Verstecktes im ehemaligen Musikshop

Ganz vorsichtig. Eigentümer Markwart Faussner legt selber Hand an.

Ganz vorsichtig. Eigentümer Markwart Faussner legt selber Hand an.

Seit Ende Januar hat der Musikshop Tina auf der Kamenzer Straße geschlossen. Inhaberin Tina Georgiew betreibt aber im Obergeschoss weiterhin ihre Musikschule. Bei der Sanierung der Räume hat Eigentümer Markwart Faussner unter der spröden Rauhfasertapete ein paar interessante Entdeckungen gemacht.

Leim- auf Ölfarbe.

Leim- auf Ölfarbe.

„Sehen Sie sich das an“, er zeigt auf alten Stuck an der Decke. Der war die ganze Zeit abgehängt und niemand wusste, was die Räume für Schönheiten beherbergen. Und an der Wand unter der Tapete treten die alten Farbschichten zu Tage. „Das ist alte Leimfarbe und Ölfarbe, zig verschiedene Schichten“, Faussner ist begeistert. Sein Handwerker Bogdan Grosu legt einzelne Schichten frei. Die sollen wie eine Mosaik so bleiben, der Rest des Raumes bleibt in dezentem Grau.

Die Stuckdecke lässt er nun erweitern, ebenso wird eine uralte Holztür ihren Platz in den Räumlichkeiten finden. Faussner freut sich wie ein kleiner Junge, wenn er von den vielen Details des Hauses berichtet. Er nimmt an, dass hier einst der richtige Eingang zum alten Orpheum war. Der einstige Ballsaal ist jetzt das Büro einer Werbeagentur. Das Haus wurde um 1873 errichtet, der Ballsaal diente dann ab den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als Lager der Flügel- und Klavierbauwerkstatt der Gebrüder Thierbach. Ende der 90er weckte Faussner den Saal aus seinem Dornröschen-Schlaf. Tolle Bälle und Partys fanden hier statt. Eine dauerhafte Nutzung als Veranstaltungsort scheiterte aber am Lärmschutz.

Die Zukunft des mehr als 100 Quadratmeter großen Ladens im Vorderhaus steht noch nicht fest. Wenn fertig saniert ist, werden erst einmal in einer Art Pop-Up-Galerie Leinwand-Fotos von Carsten Linke gezeigt. Langfristig wünscht sich Faussner einen Mieter, der es ermöglicht, dass die Neustädter auch mal in das Geschäft hinein schauen können. Das wird dann zur Eröffnung der Ausstellung Mitte bis Ende März auf jeden Fall möglich sein.

Der Musikshop Tina befand sich seit 1990 auf der Kamenzer Straße.

Die Musikschule ist noch da, im Obergeschoss.

Die Musikschule ist noch da, im Obergeschoss.

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3 Kommentare zu “Verstecktes im ehemaligen Musikshop

  1. Carsten Linke
    1. März 2016 at 00:57

    He lieber Markwart, was für ein wunderbarer Laden da wieder entsteht. Kompliment für Deine Ideen. Der Edward Snowden Platz mit dem Restaurant Evissa an der Bautzner 6 ist schon ein Erlebnis. Ich freu mich auf unser neues Projekt. Beste Grüße an Dich und B. Carsten

  2. bautzner
    2. März 2016 at 09:53

    @Anton: Warum musste der MST eigentlich schließen, das ging von jetzt auf gleich. Aber vielleicht habe ich auch einen Post verpasst.

    • 2. März 2016 at 09:55

      Finanzielle Gründe und nein, Du hast keinen Post dazu verpasst. Tina konzentriert sich jetzt auf die Musikschule.

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