Von scharfen Zähnen und wuschligen Hundchen

Riesig blitzen die Hauer. „Harr, Harr“ knurrt es böse aus dem roten Rachen. Der abgeschnittene Schwanzstummel dieser Dobermann-Boxer-Mischung zuckt nervös. Vor Schreck verliere ich fast die Balance und wäre um ein Haar mitsamt Fahrrad in die Prießnitz gestürzt. Doch schnell…

Von weißer Soße auf schwarzen Asphalt

Das Gebirge aus fein geschnittenem Fleisch, Salat und Zwiebeln wird immer größer, mein Mund auch: Flatsch. Jetzt ist es doch wieder passiert. Jedes Mal, wenn ich mich durchringe, einen Döner zu verspeisen, verteile ich fein säuberlich weiße Kleckse auf dem…

Von alten Zeiten und neuer Musik

Ein kleines Ziegenbärtchen steht dem hageren Typen im Gesicht. Ein kühner Ring blitzt in der Augenbraue. Er beugt sich zu der Kleinen mit den langen braunen Haaren und flüstert so laut, dass ich problemlos mithören kann: „Der Sound ist total…

Von leeren Straßen und einer vollen Kneipe

Tiefschwarz und leer wie ein Höllenschlund in einem überdrehten Science-Fiction-Film liegt sie da. Die Autos, sonst dicht gedrängt im Halteverbot parkend, sind geflüchtet. Ein eisiger Wind weht durch die Görlitzer Straße, die Fahnen am La vie en Rose flattern hoffnungslos.…

Von einem leeren Laden

Ein trüber Herbsttag vermiest mir die Laune. Regentropfen klatschen fett in die Pfützen und auf meine Nase. Ich stülpe den Kragen hoch und eile durch die Straßen, dringende Besorgungen verhindern, dass ich zu Hause und im Sessel bleibe. Ein solcher…

Von kaltem Rauch und heißen Frauen

Aus den Boxen dröhnt der Techno-Sound. Kalter Rauch kriecht wie eine vielzüngige Schlange durch den Raum. Ein Podest, nicht besonders groß, nicht sehr stabil mittendrin. Oben drauf schwingt eine junge, etwas dralle Frau ihren Körper im Rhythmus der Musik. Ihr…

Von großen Ideen und kleinen Haken

„Von wegen Luft ablassen, anzünden müsste man die.“ Gregor, den ich im Oscar auf der Böhmischen Straße traf, war nicht so angetan von meinen Gedanken zum Parken in der Neustadt. „Diese Blechkarren stehen doch nur im Weg rum.“ Dabei hatte…

Von lauten Italienern und stillen Franzosen

„Mamma mia, Cazzo diablo, Oh Antonio“. Lautes und heiseres Geschrei schlägt an mein Ohr. Die Frauenstimme scheint sich vor Aufregung zu überschlagen, aber leider, ich verstehe kein Wort italienisch. Doch die Gesten sind eindeutig, dem Küchengehilfen muss etwas runter gefallen…

Von Hausbesetzern

Am Wochenende haben wieder mal ein paar Jugendliche Häuser besetzt. Mancher dachte schon, dieses Kapitel der Neustadt-Geschichte wäre seit ein paar Jahren endgültig geschlossen. Nun blüht er noch mal auf, der illegale und kriminelle Ruf der Neustadt. Ein Ruf, der…