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Neustadt-Geflüster

Dresden Neustadt von Anton Launer

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Das Neustadt-Geflüster von Anton Launer erzählt täglich frische Nachrichten aus dem Kneipen- und Szene-Viertel Dresden-Neustadt. Damit es nicht langweilig wird, werden diese mit Hintergründen, Albernheiten, Gerüchten, Klatsch, Tratsch, Tests und heißen Diskussionen aus der Äußeren Neustadt vermischt. Und natürlich gibt es hier die besten Informationen über die Bunte Republik Neustadt.

Droht coloRadio das Aus?

Der Krisenstab ist eingerichtet, plant derzeit kreative Protestaktionen: Wenn alles schief läuft, wird der Neustädter Sender “coloRadio” ab 2010 nicht mehr senden. Die Gründe dafür verstehen nur echte Experten.

coloRadio droht den Frequenzpartner zu verlieren: Apollo-Radio. Der Klassik- und Jazzfunk ist einst auf Druck der sächsischen Landesmedienanstalt (SLM) gegründet worden, um eine erfolgreiche Bewerbung des Hamburger Klassikradios in Sachsen zu verhindern. Seitdem sendet Apollo dahin, ohne jemals einen Cent verdient zu haben, finanziert von allen sächsischen Privatfunkgesellschaften. Eher ungern natürlich, das ganze ist Teil einer Vereinbarung mit der SLM. Medienexperten sagen “Frequenzverstopfung“ dazu, beobachten das auch in anderen Bundesländern. Die Begründung dafür ist fast immer gleich: Pflege des heimischen Medienstandortes, der gute, neue Arbeitsplätze garantiert.
Zwei Drittel der Dresdner Frequenzen nutzt Apollo für sich, 49 Stunden in der Woche gehören dem freien Sender „coloRadio“. Die Sende- und Leitungskosten trägt aber Apollo alleine. Auch Ergebnis eines Deals, den wiederum coloradio mit der SLM getroffen hat.

Streitpunkt sind die Sende- und Leitungskosten

„Daran soll sich auch nichts ändern“, so Nico Nickel gegenüber Neustadtgeflüster, der als Pressesprecher von Radio PSR auch Apollo vertritt. Allein der Klassikfunk sei das Problem. „Das Premiumprodukt“, so Nickel, werde seinen Gesellschaftern einfach zu teuer. Martin Deitenbeck, Sprecher der SLM, benennt konkret Radio Energy, die weniger Geld mit Werbung verdienten, weil sie weniger gehört würden und nun Apollo nicht mehr so stark bezuschussen wollten.

Handlungsoptionen für seine Behörde sieht SLM-Mann Deitenbeck nicht. Es ginge um einen Streit zweier Privatunternehmen: Den Apollo-Gesellschaftern einerseits und der Media-Broadcast in Bonn. Der Quasimonopolist bietet den Transport der Radiosignale zum nächsten Sendemast als Dienstleistung an und lässt sich das gut bezahlen. Derzeit werde wegen einer Kostensenkung verhandelt, so Deitenbeck zum Neustadtgeflüster. Scheiterten die Gespräche, könnte Apollo tatsächlich die Sendelizenz zurückgeben. Die Apollo-Sendezeit bliebe dann aus verschiedenen Gründen leer und coloRadio ohne Partner, der die Sende- und Leitungskosten übernimmt. Rund 40.000 Euro im Jahr, nicht zu machen, für einen Sender, der aus Prinzip nichts erwirschaftet.

Nickel: “Die Abschaltung wäre der worst, worst, worst, worst case”.

Ob Apollo sich aber tatsächlich selber abschaltet, „steht noch lange nicht fest“, so PSR-Sprecher Nickel. „Das wäre der worst, worst, worst case, den wir eigentlich nicht wollen“. coloRadio wappnet sich trotzdem und ruft seine Hörer und Hörerinnen zu gemeinsamen Aktionen auf. Wann, was losgehen soll, wird auf der Homepage bekannt gegeben.

59 Kommentare zu „Droht coloRadio das Aus?“
  • Vera sagt:

    Cool ist die Formulierung auf der Coloradio-Seite:

    ***Falls Dir etwas fehlen würde, wenn wir nicht mehr on Air sind***

    Da fallen mir spontan mindestens 2 Dinge ein:
    das Rauschen nach Apolloradio und die tollen Radiostimmen mancher Moderatoren, allem voran “Werner” oder “Theo” oder wie der heißt.

    Aber schön, daß wenigstens der Artikel v o r Abschaltung des Senders auf dessen Seite veröffentlicht wurde. Beim Programm ist es ja anders…

  • Im Prinzip ist es tragisch, wenn ein freier Sender zwischen (öffentlich-rechtlichen und privaten) Stühlen sitzt, doch der worst, worst, worst case sieht für mich so aus, dass bei coloRadio alles so weiterläuft wie bisher ;)
    Die vielen guten Sendungen bzw. deren Sendungsmacher werden nicht zuletzt durch verkrustete Strukturen bei coloRadio selbst immer wieder auf eine harte probe gestellt … und meist gewinnen die “Alteingesessenen” – den größten “Feind” von coloRadio findet man bei coloRadio selbst ;)

    In diesem Sinne – alles wird so wie es werden soll …

    Alles Gute all jenen, die Spaß und Freude am Radiomachen und -hören haben … Micha(el Winkler)

    PS: Für Lesefreudige – http://alg-dresden.de/seiten/coloradio.htm

  • K sagt:

    Tach,
    das sind ja nicht gerade erfreuliche Aussichten, hoffentlich wird es doch noch so wie es werden soll. Gutes Gelingen :)

    Ich würde gerne darauf nochmal eingehen:
    “Der Klassik- und Jazzfunk ist einst auf Druck der sächsischen Landesmedienanstalt (SLM) gegründet worden, um eine erfolgreiche Bewerbung des Hamburger Klassikradios in Sachsen zu verhindern”

    Gibt es dazu Quellen? Die SLM scheint ja nach Hörensagen ein ziemlicher Klüngelhaufen zu sein. Mal abgesehen von dem ganzen Stereotypen Arbeitsplatzgequatsche wäre mir ein “ehrlicher” Klassiksender, auch wenn er aus Moskau käme, immer noch lieber als ein lieblos hochgezogener lokaler Zwangsapparat.

    Gibt es denn vielleicht irgendein Wiki oder Blog das sich mit den Machenschaften des SLM und der Privat- und Ö/R-Sender auseinandersetzt?

    Grüße
    /k.

  • coloRadio = Verrücktenradio?

    Na hoffentlich ist bald schluß mit diesem Jammerspiel namens coloRadio.
    coloRadio ist ein linksextremistisches Propagandaorgan. Daran ändern auch die Feigenblätter diverser Musiksendungen nichts. Frei ist dieses Radio nur im totalitären Sinne, daß dort jeder frei seine Meinung sagen kann, solange sie mit der Hauptmeinung übereinstimmt.

