Islam in Dresden

Islam in Dresden - Casablanca Medienhaus auf der Friedensstraße

Casablanca Medienhaus auf der Friedensstraße

Das Team vom „Casablanca“ hat einen Film gemacht, einen Dokumentar-Film über Islam in Dresden. Der knapp zwanzig Minuten lange Film soll im Unterricht eingesetzt werden, zur Diskussionen anregen und die aktuelle Lage in Dresden und Sachsen widerspiegeln.

Die Macher vom Casablanca Medienhaus sind Peg Koedel, verantwortlich fürs Konzept und Interviews, Anne Hilger an der Kamera und Edgar Büchner Kamera, Ton und Schnitt.

Sie haben mit Historikern gesprochen zur Geschichte des Islam in Dresden gesprochen. Sie besuchten die Marwa Elsherbiny Moschee (MKEZ e.V.). Sie interviewten Younes Bahram, den Inhaber des Orient Bazar an der Alaunstraße. Und sie sprachten mit der Integrations- und Ausländerbeauftragen der Stadt Dresden.

Der Film wurde unter CC-Lizenz veröffentlicht, darf also nach Belieben kopiert, verteilt und öffentlich gezeigt werden.

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44 Kommentare zu “Islam in Dresden

  1. Kurt
    28. Februar 2016 at 18:07

    Schrecklich!
    Bloß gut, dass meine Kinder aus der Schule raus sind.
    Die Kinder lernen die osmanische Herrschaft mit dem Islam gleichzusetzen. Sie lernen, dass es im 16. und 17. Jahrhundert unter den oberen Zehntausend Europas eine Türkenmode gab. Es gab Fernhandel über die Seidenstrasse. Was hat das mit uns heute in Dresden zu tun? Nichts! Das war die Zeit der Frühaufklärung, wo man noch meinte, Gold aus Quecksilber machen zu können.
    Ganz schlimm ist die Frau Scharrahs, die ab Minute 9 offene Lügen betreffs der Stellung von Juden und Christen im osmanischen Reich und im Islam erzählt.
    Ansonsten lernen die Kinder, dass sich einige Muslime in der Flüchtlingsarbeit engagieren und dass Herr Bahram stolz auf seinen Orientbasar ist und man als Muslim dort bedenkenlos einkaufen kann. Obwohl er darauf besteht, dass er keinen muslimischen Laden betreibt, sondern eine türkische Kultur auslebt. Toll! Und die Kalbswürstchen sind wirklich gut.
    Die Kinder lernen nicht, dass der Islam wie jede monotheistische Religion einen Alleinvertretungsansprucht hat. Sie lernen nicht, dass sie in die muslimische Hölle kommen, wenn sie keine Muslime werden. Sie lernen nicht, danach zu fragen, wozu man den Islam oder sonst eine monotheistische Religion gutr finden soll.

    Der Film ist intellektuell unterkomplex. Auf gar keinen Fall ist er eine Dokumentation des Islam in Dresden. Er ist einfach nur schlecht. Schon ein Drehbuch hätte Wunder gewirkt.

    • Ecki
      29. Februar 2016 at 14:51

      Kurt, mit welcher Brille haben Sie den Film gesehen? Unvoreingenommen wohl eher nicht. Über den künstlerischen Wert können wir streiten. Aber das rechtfertigt nicht Ihre inhaltlichen Ausbrüche.
      Schieben Sie es bitte nicht auf die Religion(en). Es hat nur rein mit Kultur zu tun. Machen Sie es sich bitte nicht selbst so einfach und bequem, Herr Kurt.

  2. spacke
    28. Februar 2016 at 19:46

    Kurt,
    „intellektuell unterkomplex“ ist allenfalls Ihr Post. Aber sowas von.

