Bombenfund an der Scheunenhofstraße

Sieht nach einer Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg aus.

Sieht nach einer Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg aus.

Heute Vormittag haben Bauarbeiter an der Scheunenhofstraße eine Bombe gefunden. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg. Die Polizei ist derzeit dabei, das Gelände weiträumig abzusperren.

Bislang ist das gesamte Viertel abgesperrt. Der Dammweg von der Lößnitzstraße bis zum Bischofsweg, die Eschenstraße, die Schönbrunn­­­straße, die Schwepnitzer Straße. Anwohner können derzeit noch in ihre Wohnungen.

Bombenentschärfer schon unterwegs

Wie die Dresdner Polizei mitteilt, wurde die Bombe um 9.45 Uhr entdeckt. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst ist unterwegs zum Fundort. Es wird damit gerechnet, dass die Bombe um die Mittagszeit untersucht werden kann. Dann wird es auch weitere Details geben. Es handelt sich dabei vermutlich um eine 100-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg.

Sollte die Bombe noch einen Zünder enthalten, muss großflächig evakuiert werden. Auch die Bahnstrecke wäre dann wohl von Sperrungen betroffen. Derzeit fährt auch die Bahn noch auf den nahen Gleisen.

DVB leiten Buslinie um

Auf dem Gelände an der Scheunenhofstraße wurde erst vor Kurzem ein denkmalgeschütztes Gebäude abgerissen. Es sollen dort Neubauten entstehen.

Die Bombe wurde heute Morgen an der Scheunenhofstraße gefunden.

Die Bombe wurde heute Morgen an der Scheunenhofstraße gefunden.

Update 12.30 Uhr

Wie Radio Dresden berichtet, handelt es sich um eine 250-Kilogramm-US-Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Sächsischen Polizei untersucht seit kurz nach 12 Uhr die Bombe. Es muss noch etwas Erde beräumt werden, um zu prüfen, ob die Bombe einen Heckzünder hat. Sollten ein oder zwei Zünder vorhanden sein, wird entschieden, ob die Bombe vor Ort entschärft wird, abtransportiert werden kann oder eine Sprengung notwendig ist. Die nur 50 Meter entfernte Bahnstrecke wäre dann vermutlich von der Sperrung betroffen.








Update 12.50 Uhr

Entwarnung. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat keine Zünder an der Bombe gefunden, es findet keine Evakuierung statt. Die Bahn kann weiter fahren. Der Sprengsatz wird demnächst abtransportiert. Bis dahin bleiben die Straßen gesperrt.

Gegen 13 Uhr wurde die Bombe abtransportiert. Foto: Michael K.

Gegen 13 Uhr wurde die Bombe abtransportiert. Foto: Michael K.

Update 13.50 Uhr

Inzwischen hat die Polizei auch offiziell per Pressemitteilung entwarnt. Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes untersuchten am Mittag das Fundstück. Demnach handelt es sich um eine fünf Zentner schwere Fliegerbombe amerikanischer Bauart ohne Zünder. Die Bombe wurde in der Folge vom Kampfmittelbeseitigungsdienst abtransportiert. Weitere polizeiliche Einsatzmaßnahmen waren nicht erforderlich.

Update 16.00 Uhr

Wie Radio Dresden meldet, nimmt der Kampfmittelräumdienst das Areal seit dem Nachmittag noch einmal genauer unter die Lupe. Eine ältere Anwohnerin berichtete davon, dass in dem Areal zwei Bomben liegen müssten. Der unmittelbare Bereich bleibt deshalb gesperrt, das Gelände wird weiter sondiert, teilte eine Polizeisprecherin mit.

linie

20 Kommentare zu “Bombenfund an der Scheunenhofstraße

  1. Katrin
    20. April 2017 at 12:55

    Anton – danke für die schnelle und akkurate Berichterstattung. Ich wohne da, und das ist für mich natürlich alles sehr wichtig *drückt auf refresh

  2. Jörg
    20. April 2017 at 13:05

    Ich mal wieder. ;) Die Lokalität nennt sich doch nicht Scheunenhofviertel. Bietet sich aber so gut an.

  3. spacke
    20. April 2017 at 13:10

    wird gerade abtransportiert, war nicht scharf (keine Zünder?)

  4. 20. April 2017 at 13:32

    Richtig.

  5. 20. April 2017 at 13:36

    Du hast natürlich Recht. Hatten wir letztens schon. Hab Überschrift und Text angepasst.

