Neustadt-Geflüster

Dresden Neustadt von Anton Launer

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Antiker Ausverkauf


Im Abtiquitäten- und Kuriositätenlädchen an der Schönfelder/Ecke Prießnitzstraße von Benjamin Sweeney ist bis zum 19. Juni großer Ausverkauf. “Ich muss zurück in meine Heimat”, erklärt der US-Amerikaner. Aber er will auf jeden Fall wieder kommen, denn “ich liebe diesen Laden, ich werde ihn auf jeden Fall behalten.” Wann er zurück kommt ist noch unklar.

Ausverkauf im Skunkfunk

Ab Donnerstag wird im Skunkfunk auf der Förstereistraße 3 ausverkauft. Da es sich um einen Insolvenzverkauf handelt, ist Bargeld gefragt.

Von einem leeren Laden

Ein trüber Herbsttag vermiest mir die Laune. Regentropfen klatschen fett in die Pfützen und auf meine Nase. Ich stülpe den Kragen hoch und eile durch die Straßen, dringende Besorgungen verhindern, dass ich zu Hause und im Sessel bleibe. Ein solcher Tag, ganz ohne beglückende Sonnenstrahlen, ein solcher Tag drückt auf das Gemüt. Ein Auto spritzt mich voll, ich springe zur Seite, schrecke auf und nehme meine Umgebung wieder war. Es regnet gar nicht mehr. Mein Blick wandert befreit zur anderen Straßenseite. Ein oranges Schild fesselt meinen Blick. “Zu vermieten” – das ist nicht neu, oft zu lesen in der Neustadt. Ob an sanierten Häusern, leeren Läden oder Kneipen.
Zwei einfache Worte, doch hier steht mehr dahinter. Hier auf der Louisenstraße 22 war der Uhrmacher und Juwelier Theodor Scholze. Zweimal habe ich hier meine Uhr reparieren lassen. Immer war er freundlich, auch die Mitarbeiter. Beide Male konnte er helfen und beide Male zeigte er sich erstaunt: “Dieses Modell habe ich noch nie gesehen.” Was beim zweiten Mal offensichtlich eine Lüge war und sicherlich eine kleine Schmeichelei. Wie oft hat mir nachts, wenn ich aus der Planwirtschaft kam, die große Uhr gezeigt, dass es schon wieder viel zu spät ist. Diese Uhr, die ein paar freche Bengel im Winter mal mit Schneebällen beworfen haben, sie hängt draußen vor der Tür und zeigte die Zeit, peinlich genau. Jetzt ist sie weg, ebenso die Glastafeln, nur auf dem Putz steht noch der Name. Und dieses Schild: “Zu vermieten”, grausam und orange.
Jetzt schimmert die Sonne doch noch durch die Wolken, hilft vergessen. Hilft, nach vorne zu schauen. Ich drehe mich einfach nur um. Fleischer, Blumenladen, eine Drechslerei und eine Lederwerkstatt, Läden gibt es jede Menge in der Neustadt. Hoffentlich auch noch genug Leute die da einkaufen. Denn wenn hier nur noch Kneipen sind, werden am Tage die Bürgersteige hochgeklappt und das Szene-Viertel wird zur Gastromeile.

Anmerkung 2006: Nach einiger Zeit ist ein anderer Neustadtklassiker in diese Räume gezogen – das Zentralohrgan. Fleischerei, Lederwerkstatt und Blumenladen sind immer noch da.

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