Neustadt-Geflüster

Dresden Neustadt von Anton Launer

Artikel-Schlagworte: „Abend“

BRN – Der erste Abend

Die wichtigste Nachricht vorweg: Es ist friedlich geblieben. Die Polizei hat nur ein paar einzelne Radaubrüder festgenommen. Der deeskalierende Regen hat offenbar wieder mal seine Wirkung gezeigt.

Tunnel zum Lustgarten

Musste eigentlich erst die BRN kommen, damit wir in Dresden einen Tunnel kriegen? Von der Böhmischen Straße 32 geht es dank beleuchtetem Tunnel blitzschnell zum Lustgarten, wetterfest und beleuchtet, daran sollten sich die Elbüberquerstrategen mal ein Beispiel nehmen.

Ansonsten sind mir so ein paar Kleinigkeiten aufgefallen, zum Beispiel das aus dem Gelbfüssler auf der Alaunstraße jetzt eine Ampel geworden ist, und das in die Räume der ehemaligen Galerie am Alaunplatz jetzt ein Laden namens Treibgut eingezogen ist. Darüber hinaus füllte sich die BRN nur langsam, erst in den Abendstunden war wieder das gewohnte Treiben zu erkennen. Mal sehen, was die restlichen zwei Tage so bringen.

Von gemütlichem Schlendern und leckeren Snacks

Es war einer dieser warmen, lauen Sommer-Abende. Gemütlich schlenderte ich durch die engen Straßen des Szene-Viertels. Da seit wenigen Minuten der Tag schon Sonnabend hieß, waren etliche Personen außer mir unterwegs. Die meisten schlenderten ebenfalls. Andere eilten verpassten Gelegenheiten hinterher. Ein Polizeiwagen kreuzte gemütlich von links.

Dann, plötzlich wie aus dem Nichts, stolpert ein Mensch, noch kann ich nicht erkennen ob Freund, Feind, Mann oder Frau aus einem Hauseingang, stolpert die drei Stufen herunter. Bleibt vor meinen Füßen stehen. „Mensch, Du mal wieder hier.“ Und er fängt an zu erzählen. Wir stehen vor dem Baq´s. Bösartige Zeitgenossen sagen zu dem Lokal „Steh-Imbe“. Der Chef selber nimmt es nach außen hin nicht so genau. Aber eigentlich hört er es nicht gern. Doch die bösartigen Zeitgenossen meinen es meist gar nicht so böse, schließlich kommen doch sie immer wieder.

Hier auf der Louisenstraße trifft sich früher oder später sowieso alles, was die Klatschmäuler in der Neustadt beschäftigt. Deshalb weiß Matthias auch immer die neuesten Geschichten, findet das aber offiziell gar nicht so gut. „Ich weiß doch auch nicht, warum die mir das immer erzählen.“

Doch zurück zum Freitag, dem warmen Abend. Der unbekannte Stolperer war ein Gast, männlich und eher freundlich, weil satt. Satt? Ich hatte Hunger, oder eher Appetit. Matthias erzählte mir schon wieder irgendeine Geschichte. Mein Blicke schossen Pfeilen gleich zum Tresen. Fatal, der war schon komplett ausgeräumt. „Ähm, Matthias, kannst Du …?“ Aber klar, er konnte. In Nullkommanix zauberte er mir ein paar kleine Baguettscheibchen mit Lachs, Ei und Avocadokrem. Lecker.

Inzwischen hatte der Polizeiwagen die Richtung gewechselt und kreuzte von rechts. Rot leuchten die Bremslichter, der Wagen stoppte, mein Nebenmann wurde nervös. „Nicht schon wieder ein Strafzettel.“ Matthias grinste breit und erwähnte etwas von zu sowieso zu spät zum Wegfahren. Doch die Polizisten hatten vermutlich Feierabend, keiner stieg aus, keiner schrieb ein Knöllchen. Der Abend war auch zu warm.

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