, Männer zwischen 18 und 26 Jahren, wurden noch vor Ort vernommen. Die Sonderkommission ermittelt seit Juni wegen des besonders schweren Falls des Landfriedensbruchs. Mehrere Unbekannte hatten nach dem ersten Halbfinale der EURO 2008 drei türkische Geschäfte in der Dresdner Neustadt angegriffen.
Gegenwärtig werfen die Ermittler 58 Personen eine Beteiligung an den Überfällen vor. Die Staatsanwaltschaft Dresden hat am 28. November die erste Anklage gegen einen der Beschuldigten erhoben. Ein 21-jähriger Freitaler muss sich vor dem Landgericht Dresden wegen Landfriedensbruchs (§§ 125, 125 a StGB) verantworten. Er befindet sich bereits seit dem 16. Juli in Untersuchungshaft.
Erste Festnahmen nach Döner-Imbiss-Überfall
Wie Dirk schon in der Kommentar-Spalte andeutete, hat die Polizei am 17. Juli einen 21-jährigen Dresdner festgenommen. Er steht in Verdacht, an den Angriffen auf mehrere Menschen und drei türkische Geschäfte nach dem Halbfinalspiel beteiligt gewesen zu sein.
Im Zuge der Zeugenaufrufe der Dresdner Polizei hatte sich ein Hinweisgeber an die Dresdner Polizei gewandt. Weitere Indizien lenkten den Verdacht auf zwei junge Männer im Alter von 21 und 29 Jahren. Die Staatsanwaltschaft Dresden beantragte daraufhin Haftbefehl gegen beide.
Daraufhin durchsuchten die Ermittler deren Wohnungen. Im Ergebnis setzte die Ermittlungsrichterin den Haftbefehl gegen den 21-Jährigen in Vollzug. Der Haftbefehl gegen den 29-Jährigen wurde aufgehoben. Während der Durchsuchungen beschlagnahmten die Ermittler insbesondere mehrere Handys und Computer. Um deren Auswertung zügig voranzutreiben, stockte die Dresdner Polizei die gegründete Sonderkommission “Halbfinale” auf 16 Beamte auf.
Die Sonderkommission ermittelt wegen des besonders schweren Fall des Landfriedensbruch. Sie geht von 20 bis 30 Tätern aus. Die Sonderkommission bekräftigt ihren Aufruf an Zeugen, sich zu melden. Dies ist jederzeit über 0351 4832233 möglich!
Feige Randalierer
Während Hunderte nach dem Zittersieg der deutschen Nationalmannschaft auf der Alaunstraße friedlich feierten, mussten ein paar feige Randalierer dringend etwas zerstören. Wie die Polizei heute meldet, hat in der Nacht eine Gruppe von 20 bis 30 Unbekannten in der Neustadt drei Dönergeschäfte angegriffen. Dabei attackierten die Rowdys im Arzu-Bistro die beiden türkischen Betreiber. Diese erlitten Verletzungen und mussten medizinisch versorgt werden. Zudem demolierten die dunkel gekleideten Randalierer die Ladeneinrichtung, warfen Flaschen und zündeten eine türkische Fahne an. Danach verzogen sich die Angreifer und beschädigten bei zwei weiteren Döner-Imbissen die Scheiben, warfen mit Flaschen und zündeten Böller.
Die Polizei ermittelt jetzt wegen Landfriedensbruch und bittet um Mithilfe. Wer die Gruppe beobachtet hat oder die Angreifer kennt, kann sich unter 0351 4832233 bei der Polizei melden.
Von weißer Soße auf schwarzen Asphalt
Das Gebirge aus fein geschnittenem Fleisch, Salat und Zwiebeln wird immer größer, mein Mund auch: Flatsch. Jetzt ist es doch wieder passiert. Jedes Mal, wenn ich mich durchringe, einen Döner zu verspeisen, verteile ich fein säuberlich weiße Kleckse auf dem Asphalt – die Knoblauchsoße.
Ab knallhart kalkulierten vier Mark gibt es die dreieckigen gefüllten Fladenbrote, Serviette und fettige Hände sind gratis. Wie auch die legendäre Zubereitung. Mit einem riesigen Messer säbelt der Döner-Mann an einem ebenso riesigen Fleischspieß herum. Dieser dreht sich vor einem Grill, die feinen Scheiben fallen herunter, werden eingesammelt, in Knoblauch- und Chili-Soße getunkt, mit Salat, Zwiebel und Tomaten dekoriert und in angewärmtes Fladenbrot gepresst. Herstellungsdauer zwischen 30 Sekunden und fünf Minuten. Manchmal muss noch das Messer gewetzt werden oder das Fleisch ist noch nicht richtig durch.
