Von rotlaubigen hochgeasteten Gehölzen

Gestern Abend in der Martin-Luther-Gemeinde: Alaunplatz, die dritte – nur ein paar wenige Neustädter verirrten sich hierher, um den Ausführungen des Landschaftsarchitekten Ulrich Krüger und der Stadtgrünamt-Mitarbeiterin Halina Starkloff zu lauschen. Nach einer kurzen Ausführung zum gesamten Platz, dessen Umgestaltung aber noch nicht auf der Tagesordnung steht, kam der Architekt zur wesentliche, der südöstlichen Ecke.

Planungsskizze für die südöstliche Ecke.

Planungsskizze für die südöstliche Ecke. Anklicken zum Vergrößern.

In der Mitte des Geländes soll ein Boule-Platz entstehen, der von einseitig angeschnittenen Hecken umgeben werden soll. Neben diesem Platz sollen Trinkbrunnen errichtet werden, die Finanzierung ist allerdings noch nicht gesichert. In den Eingangsbereichen stellt sich der Architekt Pflastermosaike vor, die an Teppichmuster angelehnt sind. Außerdem soll es gummierte Sitzgelegenheiten geben, die wären unverwüstlich und würden auch starkem Vandalismus standhalten.

Anschließend erörterte Herr Krüger, welche Bäume eingesetzt werden könnten, am Rande sollten rotlaubige hochgeastete Gehölze stehen, die den Blick in den „Park“ erlauben, obendrein aber ein hübscher Farbtupfer seien. Dann stellte er mehrere Bäume vor, die infrage kommen könnten. Die Rede war von der Felsenbirne, dem Eisenholzbaum, dem Trompetenbaum, dem Amberbaum und dem Nymphenbaum. Die bestehenden Bäume, im Plan mit dunkelgrün gekennzeichnet sollen erhalten bleiben. Die Hecken könnten Weißdorn, Duftjasmin oder Kranzspiere sein. Besonderheit, sie sollen nur auf einer Seite beschnitten werden, um zum Beispiel dem Boule-Platz einen Rahmen zu geben, auf der anderen Seite dürfen sie sich frei ausbreiten. Von länglichen Strukturen mit Heckenelementen war nicht mehr die Rede.

Nach Herrn Krüger trat Frau Starkloff ans Pult und verkündete, dass demnächst die Planung dem Orstsbeirat vorgestellt würde, im August mit dem Bau begonnen werde und im November der Platz fertig gestellt sein könnte. In der Zwischenzeit bleibt der Kindergartenzaun stehen und die Fläche wird begrünt.

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11 Kommentare für “Von rotlaubigen hochgeasteten Gehölzen

  1. taiga wutz
    20. Januar 2011 um 13:57

    joah, find ich in ordnung. insbesondere die trinkbrunnen sind ne prima geschichte. seh ich das richtig, dass der bouleplatz etwas erhöht angelegt wird (stichwort „böschung“)?

  2. David
    20. Januar 2011 um 15:50

    Lächerlich. Langweilig. Eine Billigvariante.

    Gummierte Sitzgelegenheiten. Bin mal gespannt, wie lange die der UV-Strahlung stand halten…und wer diesen Müll am Ende entsorgt.

    Hecken zum dranpinkeln. Klasse!

    Der Platz hätte weitaus besser genutzt werden können.
    Ein rundum und oben geschlossener Metallkäfig für Ballsportarten und zwei, drei Tischtennisplatten sowie BBQ-Plätze hätten dem „Park“ echt gut getan.

    Dass hier unfähige Leute und Sparer am Werk sind war ja schon an der „Sanierung“ der Wege zu sehen. Immerhin haben diese ja dann auch ganze 3 Monate gehalten. Vielleicht werden ja auch hier wieder vollkommen ungeeignete 1€ Jobber zum Wege- und Bouleplatzbau verdammt…

    Abseits der Touripfade darf man in meiner Heimatstadt nichts mit Zukunftswert und Qualität erwarten. Wahrscheinlich werden wieder nicht genügend Mülleimer (und Bänke) aufgestellt werden….

  3. 20. Januar 2011 um 16:53

    @ David: Wenn es nach mir ginge, würde es einen Weg von der Kamenzer/Ecke Bischofsweg geben. Dazu zu den bestehenden, noch ein paar Bäume der gleichen Art mehr und entlang des Weges, die eine oder andere Parkbank und sonst Wiese.

    Warum muss immer alles durchgestaltet sein?

  4. S.Ebnitzer
    20. Januar 2011 um 20:50

    Man kann aber auch alles schlecht reden…
    …besser an schöne Hecken pinkeln und mehr, als mitten auf die Wiese.
    BBQ wird sowieso auf dem ganzen Platz betrieben und gummierte Sitzgelegenheiten ziehe ich auf jeden Fall einem geschlossenen Metallkäfig vor, zumal auch Ballsportarten: s.o..