    • Kurt
      28. Februar 2016 at 22:42

      Liebes Spacke,
      Widerlege mich einfach, und ich werde schweigen.
      Wenn ein Film über Islam in Dresden im Vorspann mit einer Tabakfabrik, die in der Vorkrieszeit im orientalistischen Stil erbaut wurde, aufmacht, dann ist das Unsinn. In den 90ern sollte das Gebäude als Tabakmoschee vermarktet werden. Dies stieß auf entschiedene Gegenrede muslimischer Verbände in Deutschland. Zu Recht!
      Für eine Dokumentation des Islam in Dresden fehlt eine Erwähnung der DITIB-Moschee in Cotta genauso wie die des muslimischen Kindergartens auf der Hochschulstrasse. (Oder gibts den nicht mehr?) Man hätte auch mal den Telefonladen in der Unterführung Wiener Platz erwähnen können.
      Was hier abgeliefert wurde, ist eine typische Neustädter Nabelschau, die obendrein völlig unkritisch gegenüber monotheistischen Religionen ist. Und das 2016!

    • 29. Februar 2016 at 10:24

      Kurt,

      was die dezimierte Sicht auf islamisches Leben in Dresden betrifft, kann ich dir folgen. Aber für Kritik an monotheistische Religionen ist der Film wohl nicht zuständig, denn er bezieht sich nicht auf den Islam an sich, sondern eben auf islamisches Leben in Dresden. Und im „Islam in Dresden“ gehört es bekanntlich nicht zur gängigen Praxis durch hartnäckige Missionierungsversuche oder Massenköpfungen den missverständlichen Alleinvertretungsanspruch durchzusetzen.

      Also was soll die Aufregung?

  3. zebrafisch
    28. Februar 2016 at 20:38

    hej der orient bazar, ich mag den laden!

  4. Daniel
    29. Februar 2016 at 11:42

    Herr Kurt, Sie schreiben, dass „der Islam wie jede monotheistische Religion einen Alleinvertretungsansprucht hat“. Wie kommen Sie darauf? Diesen Anspruch haben lediglich Fundamentalisten, aber doch nicht die Religion, und schon gar nicht 2016.

    • 29. Februar 2016 at 12:30

      @Daniel, das klingt nach Geschwurbel. Eine Religion als ideologisches Konstrukt kann sich nicht alleine vertreten. Wie soll das gehen? Das können nur die Mitglieder dieser Religion. Und natürlich haben alle monotheistischen Religionen (und nicht nur die) einen Alleinvertretungsanspruch. Die jeweils anderen Religionen haben halt nur noch nicht den wahren Glauben oder extremer: Nur die eigenen Mitglieder sind die Auserwählten.
      Das wird von den einfacheren Mitgliedern dieser Religionen nur mehr oder weniger stark vertreten. Die Vertreter einer Religion welche diese durchsetzen möchten sind alle Fundamentalisten per Definition, müssen sie auch sein. Der Papst z.B. ist nicht weniger Fundamentalist wie die Bischöfe bei den Christen. Das trifft auch auf die Imame etc. zu.

    • Ecki
      29. Februar 2016 at 14:59

      @Thorsten Gorch: ach, ist das so? „natürlich“?
      Das klingt eher danach, als würden Sie selber etwas ziemlich fundamentalistisch durchsetzen wollen. Aber, wie Sie selbst kolportieren: alle anderen haben es natürlich nur noch nicht begriffen…

    • Radler
      29. Februar 2016 at 16:13

      @Ecki: Und was glauben Sie?

    • 29. Februar 2016 at 18:43

      @Ecki

      Na klar ist das natürlich so, oder stimmt es etwas nicht: Christentum wie Islam sind Religionen, die nicht nur glauben, dass ihre Religion für die ganze Welt bestimmt ist, sondern auch, dass ihre Religion das einzig wahre Glaubensbekenntnis darstellt.
      Denn wenn das nicht stimmen würde könnten Anhänger dieser beiden Religionen gleichzeitig einer anderen Religionsgemeinschaft angehören. Da dies nicht der Fall ist, sogar strengstens innerhalb der Glaubensgemeinschaft bestraft wird, haben schon diese beiden Religionsgemeinschaften Allgemeinvertretungsanspruch. Wir können das durchaus auch für andere Monotheistische Religionen durchdeklinieren.