    Ich war ein begeisterter coloRadiohörer von Anbeginn. Damals sendete man noch aus dem Pentacon. Es gab Sprecherinnen, die sich um eine klare und flüssige Aussprache beim Moderieren bemühten. Es gab Themen abseits vom mainstream. Es war hörenswert. Das änderte sich Mitte der 90er. Die Linken übernahmen das Steuer. Es wurden Säuberungen durchgeführt und das Niveau sank erheblich. Aber der Klassenstandpunkt war der richtige! (Die Qualifikation für die Sprecher war dann, mäglichst viel ähh, ähh zu sagen oder den Knopf für das Starten der Einspielung nicht zu finden. Das war dann immer sehr lustig!)
    Ich schaltete nur noch einmal im Monat am Donnerstagabend ein. Es wurde immer extremistischer. Linksextremistischer. Vor allem im “Magazin”. Stundenlang wurden kurdische Texte ohne Übersetzung verlesen, es gab Anleitungen zum Bau von Strassensperren und Mollis im Rahmen von Protestwochenvorbereitungssendungen und anderes Verwunderliches.
    Ein absolutes Glanzlicht produzierte coloRadio mit der telefonischen Liveberichterstattung zum “Infoladen”. (Wer sich nicht errinnert, das war, als die Polizei eine mutmaßliche linksextremistische Terrorbrutstätte durchsuchen wollte und dazu eine Hundertschaft Bereitschaftspolizei brauchte. ) Kann man das noch irgendwo nachhören?

    Ansonsten bleibt für einen nichtlinken Hörer wie mich nicht sehr viel Lohnenswertes in Errinnerung. Mechlabor sicher, Regionalhitparade vielleicht oder die Telefonate der GrünInnen direkt von der Stadtratssitzung eventuell. Aber sonst?

    Ruhe in Frieden, coloRadio!
    So wie Du jetzt bist, vermisst dich niemand wirklich. (Mit Aussnahme der Leute, die durch dich mit Steuergeldern gefüttert werden.)
    Für die Zukunft wünsche ich mir einen offenen Bürgerkanal, wo jeder der will, einen Beitrag senden kann. Solange dieser nicht gegen geltendes Recht verstößt, sollte es möglich sein.
    Aber die technische Entwicklung ist soweit fortgeschritten, daß eine herkömmliche Ausstrahlung eigentlich nicht mehr nötig ist. Im Internet picke ich mir heute schon die mich interessierenden Sendungen heraus – auch bei coloRadio.

    Ruhe in Frieden, coloradio und gib die Frequenz endlich für sputnik frei!

  • martin sagt:

    k@
    falls du noch ein paar Hinweise auf die von mir beschriebene Frequenzverstopfung brauchst, empfehle ich dir einen Blick in das apollo-impressum
    http://www.apolloradio.de/impressum.php
    Dort findest du drei Namen als GF, die allesamt wiederum GF anderer sächsischer Privatsender sind. Apollo machen sie nebenbei.
    Die Infos selber sind in Medienkreisen völlig umumstritten. Deshalb hat apollo übrigens auch praktisch keine Werbung für den eigenen Sender gemacht. Im Gegensatz zu allen anderen Sendern.

    Es gibt sogar eine lustige Paralelle zu dem eigentlichen Verlierer Klassik-Radio. Die haben ihren ersten Sender in Hamburg nämlich ebenfalls aufgrund der dortigen Standortpolitik bekommen, damals ganz ohne Ausschreibung, einfach so. Was natürlich nicht geht, aber dennoch geschehen ist.
    Woher ich das weiß, ich habe die Geschichte damals selber aufgedeckt, beschäftige mich seit Anfang der neunziger Jahre mit solchen Geschichten.
    Falls du mehr über die SLM lesen möchtest, speziell über die SAEKs und deren Verhältnis zur SLM empfehle ich dir das Radioforum. Unter dem Namen Hoetmar habe ich dort vor einiger Zeit lang und breit die Verbindungen zwischen SML und SAEK beschrieben. Die Reaktion war nicht positiv, was das ganze ja nicht falsch macht. Gerne mehr per PM

  • martin sagt:

    @kleingärtner

    Kleingärtner, ein linkes Radio dafür zu kritisieren, dass es links ist, ist irgendwie langweilig.
    Was die Qualität leider nicht weniger Sendungen angeht, stimme ich dir allerdings zu, sowohl technisch, als auch handwerklich. Mir tut das manchmal auch weh und denke definitiv, dass Sendungsbewußtsein allein fürs Radiomachen nicht reicht.

    Für mich als K-Kommunist, so sagtest du doch, ist es dennoch wichtig, dass es solch ein Projekt gibt, damit den Medien die deine schwarze CDU-Seele erfreuen, wenigsten ein bißchen was entgegengesetzt wird. Dafür ist es übrigens auch prima, dass es diesen Blog hier gibt :-) .
    Finde allerdings und kann das beurteilen, dass coloradio auch mit den derzeitigen Mitteln mehr aus sich machen könnte. Fürchte aber, es würde dir auch nicht gefallen. Bist als Rechter halt irgendwie nicht die Zielgruppe.

    PS: Hör mal wieder rein: Mechlabor gibt es noch

  • stefanolix sagt:

    Ich finde es richtig, dass sich Journalisten um die Umstände der Frequenzvergaben kümmern. Ich finde es andererseits nicht überraschend, auf welche Weise sie vergeben werden. Was erwartet man denn anderes, wenn man weiß, dass die Senderechte in einem föderalen System vergeben werden und dass dieses föderale System in den Händen der Parteien ist?

    Zweifellos sollen in einem Bürgerradio Linke (auch dezidiert Linke, auch K-Linke) zu Wort kommen. Das zählt zur Meinungsfreiheit. Aber ich lese da oben eigentlich »ColoRario« und nicht »DarkRedRadio«. ColoRadio würde für mich bedeuten, dass auch bürgerrechtliche und bürgerliche Themen eine Chance hätten.

    Zielgruppe eines Bürgerradios in einer Demokratie sollten alle Demokraten sein können. Denn nur durch unsere Verfassung ist ein solches Radio ja möglich.

    Welche Chance hätte ich denn, ein (aufklärendes) Feature über die Auswirkungen eines einheitlichen Mindestlohns auf die Wirtschaft einzureichen, das die Schlussfolgerungen ganz dem Hörer überlässt? Wahrscheinlich gar keine.

    PS: Ich würde gern mal ein richtig schönes K-Kommunisten-Stück von Dir lesen. Dachte nicht, dass es sowas noch gibt ;-)

  • Obelix sagt:

    Den Dudelkommerz schert die Kultur nicht – eine Abschaltung ist deswegen nicht unwahrscheinlich.
    Das einige meinen bei ColoRadio wird von “links” zensiert, entstammt wohl einem antikommunistischen Vorurteil oder auch der Feigheit sich -tatsächlich demokratisch – mit Argumenten auseinanderzusetzen und nicht qua monarchischen Regierungsakt Meinungen zu diktieren. Sendungen kommen in dem Radio immer gut an.
    Apropos Verfassung: Ohne den Schutz der Privatkommerziellen vor Piratensendern würde erstere wohl niemand mehr hören wollen.

  • Martin sagt:

    stefanolix@Na ja, das mit dem K-Kommunismus ist so eine Sache, meine allerdings nie gewesen, deshalb wäre es hier im Block mehr Folklore, als irgendwie sachdienlich. Tut mir leid. Als K-Kommunist musste ich mich kürzlich von Herrn Kleingärtner beschimpfen lassen, wobei natürlich klar ist, dass sein K ein anderes ist als meins.

