Penisse in der Neustadt

Penis am Toiletten-Häuschen

Penis am Toiletten-Häuschen

Ein Versuch der Interpretation aus weiblicher Sicht, ein Gastbeitrag von Marie Kierstein.

In letzter Zeit tauchen häufiger Penisse in der Neustadt auf. Ich weiß nicht, ob Dir es auch schon augefallen ist? Falls Du, jetzt da das Wetter sich fast für den Frühling entschieden hat, öfter in den Alaunpark gehst, wirst Du den Riesenpenis kaum übersehen haben. Das neue Klohäuschen am Rande des Parks wurde damit großflächig verziert.

Die Frage, die sich mir aufdrängt, ist: Ist das ein Statement?

penis-in-dresden-neustadt: Penis am Toiletten-Häuschen: Foto: Marie Kierstein

Penis am Toiletten-Häuschen: Foto: Marie Kierstein

Und diese Frage ist erst jetzt, wo der Penis aus den Kinderschuhen entwachsen und ins Farbzeitalter gehüpft ist, tatsächlich relevant, denn er ist PINK.

Der erste von mir wahrgenommene Penis zierte eine Wand Ecke Alaunstraße/Timaeusstraße. Genau da, wo die älteren Menschen der Neustadt gehäuft zuhause sind. Eindeutig als Penis erkennbar und noch deutlicher ausformuliert als potenter Penis, da drei Samentropfen aus seiner Spitze hervortraten. Vielleicht 80 mal 80 Zentimeter. Das Glied nicht wirklich groß, die Hodensäcke nicht wirklich prominent – alles in allem ein Durschnittsding, und dazu in schwarz-weiß.

Ein Jugendlicher, so dachte ich, zeigt hier deutlich, wofür er sich interessiert. Nicht für Nazis, nicht für Flüchtlinge, nicht für Politik, nicht für die Medien und, wie ich dachte, nicht für Kunst. Es ist schlicht sein Schwanz, der ihn interessiert. Und natürlich dachte ich, dass es ein junger Mann sei, der das sprüht. Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher.

Der Penis zeigt, wer an der Macht ist und zwar die weißen Männer.

Gerade das Häuschen, was für die Damenwelt eine unglaubliche Erleichterung im Sommer darstellt. Denn es ist nun einmal so: Wenn die Frau in der Freiheit pinkelt, so ist sie wehrlos – Der Mann dagegen hat immer noch mindestens eine Hand zur Verteidigung frei. Gerade dieses Häuschen wurde mit einem weißen Penis verziert.

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21 Kommentare für “Penisse in der Neustadt

  1. Pieschener
    12. März 2016 um 12:24

    Oft passiert das Malen eines Penises einfach nur aus Spaß. Das liegt sicherlich auch daran, dass einige Leute sehr angewiedert darauf reagieren. Aber ja, es könnten ruhig mehr Vaginas gezeichnet werden

  2. DVS7
    12. März 2016 um 13:42

    Ein Penis mit mehreren Hodensäcken ist ein Durchschnittsding? Okay, Wochenende is versaut…

  3. 12. März 2016 um 15:22

    „Der Penis zeigt, wer an der Macht ist […]“
    Ganz genau.

    „[…] und zwar die weißen Männer.“
    Falsch. Der Penis!

    Und der Penis des vermeintlich mächtigsten Mannes der Welt ist ja bekanntlich schwarz.

  4. Maria
    12. März 2016 um 17:03

    Ihr habt alle zu viel Zeit.

  5. nike
    12. März 2016 um 17:24

    tja, wie könnte man das erklären.. – also – wenn Hunde sprayen würden, statt zu pinkeln, würden wir überall bis 1 Meter Höhe nur noch Pimmel sehen.

  6. Googlehupf
    12. März 2016 um 18:36

    Warum hat Frau beim pullern keine Hand frei? o_O

    • Insider
      12. März 2016 um 21:41

      @Googlehupf,

      sicherlich weil sie damit ihr geripptes Körpergewebe
      (Buxe) halten muß. :-)))

    • Ulrike
      13. März 2016 um 01:39

      Ich hab da immer alle Hände frei.