      Aber glaub nicht mir, selber lesen. Bei den Katholen z.B. ist es laut Ratzinger (später wurde er bekanntermaßen Papst) so:
      http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20000806_dominus-iesus_ge.html

      Für den Islamismus nicht nur für seine Extremform gilt: „Das islamische Gesetz (Scharia) betrachtet den Herrscher im islamischen Staat als Verantwortlichen für die Durchführung der göttlichen Befehle (…). Es darf kein Mensch, so hoch er sein mag, diesen Regelungen entgegenwirken, oder ein Gesetz erlassen, das gegen sie verstoßen kann.“ „Botschaft des Islam“
      Leider indiziert, weil der deutsche Nanny-Staat in Form der BPSfjgM Angst habe das ich beim lesen dieser Traktate zum säbelschwingenden Extremisten mutiere. Wobei der VS immer gerne genüßlich aus solchen Schriften zitiert.

  5. Kurt
    29. Februar 2016 at 17:12

    @ Ecki: Ich sah den Film völlig unvoreingenommen. Deshalb habe ich mich so geärgert über den Film. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn die Filmemacher ihren dokumentarischen Pflichten ein größeres Gewicht gegenüber einem gewissen ideologischen Bias gegeben hätten. Solange wir nicht mutig genug und nicht in der Lage sind, ehrlich miteinander umzugehen, werden wir immer solche schlimmen Filme sehen. Deine Unterscheidung in Religion und Kultur verstehe ich nicht.

    @ Daniel: Ich bin darauf gekommen, dass monotheistische Religionen einen Alleinvertretungsanspruch haben indem ich ihren Missionaren einfach zugehört habe. Ausserdem habe ich mich aus den Quellen der Missionare kundig gemacht. Das nennt sich „Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit“ kurz „Aufklärung“.

    @ Paligro: Um zu verstehen, warum islamisches Leben in Dresden nichts mit dem Islam zu tun haben soll, bin ich einfach zu wenig paligro. Im Islam in Dresden gehört es sehr wohl zur gängigen Praxis, hartnäckig zu Missionieren. So wie in diesem Film hier, der beschönigt und mit frommen Lügen Kinder einlullen will.

    Sapere aude!

  6. Ecki
    29. Februar 2016 at 18:05

    @Radler: Ich glaube an Gott. Auf Deutsch, weil das meine Muttersprache ist. Auf Arabisch wäre das Allah – ohne Rückschluss darauf, ob ich Jude oder Muslim wäre. Wenn ich also sage, dass ich an Gott glaube, weiß immer noch niemand, ob als Jude, Christ oder Muslim.

    • christoph
      29. Februar 2016 at 19:59

      …es gibt nur einen Gott.. und Mohammed ist sein Prophet

    • Radler
      29. Februar 2016 at 20:04

      @Ecki: ??? Sie wissen nicht, an wen oder was Sie glauben? Sie wissen nicht, ob Sie Jude, Moslem oder Christ sind? Oder ist Ihnen Ihr Glaube egal bzw. egal, woran Sie glauben? Was wollten Sie mit Ihrem Kommentar ausdrücken??

  7. maria
    29. Februar 2016 at 19:22

    Schöne Werbung für eine Religion, die hier nicht hingehört. Es ist auch sehr schlau bereits Kinder, die noch formbar sind, früh anzufüttern. Ich wäre dafür die ehemalige Tabakfabrik zur Moschee umzubauen, denn das ist ja wohl das Mindeste, was Dresden für die Moslems tun kann.
    Armes Deutschland!

    • Ecki
      1. März 2016 at 08:57

      und welche Religion gehört Deiner Meinung nach „hier hin“?
      Und was meinst Du mir „schlau“? Mit der Ironie ist das im Internet so ein Problem…

    • 1. März 2016 at 22:34

      Ja, streichel das arme Deutschland ruhig mal, @maria. Ganz nass liegt es da auf dem kalten Boden und will gekuschelt werden. Vielleicht ist es beim Schlittschuhlaufen ins Eis eingebrochen, oder die Bahn kam nicht, oder es hat vergessen, seine Strumpfhosen drunterzuziehen. Und das bei dem Mistwetter! Hoffentlich holt es sich keinen Schnupfen!

