Archiv- und Erich-Ponto-Straße

Erich Ponto fand erst 50 Jahre nach seinem Tod seine letzte Ruhestätte in Dresden. Das war 2007.

Erich Ponto fand erst 50 Jahre nach seinem Tod seine letzte Ruhestätte in Dresden. Das war 2007.

„Jeder nor oinen wönzigen Slock, sonst steigt es zu Kopf!“ Unvergesslich die Filmszene aus der Feuerzangenbowle, in der ein Lehrer seinen Schülern selbst hergestellten Alkohol verköstigt. Mit Nickelbrille, weißem Haar und mit gespitzten Lippen jedes Wort wie durch einen Trichter flötend, versucht die lächerliche Gestalt des Lehrers Schnauz, Zucht und Ordnung in die pubertäre Rüpelbande zu bringen. Heinz Rühmann gibt den Vorzeige-Flegel. Lallend und krakeelend führt die dreiste Schar dem erschrockenen ‚Lehrkörper‘ die fatalen Auswirkungen der ‚alloholischen Gärung des Allohols‘ vor.

Tränen wurden gelacht bei den Vorführungen im Familienkreis. Ordnungsfanatische Oberlehrer, die ihr Fett wegkriegen. Rebellen mit Schiefertafel und Loch im Strumpf – Helden meiner Kindheit. Lehrer Schnauz war mir zuwider und ich erkannte nicht, welche schauspielerische Leistung gerade hinter den Antihelden steckt. Sich lächerlich machen zu können bedeutet wahre Größe – wie sie der Schauspieler Erich Ponto besaß: Ein hochgelobter Bürger Dresdens. Die Straße, die an ihn erinnert, hätte eigentlich auf die andere Elbseite, näher ans Schauspielhaus, gehört.  Schließlich war Ponto von 1914 bis 1947 hier engagiert und ab 1945 sogar Generalintendant. Eine Straße bekam er erst 1991 zugesprochen – und die wurde dem Kommunisten Arno Straube weggenommen. Gut, dass das jemand aufgeschrieben hat! Sonst wäre es vergessen.

Das Neue Magazingebäude, in Benutzung seit 2011.

Das Neue Magazingebäude, in Benutzung seit 2011.

Erinnerungen sind die Bausteine der Geschichte. Davon ist eine knappe Marathonstrecke in Form von Akten, Urkunden, Karten und Zeichnungen im Hauptstaatsarchiv untergebracht. Etwa 40 laufende Regalkilometer beherbergen Dokumente aus elf Jahrhunderten deutscher Geschichte. Bevor die Ponto-Straße in den Unteren Kreuzweg übergeht, passiert sie das Staatsministerium mit dem etwas sperrigen Namen „… der Justiz und für Europa“. Zum Beweis wehen bunte Flaggen im Wind.
Das Sächsische Staatsministerium der Justiz und für Europa an der Kreuzung Ponto-/Hospitalstraße.

Das Sächsische Staatsministerium der Justiz und für Europa an der Kreuzung Ponto-/Hospitalstraße.

Wo Ponto- und Archivstraße sich treffen, steht das nahezu fensterlose Neue Magazingebäude des Hauptstaatsarchivs wie ein großes Stück Würfelzucker und kuckt mit einem schmalen Auge auf die Fabrik mit Schornstein gegenüber. Ein Ninja-Turtle-Paste-Up kuckt zurück und erinnert daran, dass wir uns bei aller hochwohlgeborenen Staatsarchivarität noch immer in der Inneren Neustadt befinden.
Grün, ja, grün ... Das Portal der Sächsischen Staatskanzlei.

Grün, ja, grün … Das Portal der Sächsischen Staatskanzlei.

Am Anfang der Archivstraße geht es gestrenger zu. Dort steht im Schatten einer grünenden Eiche ein Polizeiauto vor der Sächsischen Staatskanzlei wie eine Hundehütte. Die Menschen, die hier ein- und ausgehen, sollten sich mal wieder die Feuerzangenbowle zu Gemüte führen. Es wird mit ausdrucksloser Mine gegrüßt. Na gut, so ein Sächsischer Staat ist auch eine ernste Angelegenheit. Da gibt es wenig zu lachen, weil vieles schief gehen kann. Zum Beweis reicht ein Blick Richtung Schlossplatz. Da stehen die Schnauzer-Oberlehrer mit ihrer speziellen Form der Ordnungsliebe – und Richtung Neustadt wimmelt es von Graffitis. Zur Beruhigung schnell ins Hauptstaatsarchiv! Da kann man in guten alten Zeiten blättern. Aber nicht lachen!

