Drei Demonstrationen

Am Freitag gab es am Nachmittag und Abend insgesamt drei Demonstrationen in der Neustadt. Am Nachmittag haben rund 250 Menschen gegen die Abschiebung der armenischen Familie (Neustadt-Geflüster vom 19. September 2017) demonstriert. Die zehnjährige Tochter der Familie gilt immer noch als vermisst, die Mutter befindet sich im Krankenhaus, der Vater und die beiden Söhne wurden inzwischen nach Armenien abgeschoben.

Pfeifkonzert auf Alaunplatz

Am Abend gab es eine Kundgebung, zu der die sogenannte Heidenauer Wellenlänge aufgerufen hatte. Vor Ort waren zehn Anhänger der Wellenlänge und ungefähr 150 bis 200 Leute, die gegen die Kundgebung protestierten. Eröffnet hat die Veranstaltung Madeleine Feige, die nicht nur Pegida-Rednerin, sondern auch gut mit der Identitären Bewegung und der sogenannten Anti-Antifa verbandelt ist. Ihr Co-Redner war Bernhard Wedlich, AfD-Vize in der Sächsischen Schweiz. Auch er hat sehr engen Kontakt zur Anti-Antifa und auch zu Tatjana-Festerling. Gegen die Anti-Antifa wird derzeit ermittelt, der Sächsische Verfassungsschutz bezeichnet diese Gruppierung als Neonazis.

Polizeikette vor AfD-Rednerin

Polizeikette vor AfD-Rednerin

Ein Konzept war bei den Reden der Beiden nicht erkennbar. Wedlich mühte sich, Parallelen zu den Demonstranten aufzubauen, die er offenbar im linksextremen Bereich vermutete. Man sei doch schließlich auch gegen die Regierung. Feige griff in ihren Redebeiträgen die Schlagworte der Gegendemonstranten auf und beschwerte sich über die Einschränkung ihrer Meinungsfreiheit. Umfangreich ließ sie sich über das Phänomen Straßenbahnstreicheln aus.

Lautstarker und bildlicher Protest gegen die Kundgebung.

Lautstarker und bildlicher Protest gegen die Kundgebung.

Gegen Ende der Kundgebung gelang es einem der Gegendemonstranten in eine Art Diskussion einzusteigen. Er fasste die einstündige Kundgebung so zusammen: „Sie haben kein Konzept, Sie haben nichts zu sagen. Sie haben auf nichts antworten.“

Nach einer Stunde war die Kundgebung beendet. Der Gegenprotest blieb friedlich, die rund 50 eingesetzten Polizisten konnten wieder abrücken.

Mehr als 1.000 bei Dresdner Radnacht

Die dritte Demonstration durchquerte zwar nur die Neustadt, war dafür mengenmäßig die Größte. An der ersten Dresdner Radnacht nahmen mehr als 1.000 Radfahrer teil. Bis auf einen Unfall im Waldschlösschentunnel soll alles glatt gelaufen sein. Mitfahrer berichteten von guter Stimmung und viel Licht an den Rädern.

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14 Kommentare zu “Drei Demonstrationen

  1. Max
    23. September 2017 at 23:17

    Was denn für ein Unfall war das denn?

  2. 23. September 2017 at 23:24

    Soweit ich bis jetzt weiß, ist ein Frau gestürzt. Weitere Einzelheiten sind mir derzeit noch nicht bekannt.

  3. Sebastian
    24. September 2017 at 09:47

    …“Mitfahrer berichteten von guter Stimmung und viel Licht an den Rädern“… ähm ja Nachts ist es laut StVO ja auch nur vorgeschrieben Licht am Rad zuhaben. Hier hätte die Polizei locker die Kosten dieser Demo durch Fahrradkontrollen und Ordnungsgelder wieder reingeholt.

  4. keks
    24. September 2017 at 13:03

    @sebastian
    ich habe den eindruck, dass wenn du und deine kameraden demonstrieren und dann jemand kommt und von dir verlangt in irgendeiner form für die einsatzkosten aufzukommen, du dann ganz andere töne spuckst. dann geht wie immer das große geheule los…
    aber hauptsache man kann unbegründet über andere hetzen.

  5. Horst
    24. September 2017 at 13:49

    Es waren sicher nicht mehr als 10 Polizisten im Einsatz. 3 auf Motorrädern und ein paar Streifenwagen. Dazu ein Rettungswagen mit 2 Sanitätern. Die Kosten dürften sich daher in Grenzen halten. Jedes Fußballspiel und jeder Pegidiotenspaziergang dürften teurer sein.
    Aber ist ja auch Wurst. Es gibt das Recht auf freie Meinungsäußerung. Das schließt auch das Recht auf Schutz durch die Staatsmacht ein.