  8. Ecki
    1. März 2016 at 08:54

    @Radler: Moment – ich weiß, woran ich glaube: Ich glaube an Gott. Nur kann aus dieser Aussage noch niemand schließen, auf welche Weise ich an ihn glaube, ob als Jude, Christ oder Muslim.
    Woran ich glaube und wie ich das tue sind zwei völlig verschiedene Dinge. Ich glaube an Gott und nicht an eine Religionsausübung oder (menschliche) Institution. Das ist der Unterschied.
    Und wenn die Menschen sich mehr darauf konzentrieren würden, woran sie selbst glauben, und nicht immer prüfen wollten, woran und wie andere (zu) glauben (haben), dann wäre die Welt mindestens ein bisschen friedlicher.

    • Radler
      1. März 2016 at 13:40

      @Ecki: Sehr schwammig. Es kommt mir eher so vor, dass Sie nicht wissen, woran Sie glauben – sehr traurig für einen Pfarrer. Wenn der Hirte keinen Plan hat, laufen die Schafe in die Irre. Man sollte vor allem seine Bibel mal studieren – da wird einiges deutlicher beschrieben und auch abgegrenzt. Und dies tun übrigens die Moslems auch ziemlich deutlich. Die wären nicht mit so einer schwammigen Aussage zufrieden.
      Um nur eine Aussage zu bringen: Joh. 14,6: „Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ Noch mehr Alleinvertretungsanspruch geht wohl kaum. Und wenn man das als Christ nicht glaubt – was bleibt dann vom Christsein noch übrig? Auf menschlicher/humanistischer Ebene kann man alle Religionen in einen Topf werfen – nur Erlösung findet man da nicht.

  9. Ecki
    1. März 2016 at 09:10

    @thogo: „na klar ist das natürlich so“ heißt, dass Du keinen Widerspruch duldest, denn es ist ja Deiner Meinung nach „natürlich so“, wie Du darlegst?

    Und Vorsicht: Im letzten Absatz vermengst Du Islam und Islamismus ziemlich unzulässig. Radikalismus und Terrorismus sind aber nicht per se Erscheinungsformen einer Religion, sondern eher einer Ideologie. Erst wenn sich Menschen aus ihrer Religion eine Ideologie basteln, wird es so gefährlich. Und hierzu zählt dann auch der Atheismus: auch den befördern manche regelrecht religiös zur Ideologie.

    • 1. März 2016 at 18:48

      Ich dulde sorgar ziemlich viel, wenn der Widerspruch mit Argumenten (Außnahme: ad hominem, die dulde ich nicht) kommt habe ich nichts dagegen mich mit diesen auseinanderzusetzen, lerne ich vielleicht sogar etwas.
      Gibt es nun also Argumente dafür das monotheistische Religionen keine Alleinvertretungsanspruch per default haben? Denn da kamen wir her und ich habe leider noch keine Argumente, leider nur Behauptungen, gesehen.

  10. julia
    1. März 2016 at 16:54

    Gott hin oder her?!
    Wir können weder die Existenz noch die Nicht-Existenz Gottes beweisen. Insofern verbietet es sich aus Gründen intellektueller Redlichkeit, zu behaupten, man „wisse“, dass Gott existiert oder man „sei absolut sicher“, dass er nicht existiert. Unabhängig davon können wir jedoch Aussagen darüber treffen, wie wahrscheinlich die Existenz bzw. Nicht-Existenz Gottes ist. Der Theist muss zugeben, dass Gott möglicherweise nicht existiert. Der Atheist muss anerkennen, dass Gott vielleicht doch existiert, wenn auch sehr vieles gegen dessen Existenz spricht.

    #Ich finde schön das es im Universum mit rechten Dingen zugeht und keine übernatürlichen Wesen, oder sonst was in unser Leben eingreifen. In diesem Sinne. Halle Julia

    • 1. März 2016 at 17:30

      Halle Julia, am Ende sind wir alle Agnostiker.

    • 1. März 2016 at 19:03

      @ Julia: Die Beweislast liegt immer bei dem, der behauptet, etwas existiert. Ein Atheist muss nicht beweisen, dass keine Götter existieren. Der Gläubige muss beweisen, dass seine Götter existieren.
      Atheisten sind wie Nicht-Briefmarkensammler. Diese müssen auch nichts beweisen, was mit Briefmarkensammeln zu tun hat. Sie sammeln einfach keine Briefmarken.