Die schauspielerische Leistung des Antihelden ist nicht zu unterschätzen.

Archivstraße

Archivstraße

Bisher erschienen:
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23 Kommentare zu “Archiv- und Erich-Ponto-Straße

  1. Frank
    26. Mai 2015 at 21:07

    Hier die lange Liste aller nach Personen benannten Straßen in Dresden:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_nach_Personen_benannten_Stra%C3%9Fen_und_Pl%C3%A4tze_in_Dresden

  2. Alraune
    27. Mai 2015 at 08:23

    Die Liste dürfte ihr leider bekannt sein.

  3. egal
    27. Mai 2015 at 11:43

    nett zu lessen, dennoch …
    die intention der verfilmung der feuerzangenbowle nicht zu blicken ist keine schande. im gegenteil, denn genau das war die intention hinter den ns-unterhaltungsfilmen. heile welt mit happy end, versetzt mit meist sehr subtilen politischen botschaften und/oder ressentiments. diese sind bei der feuerzangenbowle eher schwer auszumachen, doch sicher liesen sich die rückschläge auf den kriegsschauplätzen der welt mit etwas klamauk des pseudorebellischem johannes pfeiffer (ja, mit drei f …) leichter ertragen. den zehrenden alltag erträglicher zu machen war eine weitere motivation der ns-propaganda, aber nicht nur dieser.
    was allerdings hätte kommen können, ja müssen, sind ein, zwei kritische worte zu herrn ponto. war er gefestigter nazi? mag ich nicht beurteilen. war er nach 45 überzeugter demokrat? weiß ich nicht. fakt ist, dass sein wirken in weniger subtilen werken wie „die rothschilds“ und „ich klage an“ keinen sonderlich widerständigen, gar emanzipatorischen charakter erkennen lassen, welcher gar gehuldigt gehört – im gegenteil!

    zudem ist die erich-ponto-straße ein sinnbild dresdner erinnerungspolitik. der kommunist und widerstandskämpfer arno straube, dessen name seltsamerweise nie im zusammenhang mit dem alljährlichen dresdner opferzirkus auftaucht, wurde im zuge dresdner „geschichtsaufarbeitung“ „seiner“ straße beraubt, um diese nach erich ponto zu bennen. der, wie oben schon erwähnt, eine eher ünrühmliche (film-)vita vorzuweisen hat. mit der dresdner geschichtspolitik schließt sich hier dann wieder der kreis zur ns-unterhaltungsindustrie, ohne diese gleichsetzen zu wollen: vorgaukeln einer heilen welt im vorgestern um die eigenen verfehlungen im gestern und heute zu klittern.

    so, jetzt bin ich gespannt auf die („auf-„)rechten trolle, welche sich seit geraumer zeit hier rumtreiben.
    und: 3, 2, 1 …

    ps: wirklich sehr erschreckend, was hier mittlerweile an „meinungen“ vertreten wird. der menschenhassende kartoffeltroll hat jetzt selbst die kommentarspalten solch kleiner stadtteilblogs als schlachtfeld für sein*ihr dasein als teutonische*r web-2.0-krieger*in entdeckt. schade!

  4. 27. Mai 2015 at 12:11

    @egal: Vielen Dank für die Anmerkungen. Es ist ja erschreckend, wie wenig man zu Arno Straube im Netz findet. Während es zu seinem Mitstreiter Kurt Schlosser immerhin sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag gibt, findet sich zu Straube nur ein Beitrag im Mitteilungsblatt des Sächsischen Bergsteigerbundes und ein auf pastebin.com veröffentlichter Artikel der Sächsischen Zeitung vom 9. Februar 2013, der ziemlich aufschlussreich ist und sich leicht ergoogeln lässt.