    Zu deiner Frage der Ausrichtung von coloradio,
    ich gebe dir gerne recht, richtig einladend hört sich das nicht an und über die Meinungsvielfalt in manchen Ressorts ließe sich streiten.
    Ich halte es aber weiterhin für richtig, solch ein Radio explizit links auszurichten. Rechte Medien hat diese Stadt genug. Wenn du alleine daran denkst, dass der neue Brückenspezialist (Waldschlösschen) der SZ früher Lokalchaf in Pirna war, wo er wegen CDU-Nähe nach Freital strafversetzt wurde und jetzt in DD das Brückenthema bearbeitet.
    Es bleibt auch festzustellen, dass sich solch ein Projekt wie coloRadio weder an parteipolitischen Interessen (wie z,.b MDR) noch an kommerziellen Interessen (Private) orientiert.
    Nur dort erfährst du eine Demoberichterstattung nicht nach Lesart der Polizei, sondern aus Sicht der Demonstranten.
    Auch musikalisch haben dort Musiksendungen eine Chance, die anderswo aus Quotengründen auf dem Index stehen. Ich denke da speziell an eine Punksendung u.a.
    Fraglich ist allerdings, ob es nicht manchmal wünschenswert wäre, sich weniger an den eigenene subjektiven Interessen, dafür mehr an den Hörern zu orientieren. Da gibt es dringenden Nachholbedarf. Denn, bundesweit gesehen, gehört coloradio nicht zu den Top Ten der freien Radios. Das steht leider fest. Mein Tipp dafür: corax aus Halle, radio Z aus Nürnberg, Dreyeckland Freiburg und macnchmal Radio Blau aus Leipzig. Alle mit Internetstream.

    Bei aller berechtigten Kritik an Moderation, Sendequalität (für die coloRadio nichts kann) und sonstigen kleinen Ärgernissen, übernimmt dieses Radio die Funktion der Gegenöffentlichkeit, was kein anderes Hör- und Sehmedium macht. Deshalb ist es weiterhin unterstützenswert. auch wenn es manchmal verdammt weh tut.

  • stefanolix sagt:

    Oh, dann war das »K« also nur eine Idee des Herrn Kleingärtner. Tut mir leid, dass ich 1:1 auf den Text in Deinem Kommentar hin geantwortet habe, ohne Eure Vorgeschichte zu kennen.

    Woraus leitest Du bitte ab, dass Dresden genügend »rechte Medien« hätte? Kannst Du mal ein paar aufzählen, damit ich weiß, was Du als »rechts« einstufst?

    Wenn die »Sächsische Zeitung« jemanden wegen CDU-Nähe strafversetzt, was ist sie dann für ein Medium? Und die »DNN« sind allenfalls kleinbürgerlich und langweilig, aber doch nicht »rechts« …?

    Ein irgendwie liberal geartetes Medium kenne ich in Dresden überhaupt nicht (außer Blogs).

    Wenn ich Deine Beiträge hier so lese, wäre doch mal eine Webseite wie »dresdner-mediengeruechte.com« ganz interessant. Betrieben von einer vertrauenswürdigen Person und beherbergt im Ausland könnte die Seite Hinweise aller interessierten Beteiligten aufnehmen ;-)

    Selbst wenn die potentielle Zielgruppe des ColoRadio nur stramm linke Beiträge hören möchte (was ich noch nicht glauben mag): bei den Öffentlich-Rechtlichen ließe man diese Argumentation auch nicht durchgehen. Ein öffentlich gefördertes Radio darf nicht nur einer einzigen politischen Richtung Raum geben.

    Gegenöffentlichkeit in Sachen Polizei-Einsatz ist wichtig und gehört zur Kontrolle des Rechtsstaats dazu. Aber wirkliche Aufklärung wäre IMHO erst gegeben, wenn beide Seiten zu Wort kämen. Denn die Darstellung der Demonstranten ist naturgemäß immer entgegengesetzt subjektiv zur Darstellung der Polizei …

  • matahatari sagt:

    Für mich ist da zuviel Kult, und das hat nichts mit Kultur zu tun, das betrifft z.B. auch die Sprache. Man gibt sich cool und feiert sich selbst. Angesichts der Medienzensur eine vertane Chance, sich mit den Themen ernsthaft auseinanderzusetzen anstatt alles zu “zerlabern”. Ob man sich links gibt oder was auch immer, ist dabei sekundär. Schade eigendlich!

  • jane sagt:

    Sitzen die eigentlich noch im Hinterhaus der Jordanstraße 5? Hatte seinerzeit ne ganze Weile im Vorderhaus gewohnt gehabt. Nach Radio-Station sah das allerdings immer nicht wirklich aus ;)

  • martin sagt:

    stefanolix@

    K-Kommunist, macht nichts, ich kennen die Vorgeschichte auch nicht. Noch nicht mal wer sich dahinter verbirgt. Er hatte mich nur so beschimpft, weil ihm der Text über Vaatz nicht gefallen hatte.

    mediengerüchte: Warum Gerüchte? Der coloRadio-Text ist doch mit jeder Menge Statements belegt, von Gerücht kann da keine Rede. Und die Apollo-Entstehungsgeschichte ist unter Medienleuten mehr als bekannt. Sie mit Statements zu untermauern war nicht Thema des Textes. Kollege Launer erlaubt mir in seinem Blog zu schreiben, weil ich wie er das Geschäft professionell betreibe. Wenn das nicht stimmen würde, stünde es da nicht. Falls dich wirklich die gesamte Geschichte interessiert, sag Bescheid, ich erzähle sie dir gerne per PM. Hier ist sie falsch, hat nix mit der Neustadt zu tun.

    Rechte Medien in Dresden: Damit wir uns nicht mißverstehen, ich rede nicht von rechtsradikalen Medien, sondern von konservativen. Dazu zählt schon mal die DNN, sie hat bis vor einigen Monaten zum Teil dem Springer-Konzern gehört, nunmehr hat Madsack dort knapp 45 Prozent. Madsack gibt jede Menge Blätter in Niedersachsen heraus und gilt als sehr konservativ, obwohl auch die SPD-Anteile drin hat. Welche Ausrichtung die Union, Vorgänger der DNN, hatte, weißt du ja. Und das SPD durchaus konservativ sein kann, ist ja auch klar.

    Die Ausrichtung der SZ ist je nach Lokalteil unterschiedlich. Ich habe in Pirna einige Jahre gearbeitet, kann das deshalb ganz gut beurteilen. Rein Anteilsmäßig gehört ein Teil Gruner&Jahr, ein anderer auch der SPD-Holding. Der aktuelle Chefredakteur der SZ kommt von Springer. Etliche verantwortliche Redakteure im Hauptteil sympathisieren ganz offen mit der CDU. Das weiß im Haus jeder und wird auch nicht bestritten.

    Der Sächsische Bote gehört Springer, deshalb schreibt er auch so.
    Der Wochenkurier gehörte bis zum Verkauf vor ein paar Jahren der SZ.