      Ansonsten empfehle ich die Beschäftigung mit Russels Teekanne.
      de.wikipedia.org/wiki/Russells_Teekanne

    • julia
      1. März 2016 at 23:40

      … so ist es …

    • Ecki
      2. März 2016 at 09:20

      Es geht hier nicht um Beweisen, sondern um Glauben. Daher gibt es eine Beweislast bestenfalls für jene, die nicht glauben wollen.

    • 2. März 2016 at 13:04

      „…eine Beweislast für jene die nicht glauben wollen.“ Was passiert mit denen, die nicht glauben wollen und den Beweis nicht erbringen, Ecki?
      Steinigung, wie in der Bibel empfohlen, oder nur zehn Jahre Knast und 500 Peitschenhiebe, wie derzeit in Saudi-Arabien?
      Da haben wir ihn wieder, den Alleinvertretungsanspruch der Gläubigen. Widerlich!

  11. Ecki
    1. März 2016 at 17:08

    @Radler: und in der Bergpredigt steht Mt 5,22: „wer aber zu ihm [seinem Bruder] sagt: Du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.“
    Das bedeutet, dass es aus der Sicht Jesu gegenüber einem Mitmenschen am schlimmsten ist, diesem seinen Glauben abzusprechen.
    Genau davor versuche ich die ganze Zeit zu warnen.

    • 1. März 2016 at 19:11

      Lieber Ecki, niemand will dir einen Glauben absprechen. Aber du weisst ja:
      Religion ist wie ein Penis. Es ist völlig in Ordnung einen zu haben und man kann auch stolz darauf sein, aber man soll ihn nicht in der Öffentlichkeit raushängen lassen und man soll ihn nicht in Kinder stecken. :-)

    • Radler
      1. März 2016 at 22:16

      @Ecki: Darum geht es doch meines Erachtens gar nicht. Da hätten Sie auch „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ als Bibelstelle bringen können.
      Nein, wir sind doch über den Alleinvertretungsanspruch auf diese Diskussion gekommen. Und Sie haben dem ohne Argumente widersprochen – es wäre nicht so (so habe ich es zumindest verstanden). Und darauf hin habe ich Sie gefragt, was Sie glauben. Und da sind Sie auch ausgewichen und es machte den Eindruck, dass Sie sich unsicher über Ihren Glauben sind oder aber diesen verstecken wollen. Die Aussage „Ich glaube an Gott“ sagt jedenfalls noch nicht viel über den Glauben aus. Das machen irgendwie alle Religionen und übertragen gesehen wohl selbst Atheisten (und sei es z.B. das Geld, was manchem zum Gott wird oder Bio oder…). Schränkt man die Aussage ein, indem man sagt, es gibt nur einen Gott (und meint damit ein übernatürliches Wesen), dann sind es immer noch mindestens 3 Religionen (Islam, Judentum, Christentum), die daran glauben. Doch glauben diese keinesfalls an den gleichen Gott (mal abgesehen von den Christen, die an den Gott der Juden glauben). Und den Unterschied im Christentum macht doch eindeutig Jesus. Soll man den jetzt verschweigen? Soll man zu seiner Überzeugung nicht mehr stehen? Das hat Jesus keinesfalls mit Mt 5,22 gemeint – insoweit geht Ihre Bibelstelle völlig in die falsche Richtung. Und wer ist ein Mensch, der in der Wüste die Oase kennt und verschweigt sie der durstenden Karawane?

    • Sabine
      2. März 2016 at 19:16

      @Radler
      „Und den Unterschied im Christentum macht doch eindeutig Jesus. Soll man den jetzt verschweigen? Soll man zu seiner Überzeugung nicht mehr stehen?“

      Nein, den Unterschied hat nicht Jesus gemacht, sondern die nachösterliche Gemeinde.

      Jesus war Jude. Seine Haltung gegenüber Schriftgelehrten, Pharisäern usw wurden und werden immer als eine Antihaltung um Judentum gedeutet. Das ist schlicht falsch. Sie waren ausdruck innerjüdischer Konflikte der Zeit Jesu.

      Es gibt in der „Leben-Jesu-Forschung“ (das sind die, die nach dem „historischen“ Jesus suchen) eine interessante Hypothese (Samuel Reimarus): danach haben die Anhänger Jesu den Leichnam desselbigen 50 Tage lang versteckt. Dann war er so verwest, dass er nicht mehr zu identifizieren war – erst danach haben seine Anhänger ihn als den Auferstandenen verkündigt.

