Neustadt-Geflüster

Dresden Neustadt von Anton Launer

Artikel-Schlagworte: „Albertplatz“

Grüne Kundgebung am Albertplatz ?

Der Landtagsabgeordnete der Grünen und Neustädter Ortsbeirat Johannes Lichdi hat am vergangenen Mittwoch für den 13. Februar, um 10 Uhr eine Kundgebung am Albertplatz angemeldet. Auf der Webseite der Neustadtgrünen wird auf einem Plakat gefordert: “Nazis raus aus Dresden-Neustadt” Außerdem wird berichtet, dass das Ordnungsamt signalisiert habe, dass die Anmeldung nicht genehmigungsfähig sei, da der Albertplatz unter dem Gesichtspunkt des „Trennungsgebotes“ für Gegendemonstrationen zum Nazisaufmarsch gesperrt sei.

Damit will sich Lichdi nicht zufrieden geben und beharrt auf sein grundgesetzlich geschütztes Demonstrationsrecht. Er hat einen Anwalt mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragt.

Wie weiter mit dem Hochhaus?

Am 11. Februar stellen die Architekten ihre aktuellen Planungen zum Hochhaus und dem angrenzenden Areal vor. Sie wollen mit den Neustädtern ins Gespräch kommen und über
Möglichkeiten von Angeboten und Nutzungen für die Bereicherung der Neustadt sprechen.

Drogenrausch am Albertplatz

Wie die Polizei heute Nachmittag mitteilte, erhielt ein Beamter in Zivil am Albertplatz ein ungewöhnliches Angebot. Ein 25 Jahre alter Mann war an den Polizisten herangetreten und hatte ihm Drogen angeboten und betont, er könne so viel habe, wie er wolle, wenn nur die Kohle stimmt.

Folgerichtig klickten wenig später die Handschellen, bei der Durchsuchung des leichtsinnigen Dealers wurden dann zehn sogenannte Bömbchen (in Folie verpacktes Heroin) sichergestellt. Eine Überprüfung seiner Wohnung in Striesen förderte weitere Betäubungsmittel zu Tage. Bitte liebe Striesener, wenn es denn unbedingt sein muss, verkauft doch eure Heroinbömbchen lieber am Fetscherplatz.

Artesischer Brunnen von Bakterien befallen

Wie die Stadt heute mitteilt, ist der Artesische Brunnen am Albertplatz seit Dienstag abgestellt. Das war notwendig geworden, weil im Wasser bei einer Routineuntersuchung Coli-Bakterien festgestellt wurden, die beim Genuss Übelkeit und Durchfall auslösen können. Das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft wird nun dafür sorgen, dass der Befall gestoppt wird. Dennoch weist das Amt darauf hin, dass die Qualität des Wassers am Artesischen Brunnen grundsätzlich nicht den Anforderungen der Trinkwasserverordnung entspricht. Die Entnahme zum Verzehr ist nicht angeraten und erfolgt auf eigene Verantwortung.

Neustadt im Lehrplan

Jetzt ist es soweit, die Dresdner Neustadt wird in den Lehrplan aufgenommen. Denn am kommenden Dienstag bietet die Volkshochschule einen Stadtrundgang durch das Szene-Viertel an. Die hier ansässige Autorin Una Giesecke zeigt den Schülern verborgene Ecken und bekannte Plätze auf neue Weise. Treff ist um 16.30 Uhr an der Baustelle des Albertplatz-Brunnens “Stilles Wasser”.

Stilles Wasser wird abgedichtet

Wie die Stadt gestern mitteilte, wird die bronzene Brunnenplastik “Stilles Wasser” am Albertplatz ab dem 17. August für ein paar Wochen instandgesetzt. Nach der umfangreichen Restaurierung im vergangenen Jahr, handelt es sich jetzt um abschließende Arbeiten. So werden die desolaten Fugen der Beckenrandsteine und des Beckenbodens erneuert sowie Risse verschlossen. Zum Abschluss erfolgt eine Flächenabdichtung. Im September soll der Brunnen wieder in Betrieb genommen werden. Die Restaurierungsarbeiten an der gegenüberliegenden Bronzeplastik „Stürmische Wogen“ werden voraussichtlich noch bis Ende September 2009 dauern.