    Mopo: Gehört denselben Firmen wie die SZ. Auf SPD-Kurs, weil sie auch politisch ein Gegengewicht zur Bild sein wollen. Das ist eine der Geschäftsideen

    Bild: Kennst du ja.

    Linksliberale Blätter:
    Die Stadtmagazine
    Z,b: Sax: Sie gehört mehrheitlich oder ganz, Karl Nolle, dem von der SPD. Er kümmert sich aber recht wenig ums tägliche Geschäft.

    MDR:
    Falls es dich interessiert, erzähle ich dir von jedem Mitglied des MDR-Rundfunkrates, welche Parteiinteressen er vertritt. Offiziel heißt es: Der Rundfunk ist parteipolitisch unabhängig. Deshalb sitzen dortgesellschaftlich relevante Gruppen wie. Volkssolidarität, Kirchen, Parteien etc. Welche Verbände dort allerdings vertreten sind, entscheidet der Landtag. Deshalb ändert sich die Zusammensetzung auch, wenn sich die Mehrheitsverhältnisse im Land ändern. Was selten passiert hier in Sachsen. Es ist tatsächlich so, niemand im Rundfunkrat sitzt dort ohne “Parteiticket”, wie es im Branchenenjargon heißt. Von Gerücht kann da keine Rede sein, eher von Wissen. Das ist bei den anderen Öff-Rechtl, nicht anders. Die sind alle fest in Parteienhand.

    bei Bedarf erzähle ich dir auch was über die privaten Radiosender. Das wäre jetzt zu viel.

  • martin sagt:

    jane@ja sie sitzen da noch und haben enorm renoviert, aktuelle Technik und recht gutes Material. Damit erklärt sich das manchmal komplizierte Programm nicht :-)

  • Dom sagt:

    @Kleingärtner: Danke, dem habe ich nichts hinzuzufügen… :)

  • stefanolix sagt:

    @Martin — aus Zeitmangel nur eine kurze Antwort, die nicht alles abdeckt: Ich kannte zwar als mündiger Medienkonsument die wesentlichen Eigentumsverhältnisse der vier großen Tageszeitungen, aber bezüglich der Stadtmagazine und der kostenlos verteilten Zeitungen [die ich alle nicht lese] habe ich etwas gelernt. Danke!

    Es wäre nett, wenn Du auch »konservativ« verwenden könntest, wenn Du das eigentlich meinst. Rechte Presse gibt es ja darüber hinaus, wenn auch nicht auf unserer lokalen Ebene.

    Mit Gerüchten meinte ich eigentlich solche Dinge wie »XYZ« wurde strafversetzt, weil … und bearbeitet jetzt … — keineswegs wollte ich Dich in den anderen Fragen als Gerüchtemacher hinstellen.

    Ich sagte es heute schon in einem Kommentar bei mir sinngemäß: In einer idealen Welt käme man ohne Eingriffe aus. Es gäbe genügend Frequenzen, es wäre keine Regulierung notwendig, es gäbe einen Pluralismus der Meinungen und eine Vielfalt der Anbieter, es gäbe lauter mündige Bürger.

    Wir wissen, dass die Welt nicht ideal ist. Das System der Vergabe von Frequenzen ist [soweit mir das bekannt ist] letztlich aus der Erfahrung der Weimarer Republik und des Dritten Reiches gewachsen: Rundfunk soll demokratisch kontrolliert werden. Und wie immer ist es keine perfekte Lösung, weil auch die Demokratie nicht perfekt ist.

    Aber wenn es nun aufgrund staatlicher Regulierung und durch Umverteilung von Ressourcen ein Bürgerradio gibt, dann muss es aus meiner Sicht auch pluralistisch im Sinne unserer Demokratie sein. Vertreter der Extreme müssen draußen bleiben, wenn sie gesetzwidrig agieren. Auch wenn die Aussagen der Beteiligten mit den Gesetzen vereinbar sind, müssen alle Sendungen an Regeln gebunden sein.

    Wenn es wirklich stimmt, dass ganze Sendungen in Kurdisch gehalten wurden, wäre das IMHO nicht akzeptabel, weil ja dann niemand mehr kontrollieren kann, was da über den Äther geht: extremistische PKK-Propaganda oder Kulturprogramm? Genauso wäre ich gegen eine Sendung in jeder anderen fremden Sprache außer den geläufigen Sprachen Englisch, Französisch und Russisch. Das Hauptprogramm müsste immer in Deutsch sein.

  • futur2 sagt:

    Zum einen ist es bedenklich wie hier mit Konstruktionen wie “extremistisch” hantiert wird. Die Formel des Extremismus eignet sich ja bestens, um eine vermeintlich „normale Mitte“ von ihren „Rändern“ zu trennen. Dort, wo Naziideologien zum Randphänomen erklärt werden und damit deren Verbindung zur bundesrepublikanischen Normalität geleugnet wird, dort gibt es auch keinen Platz für eine notwendige und berechtigte linke Kritik z.B. an institutionellem Rassismus in deutschen Gesetzen oder Behörden und alltäglichem Rassismus und Antisemitismus. Rechte Ideologie wird in diesem Zusammenhang zur Randerscheinung gemacht und die „demokratische Mitte“ kann sich ihrer moralischen Legitimation sicher sein.

    Zum anderen sind freie Radios zu allererst real existeriender Freiraum in Zeiten kapitalistischer Zeichenhohheit. Sie sind nicht ohne Grund Nachfolger von Piratensendern, die sich Gegenöffentlichkeit auf die Fahnen geschrieben haben. Deswegen sind die Vorwürfe die hier erhoben werden(rotfunk oder was auch immer da genannt wurde) fragwürdig, da sie die Geschichte freier Radios ignorieren.
    Im besten Fall ist freies Radio Ort von Fragestellungen: Es sind Projekte, die auf dem Feld öffentlicher Diskussion agieren. Und damit geht es um ganz andere Formen der Kommunikation, als das waren-förmige Angebot eines öffentlicht-rechtlichen MDR´s oder der Beliebigkeit Offener Kanäle. Sicher- die Praxis in den freien Radios hat mit diesem Anspruch oft wenig zu tun…aber das wiederum ist eine andere Diskussion. Hier geht es darum, die sowieso schon stattfindenden erheblichen Einschränkungen (schlechter Empfang, schlechte Sendezeiten) auf die Spitze zu treiben. Das ist absurd und unter demokratischen Gesichtspunkten absurd.

    ps: http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=30123

  • stefanolix sagt:

    In Dresden kann es ja schon mal nicht die gleiche Geschichte geben wie im Westen (Piratensender waren in der DDR ganz selten …) und ich sehe auch überhaupt nicht ein, warum »frei« gleich »links« sein soll. »Freies Radio« bedeutet für mich:
    - nicht kommerziell,
    - nicht parteigebunden,
    - basisdemokratisch organisiert,
    - ohne hohe Zugangsschwelle,
    - inhaltlich auf dem Boden des Grundgesetzes.
    In einem freien Radio muss nichts notwendigerweise »links« sein. Darunter fällt auch der Kirchenchor, der in keinem Sender eine Chance hätte. Darunter fällt ein Linux-Verein oder auch ein Verein für nichtkommerzielle LAN-Partys. Und auch ein Bildungsangebot in der Art der Wikipedia, aber als Radio-Feature. Wieso habt nur Ihr Linken das Recht, in einem Medium zu senden, das von der Gesellschaft ermöglicht wird?