    Anton: So wie du dir es vorstellst soll es doch weitestgehend werden, oder?

  5. buxi
    20. Januar 2011 um 22:51

    eben, es wird ja kaum „gestaltet“. nur: der heutige weg westlich des kitazauns ist weg (meine protokollstrecke). der wichtige diagonalweg plus boulesandkasten ist eigentlich für 10-15 TEuro drin, fragt sich die mordssumme von 300000 euro. ein viertel geht bestimmt schon verpuffend in die gehälter des planungsbüros sowie den rechtlichen rotz. diese verschwendung ist echt traurig. die kohle reicht als bausumme ja sogar noch für die herrichtung des russensportplatzes. und nur nebenbei: ein ballspielplatz ist wegen (angeblichen) lärms nicht drin. sofort kämen ungezählte wutbürger aus der kamenzer gekrochen.

  6. David
    20. Januar 2011 um 23:02

    Konstruktiv ist Ihr Beitrag, S. Ebnitzer mitnichten. Daher wundert es mich nicht, wenn Sie viel Spaß beim krabbeln auf dem Gummi und beim Pinkeln an die Hecken haben.

    Notwendigkeit für eine öffentliche Toilette besteht im Park nicht nur für Hunde, aber damit tut sich ganz Dresden schwer. Aber das ist ein anderes Thema.
    Naja, vielleicht verstehen Sie es wenn Sie beim Heckenbepinkeln über eine Tretmine rutschen oder beim räkeln auf der gummierten Sitzgelegenheit von einem Fußball am Kopf getroffen werden.

    @Anton: Ich brauch es nicht immer durchgestylt, hätte mir aber einfach mehr erwartet – immerhin war es dir ja wert, davon zu berichten.

    • 20. Januar 2011 um 23:43

      @ David: Wenn der Alaunplatz umgepflügt wird, ist das immer einen Bericht, in diesem Fall wohl sogar ein halbes Dutzend Berichte, wert. Ich würde es da eher mit buxi halten. Und wenn ich an die Umfrage denke, der größte Teil der Befragten wünschte sich doch, dass alles so bleiben soll, wie bisher. Oder wie es so schön auf der Seite der Stadt heißt: „Wichtig ist es dabei, den Charakter des Parks zu erhalten nach dem Motto: Weniger ist mehr!“ Quelle

      @ S.Ebnitzer: Es wird deutlich mehr gestaltet, Boule-Platz, Lümmel-Gummi-Schräge und halbe Hecken. Klingt für mich eher nach „Mehr ist mehr!“

  7. S.Ebnitzer
    20. Januar 2011 um 23:50

    Herr David, ich muss ein ähnliches Kompliment zurückgeben und noch ein’s d’raufsetzen: Sehr unqualifiziert!
    Ich habe wirklich noch nie von jemand gehört, der Hecken kritisiert hat, weil man d’ranpinkeln kann. Also besser gar keine Parks [gestalten]?
    Und weiter: Man kann doch nicht mit dem Argument Sitzgelegenheiten ablehnen, weil einem ein Ball an den Kopf fliegen könnte.
    Übrigens: Wie mein Name schon flüchtig andeutet, wohne ich um die Ecke und leide zudem noch nicht an fortgeschrittener Blasenschwäche.

  8. sylvia
    21. Januar 2011 um 08:09

    Ich würde mich allein schon darüber freuen, wenn die Hundekotbeutel regelmäßiger & dem Bedarf entsprechend aufgefüllt würden…ich habe im Laufe der 10 Jahre Neustadtlebens festgestellt, dass ich bei weitem nicht mehr die einzige bin, welche die Hinterlassenschaft ihres Hundes beseitigt…)

  9. Dom
    22. Januar 2011 um 12:17

    Ach ja, im Nachhinein meckern und alles besser machen können. Wie hat Anton so schön geschrieben:

    „nur ein paar wenige Neustädter verirrten sich hierher, um den Ausführungen des Landschaftsarchitekten Ulrich Krüger und der Stadtgrünamt-Mitarbeiterin Halina Starkloff zu lauschen.“

    Wenn ich mich recht entsinne, gab es auch vorher Treffen, wo man Ideen und Meinungen äußern konnte. Ich glaube kaum das dort mehr Anwohner waren…

  10. B. Oehmsche
    22. Januar 2011 um 17:59

    Bouleplatz find ich gut, dem Trinkbrunnen gebe ich maximal drei Tage Lebensdauer… Von den Planern sicher „nett gemeint“, aber haarscharf an den Realitäten vorbei.

    Wie weit Phantasie und Wirklichkeit auseinanderdriften können, sieht man sehr deutlich am Beispiel der sog. „Bunten Ecke“: Toll geplant, grauslig umgesetzt, Chance vertan. Trinkbrunnen nach kurzer Zeit voller Kippen und unbenutzbar.

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