Kaltfront nach dem Regen

Kaltfront-Sänger Tom Wittig (Mitte), Bassist Jörg Löffler (rechts)

Kaltfront-Sänger Tom Wittig (Mitte), Bassist Jörg Löffler (rechts)

Der Freitagabend des „Umsonst-&-Draußen“-Festivals drohte ja fast ins Wasser zu fallen. Doch der Wettergott hatte ein Einsehen und stoppte den Regen um 21 Uhr und ließ dafür eine „Kaltfront“ auf die Besucher los.

Die hatten sich zu dem Zeitpunkt schon in größerer Gruppe an der Garnisonkirche versammelt. Das Publikum, meist schon im fortgeschrittenen Alter wahrte anfangs einen Respektabstand zur Bühne. Kein Wunder bei einer Band, die das erste Mal schon vor mehr als 30 Jahren gespielt hat. Im Publikum tummelten sich einige, die vermutlich schon diese ersten Auftritte gesehen haben.

„Kaltfront“ ist wahrscheinlich die dienstälteste Punkrockband Dresdens, wurde 1986 gegründet. Bassist Jörg Löffler hatte schon in der Vorgänger-Combo „Paranoia“ mitgewirkt, die damals mit Hits wie „Coschützer“ oder „Kidpunx“ natürlich keinen Einzug in die DT64-Charts fanden. Kaltfront löste sich 1990 auf, bei ihrer letzten Show traten sie als Vorband vor den „Toten Hosen“ am 16. April 1990 in der Scheune auf. Seit 2005 spielt „Kaltfront“ wieder in leicht veränderter Besetzung.

Kaltfront-Sänger Tom Wittig

Kaltfront-Sänger Tom Wittig

Nach den ersten Songs am gestrigen Abend wurde es Sänger Tom Wittig zu bunt, er hüpfte von der Bühne und zupfte das Publikum eigenhändig nach vorne. Das folgte brav, die Musik wurde lauter schneller und auch der eine oder andere Pogo-Schritt konnte beobachtet werden.

Ein paar Schritte weiter bewundere ich die hervorragende Installation einer mobilen Plaste-Steh-Toilette, das wäre doch mal was für die BRN. Noch ein paar Schritte weiter spielt ein Drei-Käse-Hoch mit seinem Papa Fußball und legt sich, zur Freude der Umstehenden der Länge nach in die Matschpfütze. Hände und Schnute werden geputzt, dann wird weiter gekickt.

Ich treffe Stefan Luehr, vom Veranstalter-Team, der einen ganz zufriedenen Eindruck macht, denn inzwischen ist es richtig voll auf dem Festgelände geworden. Die „Kaltfront“ ist bei der Zugabe angelangt und auf der Nachbarbühne sind schon die ersten Töne der „Flanschies“ zu hören. Das Festival geht seinen gewohnten Lauf.

Programm am Sonnabend

Heute Abend soll der Regen fernbleiben. Seit 15 Uhr wird schon wieder gefeiert. Das Programm findet sich hier: artderkultur.de

Nach "Kaltfront" spielten die "Flanschies"

Nach „Kaltfront“ spielten die „Flanschies“

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1 Kommentar zu “Kaltfront nach dem Regen

  1. 16. Juli 2017 at 07:42

    Ich würde Interessierten noch das Parocktikum-Wiki ans Herz legen. Eine ganze Weile die einzig gute Quelle für den alten ;) Mist, inzwischen ist wikipedia aber ganz gut befüllt.
    Trotzdem ist das parocktikum die Primärquelle, find‘ ich.
    http://parocktikum.de/wiki/index.php/Kaltfront
    http://parocktikum.de/wiki/index.php/Paranoia

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