Sturmschäden auf Altem Jüdischem Friedhof

Durch herunterstürzende Äste wurden bereits Grabplatten beschädigt. (Foto: Hatikva e.V.)

Durch herunterstürzende Äste wurden bereits Grabplatten beschädigt. (Foto: Hatikva e.V.)

Bereits seit Februar ist der Alte Jüdische Friedhof in der Pulsnitzer Straße aus Sicherheitsgründen geschlossen. Grund dafür ist ein Baum mit starkem Mistelbefall. Der Hatikva-Verein startete deswegen vor rund einer Woche eine Crowdfunding-Kampagne. Und hat bereits Erfolg damit.

In diesem Jahr feiert Hatikva, die Bildungs- und Begegnungsstätte für jüdische Geschichte und Kultur in Sachsen, ihr 25-jähriges Bestehen. Doch Grund zur Freude gab es zunächst nicht, als bei einem Sturm im Februar der Ast eines Baumes abbrach und auf dem darunterliegenden Gräberfeld vier Grabsteine zum Umsturz brachte. Seitdem ist der älteste jüdische Friedhofs Sachsens aus Sicherheitsgründen geschlossen. Normalerweise finden dort jährlich Bildungsveranstaltungen mit etwa 2500 Schülern statt. Der Verein weicht momentan auf den Neuen Jüdischen Friedhof aus. „Dieser ist jedoch noch in Betrieb und daher sind die Führungen dort schwieriger umsetzbar“, meint Juliane Leander, Projektreferentin bei Hatikva.

 Durch die vielen Misteln in der Baumkrone, brechen immer wieder Äste ab. (Foto: Hatikva e.V.)

Durch die vielen Misteln in der Baumkrone, brechen immer wieder Äste ab. (Foto: Hatikva e.V.)

Crowdfunding hat Erfolg

Gutachter stellten fest, dass der betroffene Ahornbaum gefällt werden muss. Durch starken Mistelbefall in den Kronen sei die Last in der Baumkrone zu groß, wodurch immer weitere Äste abbrechen. Zunächst versuchte der Verein die für die Fällung benötigten 2000 Euro mittels Spenden zu sammeln, etwa bei der Bunten Republik Neustadt.

Dann kam die Idee zur Crowdfunding-Kampagne. Das ist ein Spendenaufruf im Internet, den man auf einer entsprechenden Plattform veröffentlicht und bei dem viele Menschen gemeinsam ein Projekt finanziell unterstützen können. Am 21. Juni postete der Verein auf Facebook den Aufruf zur Unterstützung ihrer Kampagne. „Die Resonanz war überwältigend“, freut sich Juliane Leander, „jeder Blick auf die Crowdunding-Seite zeigte neue Spenden.“ Inzwischen ist die benötigte Summe zur Fällung des Baumes dank 69 Spendern bereits erreicht.

Wenn der Baum gefällt wird, können auch wieder Führungen über den Friedhof stattfinden.

Wenn der Baum gefällt wird, können auch wieder Führungen über den Friedhof stattfinden.

Die Mitglieder des Vereins sind sehr erfreut über diesen Erfolg. Sie überlegen derzeit noch in welcher Form sie sich bei den Spendern bedanken. Sie hoffen zudem nun weitere Spenden sammeln zu können, da langfristig noch ein weiterer Baum gefällt werden muss, der ebenfalls vom Mistelbefall betroffen ist. Zudem sind auch weitere Baumpflegearbeiten nötig. Weitere Spenden sind nun über das Spendenkonto des Vereins möglich. Zunächst wird man sich aber darum kümmern, den ersten Baum schnellstmöglich zu entfernen, damit der Alte Jüdische Friedhof wieder begehbar wird.

Spenden für den Hatikva e.V.

Alter Jüdischer Friedhof

Der Alte Jüdische Friedhof erstreckt sich von der Pulsnitzer Straße bis zu den Hinterhöfen der Prießnitzstraße. Der Friedhof ist die älteste erhaltene jüdische Begräbnisstätte in Sachsen, er wurde 1751 gegründet und 1869 geschlossen. Im Unterschied zu christlichen oder kommunalen Friedhöfen bleiben auf jüdischen Friedhöfen die Gräber über Jahrhunderte erhalten. Das führt dazu, dass manche Friedhöfe dann irgendwann „voll“ sind und geschlossen werden, wie eben dieser. Ein Besuch ist immer auch eine Zeitreise, bitte beachten, Männer müssen auf dem Friedhof eine Kopfbedeckung tragen.

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