  • futur2 sagt:

    - nicht kommerziell,
    - nicht parteigebunden,
    - basisdemokratisch organisiert,
    - ohne hohe Zugangsschwelle,
    - inhaltlich auf dem Boden des Grundgesetzes.

    –> mir ist aus der praxis der freien radios ehrlich gesagt kein beispiel bekannt, wo einer der punkte nicht “eingehalten” wurde … die häufig artikulierte kritik in freien radios bezieht sich auf die hiesigen kapitalistischen zumutungen, die meines erachtens nicht im grundgesetz verankert sind.

    nochmal: freies radio ist im besten fall diskursfeld in einer gesellschaft, die aufgrund ihrer warenförmigkeit diesen diskurs nicht mehr zulässt. freiraum.
    und in diesem sollte es eben auch möglich sein zu kritisieren, dass es nicht angehen kann, dass – wenn fragen aufgeworfen werden – die antworten meist schon mitgedacht sind, dass eine wirkliche neugier über etwas nachzudenken im freien radio – aus meiner wahrnehmung – sehr selten zu erkennen ist, dass freie radios zu einem hohen prozentsatz auf formate zurückgreifen, die schnell relativ akzeptabel funktionieren, die allerdings auch in jedem beliebigen privat-kommerziellen sender zu hören sind… usw usf.
    aber nochmal: das ist eine völlig andere diskussion – die notwendigerweise geführt werden sollte(und im besten fall in diesen freien radios) – als die, die es derzeit zu führen gilt. nämlich zu fragen, warum in sachsen – nennen wir es mal – “ehrenamtliches engagement” de facto delegitimiert wird.

  • stefanolix sagt:

    Ich habe gerade in ColoRadio gehört, dass die SLM die Frequenz nicht neu ausschreiben will — wohl laut einer Argumentation der SLM, dass ohnehin bald Digitales Radio käme. Frequenzen würden immer nur für acht Jahre ausgeschrieben. Man sagte auch, dass die Intention der FDP sei, die Frequenz trotzdem noch einmal auszuschreiben, auch wenn der UKW-Funk schon zeitiger auslaufen sollte.

  • Dom sagt:

    Wieso wird Freiheitseinschränkung immer mit dem Kapitalismus gleichgesetzt.
    Hat nicht unsere eigene Geschichte bewiesen, dass die rechten und linken Ränder die Freiheit der Bürger einschränkt und sie unterdrückt?

    Freie Radios und Presse sehr gern, aber linke oder rechte Propaganda mit “Fördermitteln” einer Gesellschaft, die “scheiße ist und abgeschafft gehört”…?

  • futur2 sagt:

    Vielleicht weil die Erkenntnis eine überzeugende ist, dass der Kapitalismus grausam ist und das er nicht erst seit der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise weltweit unvorstellbares Elend produziert. Verhungernde Kinder und unnötig leidende Kranke lassen die alltäglichen Zumutungen des kapitalistischen Alltags hier fast als Luxusprobleme erscheinen, aber die soziale Unsicherheit produziert auch diesseits von Obdachlosigkeit und Armenspeisung, die in der BRD zur Normalität gehören, die Anpassung an einen scheinbar endlos steigenden Leistungsdruck bis zum burnout – dem Tod durch Arbeit. Solche Gedanken werden auch bei Coloradio gesendet (etwa in einem Arbeitskritischen Magazin)…

    Bemerkenswert auch noch einmal die Logik der „Extremismusformel“ die hier aufgemacht wird – nach der es den demokratischen Verfassungsstaat gegen politische Extreme zu verteidigen gilt.
    Auch wenn diese Formel seit Jahrzehnten aufs wissenschaftliche und politische Abstellgleis gehört, dient sie als Handlungs – und Diskussionsgrundlage, wenn es darum geht, politische Aktivitäten von all jenen zu delegitimieren, die zentrale Elemente der Naziideologie ablehnen, sei es das Leitbild einer ethnisch homogenen Volksgemeinschaft oder der Ruf nach dem autoritären Staat.

  • stefanolix sagt:

    Ich kann es nicht mehr hören und nach mehreren »futur2«-Kommentaren geht mir einfach der Hut hoch!

    Es wird mit solchen Äußerungen jeder Fortschritt negiert, den wir seit 1989 durch die Marktwirtschaft (vulgo: Kapitalismus) haben. Jeder Fortschritt im Gesundheitswesen, jeder Gewinn an neuen Kommunikationsmöglichkeiten, jeder Gewinn an Lebensqualität und Lebenserwartung — viele andere Punkte könnte ich ergänzen.

    Wer heute vor einem modernen Rechner mit einem Breitband-Anschluss sitzt und mit der ganzen Welt kommunizieren kann, hat so einen unendlich großen Gewinn gegenüber 1989 — dank Wettbewerb und Marktwirtschaft. Nichts davon hätten wir im Sozialismus gehabt! Und auch ein freies Radio wäre völlig undenkbar gewesen!

    @Futur2 & Co.: Bleibt meinetwegen in Eurer selbstgewählten geistigen Isolation, aber schreibt nicht über Arbeit, wenn Ihr nichts mehr davon versteht oder noch nie etwas davon verstanden habt! Tut mir leid für den Ton, aber irgendwann geht selbst mir als eigentlich ruhigem Menschen der Hut hoch, wenn ich solche Tiraden lese …

  • futur2 sagt:

    Falls das tatsächlich ein Argument gewesen sein soll: Hier geht es nicht um jenen Staat, der die Jugend in Massenorganisationen uniformierte und militarisierte, der den Massen ein kritisches Denken versagte, den “Arbeiter und Bauern” eine politische Mitsprache nicht zutraute,… nein hier geht es um Radios, die sich – im besten Fall – als Ort von Fragestellungen begreifen, mehr noch, ihre Legitimation rührt daher: Ohne Bezahlung agierende Kommunikationspartner haben eine andere Motivation als Verlautbarung – sie agieren auf einem Feld des Mankos – dem Feld öffentlicher Diskussion und öffentlicher Fragestellungen. Wenn du lieber den Fortschritt des Kapitalismus feiern möchtest; gern. Allerdings ist doch die Frage, ob bei dieser Zumutung nicht auch kritische Stimmen den Versuch starten sollten dies zu verneinen – oder ob ich dies von vornherein ausschließen möchte. Letzteres versucht die SLM derzeit – nicht ohne Erfolg, wie auch hier zu lesen ist.

  • stefanolix sagt:

    Nein, ich bejuble überhaupt kein System. Demokratie hat ihre Fehler und Marktwirtschaft hat ihre Fehler. Ich sehe allerdings weit und breit keine Alternative, also werden wir wohl die Marktwirtschaft sozial gestalten und die Demokratie weiterentwickeln müssen. Du hast in Deinem Kommentar den »Tod durch Arbeit« postuliert, konkret hieß es

    »die Anpassung an einen scheinbar endlos steigenden Leistungsdruck bis zum burnout – dem Tod durch Arbeit«

    und darauf bin ich eingestiegen. Aber mir scheint, hier ist kein Dialog möglich und in der Tat wollen Leute, die so etwas in die Welt setzen, wohl eher senden als eine fundierte andere Meinung empfangen. Sonst könnte man nämlich anführen, welche enormen Fortschritte auch die Arbeitswelt in den letzten 20 Jahren (der Marktwirtschaft in Sachsen) gemacht hat.

