BRN-Planungen mit Verzögerungen

Mit rund 100 Mann ist das Ordnungsamt im Einsatz.

Bisher war das Ordnungsamt für Kontrolle und Anmeldung der BRN zuständig. Foto: Archiv 2012

Vom 16. bis 18. Juni soll eigentlich auch in diesem Jahr das Stadtteilfest „Bunte Republik Neustadt“, kurz „BRN“ stattfinden. Viele Veranstalter sind unter Druck, wollen ihre Stände anmelden. Bands müssen eingeplant und Bühnen bestellt werden. Doch eine Anmeldung ist derzeit noch nicht möglich.

Auf Nachfrage teilte Kai Schulz, der Pressesprecher der Stadt Dresden mit: „Sondernutzungserlaubnisse werden wie üblich vom Straßen- und Tiefbauamt erteilt.“

In der Antwort, die nach einem standardisierten Schreiben klingt, ist eine handfeste Überraschung versteckt. Denn in den vergangenen Jahren wurden die Anmeldungen vor allem über das Ordnungsamt abgewickelt. Diese Organisation hatte sich in den vergangenen Jahren durchaus positiv entwickelt, da das Ordnungsamt immer auch gleich einen Blick auf die Sicherheit werfen konnte und spätestens beim traditionellen Feuerwehr-Rundgang gleich prüfte, ob alle Stände ordnungsgemäß aufgestellt waren.

die Feuerwehrrundfahrt verlief ohne größere Probleme

Die Feuerwehr-Rundfahrt – Foto: Archiv 2014

Allerdings ist das Straßen- und Tiefbauamt traditionell für die Anmeldung von Straßenfesten zuständig. Nach den Ausschreitungen zu den BRN-Festen um die Jahrtausendwende war dem Ordnungsamt die Zuständigkeit übertragen worden. Zum Thema Zuständigkeit erklärt der Pressesprecher der Landes­hauptstadt: „Die Arbeitstruktur ist verwaltungsintern festgelegt. Das Sicherheitskonzept wird abschließend geprüft. Sofern aus den Erfahrungen des Vorjahres Änderungen notwendig werden sollten, wird es angepasst.“

Neues Sicherheitskonzept seit 2016

Das Sicherheitskonzept wurde in Zusammenarbeit mit der Agentur Schröder entwickelt und kam im vergangenen Jahr zum ersten Mal zum Einsatz. Seitdem heißt die BRN nur noch „Bürgersteig-Republik Neustadt“, da die Stände komplett von den Straßen und Kreuzungen verbannt wurden. Der Effekt war ein deutlich luftigeres Fest, das überwiegend positiv angenommen wurde.

Ausschreibung am Donnerstag im Amtsblatt

Einige Veranstalter sind von dem Wechsel der Zuständigkeiten nun irritiert. Anmeldungen sind derzeit noch nicht möglich. Auch weil die offizielle Ausschreibung zur BRN noch nicht erschienen ist.

Die war im letzten Jahr schon spät erschienen und wurde damals am 16. März im Amtsblatt veröffentlicht. Dazu heißt es nun von Stadtsprecher Schulz: „Das Straßen- und Tiefbauamt veröffentlicht die Standplatzvergabekriterien in Kürze im Amtsblatt und im Internetauftritt der Landeshauptstadt Dresden auf der Grundlage des Sicherheitskonzepts.“

Insider munkeln, dass es am Donnerstag soweit sein soll.

  • Weitere Infos zur Bunten Republik Neustadt und der Geschichte des als Mikronation gestarteten Stadtfestes gibt es auf unserer BRN-Sonderseite
Mäuseken war überall präsent.

Ist die Luft bald ganz raus aus der BRN? Foto: Archiv: 2014

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28 Kommentare zu “BRN-Planungen mit Verzögerungen

  1. Fidel
    20. März 2017 at 16:03

    same procedure as every year….

    Es als weltoffenster, tolerantester, engagiertester, innovativster Stadtteil nicht hinbekommen, sich z.B. auf einen Gesamtveranstalter zu einigen, aber mit dem Finger auf die Verwaltung und eine dementsprechende Bürokratie zeigen bzw. schimpfen.

