Willi Weise – nur 53.000 Stimmen fehlten zum Sieg
Das wohl einzige Wahlplakat hängt mittlerweile schlaff im Wind, droht bald auf den Boden zu fallen. Irgendwie hat es nicht geklappt mit dem Durchmarsch von Volkmar Lukas Welke zum Direktsieg in unserem Wahlkreis. Er ist für das “Projekt Willi Weise” angetreten und Arnold Eugen Hugo Vaatz von der CDU knapp unterlegen. Um gute 53.000 Stimmen oder knapp 35 Prozent. Selbst die SPD hat mehr Stimmen bekommen als Welke. Weniger Zulauf hatte nur noch die MLPD: Nämlich 436. Die kompletten Wahlkreisergebnisse gibt es hier.

Nicht nur der Wahlfahne an der Bautzner Straße mangelt es an Stabilität
Mit Welke und seinen bundesweit rund 300 anderen Freunden sollten eigentlich “Wille und Weisheit” in den Bundestag einziehen”, so Welkes politischer Ziehvater, Friedrich Schönbeck, der das “Projekt Willi-Weise” gegründet hat und einem “Kuratorium Neue Demokratie” vorsteht.
Willis Niederlage wird die Republik verkraften. Denn das Projekt ist reichlich obskur. Vordergründig geht es um bedingungsloses Grundeinkommen, Direkte Demokratie, keinen Fraktionszwang, am besten gar keine Parteien, so Schönbeck in einem selbst inszenierten Interview für einen esoterischen, schweizer Internetsender namens Alpenparlament.TV .
Demokratie nach Friedrich Schönbeck
Doch hinter den Kulissen hat Willi Weise “sektenartige Züge”, glaubt der Berliner Politikwisenschaftler Nils Diederich und beruft sich dabei unter anderem auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die jeder “Willi” unterschreiben muss: Dort heißt es unter anderem: “Ich akzeptiere – ohne Ausnahme – in Streitfällen alle Entscheidungen des Ältestenrates … Vorerst übernimmt der aus den drei ältesten Mitgliedern des KURATORIUM NEUE DEMOKRATIE, Berlin gebildete Ältestenrat diese Funktion. Ich halte mich an die Entscheidungen des Ältestenrates, auch wenn sie mich persönlich treffen. Der Ältestenrat ist die Institution innerhalb der Volksbewegung Willi Weise, die autorisiert ist, solchen Personen die Mitwirkung zu verbieten und sie auszuschließen, welche die Willi-Weise-Bewegung schädigen. Nicht zuletzt ist dabei an verdeckte Quertreiber und Maulwürfe gedacht, die als Störer von oppositionellen Kräften – oder gar als “Bewährungshelfer“ von “höchsten Stellen“ – eingeschleust sind”.
Weiße Oberhemden sind für alle Pflicht
Auch optisch ist Linientreue angesagt. Alle Willi Weise-Kandidaten müssen ein weißes Oberteil als Erkennungsmerkmal tragen. Außerdem kostet die Mitgliedschaft beim Projekt richtig Geld. Bewerber müssen sie sich von “Willi Weise” schulen lassen und einen Jahresbeitrag von mindestens 120 Euro zahlen. Sollten sie gewählt werden, müssen sie pro Stimme außerdem einen gewissen Betrag an das “Kuratorium Neue Demokratie” zahlen, dessen Gründer natürlich Schönbeck ist. Die Kandidaten sollen außerdem dafür sorgen, dass alle Mitwirkenden in speziellen Diskussionszirklen “Regiowirs” genannt, mindestens einen Euro pro Monat an das Kuratorium entrichten. Wie weit Schönbeck das Geld allerdings eintreibt, ist strittig. Mehrere Weise behaupten, noch nie einen Cent gezahlt zu haben. Kuratoriumsgründer Friedrich Schönbeck streitet ebenfalls alle Zwänge für die Kandidaten ab: “Wir können denen nichts vorschreiben. Bei uns ist alles locker”, so Schönbeck gegenüber der Presse.
Optisch erinnert Schönbeck an Mosi Mooshammer
Die freut sich immer, wenn Schönbeck mal wieder ein neues Projekt auf den Markt wirft, weil das für Schlagzeilen sorgt. Vor der Willi-Idee hatte er sich dem Islam verschrieben, ausgerechnet zu Beginn der islamischen Revolution im Iran, fuhr er im VW-Bus 5000 km quer durch die gesamte Türkei und über die türkisch-iranische Grenze bis nach Teheran”, ist auf der Seite muslim-markt.de zu lesen, wo sich auf ein bemerkenswertes Interview mit Schönbeck findet, das keine Frage offen lässt.
Danach ist er wohl 1937 im tschechischen Aš geboren, weshalb er sich auch kurzfristig Friedrich von Aš genannt hat, um “stets daran zu erinnern, dass Millionen unschuldiger Menschen ihre Geburtsheimat verlassen mussten und müssen, weil irgendwelche Größenwahnsinnige -wie Hitler oder Busch-Kriege führen”, so Schönbeck. Studiert hat er Volkswirtschaft in Darmstadt und danach eine “Hohe Schule für creatives Management” in Ulm gegründet. Woher Schönbeck den Professorentitel hat, war übrigens nicht zu ermitteln. Nachfragen des Neustadtgeflüsters an seine verschiedenen Institute und Verlage blieben unbeantwortet.