    • 2. März 2016 at 21:05

      @Sabine, wir müssten Ostern also 50 zusätzliche Feiertage haben, richtig?

    • Radler
      2. März 2016 at 21:13

      @Sabine: Das ist schlichtweg falsch, was Sie da schreiben. Ohne Jesus und seine Auferstehung gäbe es gar keine nachösterliche Gemeinde. Diese hat auch nur fortgesetzt, was Jesus davor gelebt und gelehrt hat. Dazu kommt, dass Jesus schon im Alten Testament prophezeit wurde.
      Weiterhin hatte Jesus keine Antihaltung zum Judentum (da haben Sie Recht – nur der Zusammenhang, den Sie konstruieren, ist falsch).
      Und ja, es gibt viele Verschwörungstheorien – vor allem von Menschen, die nicht glauben können und/oder wollen. Das macht die Theorien aber nicht richtiger. Es gibt einiges, was man nicht beweisen kann und nach so langer Zeit auch nicht mehr 100%ig wissenschaftlich historisch nachweisen kann. Man kann also viel konstruieren. Es gibt genauso auch Menschen, die bei Ihren Nachforschungen darauf gekommen sind, dass die Bibel doch recht hat (z.B. Lee Strobel – sein Buch fand ich sehr interessant: Der Fall Jesus). Letztendlich ist es eine Glaubenssache. Und zusammen mit persönlichen Erfahrungen kann ich für mich sagen: Ich glaube 100%ig, dass die Bibel recht hat und die Geschichte mit Jesus stimmt. Und wie ich auch schon schrieb: Ein Christentum ohne Jesus ist absolut sinnlos. Wer sich Christ nennt und nicht an Jesus glaubt, ist kein Christ – denn woran glaubt er dann noch? Ein Nachfolger Christi kann er ja nicht sein, weil er ja Jesus Christus ablehnt bzw. ihn nicht als das nimmt, was er ist: u.a. Gottes Sohn und Erlöser.

    • Ecki
      2. März 2016 at 22:36

      @Radler (21:13): Ich würde es nicht so scharf formulieren: „dass die Bibel recht hat und die Geschichte mit Jesus stimmt“. Was steht denn wirklich in der Bibel, und was lesen wir heraus? So eineindeutig ist das nun auch wieder nicht. Und: wie ist die Auferstehung denn wirklich zu denken und zu verstehen?
      Weil Du Dich in der Bibel offensichtlich gut auskennst, ein Vers hierzu: 1. Kor 13,12. So viel Gottvertrauen darf sein.

    • Sabine
      3. März 2016 at 06:55

      @Radler

      Wir reden hier von zwei verschiedenen Ebenen: zunächst einmal (und dabei bleibe ich): Jesus war Jude. Als Wanderprediger seiner Zeit hat er hier und da Kranke und Besessene geheilt – das ist für die damalige Zeit gar nicht so ungewöhnlich, da war er nicht der einzige. Ungewöhnlich war vielleicht die Radikalität, mit der er seinen Weg gegangen ist.
      Die Quellen, die uns zur Verfügung stehen, sind zum einen extrem überschaubar und allesamt nachösterlich geschrieben (selbst die außerchristlichen Quellen). Das gesamte Markusevangelium ist einzig dazu konstruiert, Jesus als den erscheinen zu lassen, der er sein soll: Chritus.

      Darüber hinaus: die Prophezeiungen des AT sind Jesus auch von den nachösterlichen Autoren zugeschrieben worden. Das ist das, was uns heute vom Judentum trennt – wir sehen in Jesus den im AT prophezeiten Messias, die Juden nicht.

      Dass Sie meine Aussagen als „schlicht falsch“ bezeichnen, lässt zwei Deutungen zu: entweder Sie kennen sich zwar gut in der Bibel aus (wie Ecki meint), haben sich aber nie mit ihrer Entstehungsgeschichte und den Entstehungsumständen ernsthaft auseinandergesetzt oder aber Sie gehören zu der Fraktion „es kann nicht sein, was nicht sein darf“, das lasse ich mal offen.