    Ich würd’s ja vermissen… :-D #Neustadtpopulismus

  2. 20. März 2017 at 16:46

    Hat die Stadt nicht ein großes Interesse, die Aktivitäten in der Neustadt „herunterzufahren“ und es so ruhiger und gesitteter zu machen? Etwas Gentrifizierung an verschiedenen Ecken, Anstieg der Mieten und ein vollkommen neues Klientel von betuchten Bürgern, die den Alteingesessenen langsam aber sicher zeigen sollen, dass die Zeiten der langen Nächte und kurzen Tage langsam vorbei sind…

    • 20. März 2017 at 17:32

      Wer ist denn in Deinen Augen „die Stadt“?

    • ein anderer Stefan
      20. März 2017 at 21:59

      Öh, ja, weil ja bei der Stadt (ich nehme an, die Verwaltung ist gemeint) auch Leute sitzen, die die privaten Hauseigentümer zu Sanierungen und Mietsteigerungen zwingen, um die alteingesessenen Neustädter zu vertreiben – um damit noch mal genau was zu erreichen? Gentrifizierung ist kein Prozeß, der von der Stadtverwaltung gesteuert wird. Zu dem Phänomen kommt es, wenn ein stark sanierungsbedürftiger Stadtteil tatsächlich saniert wird und in der Folge die Mieten steigen (vereinfacht gesagt). Die Alternative wäre meistens, den Stadtteil weiter verrotten zu lassen, bis er irgendwann fast unbewohnbar wird. Das passiert aber nur, wenn den Hauseigentümern ihr Eigentum völlig egal ist.

  3. Frankenstein Meier
    20. März 2017 at 21:39

    Wieos kann man die Polizeimeldungen eigentlich nicht kommentieren aber jedes andere Thema?

    • 21. März 2017 at 09:34

      Hallo Frankenstein Meier, die Anzahl der Kommentare, die nicht unserer Hausordnung entsprachen, hatten sich bei den Polizeimeldungen so stark gehäuft, dass wir die Kommentarfunktion bei diesen Meldungen vor etwa zwei Jahren ausgeschaltet haben. Beste Grüße, Anton Launer

  4. Tamara Koiber
    21. März 2017 at 09:23

    Von mir aus kann die komplett wegfallen. Kein Verlust, schreibt ein jahrzehntelanger Bewohner der Neustadt.

    • Rene
      21. März 2017 at 11:03

      Wer einen Ausfall der BRN befürwortet, hat die BRN und die Neustadt nie geliebt.

    • Tamara Koiber
      21. März 2017 at 19:29

      Ach ja? Ich wohne seit übet über 50 Jahren hier, komm mir also nicht mit lieben und nicht lieben. Aber wie es sich in den letzten Jahren entwickelt hat ist einfach nur niveaulos. Und zu dieser Meinung steh ich.

    • 21. März 2017 at 19:38

      @Tamara: Fandest du die Bunte Republik denn irgendwann mal gut?

  5. Alauner
    21. März 2017 at 10:53

    Seh ich genauso. Die BRN ist nichts was die Neustadt verbessert.

    • Jule
      21. März 2017 at 15:38

      Die BRN ist das was die Neustädter sie sein lassen. Keine Biermeile, wo private Hausinitiativen ihren Platz einnehmen. Keine Boom-Box an der nächsten, wenn die Leute sich vorher mal zusammensetzen und sich absprechen. Das Gefühl für das eigene Viertel lässt sich recht gut an den einzelnen Straßen ablesen.

    • christoph
      21. März 2017 at 16:44

      stimmt absolut

    • Tamara Koiber
      22. März 2017 at 07:47

      Hallo Anton, natürlich war sie mal gut, als sie noch Charakter hatte, klein und bunt war, kein Techno dröhnte und es nicht zur Sauf und Fressmeile mutierte.

    • 22. März 2017 at 07:50

      Und in welchem Jahr soll das Deiner Meinung nach zuletzt gewesen sein?