  • Anton Launer sagt:

    Kapitalismuskritik im Neustadtgeflüster. Bedeutet das im Umkehrschluss, dass in der Konkret bald Kneipennews von der Planwirtschaft stehen? @ Futur2: Nicht der Kapitalismus ist grausam, Menschen sind es, ganz egal, in welchem Gesellschaftssystem.

  • stefanolix sagt:

    Ich kann diese Ausführungen nicht als »Kritik« wahrnehmen, denn Kritik sollte das Ergebnis eines intensiven Denkprozesses sein. Wer ernsthaft solche Aussagen über die Arbeit [im Jahr 2009, in diesem Land] in die Welt setzt, hat sich vielleicht an einer billigen Polemik versucht, aber noch lange keine Kritik geübt.

  • futur2 sagt:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,653226,00.html

    mal so als beispiel. zum thema tod durch arbeit. kommen wir zurück zu coloradio?!

  • stefanolix sagt:

    Jedes Mobbing-Opfer auf der Welt ist ein Opfer zu viel. Doch bei den Verdachtsfällen in Frankreich geht es nicht um »Tod durch Arbeit«, sondern Tod durch mobbende Menschen. Ich hoffe, dass die Fälle rechtsstaatlich aufgeklärt werden.

    In den Medien wird diese Information nicht unterdrückt, man findet sie in Boulevarmedien wie SPON und auch in seriösen Medien. Was Du als Inhalt für ein »arbeitskritisches Magazin« beschrieben hast, halte ich nach wie vor für eine reißerisch aufgemachte Übertreibung.

    Wenn sich ein Handwerker diese Argumentationen vom »Tod durch Arbeit in der Marktwirtschaft« anschauen würde, dann würde der sich wahrscheinlich an den Kopf greifen. Vielleicht sollten manche Leute vor lauter »Arbeitskritik« den Blick in die reale Arbeitswelt nicht vergessen … ein sehr großer Anteil der Beschäftigten arbeitet dort jeden Tag gern und gut.

  • Tobsucht sagt:

    Könnte man mal langsam zum eigentlichen Thema zurückkehren?

  • Martin sagt:

    stefanolix@Da muss ich jetzt aber mal einschreiten. Ich habe als Wessi ja die “Annehmlichkeiten” des Kapitalismus jetzt 45 Jahre geniessen würden und denke, es hätte nicht sein müssen. Bei aller Kritik an coloRadio, das dort ab und an tatsächlich noch die Systemfrage gestellt wid, halte ich für enorm wichtig, obwohl ich nicht immer zu den gleichen Ergebnissen komme, wie die Sendungsmacher. Sich zudem ein Denkverbot aufzuerlegen, weil es ja nichts anderes gibt, geht doch ein bißchen zu kurz.
    In meiner Jugend habe ich mit die Grünen gegründet und das deutlich als Kapitalismuskritik verstanden, weil die den Kreislauf des ewigen Wachstums durchbrechen wollten. Das war damals wie heute nötig.
    Gerade freie Radios haben den Vorteil, solche Fragen tatsächlich thematisieren zu können, ohne den Rundfunkrat auf dem Hals zu haben. Es geht um Gegenöffentlichkeit, um die Stimme all jener, die in den anderen Medien nicht oder kaum vorkommen. Aus politischen (Öff-Recht) und kapitalistischen (Private) Gründen. Das dazu auch die scheinbar unpolitische “WLAN-Party” etc gehört, glaube ich allerdings auch und würde da coloRadio auch kritisieren. Aber sicher nicht für eine fundierte Kapitalismuskrtik. Die gibt es nur da und das ist gut so.

  • stefanolix sagt:

    Versteh mich bitte nicht so, als ob ich Kritik an der Marktwirtschaft unterdrücken wollte. Aber ich stelle den Anspruch, dass auch alternative Meinungen zu dieser vernichtenden Kritik in ColoRadio einen Platz finden müssten, weil die Lebenswirklichkeit der meisten Menschen gute und gern gemachte Arbeit enthält.

    Ich habe nichts gegen Zukunftsvisionen und diskutiere auch gern über Alternativen. Aber man kann nicht in der Gegenwart leben und gleichzeitig irgendwelche utopischen Maßstäbe an eben diese Gegenwart anlegen.

    Wenn ich diese Diskussion über »Kapitalismuskritik« und ColoRadio lese, dann denke ich nämlich an Dürrenmatts treffendes Zitat: »Von der Welt, wie sie ist, leben sie; von der Welt, wie sie sein sollte, nehmen sie die Massstäbe, die Welt zu verurteilen, von der sie leben.«

  • Funkloch sagt:

    ich finde ja theoriediskussionen appart, aber sind sie in dem bezug wichtig? ist es wirklich so, dass freies resp. linkes radio eine weltanschaulich umfassende positionsbestimmung meint und vorraussetzt?
    ich denke eher nein. es geht m.e. um den schlichten versuch, in einem medium das sender-empfaenger-schema aufzuweichen, was dabei direkt bedeutet, den produktionszusammenhang von information in der buergerlichen gesellschaft zu pervertieren. aehnliches laeuft hier und anderswo in irgendwelchen blogs. man mag es fuer antiquiert halten, sich an so etwas armseligen, wie den frequenzen 98,4 und 99,3 mhz in dd abzuarbeiten. falsch ist aber, wie hier mehrfach getan, ein radio, welches hoererinnen selbst gestalten dafuer zu schelten, dass man selbst nicht mitmacht und mithin dinge kommen, die einem nicht passen oder den eigenen delikaten qualitaetsanforderungen nicht entsprechen. diesseits des hervorbringens dessen, was einige hier belaecheln stellen sich dann ganz andere fragen und ergeben sich auch andere wahrnehmungen. ich finde bspw. dass es viele sendungen gibt, die eben gerade nicht “links” in hier vorgestelltem sinn sind, die nicht kritisch sich mit ihrer zeit auseinandersetzen. und: die hervorbringung von radio als etwas GEMEINSAMES ist immer defizitaer. es gibt also mehr oder weniger gute sendungen aber leider nur eine ahnung davon, was coloradio als EIN radio sein koennte. dies wuerde erfordern:
    - das mehr leute radio machen
    - das leute ueber die motivation und die zeit verfuegen, sich einer programmatischen auseinandersetzung zu stellen
    - das aufgehoert wird, sich am konsuminterface (ein)gaengiger medien zur orientieren und abzuarbeiten
    - das ein raum geschaffen wird, in dem sich menschen (journalistisch) berufliche referenzen schaffen koennen, damit sie dies nicht bei coloradio tun muessen

  • stefanolix sagt:

    Ich weiß nicht, in welchem Sinn »respektive« hier verwendet wird, aber freies Radio ist für mich als Verteidiger des Pluralismus nicht linkes Radio und auch nicht Radio unter einem anderen festgelegten politischen Einfluss.

