Kulturzentrum für Königsbrücker 117a/119

Der Gebäudekomplex der ehemaligen Arbeitsanstalt soll wieder belebt werden. Nach dem Willen des jüngst gegründeten Vereins „Elixir“ als ein interkulturelles Zentrum. Die Häuser stehen seit Jahren leer. Zuletzt hatte das Sozialamt eine Sanierung zum Flüchtlingsheim aus Kostengründen abgelehnt.

Die Gebäude stehen schon seit Jahren leer.

Die Gebäude stehen schon seit Jahren leer.


Im vergangenen Jahr hatte der Ortsbeirat Neustadt vorgeschlagen, das Haus in ein Flüchtlingsheim umzubauen. Nach Schätzungen des Sozialamtes hätten jedoch rund neun Millionen Euro investiert werden müssen, um die Gebäude in einen geeigneten Zustand zu bringen.

Seit Herbst ziert ein Banner das Haus: „zu verkaufen“. Das Liegenschaftsamt wollte mindestens 1,27 Millionen Euro für das mehrgeschossige Gebäude haben, das unter Denkmalschutz steht und sanierungsbedürftig ist. Bis zum 21. Januar lief das Bieterverfahren. „Aber noch ist es nicht verkauft, wir rechnen uns Chancen aus“, erklärt Felix Gutte. Der Verein „Elixir“ hat sich bewusst nicht an dem Bieterverfahren beteiligt, „weil wir möchten das dieses Grundstück in kommunalem Besitz bleibt“. Daher wird eine Nutzung nach Erbpacht-Recht angestrebt.

„Elixir“ steht für Experimentierzentrum für interkulturelles Leben in Dresden. Aus dem Verein heraus soll eine Genossenschaft gegründet werden, die im ersten Schritt hinter der alten Anstalt ein Haus in Leichtbauweise errichten will. Dort soll in einem interkulturellen Modellprojekt genossenschaftlicher Wohnraum für Deutsche und Migranten entstehen. Im Vorderhaus, dass zu DDR-Zeiten als Wehrkreiskommando (entspricht dem heutigen Kreiswehrersatzamt) genutzt wurde, sollen ausschließlich öffentliche Räume entstehen. Dort könnten Cafés und Begegnungsstätten, sowie Kultur- und Bildungsangebote entstehen. „Wir sind in ersten Gesprächen mit der Volkshochschule.“

In kurzer Zeit hat der Verein „Elixir“ eine breite Unterstützung von Institutionen und Einzelpersonen in der Stadt erfahren und ist dabei eine Genossenschaft zu gründen, über die das Eigenkapital für den Bau aufgebracht wird. Der Verein hat in Zusammenarbeit mit Architekten ein Konzept für Bebauung und Nutzung der Flächen erstellt. In die Bauphase sollen Flüchtlinge aktiv einbezogen werden: „Unter den Flüchtlingen gibt es viele Handwerker und junge Menschen, die eine Ausbildung machen wollen. Wir können Ausbildungs- und Arbeitsplätze schaffen – und ein Zeichen über Dresden hinaus senden“, erklärt Mohammad Al Masalme, der Vorstand im Verein ist und hauptamtlich als Flüchtlingssozialbetreuer arbeitet.

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4 Kommentare zu “Kulturzentrum für Königsbrücker 117a/119

  1. Henri
    26. Januar 2016 at 19:14

    Zu DDR-Zeiten gab es keine Kreiswehrersatzämter. Da hieß das Wehrkreiskommando. Ich kann mich noch gut dran erinnern, dort 1990 bei den NVA-Werbeoffizieren meinen Wehrpass abgegeben und meinen Zivildienst beantragt zu haben.

    • 27. Januar 2016 at 08:34

      Danke Henri, völlig richtig. Hab das mal angepasst. Als ich 1990 das erste Mal dort war, hieß es schon Kreiswehrersatzamt. Das hat sich mir dann eingebrannt.

  2. abrazzo
    27. Januar 2016 at 10:00

    Heißt es nicht sowieso „Kreiswehrsatzamt“ anstatt „Ersatzamt“? Der Ausdruck macht auch wenig Sinn

    • 27. Januar 2016 at 12:03

      Mach mich nicht komplett verrückt. Das Ding heißt, bzw. hieß „Kreiswehrersatzamt“. Inzwischen heißen diese Einrichtungen „Karrierecenter der Bundeswehr“. Der Begriff wird in der Wikipedia übrigens hübsch erklärt.

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