Fünf Fragen an Tilo Kießling (Die Linke)

Tilo Kießling ist Direktkandidat der Partei „Die Linke“ im Wahlkreis Dresden II – Bautzen II, zu dem auch die Dresdner Neustadt gehört. Eine Chance, in den Bundestag einzuziehen, hat er ausschließlich über die Erststimme. Denn wie schon vor vier Jahren steht er nicht auf der Landesliste seiner Partei.

Tilo Kießling ist Jahrgang 1970, Geschäftsführer der gemeinnützigen Kinder- und Jugendhilfegesellschaft „Roter Baum“ mbH und seit 1995 Stadtrat in Dresden.

Die Online-Journale Neustadt Geflüster und Pieschen Aktuell haben acht Bewerber um das Direktmandat zum Interview eingeladen. Sieben Antworten liegen bereits vor. Hier Teil III unserer Serie.

Ein Teil Ihrer Wähler wohnt in der Dresdner Neustadt. Wenn Sie einem Ihrer künftigen Bundestagskollegen den Stadtteil kurz beschreiben sollten, wie würden Sie sich ausdrücken?

Der Stadtteil mit einem Superwahlergebnis für „Die Linke“.

In der vergangenen Legislaturperiode wurde die Mietpreisbremse eingeführt, in Dresden kam diese nicht zum Einsatz. Dennoch gibt es etliche Mieter, die auch hier über zu hohe Mieten klagen. Was wäre aus Ihrer Sicht ein angemessener Mietpreis und was sollte Ihrer Meinung politisch dafür getan werden?

Die Vermieterlobby sorgt auf allen Ebenen dafür, dass die Gewinne der Wohnungsunternehmen hoch bleiben. Eine Stimme für „Die Linke“ ist eine Stimme gegen diese Vermieterlobby. Hier ein kleiner Teil unserer Vorschläge für bessere Mieten: Die Mieten sind zu hoch. Mieterhöhungen stoppen!

Wir wollen die „Mietpreisbremse“, die sich für den Schutz der Mieterinnen und Mieter als untauglich erwiesen hat, durch eine echte Mietpreisbremse ersetzen, die flächendeckend, bundesweit, unbefristet und ausnahmslos gilt. Bis zu ihrer Einführung wollen wir ein Moratorium für Mieterhöhungen, d. h. bis dahin werden Mieterhöhungen ausgeschlossen. Keine Mieterhöhungen ohne Verbesserung des Wohnwertes! Vermieter können lediglich den Inflationsausgleich umlegen.

Der Mietspiegel darf kein Mieterhöhungsspiegel sein. Alle Mieten müssen in die Berechnung einfließen und nicht nur die der letzten vier Jahre. Für Städte ab einer bestimmten Größe werden Mietspiegel verpflichtend. Die Kommunen erhalten hierfür finanzielle Unterstützung durch den Bund.

Vermieter, die gegen den Mietendeckel verstoßen, müssen bestraft werden. Wir brauchen ein Register, das Transparenz über die bisherige Miete herstellt und den Datenschutz der Mieterinnen und Mieter berücksichtigt. Mietwucher muss endlich wirkungsvoll geahndet werden. Weitere Vorschläge finden Sie unter www.die-linke.de

Was man sonst noch über Tilo Kießling erfahren kann

Tilo Kießling - Die Linke

Tilo Kießling – Die Linke – Fotograf: Reiko Fitzke

    1970: geboren in Dresden, aufgewachsen in Pieschen
    Nach dem Abitur in Radebeul folgte Armeezeit und Studium. Heute ist er Geschäftsführer der gKJHG „Roter Baum“ mbH.
    Seit 1995: Stadtrat in Dresden
    2011 bis 2015: gemeinsam mit Annekatrin Klepsch Vorsitzender des Stadtverbands „Die Linke“ in Dresden
    Kießling ist dreifacher Vater.
    Weitere Wahl-Infos unter: www.tilo-kieszling.de

Falls Sie in den Bundestag einziehen, was können Sie ganz konkret für die Bewohner oder Gewerbetreibenden hier vor Ort tun?

