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Neustadt-Geflüster

Dresden Neustadt von Anton Launer

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Beschreibung
Das Neustadt-Geflüster von Anton Launer erzählt täglich frische Nachrichten aus dem Kneipen- und Szene-Viertel Dresden-Neustadt. Damit es nicht langweilig wird, werden diese mit Hintergründen, Albernheiten, Gerüchten, Klatsch, Tratsch, Tests und heißen Diskussionen aus der Äußeren Neustadt vermischt. Und natürlich gibt es hier die besten Informationen über die Bunte Republik Neustadt.

Artikel-Schlagworte: „Copas“

Von aufheulenden Motoren und kreischenden Trennschleifern

Der Motor heult auf. Mit lautem Krachen rastet der zweite Gang ein und das Auto macht einen Satz nach vorn und prescht mit mehr als 60 Stundenkilometern die Straße entlang. Nein, ich habe keinen Ausflug zum nagelneuen Lausitzring unternommen, ich stehe auch nicht neben einer Autobahnauffahrt. Ich wollte eigentlich nur gemütlich schwatzen bei einem Tässchen Espresso vor dem „Copas y Tapasr“. Doch statt Gemütlichkeit rast hier ein Auto nach dem anderen vorbei. Dabei ist in der Äußeren Neustadt Tempo 30 angesagt. Mag sein, dass hier und dort vielleicht ein Schild fehlt, doch allein die Beschaffenheit der Straßen sollte den vernünftigen Auto-Fahrer bremsen. Oder sollen hier irgendwelche Achs- und Stoßdämpferfirmen zu neuen Umsatz-Rekorden animiert werden.
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Von quälendem Service und masochistischen Gästen

Die Neustadt – Hochburg der gastronomischen Unkultur? Tatort – Scheunecafé, mehrfach von den Lesern eines Stadtmagazins zur Lieblingskneipe gewählt und auch sonst immer ziemlich voll.

Tatzeit – kurz nach 16 Uhr. Im Garten weist ein Schild gleich in vier Sprachen darauf hin, daß die Getränke bitte an der Hütte zu bestellen sind. Zwei Jungs, offensichtlich Studenten, eben angekommen, schauen hoffnungsvoll zur Hütte. Doch die ist verriegelt und verrammelt. Also rein in den Laden. Vielleicht werden sie ja drinnen bedient. Ich folge unauffällig. Nach einer kurzen Weile hoffnungslosen Sitzens am Tisch, stellen sie sich in die Schlange am Tresen, ich bin vorher dran: „Ein kleines Pils, bitte!“ Das kommt sofort und dann ist es auch noch ein großes, wie mir der blonde Kellner bestätigt. Gut, es ist ja auch warm draußen. Ich zahle und setze mich im Garten in die Sonne. Der Täter ist klar, nicht der Gärtner, der Kellner war es. Die Gäste sind Opfer, die überleben.

Das Scheunecafé ein Einzelfall, nein, aber exemplarisch. Erlebt habe ich es fast überall, im Copas y Tapas wartete ich über eine Stunde auf ein Sandwich, im Mona Lisa mußte ich die Kellnerin erst lautstark rufen und im El Perro Boracho bekam ich einen Caipirinha ohne Zucker, sauer.

Vielleicht ist die Geschichte von Steffen, einem ehemaligen Cafébesitzer wirklich war. Er behauptete, Gäste sind Masochisten und wollen gequält werden.

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Anmerkung 2004: Sowohl das Café Mona Lisa als auch das Restaurant Copas y Tapas mussten zwischenzeitlich ihre Pforten schließen. Vielleicht gibt es doch noch so etwas wie eine Gerechtigkeit.

Anmerkung 2005: Im El Perro Boracho ist es immer noch nicht besser geworden, kürzlich steckte der Kellner gar von mir nicht bewilligtes Trinkgeld einfach ein.

Anmerkung 2007: Im Scheunecafe ist es auch noch nicht besser geworden, siehe hier.

Anmerkung 2009: Mit dem kommenden Jahr wird das Scheunecafé vom Scheuneverein betrieben, obs besser wird?