Noch 2007 erinnert Schönbeck fatal an Mosi “Mooshammer”, Gott hab ihn selig. Mittlerweile ist er allerdings rasant ergraut. Politisch steht der Professorer der Tauschmarkttheorie von Silvio Gesell nah und hält sich ansonsten für einen “Mitschreiber und Verkünder” neuer Wahrheiten, die ihm irgend eine höhere Instanz einflüstert: “Ich handle nicht im göttlichen Auftrag”, so Schönbeck auf muslim-markt.de ganz bescheiden. “Ich bin kein Prophet, sondern ich habe lediglich aufgeschrieben, was mir an einem einzigen Tag diktiert wurde….” “Grünes Land” nennt sich das Werk und kostet 7 Euro plus Porto. Interessenten empfiehlt das Neustadtgefüster das 14tägige Rückgaberecht.



Sehr geehrter Redakteur,
dieser Beitrag ist so tendenziös geschrieben, dass ich mich frage, ob hier “nur” gravierende berufliche Versäumnisse oder gar andere Hintergründe vorliegen.
Wer die Kandidaten von Willi Weise persönlich kennt, weiß, dass dies engagierte Bürger sind, die eine wirkliche politische Veränderung in dieser Republik wollen.
Sehr geehrter Herr Weishaupt,
danke für das Feedback und den Besuch der Seite.
Das mit Objektivität ist ja so eine Sache, wie sie wissen. Denke und das ist sicher auch der Stil in diesem Blog: Was gesagt werden muss, sollte auch gesagt werden. Und das ist die Performance von Willi Weise, sagen wir mal: “Suboptimal”.
Das die Kandidaten des Projektes tätsächlich Veränderungen wollen, glaube ich Ihnen gerne. Sie sind auch bitter nötig. Aber glauben Sie wirklich, dass es Veränderungen nach Art von Herrn Schönbeck bedarf? Auch die Thesen des Kandidaten unseres Wahlkreises werfen doch einige Fragen auf und ich fürchte nicht nur bei mir.
mit freundlichem Gruß,
der Autor
Hallo Herr Launer,
Sie häufen eine Menge Unsinn an. Wann habe ich mich jemals Prof. genannt? Bitte um Ihren Nachweis. Ansonsten sind Sie ein Miesmacher, ohne Kenntnisse. Zum Glück sind Sie unbedeutend, denn sonst müßte ich Sie beim Staatswalt wegen wissentlicher Verleumdung anzeigen. Es ist einfach zu viel falsch in Ihrem Pamphlet. Ihre Schreibkünste sehe ich jedoch gnädig, denn Wühlmäuse – wie Sie – sind auch ganz süße Viecher. Viel Glück weiterhin für Sie beim Versuch, der Welt Klarheit zu verschaffen. Sie tun mir leid, denn Ihre Bosheit muss sich notgedrungen irgendwann auf Ihre Gesundheit auswirken. Ich bete für Sie.Gruß Schönbeck.
PS Sollten meine Zeilen nicht als Gegendarstellung veröffentlicht werden, muss ich sie in die große weite Welt des Internets stellen (1,6 Millionen Besucher auf williweise.de)
Sehr geehrter Herr AS Schönbeck,
sollten Sie tatsächlich höchstselbst auf diese Seite gefunden haben, erfüllt mich das mit großer Freude.
Schade, dass meine Kontaktversuche während der Rechereche unbeantwortet blieben, aber Sie hatten ja wahrscheinlich viel zu tun.
Wo Sie recht haben, haben Sie recht. Tatsächlich sind es wohl andere in den verschiedenen Blogs, die in Ihnen einen Professor sehen. Zwischen Wirklichkeit und Legende können ja bekanntlich Welten liegen. Sie selber wollen ja eher eine Art Verkünder von Weisheiten sein, kein Professor im akademischen Sinne, da sollten wir schon bei den Fakten bleiben.
Deshalb habe ich mir erlaubt, den Absatz als korrigiert zu kennzeichnen, sonst schreibt noch jemand ab.
Vielen Dank, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, uns auf den Lapsus hinzuweisen. Wir revidieren das gerne.
Hoffe, dass ich damit auch meiner Gesundheit gedient habe und danke, dass Sie mich in ihre Gebete aufgenommen haben.
Der Autor
Der Autor.
Es ist doch so dubios wie lachhaft.
Sagen nicht diese Worte Welkes alles?
“Folgende Stichworte passen zu mir:
Bachblüten, [...] Inflation, [...] Reichtum, [...] Weisheit [...]”
- Den anderen Firlefanz dazwischen mal weggelassen. Da muss man sich schon fragen: geht’s noch?
hört, hört.
Sieht aus, wie wenn Sie in ein ziemlich skurriles Wespennest gestochen hätten. Wer als Antwort auf so einen Artikel die Worte Miesmacher, Pamphlet, Wühlmäuse, Staatsanwalt, Bosheit und beten so gekonnt aufeinanderquetschen kann, tut dies nicht zum ersten Mal.
Die einen freuen sich über Triebabfuhr, andere über Unterhaltung und dritte über Traffic (und creatives-management.com ist tatsächlich sehenswert für Leute die skurriles im Internet mögen), also kann sich ja niemand wirklich beklagen.