Irgendwelche Versprechungen, was ich dann tun werde, können Sie nicht von mir erwarten. Wer jetzt schon weiß, was er als eine*r von über 600 Bundestagsabgeordneten konkret erreichen kann, der lügt.

Aber: Ich werde ein Bündnispartner für alle sein, die mich im Wahlkreis gewählt haben. Unser Bündnis umfasst das gemeinsame Eintreten für ein sozialeres, gerechteres und friedlicheres Land. Davon profitieren alle, sogar diejenigen, die mich auf keinen Fall jemals wählen würden.

Warum sollte man Sie und Ihre Partei wählen?

Es gibt Gründe, mich und „Die Linke“ nicht zu wählen. Wenn man beispielsweise stinkreich ist und noch dazu die überall anzutreffende Armut im Land für gut hält, sollte man keinesfalls sein Kreuz bei uns machen. Auch jemand, der tote deutsche Soldaten im Ausland für eine gute und wichtige Sache hält, sollte etwas anderes wählen. Für den Rest unter uns gibt es eigentlich keine bessere Wahl als „Die Linke“ und mich.

Abschließend: Marmaris, Keke oder doch lieber zu Babos?

Ich würde denjenigen, die das tatsächlich interessiert, persönlich antworten. Sie finden mich im Netz. Falls es Schankwirtschaften gibt, die auf diese Art empfohlen werden wollen: Auch die können sich bei mir melden. Der Preis wäre jeweils ein Freigetränk in meinem Namen für einen der Pfandflaschensammler*innen.

Vielen Dank für die Antworten.

Alle Kandidaten haben zum Zwecke der Vergleichbarkeit die selben Fragen per Mail erhalten. Rückfragen oder ergänzende Fragen haben wir nicht gestellt.
Übersicht über alle Kandidaten

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11 Kommentare zu “Fünf Fragen an Tilo Kießling (Die Linke)

  1. Jubee
    12. September 2017 at 10:41

    Leider können wir uns hier die Finger wund wählen für irgendeinen Kandidaten jenseites der CDU: vollkommen sinnlos in Dresden II – wegen Bautzen II.

  2. abrazzo
    12. September 2017 at 10:44

    Dieser Bewerber erscheint ja nun extrem unmotiviert. Ist ja auch kein Wunder bei den Aussichten.

    Übrigens: Warum bedankt Ihr Euch eigentlich immer für das Gespräch? Hab ich das falsch verstanden, daß die Antworten bei Euch schriftlich eingereicht werden? Hört sich jedenfalls alles ziemlich nach Pressestelle an

  3. 12. September 2017 at 10:48

    @abrazzo … „Danke für die Antworten“ wäre sinnvoller. Stimmt. Werde das mal anpassen.

  4. 12. September 2017 at 10:52

    @Jubee: auf der anderen Elbseite konnte der CDU-Kandidat bei der letzten Wahl übrigens ein besseres Ergebnis einfahren.

    Meiner bescheidenen und völlig unwissenschaftlichen Prognose nach wird es dieses Mal knapper.

  5. qwertz
    12. September 2017 at 13:04

    >>Es gibt Gründe, mich und „Die Linke“ nicht zu wählen.<<

    Zum Beispiel auch für den Support der Globus Holding. Andere mögen vielleicht keine Selbstbezogenheit oder Kandidaten, die aussehen wie Joschka Fischer.

  6. E-Haller
    12. September 2017 at 13:19

    @ Anton: Selbst wenn der Fall eintritt und Vaatz ca. 10%-Pkt. Miese macht (von 41,8 auf 30%), glaube ich nicht, dass es EINEM schon etablierten Gegenkandidaten zu Gute käme, sondern sich (ungleichmäßig) auf alle verteilt.

    Ok, „knapper“ ist natürlich inhaltlich trotzdem richtig – 22,7 Pkt. Vorsprung zum Zweiten werden es diesmal wahrscheinlich nicht.

  7. Sascha
    12. September 2017 at 22:05

    schade, daß das Copyright zum Foto fehlt.

  8. 12. September 2017 at 22:11

    Oh Mist, tut mir leid. Hab’s nachgereicht.

  9. Sascha
    13. September 2017 at 10:38

    top!

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