Die türkischen Imbiss-Stände breiten sich kontinuierlich aus in der Neustadt. Keine Woche ohne Neueröffnung. Selbst der Szene-Frisör auf der Louisenstraße musste dem trendigen Fast-Food weichen. Essen ist eben wichtiger. Einige Lokale bieten gar keine Speisen mehr an. So ist im Blue Note auf die Frage nach der Speisekarte deutlich zu hören: „Futter gibt´s im Istanbul.“ Der Laden zwischen Pinta und Kontinental ist inzwischen fast schon legendär. Mit Einsetzen der Dunkelheit stehen permanent Autos mit Warnblinkanlage in der zweiten Reihe davor. Döner als Verkehrsblockade.
Inzwischen habe ich weitere weiße Flecken verteilt, und schon erste Fleischstückchen verloren. Das hat zur Folge, dass mich ein Paar Hundeaugen treudoof anblinzeln. „Ich will mehr und habe schon seit Wochen nichts zu essen bekommen.“ Hundeaugen; sie lügen fast immer. Glücklich habe ich meine Portion in mich hineingestopft und versuche nun, Gesicht und Hände zu reinigen. Aber ach, die schöne Serviette ist auch total voll überall nur weiße Soße. Der Döner-Mann grinst, sieht meine Hilflosigkeit und reicht mir noch eine Serviette. Ich beseitige das Malheur und suche auf einmal ganz dringend ein kleines Kneipchen mit einem WC.
—–
Anmerkung 2004: Der klassische von mir bevorzugte Lamm-Döner ist inzwischen etwas teurer geworden, er kostet jetzt 2,90 Euro
Von schweren Kommoden und leichter Beute
Nachmittage in der äußeren Neustadt sind immer voll von Begegnungen. Und wenn einer einen Umzug tut, gibt es viel zu tragen. Der Geist ist willig, ein Freundschaftsdienst, doch der Körper schwach und durstig. Flüssigkeit in Dosenform verkauft der Dönermann auf der Louisenstraße. Vor der Pinta sitzt das Personal und amüsiert sich. Bemerkungen fallen: „Kannst du doch gleich alles wegschmeißen“.
Nachdem der Kleinwagen mit Bücherkisten und Teppichen voll gestopft ist, bleibt noch ein Sessel mit mindestens einer Million Milben stehen. Dazu eine Kirchenbank aus dem vergangenen Jahrhundert. Obenauf steht eine schöne Kommode, die ist noch gut in Schuss.
Am neuen Ort wird ausgeladen. Die Mülltonnen, die den Parkplatz sichern sollten sind längst von anderen weggeräumt, so parkt der Kleinwagen in der zweiten Reihe, hoffentlich zeigen sich die Politessen gnädig an diesem Nachmittag. Schnell, schnell wird ausgeräumt.
Zurück zum Ausgangsort. Der Sessel, der mit den Milben, hat sich auf die Socken gemacht und ist verschwunden, die alte Kirchenbank hat sich der Pintachef Max angeeignet und die Kommode ist gerade dabei, in einem Kombi zu verschwinden. „Halt, die brauchen wir noch!“ Der Mensch der eben noch hektisch die Kofferklappe zudrückte, erstarrt und fühlt sich ertappt. „Aber was“, stammelt er und dreht sich um. Jetzt, schon etwas sicherer: „Na ja, wenn ihr das hier einfach so stehen lasst.“ Und dann richtig dreist: „Überhaupt, wozu braucht ihr das denn eigentlich.“ Jürgen, der Eigentümer des begehrten Stückes, er wird gleich platzen ob solcher Dreistigkeit, gibt sich äußerlich den Anschein von Gelassenheit und sagt: „Jetzt stell ihn einfach wieder raus.“ Der Mensch gibt nach und sagt nun fast entschuldigend: „So ist das nun mal in der Neustadt.“ Dann verschwindet er, ich sehe noch das Nummernschild – er kommt aus Wiesbaden.