Verjüngungskur für „Stürmische Wogen“

Der Brunnen „Stürmische Wogen“ von Robert Diez am Albertplatz wird gegenwärtig restauriert. Nach Angaben der Stadt sollen die Arbeiten noch bis Ende September 2009 andauern. Dabei werden in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege mit schonenden Verfahren Schmutz, Kalkkrusten und Korrosionsstellen entfernt. Die grüne Patina soll erhalten bleiben. Deshalb wird hier größtenteils und per Hand mit Schaber und Skalpell gearbeitet. Offene Risse und Löcher werden mit Blei vergossen. Ganz zum Schluss sollen die Figurengruppen mit deionisiertem Wasser und Waschpinsel gereinigt und anschließend mit mikrokristallinem Heißwachs konserviert werden.

Albertplatz mal anders

albertplatz.jpg
Was ist hier nur verkehrt?

Von Kunst auf sieben Etagen

Ornö. Um das richtig sächsisch auszusprechen müsste man eigentlich noch ein „h“ hinten dran hängen, denn das „nö“ muss richtig lang gezogen werden, um seinen Missmut auszudrücken. Im Hochdeutschen würde man das vielleicht übersetzen mit: „Lass mich bitte damit in Ruhe.“

Ob das die Veranstalter der legendären Ornö-Parties wirklich wollen, ist zumindest stark in Zweifel zu ziehen. Falls doch, dann war die Feierlichkeit am vergangenen Wochenende ein Reinfall, denn die Neustädter strömten in Scharen durch den strömenden Regen zum Hochhaus am Albertplatz. Auch für mich als ausgewiesenen Kunstbanausen natürlich ein Muss.

Vielleicht ist es das letzte Mal, dass ich mich in diesem Haus noch einmal umschauen kann, denn bald will ein Investor das fast 80 Jahre alte Bauwerk in ein Hotel verwandeln. Außerdem freue ich mich natürlich, dass Partyveranstalter und Fotograf Kay Pyta endlich mal wieder in der Neustadt ist. Schon die erste Ornö-Party stieg auf der Schweppnitzer Straße. Damals, im März 2000, stolperte ich eher zufällig vorbei und ließ mich von der Kombination aus Kunst, Musik und Bier mitreißen. Später als die Veranstaltungen mein gewohntes Terrain verließen, sagte ich nur noch: „Ornöh.“

Doch nun wieder in Mamas Schoß angekommen, muss ich das sehen. Tapfer nehme ich alle sieben Etagen unter die Lupe. Dummerweise gibt es nur in der zweiten Getränke-Nachschub, so dass ich an diesem Abend etliche hundert Stufen steigen muss. Doch ich werde mehrfach belohnt. Zu der Kunst kann ich mich nicht äußern, die nehme ich zur Kenntnis und einige Stücke scheinen mir durchaus dekorativ. Doch spannend wird es als ein Volltrunkener eine Künstlerin damit konfrontiert, dass auf einem Portrait die Augen schief wären. Die Malerin ist ob dieser sehr direkten und nicht gerade kunstverständigen Kritik ziemlich sauer und im Handumdrehen werden wir alle aus der Etage genötigt. Solche Aktionen begeistern mich. Genauso wie ein komplett leerer Raum, der durch eine äußerst ungewöhnliche Konstruktion von Gas- und Wasserleitungen besticht. Solche Kunst wird hier natürlich nicht gewürdigt. Jetzt hätte ich gerne ein kleines Schild zur Hand: „Leitungen im Raum – unbekannter Klempner, wahrscheinlich späte 70er Jahre“.

Neustadt bei Flickr