  6. Alauner
    24. September 2017 at 17:46

    Wo hat Sebastian denn bitte gehetzt? Ist es jetzt neuerdings erlaubt ohne Licht zu fahren wenn man das Ganze als Demo vermarktet? Wo genau war da überhaupt der Demonstrationsgedanke?

    Zu den Bildern: Schlimm wie die Leute ihre Kinder für ihre scheinheilige Politik instrumentalisieren.

  7. keks
    24. September 2017 at 20:20

    die unterstellung, dass die radfahrdemonstranten alle vorschriftswidrig ohne licht fahren kann mensch getrost als hetze bezeichen. nebenbei gilt die stvo bei demonstrationen nicht zwangsläufig…

    das du dich beschwerst ist, bezüglich des zweiten teils deines kommentars bisschen scheinheilig, findest du nicht?

  8. Klaus W.
    24. September 2017 at 22:18

    @Horst: Fußball kenne ich, aber was bitte sind „Pegidioten“ und dann noch auf Spaziergang? Habe ich da als MDR-Konsument was verpasst?

  9. Pitti
    26. September 2017 at 07:54

    @ Klaus W.

    Ja, das hast Du. Aber nicht, weil Du den MDR konsumierst, sondern weil Du Dich so erfolgreich unwissend stellst, dass Du Probleme hast, die Medieninhalte einzuordnen.

    Zu Deiner Info: „Pegidioten auf Spaziergang“ meint einen wöchentlichen Aufmarsch von Rassisten und Fremdenfeinden, der seit 3 Jahren in Dresden stattfindet. Dieser ist übrigens weltweit bekannt und wurde oder wird noch von einem mehrfach verurteilten Straftäter angeführt, der sich meist im Ausland aufhält.

  10. g.kickt
    27. September 2017 at 09:26

    @Alauner:
    Pass ma uff Du Kunde,

    Erstens: ist schlimm! schon von uns besetzt, möcht ich mir verbitten, bitte.
    Zweitens: Was ist scheinheilig (alleine die Wortwahl schon, da wird mir schlecht…) daran, mit Kindern für deren einzige Möglichkeit mobil zu sein zu demonstrieren? Bei dir geht das Recht auf Mobilität wohl erst mit Erwerb des FÜHRERscheins los, ja?
    Hast Du A mit deinem A schonmal auf nem Fahrradsattel gesessen? Ja? Wann war das?

    Schlimm! das es Pfosten gibt, die allen Ernstes das Recht auf (sicheres) Radfahren in Frage stellen. Wenn wir bald an der Macht sind werdet ihr alle nach Amsterdam abgeschoben und dort interniert! Dein Name steht ganz oben auf der Liste mein Freund…

  11. MASE
    27. September 2017 at 11:11

    @g.kickt
    pass DU ma auf, du:

    das bezog sich auf die – seiner meinung nach – linksgrünversiffte DEMO gegen die abschiebung – vorschnelle netz trollerei hier, so schwach…

  12. Rothenburger
    27. September 2017 at 21:34

    MASE SUPER!

  13. Lenbach
    27. September 2017 at 23:03

    Macht der „g.kickt“ jetzt auf Ökofaschismus?

    Wenn wir bald an der Macht sind werdet ihr alle nach Amsterdam abgeschoben und dort interniert! Dein Name steht ganz oben auf der Liste mein Freund…

    Das soll wahrscheinlich „witzig“ rüberkommen, aber wer Deine sonstigen Kommentare kennt, weiß das schon einzuordnen.

  14. g.kickt
    28. September 2017 at 11:26

    „Macht der „g.kickt“ jetzt auf Ökofaschismus?“
    Eindeutiges JA!

    @MASE:
    Was ist bitteschön „linksgrünversifft“? Das soll bekifft heißen, oder was?

    Selbst wenn Du Recht haben solltest mit der Annahme, dass sich Dingens Kommentar auf die Abschiebedemo bezog (wofür ich keinen Aufhänger sehe, egal) ist es nicht legitim, die Kinder die bis Dienstag letzter Woche noch mit den abgeschobenen Kindern das Klassenzimmer teilten, mit zur Demonstration zu nehmen? Oder dürfen jetzt nur noch Hooligans ihre Kinder mit zur Demo schleppen?
    Was habt ihr für Probleme? Sind inzwischen schon alle, die nicht wie ihr für die Alleinherrschaft des Autos, die neoliberale Wirtschaftspolitik und geschlossene Grenzen stehen „vogelfrei“?
    Scheinbar schon, deshalb Mauer wieder hoch, dann könnt ihr hier schön in eurer rechtsbraunverkackten, menschenverachtenden „Ideologie“ dahinsiechen.
    Auf die endgültige Spaltung DEUTSCHLANDS! Prost!

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