  7. Augusta
    12. März 2016 um 21:16

    In diesem Fall können echt nur Männer blöde Sprüche liefern.
    Ich denke, der Urheber hat dieses Bild gewählt, um auch noch in desolatem Zustand aus der Ferne zu erkennen, wo er sich am besten erleichtern kann.
    Allerdings: Ich finde dieses Riesending nicht nur künstlerisch nicht wertvoll, auch kann man nicht mal seinem Kind, mit welchem man arg- und sorglos im Alaunpark spielen möchte, erklären, dass ein Penis an einem Klohäuschen etwas ganz Natürliches ist. Einfach zu blöd!
    Lieber Künstler, bitte spray noch eine schöne Vulva an die Wand! Dann ist das wenigstens eine sinnvolle Markierung des Toilettenhauses. Ich hoffe, du weißt, wie eine Muschi aussieht!

    • Künstler
      13. März 2016 um 10:42

      Hab’s gegoogelt…

    • Stefan
      13. März 2016 um 13:48

      Finde die Idee eigtl. super – hätten wir da Muschi & Schwängel, dann wärs etwas entschärft und für mich schon vollkommen okay.

      Und wenn man sich schon eine Interpretation ran macht, wieso kommt dann eigtl. keiner auf den Gedanken, darin vll.t wirklich eine Markierung zu sehen, auf dass künftig auch DIE MÄNNER die Büsche weniger penetrieren und ebenfalls auf den Häuschenbesuch setzen? Nur so als Gedanke..

  8. Daniel
    12. März 2016 um 22:23

    Gnihihi! Ihr habt Penis gesagt! In Zeiten wo Frauen Hosen tragen wo sich die Schamlippen regelrecht aufdrängen sind Penise doch ne willkommene Abwechslung. ;-)

  9. Frank
    13. März 2016 um 17:18

    Liebe Marie! Auf Deinen „ersten“ Penis sehe ich täglich. Allerdings sehe ich auch immer noch den kiffenden Typen, paar Fenster obendrüber. Beide haben mir noch nicht so intensive Gedanken bereitet. Du solltest wissen, vor vielen Jahren stand an gleicher Stelle an dieser Wand geschrieben: „Frauen freut Euch!“ Ja Marie, sollte uns diese Entwicklung zu denken geben? Frank FRANK’S BAR

  10. mr pink
    13. März 2016 um 22:26

    Was für ein reudiges Riesenglied! Kann sich DER KÜNSTLER denn nicht ein schöneres Vorbild nehmen? mittlerweile sind rasierte Eier doch schon längst Standart…

  11. 14. März 2016 um 12:23

    „Wenn die Frau in der Freiheit pinkelt, so ist sie wehrlos – Der Mann dagegen hat immer noch mindestens eine Hand zur Verteidigung frei.“

    Pinkeln … in der Freiheit? So wie im Westen also? Und anders als in Nordkorea und Kuba? Ich habe schon immer vermutet, dass sich Gesellschaftssysteme selbst über die intimsten Gesten legen, endlich habe ich ein Beispiel. Vielen Dank!

  12. nepumuk
    14. März 2016 um 17:59

    Wer dieses stolze Gemächt phantasmagorischer Dimension noch zu Gesicht bekommen möchte, und ich vernahm hier doch eine gewisse huldigend-frohlockende Rezipierung seitens der femininen Kommentatorenschaft, sollte sich sputen, denn OAL Barth gab unlängstens bekannt, daß besagte Scheißhausneuerung zur feierlichen Eröffnungszeremonie eine gänzlich neue Außenhautoptik gemäß artifiziell-konsensualer Aufgabenstellung, deren Ausprägung noch in Diskussion sei, erfahren wird. Spätestens dann hats sich für den himmelwärts stürmenden Mega-Pillermann ausgepullert und andersfarbiger Inhalt konkurrierender Aerosolbehältnissvirtuosen legt sich gleichsam als schamabdeckender Firnis über die unholde Provokation.

  13. cleman
    17. März 2016 um 11:04

    8===D,

  14. julia
    17. März 2016 um 23:12

    bitte einfach wegmachen … ruhe

  15. Hutze
    23. März 2016 um 14:26

    Gratuliere! Jetzt isses ein Kaktus, der aussieht wie ein Penis.

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