Neustadt-Geflüster

Dresden Neustadt von Anton Launer

Artikel-Schlagworte: „ausstellung“

Fremdesland in der Bautzner69

Lankow

Lankow von Anja Bohnhof

Die Ausstellung FREMDESLAND zeigt fotografische Arbeiten der Künstlerin Anja Bohnhof, die sich thematisch auf die DDR-Diktatur beziehen und Fragestellungen vom Umgang mit Geschichte in der Gegenwart aufgreifen. Der Zeitraum für die Ausstellung im November 2009 ist zeitgleich zum Jubiläum „20 Jahre Mauerfall“ festgelegt, worüber das Ausstellungskonzept in besonderer Weise unterstützt wird.

  • FREMDESLAND
  • Galerie Bautzner69
  • 25. November bis 9. Januar
  • Öffnungszeiten: Di 10–12 Uhr, Do 18–20 Uhr Sa 15–18 Uhr
  • Vernissage 25. November 2009, 20 Uhr

Ausstellungseröffnung in der Bautzner69

Donata Wenders: News in Warsaw 2006

Donata Wenders: "News in Warsaw" 2006

Am Dienstag, dem 28. Juli gibt es im Ausstellungs- und Projektraum Ausstellungs- und Projektraum bautzner69 eine Vernissage. Titel:
“vis-à-vis” – Dozenten für Fotografie der Internationalen Dresdner Sommerakademie zu Gast – Donata Wenders, Ivan Baschang, Göran Gnaudschun. Die Ausstellung dauert bis zm 15. August.

  • bautzner69
  • Mi–Fr von 18–20 Uhr, Sa 15–18 Uhr

60 Jahre Scheune

Am Donnerstag, dem 11. Juni wird um 17 Uhr in dem ehemaligen Bezirksjugendklubhaus Martin Andersen Nexö eine Ausstellung mit dem Titel *60 Jahre scheune* eröffnet. Laut Veranstalter soll es sich dabei um eine kulturpolitische Spurensuche handeln. Die Ausstellung ist dann noch bis zum 17. Juni, täglich von 15:30 – 20 Uhr geöffnet. Einen kleinen Ausblick gibt es schon auf der Scheune-Webseite.

Kunst im ehemaligen Sportmarkt

Drei Neustädter, Gunter Hildebrandt, Klaus Benzin und Roman Liebe, zeigen vom 4. Oktober bis 15. November in der Königsbrücker Straße 38 im ehemaligen Sportgeschäft erstmalig ihre Werke. Die Künstler kündigen in einer Pressemitteilung an, dass ihre Fotos einen ganz eigenen Charakter haben sollen. Dabei fallen Worte von Pop-Art bis sakrale Schlichtheit. Man darf also gespannt sein.

Am Sonnabend ist ab 20 Uhr große Eröffnungsparty, der Eintritt ist frei. Noch mehr Infos unter: www.made-in-neustadt.de

Während der Ausstellung sind noch zwei Installationen zu besichtigen. Eine setzt sich mit der angeblichen Perversion der Fleischwerbung auseinander, die andere hat mit einer Vogelspinne zu tun. Für das bekanntlich bequeme Neustädter Szene-Publikum gibt es ein im 70er Jahre Stil aufgebautes Kinderzimmer.

Am selben Abend gibt es übrigens noch eine Vernissage auf der Königsbrücker Straße. Das Projekt Nullacht 17 wird am Abend des 04.Oktober in Kunstfeler, der Galerie in der Arztpraxis eröffnet.

Von Kunst auf sieben Etagen

Ornö. Um das richtig sächsisch auszusprechen müsste man eigentlich noch ein „h“ hinten dran hängen, denn das „nö“ muss richtig lang gezogen werden, um seinen Missmut auszudrücken. Im Hochdeutschen würde man das vielleicht übersetzen mit: „Lass mich bitte damit in Ruhe.“

Ob das die Veranstalter der legendären Ornö-Parties wirklich wollen, ist zumindest stark in Zweifel zu ziehen. Falls doch, dann war die Feierlichkeit am vergangenen Wochenende ein Reinfall, denn die Neustädter strömten in Scharen durch den strömenden Regen zum Hochhaus am Albertplatz. Auch für mich als ausgewiesenen Kunstbanausen natürlich ein Muss.