  5. Karsten
    27. Mai 2015 at 18:02

    Geehrte/r „egal“,
    ich möchte Ihnen einen Gefallen tun und Ihr Prophezeiung von den „rechten trollen“ (wird Troll eigentlich nicht groß geschrieben?) wahr werden lassen.

    Wenn Sie mögen, durchsuche ich nochmals mein Bücherarchiv auf dem Dachboden meiner Eltern. In diversen Staatsbürgerkundeunterrichts- und FDJ-Büchern wird Ihnen dort nochmal eindrucksvoll erläutert, warum selbst die Tischdecke hinter dem geistigen Tellerrand Nazi ist und nur Nazi sein kann. Nicht dienen kann ich Ihnen mit SED-Schulungsmaterial. Denn diese löste sich kurz vor meinem „empfohlenen“ Kandidatenantrag (Wunsch auf Studium) in Wohlgefallen auf. Aber sie sehen, auch ich wäre beinahe ein aufrechter Kommunist geworden. Und hätte, soviel ist klar, gemeinsam mit den anderen Kommunisten zu den Siegern gehört.
    Leider kam alles anders… ich weiß auch nicht warum…

    Bezüglich Ihres PS-Nachtrages kann man Ihnen eigentlich nur gute Genesung wünschen.
    MFG,
    ich

    P.S.: Ich finde es bedauerlich, dass mittlerweile jeder noch so gute und interessante Artikel von Lesern politisiert wird, um Hetze gegen andersdenkende, eher nicht-kommunistische Menschen zu verbreiten.

  6. egal
    27. Mai 2015 at 22:12

    @ karsten:

    ernsthaft? abgesehen davon, dass ich mich jetzt nicht als kommunist*in bezeichnen würde, ist ihr vortrag dann doch eher mau. ihre gezwungen humoristisch daherkommende „sed-/kommikeule“ als replik auf eine vermeintliche „nazikeule“ (woher nehmen sie dies eigentlich?) ist echt sowas von „ätsch, selber!“ – sprich: kindergarten.
    ich habe in den absätzen bezüglich ponto ja nun wirklich versucht sachlich und nüchtern lediglich ergänzende fakten zusammen zu tragen. habe versucht die worte mit bedacht zu wählen und erich ponto keinen nazi zu nennen. naja, beim nächsten mal versuch ich es in leichter sprache.

    weswegen mir „gute besserung“ gewünscht wird, kann ich jetzt nur erahnen. mir schwant da aber schlimmes …

    ob ihres ps: abgesehen davon, dass es verdammt schwer ist, einen artikel, welcher sich zu beginn um einen zu bestimmter zeit hochpolitischen schauspieler dreht zu „politisieren“, wo bitte schön, habe ich gehetzt? ich habe lediglich kundgetan, was ich dachte beobachtet zu haben. lautet „euer“ mantra nicht: „das wird mensch ja wohl noch sagen dürfen …“? ihresgleichen nimmt die hochgeschätzte meinungsfreiheit doch ständig redundant in anspruch, ohne zu begreifen, dass zu eben jener auch gehört, dass ich mir diesen regressiven kack nicht nur nicht anhören muss, nein, zur meinungsfreiheit gehört auch, dass es widerspruch auszuhalten gilt.

    und bevor jetzt wieder der übliche reflex ausgeworfen wird, komme ich mal wieder redundant daher: „um tolerant zu sein, muß man die grenzen dessen, was nicht tolerierbar ist, festlegen.“ – umberto eco –

    und jetzt, Troll dich!

  7. Lucy
    27. Mai 2015 at 23:20

    Wo der Zusammenhang zwischen Kommunismus und dem Sachverhalt, dass Erich Ponto in NS Propagandafilmen mitgewirkt hat ist mir ein Rätsel. Ebenso frage ich mich was es mit „Hetze“ zu tun hat wenn (mE sehr richtig) darauf hingewiesen wird dass diese Tatsache in einem solchen Artikel erwähnt werden sollte (meiner Meinung nach erwähnt werden muss). Für mich macht es den Anschein als hat hier „jemand“ einen gewaltigen Beißreflex…

  8. Karsten
    28. Mai 2015 at 15:17

    @egal: Nun, als erwachsener Mensch weiß man, was man schreibt, wie man es schreibt, und warum. Man weiß, welche Reaktionen man damit „herauskitzeln“ kann. ;-) Aber seien Sie geduldig. Im fortlaufenden Prozess der Reifung erstetzt man „jugendliche Platzhalter“ (ich will die jetzt bewusst nicht benennen) durch Reife, Selbstreflektion, Wissen und Erfahrungen.