  6. üsche
    20. April 2017 at 13:50

    ja, danke auch von mir für die aktuelle berichterstattung…wohne auch da und weiß jetzt, dass ich zu hause schlafen kann…aufregend…

  7. Ecki
    20. April 2017 at 14:08

    72 Jahre her ist der Krieg. Und immer noch und immer wieder lassen sich solche Überbleibsel finden.
    Und in anderen Ländern wird einfach weiter so ein Teufelszeug verschossen. Unfassbar! Und dann wundern wir uns, wenn davor jemand flieht?

  8. Helge
    20. April 2017 at 14:44

    Wer jetzt noch meint, mit Krieg lassen sich Probleme lösen, sollte noch einmal gründlich nachdenken! Hinterlassenschaften der letzten beiden Weltkriege liegen noch unentdeckt unter unseren Füßen, irgendwo in Gewässern, Giftgasgranaten liegen in der Ostsee…
    Wir können jedesmal von Glück reden, wenn die Entdeckung, Bergung und Entschärfung so glimpflich abläuft!

  9. Frank
    20. April 2017 at 14:45

    Ähm, wo ist denn der Zünder hin? Die Amis hatten sie ja bestimmt nicht ohne aus dem Flugzeug geworfen.

  10. heinz
    20. April 2017 at 15:03

    vermutlich 45 ausgebaut und da transportkapazitäten und entsorgungsmöglichkeiten rar waren Restbombe vor Ort verbuddelt.

  11. Mark
    20. April 2017 at 16:08

    Update, 15.45 Uhr: Wie TAG24 jetzt erfuhr, gab es von einer Anwohnerin einen Hinweis auf mindestens eine weitere Bombe. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst ist weiterhin vor Ort und untersucht das Gelände auf mögliche weitere Sprengsätze. Die Straßen bleiben bis auf Weiteres gesperrt.

  12. 20. April 2017 at 16:26

    Danke Mark für den Hinweis. Die ältere Dame hat berichtet, dass mindestens zwei Bomben auf dem Gelände sein sollen.

  13. Marcus
    20. April 2017 at 17:24

    @Ecki
    Zumindest gab es damals keine Uranmunition.
    Die „Weltpolizei“ verseuchte damit, inzwischen sogar zugegebenermaßen, Landstriche.

    Im großen Bild ist das „Teufelszeug“ (Schöner Wort von dir als Pfarrer! ^^) natürlich auch ein Grund für Flucht und Emigration. Aber da gibt es noch viele und andere Kausalitäten.

    Trotzdem sollte jede gefundene Bombe aus dem zweitem Weltkrieg eine Mahnung sein, die jeden von uns zu einem friedlichem und reflektierendem Gedanken verleitet.

  14. Katrin
    20. April 2017 at 18:35

    Woher weiß die Dame das?

  15. Mark
    20. April 2017 at 18:44

    Es gibt noch einige die den 2. Weltkrieg als Kinder überlebt haben

  16. 20. April 2017 at 20:10

    ja besonders der WW 1 tobte in und um Dresden sehr heftig…

  17. Ecki
    20. April 2017 at 21:24

    @Aquii: Im Rahmen des Gedenkens an „100 Jahre 1. Weltkrieg“ gab es genügend Berichte über Zonen in Frankreich, die bis heute gesperrt weil lebensgefährlich mit Munitionsresten belastet sind. Da kannst du Dir Deinen Sarkasmus sparen, weil er an Zynismus grenzt.

  18. SHARP
    20. April 2017 at 21:32

    Sehr gehaltvoller und auf den Originalpost bezogener Kommentar, Herr „Aquii“!
    Davon abgesehen: Schon mal damit beschäftigt, wieviele Soldaten der Dresdner Garnison im 1. WK gefallen sind bzw. die deutsche Zivilbevölkerung in jenem Krieg in ganz Deutschland gehungert hat? Letztere Recherche kann man sicher auch im Ruhrgebiet betreiben, wenn denn überhaupt schon Kritik zum lokalen Themenbezug ausgerechnet aus dem „Pott“ kommen muss…

  19. kurth
    20. April 2017 at 21:43

    Falls sich jemand für das Thema grundsätzlich interessiert, der Kluge hat da mal ein ziemlich spannendes Interview gemacht: https://www.youtube.com/watch?v=z_6CzpObuek
    (leider noch aus der youtube-10-minuten-zeit als zwangs-fünfteiler)
    gruß
    k.

  20. Mensch_Meier
    21. April 2017 at 22:08

    Die El-Tauscho-Bombe! So haben wir sie gestern getauft. :-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

linie