Vielleicht ist es das letzte Mal, dass ich mich in diesem Haus noch einmal umschauen kann, denn bald will ein Investor das fast 80 Jahre alte Bauwerk in ein Hotel verwandeln. Außerdem freue ich mich natürlich, dass Partyveranstalter und Fotograf Kay Pyta endlich mal wieder in der Neustadt ist. Schon die erste Ornö-Party stieg auf der Schweppnitzer Straße. Damals, im März 2000, stolperte ich eher zufällig vorbei und ließ mich von der Kombination aus Kunst, Musik und Bier mitreißen. Später als die Veranstaltungen mein gewohntes Terrain verließen, sagte ich nur noch: „Ornöh.“

Doch nun wieder in Mamas Schoß angekommen, muss ich das sehen. Tapfer nehme ich alle sieben Etagen unter die Lupe. Dummerweise gibt es nur in der zweiten Getränke-Nachschub, so dass ich an diesem Abend etliche hundert Stufen steigen muss. Doch ich werde mehrfach belohnt. Zu der Kunst kann ich mich nicht äußern, die nehme ich zur Kenntnis und einige Stücke scheinen mir durchaus dekorativ. Doch spannend wird es als ein Volltrunkener eine Künstlerin damit konfrontiert, dass auf einem Portrait die Augen schief wären. Die Malerin ist ob dieser sehr direkten und nicht gerade kunstverständigen Kritik ziemlich sauer und im Handumdrehen werden wir alle aus der Etage genötigt. Solche Aktionen begeistern mich. Genauso wie ein komplett leerer Raum, der durch eine äußerst ungewöhnliche Konstruktion von Gas- und Wasserleitungen besticht. Solche Kunst wird hier natürlich nicht gewürdigt. Jetzt hätte ich gerne ein kleines Schild zur Hand: „Leitungen im Raum – unbekannter Klempner, wahrscheinlich späte 70er Jahre“.

Von einer Ausstellung und ganz schrägen Wänden

Nun steh ich hier herum. Kenne keinen Menschen. Überall Kunst, überall Künstler. Zumindest sehen sie so aus. Lange Haare, lange Parkas, fast jeder hier hat entweder eine Mütze oder einen Hut auf dem Kopfe. Einer der weder das eine noch das andere trägt, dafür mit einem kahlgeschorenen Schädel blitzt, spricht in ein Mikrofon. Spricht vom Tanz, den es hier wohl gleich geben soll und von Gebeten. Ein solches trägt er dann vor. Die jungen Menschen um mich herum schmunzeln und muntern ihn auf. Andere betrachten Zeichnungen an den Wänden, ich komme mir sehr verloren vor.

Eigentlich bin ich doch verabredet. Ein Freund hat mir von dieser Ausstellungseröffnung erzählt. „14 Tage“, so heißt das Projekt in dem alten Haus am Anfang der Glacisstraße. Er hat mich hierhin gelockt, doch nun ist er in dem Gewühl nicht zu finden. Irgendwen muss ich doch kennen, verzweifelt recke ich den Hals. So entdecke ich die Treppe, vielleicht hat er sich in einer oberen Etage versteckt. Doch auch hier wieder nur Kunst und Kunstverständige. Einige Zeichnungen und Modelle beeindrucken sogar mich als Kunstbanausen. Im Dachgeschoss flimmert ein Fernseher. Neugierig taste ich mich näher. Eine Dokumentation? Ein junger Mann erklärt gerade die Vorteile eines schrägen Daches und vor allem die Vorteile, darunter zu leben. Jetzt bin ich neugierig, diesen Blick aus dem Fenster kenne ich doch. Ja, die Wohnung muss auf der Louisenstraße sein. Letzteres habe ich wohl laut gesagt, jedenfalls höre ich ein deutliches: „Stimmt“. Als ich mich umdrehe, steht da besagter Freund und grinst. „War klar, dass Du wieder Fernsehen guckst.“ Doch der Film ist wirklich spannend, verschiedene Dachgeschossbewohner kommen zu Wort und dürfen ihre ganz persönlichen Eindrücke des schrägen Lebens schildern. Nach einer guten halben Stunde ist es vorbei und in dem Zimmerchen haben sich rege Diskussionen über Vor- und Nachteile schräger Wände ergeben. Wir ziehen uns zurück ins Erdgeschoss, wo jetzt doch noch fröhlich getanzt wird. Auch ein Bierchen gibt es hier. So lasse ich mir Kunst gefallen.

Neustadt bei Flickr