    Es ist selbstverständlich, dass wir alle durch unsere Steuern und Abgaben die öffentlichen Straßen und Plätze [den öffentlichen Raum] mit erhalten und ihn deshalb nutzen. So haben eigentlich auch Vertreter aller verfassungskonformen Richtungen das Recht auf eine Beteiligung an einem freien Radio.

    Und jetzt zu den Punkten, wo ich Dir zustimme: Das klassische Sender-Empfänger-Schema sollte in der Tat in Frage gestellt werden — analog zu unserem Bloggen und Kommentieren hier im WWW sollte es auch eine möglichst freie und lebendige Beteiligung an einem Radiosender geben.

    Dazu passen: die Medientheorie von Hans Magnus Enzensberger und andere emanzipatorische Ansätze. Nur finde ich es vermessen, diese Emanzipation nur Linken zuzugestehen und nicht Bürgerrechtlern, Liberalen oder undogmatischen Christen, um nur einige zu nennen.

    Bei meinen ColoRadio-Tests habe ich natürlich auch unpolitische Themen gehört. So hat z.B. ein junges Mädchen minutenlang und monoton Covertexte über eine Punkrockband vorgelesen. Nichts gegen die Musik, das Mädchen war auch sicher ein glühender Fan der Band, aber sie hatte sich offensichtlich überhaupt nicht vorbereitet und Gedanken über die eigene Rezeption waren nicht erkennbar.

    Ich würde z.B. mit freiheitlichen Themen oder anderen Themen meines Blogs keine Chance bei ColoRadio bekommen. Völlig unabhängig von Personen (ist ja egal, wer die Themen einreicht) ist es dann eben kein Pluralismus mehr.

    Der letzte Absatz ist interessant. Meinst Du wirklich, dass man sich über ColoRadio Referenzen verschaffen kann?

  • stefanolix sagt:

    Ich habe mir das Programm jetzt mal eine Stunde angehört. Ganz selbstverständlich vorgetragener Linksextremismus wurde durch geschmackloses Nachtreten gegen den toten NPD-Politiker Rieger abgelöst.

    Es war naiv, im Zusammenhang mit diesem Sender auf irgendeine Art von Pluralismus zu hoffen. Vielleicht gründet sich ja irgendwann in Dresden mal ein Radio, das wirklich für Bürger und wirklich pluralistisch sendet.

  • funkloch sagt:

    @stefanolix: hab erst jetzt deinen comment vom 2.11. gesehen. wie stellst du dir pluralismus vor? ist das was, wo (wie du es nennst) “linksextreme” nicht zu wort kommen? sollte man die totenruhe wahren gegenueber menschen, die gerichtsnotorisch behauptet haben, bestimmte menschen seien eben einfach weniger wert und durchmischung des “gesunden volkskoerpers” ein verbrechen? feine idee das!

  • stefanolix sagt:

    Über Tote sagt man entweder nichts oder gutes. Wenn hämisch gegen einen Toten nachgetreten wird, dann sagt das immer mehr über den Nachtretenden als über den Toten aus. Das gilt generell für jeden Toten — auch für den, der Zeit seines Lebens rassistische oder neonazistische Meinungen vertreten hat.

    Nachdem ich das damals kommentiert habe, wurde übrigens auch noch ein Song gespielt, den Antideutsche und englische Ultras zum sogenannten German-Bashing verwenden. Ein ausgewogenes Programm sieht anders aus.

    Pluralismus: Sachliche linke Diskussionsbeiträge gehören genauso dazu wie liberale, christliche oder grüne Themen. Wichtig ist mir, dass ein freies Bürgerradio, das mit den begrenzten Ressourcen der Gesellschaft senden kann, nicht auf eine politische Richtung beschränkt bleibt.

    Ich bedaure, das so offen sagen zu müssen, aber in dieser einseitig linksorientierten Form halte ich den Sender für verzichtbar. Und meine Beobachtungen habe ich gemacht, nachdem der Sender auf der Kippe stand. Vielleicht wäre es ja gerade dann mal an der Zeit, durch Qualität zu überzeugen.

  • stefanolix sagt:

    Ich habe mir heute eine halbe Stunde Informationssendung »zip-fm« angehört (die von einem freien Radio aus Marburg zur Verfügung gestellt wurde). Ein einziger Beitrag war objektiv recherchiert. Es war ein Beitrag über einen Juristen, der die Verfolgung durch die Nazis überlebt hatte und nach 1945 im Westen als Staatsanwalt tätig war. War in Ordnung und interessant: »Fritz Bauer – deutsche Justiz und Naziverbrechen nach 1945«.

    Die anderen Beiträge waren prinzipiell parteiisch angelegt. Vom dem journalistischen Prinzip, dass man in der Berichterstattung immer beide bzw. mehrere Seiten berücksichtigen soll, war überhaupt nichts zu hören. Die Journalisten fungierten in Interviews im wesentlichen als Stichwortgeber, eine »andere Seite« kam nie zu Wort; sie wurde nicht einmal erwähnt.

  • funkloch sagt:

    ich denke, es gibt zwischen journalistischen standards und pluralismus einen unterschied. ersteres meint, dass man die exquisite sprecherinnenposition als journalistin nicht zu lasten von irgendwem ausnutzen sollte. zweiteres meint, dass erstmal nahezu alles gehoer finden sollte. jeder pluralismus kennt natuerlich ausnahmen, sollte sie wohl auch kennen.

    aus deinen texten laesst sich schliessen, dass du den deutschlandfunk wohl magst. mag ich auch. was dich an ihm wohl weniger stoert als mich ist, dass ganz ganz viele dinge im deutschlandfunk einfach nicht stattfinden. wenn in wuppertal stimmung gegen “zugereiste muellfledderer” gemacht wird, oder ein haus besetz wird, oder eine massenabschiebung von vietnamesinnen ablaeuft, oder gerade mal ein putsch war, oder so. ich bekomme viel information, keine begegnung. meinung ist da auch ohne ende (etwa in den vielen wirtschaftssendungn) aber nie explizit.

    nun gab es irgendwann brechts radiotheorie ( http://de.wikipedia.org/wiki/Radiotheorie ), die meinte sowas haengt mit der seltsamen verteilung der rollen zwischen sender und empfaenger zusammen und die meinte, wenn man diese rollen unterliefe, waere emanzipatorisch was gewonnen. und nun gibt es immer noch leute, die auf der idee des “hoererinnen machen radio” eben selber machen und dabei auch irgendwie selbstverwaltung als einen anderen modus von produktion im blick haben. in diesem modell kommst du mit deiner kritik aus blick der konsumentinnen schlicht nicht vor. schade vielleicht fuer dich.

    im uebrigen bin ich einer der drei, die die fragliche sendung mit dem rieger-bashing gemacht haben. es war bestimmt nicht unsere beste, aber das mit dem rieger war schon ok. ausserdem war das lied vom oeffentlich rechtlichen geklaut. ich mag engagiertes radio. ich finde im uebrigen, dass coloradio gar nicht so links ist, wie du tust. es gibt eine menge von unpolitischen sendungen und ganz nebenbei auch guten journalismus, selbst in unserer sendung. dass ich in augen mancher leute “linksradikal” bin, aendert nichts an der tatsache, dass auch meine position in der buergerlichen oeffentlichkeit einen platz beanspruchen kann.

    was soll der lange text? – bitte hoer auf, auf dieser konsumentinnenschiene zu quengeln. komm auf die jordanstrasse, mach selbst radio, setz dich mit sendungsinhalten und -gestaltung solidarisch und kritisch auseinander. das ist es, was freies radio sein soll und kann. du wirst dabei sehen, dass es gar nicht so einfach ist und dass viele urteile, die du hier in den raum stellst, zumindest knapp vorbei gehen.

