Langsambäcker arbeiten nach Omas Rezepturen

Schling´ nicht so! Kau´ langsam! Iss vernünftig! So etwas sagen manche Eltern zu ihren Kindern, dabei ist das total uncool. Aber womöglich richtig, denn mit Begriffen wie Genuss, Gesundheit und Lebensqualität können die lieben Kleinen wenig anfangen. Schon gar nicht mit Slow Food, obwohl das „in“ ist. Jedenfalls aus Sicht der Klosterbäckerei Seidel. Die wird in der ersten Novemberwoche neben der Kronen-Apotheke (Bautzner Straße 15) einen Laden eröffnen, in dem es ausschließlich Slow Food gibt.

In der Bautzner Straße 15 wird bald ein Slow-Food-Bäcker einziehen.

In der Bautzner Straße 15 wird bald ein Slow-Food-Bäcker einziehen.

Die erste Slow-Food-Bäckerei Mitteldeutschlands kommt damit in der sächsischen Landeshauptstadt an. Geschäftsführerin Monika Seidel sagte dem Neustadt-Geflüster, dass in ihrer Klosterbäckerei ausschließlich mit natürlichen Zutaten gearbeitet und „wie bei Oma“ gebacken wird. Zusatzstoffe mit den sogenannten E-Kennzeichnungen und Vorprodukte wie Puddingpulver und Mehlmischungen sind bei den Seidels tabu. Auch Tiefkühlware nutzen die Klosterbäcker nicht. Und ihr Brötchenteig kommt erst nach 16 Stunden Ruhezeit im Kühlraum, die Monika Seidel zufolge nur eine besondere Weinhefe erträgt, in den Backofen.

„Wir suchen zur Zeit einen Fleischer, der unseren Ansprüchen gerecht wird“, sagt die Geschäftsführerin des Betriebs, der vor einem Jahr via Urkunde vom „SlowBaking – Backen mit Zeit für Geschmack e.V.“ bestätigt bekam, dass er den Langsam-Bäcker-Regeln gerecht wird. „Richtig dicke Schnitten mit Frischkäse“ will sie im Bäckereigeschäft an der „Bautzner“ verkaufen, natürlich auch Slow-Food-Kuchen. „Da kommt keine Margarine rein und kein Sahnesteif“, sagt Monika Seidel. Auch Stollen will das Geschäft anbieten und selbst da soll der Teig ausschließlich aus natürlichen Zutaten bestehen und slow gebacken werden.

Der kleine Laden bekommt ein Kaffee mit 14 Sitzplätzen und einen Steinbackofen. Ein einfaches Slow-Food-Doppelbrötchen wird voraussichtlich 50 Cent kosten und Monika Seidel will in den ersten vier Wochen selbst hinter der Ladentheke stehen, um zu sehen, wie ihre Idee in der Neustadt ankommt.

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14 Kommentare für “Langsambäcker arbeiten nach Omas Rezepturen

  1. dana
    24. September 2010 um 13:09

    klingt super, da bin ich aber gespannt.

  2. Someone Else
    24. September 2010 um 13:16

    man, ist das hip und total cool, da werden sich unsere „slow-food-live-fast“-yuppies aber freuen!

  3. 24. September 2010 um 13:27

    Das nenne ich mal fortschrittlich, besonders die Öffnungszeiten am Samstag in den drei Filialen: Nossen, Wurzen und Mochau. Da bekommt frühes Aufstehen endlich wieder einen Sinn ;)

  4. HM
    24. September 2010 um 13:39

    Ah, danke für die Aufklärung. Hab mich schon gewundert, warum dort so fleißig gebaut wird.

    Bäcker kann man nie genug haben.

  5. robicon
    26. September 2010 um 23:40

    Endlich jemand, der der Verschwörung der raffinierten perfiden Teiglinge, die sich verschworen haben um die Weltherrschaft an sich zu reißen, couragiert entgegentritt!

  6. Someone Else
    27. September 2010 um 00:24

    (ironie) jetzt haben wir einen slow-food-bäcker und ein feng-shui-haus, fehlt eigentlich nur noch ein fachhandel für morgenurin. (/ironie)

  7. 27. September 2010 um 00:43

    Mhm. Lustig:

    # ohne chemisch-synthetische Zusatzstoffe
    # ohne künstliche Farbstoffe
    # und ohne künstliche Aromen.

    Es ist sozusagen noch sehr viel Spielraum. Bei „natürlichen Aromen“ zum Beispiel…

    So schön es auf den ersten Blick klingt: immer das Hirn angeschaltet lassen beim Lebensmittelkauf…

    Ich staune immer wieder, was es für Vereine gibt…

  8. 27. September 2010 um 10:11

    mjam

  9. Knut
    27. September 2010 um 11:00

    Total neu. Als ob es so etwas in der Neustadt nicht schon gäbe.
    Es gibt etliche Bäcker, die nach Familienrezepten backen und sogar SB-Bäcker, wie BackWerk backen ausschließlich mit natürlichen Rohstoffen: BackWerk

    Man muss eben nur eine Nische finden, um entsprechendes Klientel mit diversen trendy Schlagworten anzuziehn. Klappt ja meist ganz gut.

    Interessant finde ich außerdem die Tatsache, daß die Prüfung und das Siegel durch einem eigens dazu gegründeten Verein durchgeführt und vergeben werden. Putzige Idee mit der Schnecke.

    Empfehle das neue Buch von Thilo Bode und wachen Verstand. Dann klappts auch mit der Ernährung, ohne sich ganz große Bären aufbinden zu lassen.

  10. Stefan
    27. September 2010 um 12:20

    Nicht alle „Slow-Baker“ sind, oder besser waren, zufrieden mit dem Verein: Siehe hier.

  11. 27. September 2010 um 17:37

    Ich wünsche der Klosterbäckerei Seidel viel Erfolg, denn eine Slow Baking Zertifizierung ist sehr schwer und immer noch was besonderes!

  12. düske
    21. November 2010 um 04:06

    oberquatsch. ich geh zu walther, da schmecken die brötchen und auch der kuchen und die literarische weihe hamse auch. wer zum

  13. düske
    21. November 2010 um 04:07

    autschfadenverlorenundentergedrückt. ;-)

  14. suse
    16. April 2011 um 13:02

    Naja, soo besonders lecker sind die sachen da nicht, ob sie gesünder sind kann ich nicht sagen, aber der Name Slow ist Programm, hab neulich echt eeeewig gestanden, um ein paar Brötchen zu kaufen.

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