      Die zweite Ebene: das ist das, was wir glauben. Ich glaube an Gott, daran, dass Christus für uns am Kreuz gestorben ist. Das ist kein Widerspruch zur ersten Ebene, denn auch ich gehöre zur nachösterlichen Gemeinde.

    • 3. März 2016 at 11:30

      Wer die Story drumrum installiert hat und ob es Jesus oder den Pumuckl wirklich gab, ist doch wurscht. 50 zusätzliche Tage frei, das zählt!
      Ich glaube, dass Samuel Reimarus recht hat, ist das nicht genug? Wie viele Menschen muss ich noch vom richtigen Glauben überzeugen? @Ecki, 50 zusätzliche Tage Messen lesen, klingt das nicht auch für Dich verlockend?

  12. 1. März 2016 at 21:18

    „Der gewöhnliche Mensch bereut seine Sünden:
    Die Auserwählten bereuen ihre Unachtsamkeit.“

    Dhu’l-Nun Misri

    • Klaus W.
      2. März 2016 at 12:20

      „Der gewöhnliche Mensch die Auserwählten“ – eine klare Ansage!
      (Wer bitte ist „Dhu’l-Nun Misri“ ???)

    • 2. März 2016 at 13:19

      Der vorgebliche Urheber war ein Sufi-Mystiker im 8. Jahrhundert. Den Spruch hat Paligro gebracht, bevor er in einer Logikwolke verpuffte. :-)
      Man sollte sich immer einen Vorrat an nebulösen Sprüchen vorhalten, um in einer Internetdebatte vor sich selbst einen guten Eindruck zu machen. Natürlich kann man auch Meister Eckhard oder Rabbi Löw zitieren. Je nach Religion, um die es gerade geht.
      Ich zitiere gern Voltaire: „Wer dich dazu bringt, Absurditäten zu glauben, bringt dich auch dazu, Ungeheurlichkeiten zu tun“.

  13. Ecki
    2. März 2016 at 09:15

    @Radler: Das Bild mit der Oase für die durstende Karawane gefällt mir gut. Allerdings: eventuell gibt es nicht nur eine Oase? Allen Oase ist gemein, dass Sie Wasser führen.
    Das heißt im Bild: Das Wasser steht für Gott, aber die Oase für den Weg dahin.
    Den Alleinvertretungsanspruch auf DIE richtige Oase haben nur Menschen formuliert (so wie manche Menschen nur in Skandinavien Urlaub machen, andere sich Urlaub nur am Mittelmeer vorstellen können – für all jene gibt es auch nur die eine, nämlich ihre, Variante, Urlaub zu genießen).
    Ich habe nur eine Variante des an Gott Glaubens richtig kennen gelernt. Und die halte ich für gut. Deshalb bin ich hier auch der evangelische Pfarrer. Aber all die anderen Varianten (ob Konfessionen wie katholisch und orthodox oder Religionen wie Judentum und Islam) kenne ich nicht in gleicher Weise gut. Deshalb hüte ich mich (und warne auch davor!), vorschnell über andere Inhalte zu urteilen. Wohl gemerkt: Inhalte. Was Menschen daraus machen, ist etwas ganz anderes, und teilweise – auch in den eigenen Reihen – dringend der Kritik nötig!
    Ich denke, dass ich mir damit weder den Vorwurf einer schwammigen Positionierung noch der Scharfmacherei unterstellen lassen muss.

    • 2. März 2016 at 13:39

      Ecki, ich finde es gut, dass die evangelische Kirche Pfarrer wie dich hat. Ich wünschte, es wären dort alle so wie du. Berichtige mich wenn ich falsch liege: Die EKD vertritt die Meinung einer großen Ökumene. Deine Kirchenoberen sagen, dass letzendlich alle drei abrahamitischen Religionen an denselben Gott glauben.
      Hast du diese Idee schon mal mit deinen Kollegen vom Islam besprochen? Und wenn du einmal dabei bist, frag sie doch mal nach deren Konzept einer Kopfsteuer für Angehörige der Buchreligionen. Stichwort hier ist Dschizya. Das hat zufälligerweise etwas mit dem Alleinvertretungsanspruch der Religion zu tun.

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