  • stefanolix sagt:

    Ich hatte ja bereits am 25. Oktober 2009 die Medientheorie von Hans Magnus Enzensberger (Medienbaukasten) erwähnt. Das geht ja auf Brecht zurück. Ich habe mich schon länger mit dieser Theorie befasst und bin nicht auf der »Konsumentenschiene«

    Einige Teilnehmer in der Diskussion um ColoRadio sagen, dass ColoRadio links sein müsste, weil die »Mainstream-Medien« quasi rechts seien oder weil in ihnen linker Inhalt unterdrückt werde.

    Aber in keinem bestehenden Radiosender kann der Hörer die Rolle des Konsumenten verlassen. Es kann nur einen einzigen Sender dieser Art in Dresden geben, weil Frequenzen und Geld beschränkte Ressourcen sind.

    Die Frequenz »gehört« allen Bürgern gemeinsam, sie ist eine gemeinsam genutzte Ressource [vergleichbar: Nutzung der Allmende]. Weitere Radiosender sind auch aus finanziellen Gründen nicht möglich.

    Wenn es also nur einen einzigen Sender gibt, in den man sich mit eigenem Inhalt einbringen kann, dann stelle ich zuerst den Anspruch: dieser Sender muss pluralistisch sein. Dieser Anspruch kommt nicht aus einer Konsumentenhaltung. Der emanzipatorische Ansatz eines freien Radios muss allen offenstehen, die inhaltlich auf dem Boden des Grundgesetzes stehen.

    Mehr später, ich muss heute arbeiten …

  • randOM sagt:

    Habe nicht die ganze Diskussion gelesen, was ich aber noch nachholen werde. Lustig finde ich wie immer den Disput um “links” und “rechts”. Warum können wir nicht akzeptieren, dass es Linke und Rechte gibt. Ich bezeichne mich als Linken und wenn sich jeamnd als Rechten bezeichnet, dann weiß ich in etwa, wo er steht. Ist doch eh nur eine Grobsortierung. Ich kann ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, warum bei den Meisten sofort die Assoziationskette Links=Kommunist=Stalinist=Gulag-Rechtfertiger und Rechts=Faschist=Nazi=KZ-Gutfinder greift. Extremismus als Dauerzustand in den Köpfen. Eine “unbefleckte”, “reine” Idee gibt es schon längst nicht mehr. Das gilt genauso für jede Art religiöse Strömung… Also bitte immer schön den Ball flach halten.

    PS: Was ist eigentlich ein K-Kommunist? Ich bin mal wieder so naiv.

  • torsten sagt:

    @ Stefanolix:
    > Wenn es also nur einen einzigen Sender gibt, in den man sich mit
    > eigenem Inhalt einbringen kann, dann stelle ich zuerst den Anspruch: > dieser Sender muss pluralistisch sein. Dieser Anspruch kommt nicht
    > aus einer Konsumentenhaltung.
    >Dieser Anspruch kommt nicht aus einer Konsumentenhaltung.

    Gut gebrüllt. Wie viele Sendungen hast Du bei Coloradio schon gemacht?
    Vielleicht gehst Du ja einfach mal vorbei und wunderst Dich, wie relativ einfach es sein kann, sich dort mit eigenem Inhalt einzubringen.

  • torsten sagt:

    zur Klage über subjektiv recherchierte Beiträge auf Coloradio fällt mir ein Argument aus dem Positivismusstreit ein: Wertfreiheit in der Wissenschaft ist nicht möglich, da ein Wissenschaftler nicht objektiv sein kann. Ist auch unnötig, weil es andere Wissenschaftler gibt, die mit ihren subjektiven Ergebnissen “das Ganze” wieder einigermaßen grade rücken.
    Stelle ich mir beim Journalismus ähnlich vor. Objektivität ist ne dämliche Illusion (so wie dieser Satz) und Coloradio Subjektivität vorzuwerfen kann dann nur Resultat kritischen Engagements sein.

  • torsten sagt:

    “…Resultat eines FEHLENDEN kritischen Engagements sein.” ist natürlich gemeint.

    (hat das fehlen gefehlt – hihi;)

  • stefanolix sagt:

    @Torsten: Könnten wir das an anderer Stelle weiterdiskutieren? Es ist inzwischen schon ein sehr alter Thread, das Thema wird sehr speziell und wir sind hier nur zu Gast.

  • torsten sagt:

    was heißt alter Thread? Mein Vorredner postete am 14.12. es geht nach wie vor um Coloradio und klar sind wir hier zu Gast, aber ich vertraue darauf, dass sich der Gastgeber sich schon melden wird, wenn ihm was nicht passt.

    Was ich aus Deinen Beiträgen zu Coloradio rauslese ist ‘ne Menge Unkenntnis über Coloradio und darauf aufbauend Urteile über Coloradio.

  • Anton Launer sagt:

    Von meiner Seite her ist das kein Problem, das hier weiter zu diskutieren. Es kommen immer mal wieder Leute auf diesen Artikel.
    Anton

  • stefanolix sagt:

    Danke für das Angebot. Aber Torsten hat ja die Diskussion heute nachmittag bereits beendet;-)

  • Ich war ja gespannt auf die Mobilisierungskampagne der Leutchens vom Sender. Aber laut Aussage auf der coloradio-Site wurden schon 1435 Unterschriften für den Erhalt abgegeben. Wenn man jetzt noch die 150 Leute abzieht, die grundsätzlich für alles unterschreiben/die Schüler sind/ die gefaked sind, dann hat man ziemlich genau die Anzahl der Stammhörer.
    Für mich ist die Sache klar. Das große öffentliche Interesse am Erhalt vom jetzigen coloradio war nur behauptet. Nicht mal in dieser existenzbedrohenden Situation wurde ein kreatives, radiogemäßes, funkensprühendes Fass aufgemacht, um die Massen zu mobilisieren. Stattdessen wurde in guter sozialistischer Manier auf “die da oben” gehofft. Ganz der Staatsgläubige, der man als Sozialist eben ist.
    Ich frage mich, warum ich enttäuscht bin. Wahrscheinlich, weil ich die heimliche Hoffnung hatte, daß eventuell noch Reste eines intelligenten Widerständlertums vorhanden wären. Aber vor lauter Reportagen über kommunistische Kaziken in Peru hat man eben keine Zeit, sich was einfallen zu lassen.

    “It’s time to change!” sagte ein berühmter Freidensnobelpreisträger. Halten wir uns dran!

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich