Tanzt doch irgendwie

Kuschliger Proberaum im Industriegelände

Kuschliger Proberaum im Industriegelände

Freitagabend. Es ist die Kälte die klirrt, dann eine Tür die quietscht. Torsten Fleischer öffnet und winkt herein. Eine steile Betontreppe führt nach oben. In einer der riesigen Hallen im Industriegelände hat die Dresdner Band „Any Dance“ ihr Nest, also genauer gesagt ihren Proberaum. Ein bis zweimal pro Woche treffen sich die vier Jungs hier.

Eine Polsterecke, dahinter nackte Styropor-Platten, angefangene Bierflaschen und vor allem jede Menge Instrumente, Verstärker und Boxen. Die vier Herren bitten zum Gespräch. Torsten, der Türöffner, spielt Gitarre. Christian Maleck, kurz Chris, zupft am Bass, Johannes Kipar, Joe genannt, sitzt am Schlagzeug. Der Leadsänger bedient gleichzeitig den Synthesizer: Konrad Gerber.

Die Jungs sind gerade frisch zurück in Dresden. „Wir waren gerade auf großer Deutschland-Tournee“, grinst Konrad. Denn am 6. Januar haben sie ihr erstes Album „Embrace the Light“ auf den Markt gebracht und mit der Tour wird nun die Werbetrommel gerührt. In Dresden waren sie im Konk-Klub zu sehen. Das Grinsen deutet es schon an, so groß war die Tournee nicht, sechs Termine, unter anderem in Berlin und Hamgurg. Einer steht noch aus, am Donnerstag in Nürnberg.

Any Dance - Foto: PR

Any Dance – Foto: PR

Doch das Touren hat ihnen Spaß gemacht, sie sehen zwar ein bisschen erschöpft aber auch glücklich aus. Mit dem Debüt-Album haben sie auch eine runde Produktion abgeschlossen, die sich hören lässt. Zwischen „Indierock und Postpunk“, so steht es bei Ihnen auf der Website. Konkreter wird es, wenn man nach Vorbildern fragt. „Placebo“, kommt es wie aus der Pistole geschossen von Sänger Konrad, Torsten schiebt noch ein vorsichtiges „Joy Division“ nach und Basser Chris hakt energisch mit „Editors“ und „White Lies“ ein.

Sie greifen zu den Instrumenten, proben den aktuellen Hit „Your Mama’s Porch“ – Ok, Placebo lässt sich tatsächlich nicht verleugnen. Vor allem, als die Regler zurecht geschoben sind und Konrads Stimme gut zu hören ist. Im Refrain stimmen die anderen drei mit ein. Joe treibt sie mit dem Schlagzeug voran. Tanzbar? Auf jeden Fall.

Leadsänger Konrad

Leadsänger Konrad

„Das war dann auch einer der Gründe für den Bandnamen“, erklärt Konrad, „jeder soll zu der Musik tanzen und so wie er will.“ Die Musik entsteht bei den Proben gemeinsam. Die beiden Saiten-Spieler agieren aus dem Bauch heraus, haben kaum Beziehung zu Noten – dafür ein Gefühl für die Musik. Konrad und Joe gleichen das mit musikalischen Fachkenntnissen aus. Das Ergebnis überzeugt. Für die Songtexte ist Konrad fast allein verantwortlich, die anderen dürfen mal eine Zeile beisteuern. „Es geht überwiegend um mein seelisches Innenleben, das schreibe und singe ich dann lieber selber“, schmunzelt Konrad.

Nach der Tour ist nun erstmal Auftritt-Pause, spätestens zur BRN wollen sie aber auch wieder ihr Dresdner Publikum begeistern. Bis dahin gibt es die Songs im Plattenladen und auf den meisten Streamingportalen.

Any Dance

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1 Kommentar zu “Tanzt doch irgendwie

  1. micha
    2. Februar 2017 at 09:50

    Sehr schön, da muss ich mir die Jungs mal zur BRN anschauen!

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