  6. Tamara Koiber
    22. März 2017 at 14:25

    Zuletzt? Das weiss nicht mal mehr ich. Aber am Schlimmsten empfand ich es 2015.

    • 22. März 2017 at 15:12

      Ich frag das natürlich mit ’nem Hintergedanken. Weil ich seit mindestens 1992 immer wieder höre, dass die BRN auch nicht mehr das ist, was sie mal war. Ich persönlich fand 2001 am schlimmsten, als die Polizei am Sonntagnachmittag mit Schild und Knüppel das Fest räumte und in der Nacht die Helikopter im Tiefflug über die Görlitzer Straße ratterten.

    • goldi
      22. März 2017 at 15:54

      keine ahnung obs 03 oder 04 war, aber die brn, wo man sich im thc ne kiste mexikaner ziehen konnte war schön :)
      ab aufn balkon (direkt überm meinel), ne handvoll pilze gefuttert und als es klatschte, zogen die schildträger auf der krawalle auf. hach war das noch schön.
      und am nächsten tag ne butterbemme mit kresse für 10ct von zwei plagen gefrühstückt :)

    • 22. März 2017 at 16:00

      @goldi: Du meinst „Blagen„, oder?

  7. namo
    22. März 2017 at 15:41

    Also ich kann nur sagen, dass ich diejenigen, die sich jedes Jahr über „das Niveau“ der BRN aufregen, nicht mehr hören kann.
    Als kleiner Verein veranstalten wir einen selbst betriebenen Stand ohne finazielle Interessen, spenden jeglichen erwirtschafteten Überschuß und versuchen nebenbei noch auf dieses Stadtteilfest Einfluß zu nehmen. Also Teil der BRN, aber nicht der Freßmeile. Letztere lässt sich nicht verhindern, aber nur meckern hat noch nie etwas verändert. Aber an Stelle sich auf den Hosenboden zu setzen und sich ein Doityourself-Konzept zur Partizipation zu entwerfen, ist Meckern am Küchentisch wohl deutlich einfacher…auch nach 50 Jahren in der Neustadt.

  8. Alter Mann
    22. März 2017 at 16:01

    Vorallem gabs bei der BRN schon immer Techno, Punk und Kram… Keine Ahnung also wovon Du da redest Tamara und das sag ich als einer der jede BRN mitgemacht hat.

  9. Max
    23. März 2017 at 10:11

    Im aktuellen Amtsblatt von heute finde ich keine weiteren Infos zur BRN-Anmeldung. Findet ihr etwas?

    • 23. März 2017 at 10:38

      Danke für den Hinweis. Nein, es steht nichts in der heutigen Ausgabe des Amtsblattes zur BRN.

  10. Hannes
    24. März 2017 at 10:30

    Ich habe gehört dass auf dem Grundstück der Kästner Passage was sein soll?

    • 24. März 2017 at 10:33

      @Hannes: Da hast Du richtig gehört. Im Hof des Seniorenheimes findet ein kleines Fest statt. Das Programm steht im Gegensatz zu den Anmelderichtlinien auf Straßen und Plätzen bereits fest.

  11. Hannes
    24. März 2017 at 12:10

    Da weißt du schon mehr als ich, war dort im Praktikum und habe es am Rand gehört aber so richtig was erzählt haben sie nicht. Ich war seit 2011 auf jeder BRN aber da war bisher kein Altenheim dabei *feix*
    es bleibt spannend…

  12. Mia
    25. März 2017 at 09:28

    Hallo Anton,
    Ich frage mich gerade ob es auf der böhmischen, wegen der Baustelle, dann gar keine Stände geben wird? Ist doch für die BRN immer eine wichtige Durchgangsachse ???

    • 25. März 2017 at 09:57

      Hallo Mia, da ja nun die Planungen zur BRN beim Straßen- und Tiefbauamt zusammen laufen, wird das bestimmt mit berücksichtigt.

      Bis jetzt gibt’s aber noch nicht mal eine Ausschreibung.

      Ich bleibe dran.

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