    Ihren Ursprungsbeitrag fand ich lesenswert, auch wenn ich nicht allem zustimmen kann. Er hat zumindest etwas Qualität. Dennoch mein Rat: wenn man manche Dinge nicht versteht, kann man sich über Hintergründe informieren. Es ist nicht hilfreich, alles Nichtverstandene mit einer Epoche zu erklären, die ca. 4x solange vorbei ist, als man selbst auf diesem Erdenrund weilt. Epochen, von denen man dann zwangsläufig weniger Ahnung hat, als man glaubt.

    Vielleicht informieren Sie sich mal über die politisch motivierte Namensgebung in der DDR bis hin zum Personenkult. Dies betraf Straßen und Plätze, Schulen und Wohnheime,… fast schon hin bis zum Clara-Zetkin-Dorfkonsum. (Ja sogar Mauern und Zäunen gab man liebevolle Namen wie „antifaschistischer Schutzwall“.) Dass dies im Rahmen der Wiederveinigung etwas entschärft und demokratisch neutralisiert werden musste, lässt sich auch mit wenig Fantasie erahnen. Allerdings lässt sich ein unlimitierter geistiger Horizont eher nicht mit Pampigkeit beweisen. In diesem Sinne lege ich artig meinen rechten Daumen auf den Scheitel und rufe: „Immer bereit!“ MfG.

  9. Andreas
    28. Mai 2015 at 15:48

    “ im Hauptstaatsarchiv untergebracht. Etwa 40 laufende Regalkilometer beherbergen Dokumente aus elf Jahrhunderten deutscher Geschichte.“
    Übrigens handelt es sich um das Sächsische Hauptstaatsarchiv. Schwerpunkt ist die sächsische Geschichte (gehört natürlich zu Deutschland :) ).

  10. 28. Mai 2015 at 16:33

    @Andreas: Das für ganz Deutschland heißt ja auch Bundesarchiv und befindet sich in Koblenz. ;-)

  11. 28. Mai 2015 at 16:45

    DU prahlst übrigens nicht mit Wissen, Karsten. Bis jetzt ist das alles nur pseudoeloquentes Geschwurbel… (nur mal als Tipp von einem, der um einiges älter ist, als die DDR jemals wurde)

  12. 28. Mai 2015 at 18:07

    Um einiges? Die vier Jahre?

  13. 28. Mai 2015 at 18:25

    Na immerhin 10%!;-)

  14. Karsten
    28. Mai 2015 at 18:33

    @Peter Macheli: dann bin ich ja zum Glück noch jung, denn ich bin nur geringfügig älter, als die DDR je wurde. :-) Ansonsten danke ich für die Einschätzung meines Geschreibsels, ich scheine es also selbst auch noch realistisch einzuschätzen und meine „Stilmittel“ einsetzen zu können. :-)

    Aber vielleicht fühlst Du Dich ja gewillt, auch etwas Inhalt beizutragen. Daher folgendes: (Und dussliges Nazi-Geschwafel lassen wir mal weg, noch übleren geistigen Tiefflug erst recht!) Wenn man sich drüber erbost, dass dem Arno Straube „seine“ Straße weggenommen wurde, müsste man schon darlegen können, warum ihm überhaupt eine Straßenswidmung gebührte.

    Wie Anton Launer schon anmerkte, ist im Netz so gut wie nichts über ihn zu finden, was schon ein Zeichen sein könnte. „egal“ gab als Info: „kommunist und widerstandskämpfer“. Kommunist zählt leider nicht, da es in einem eher demokratischen Staat weniger üblich ist, Sraßennamen gemäß (der richtigen) politisch-ideologischen Einstellung zu verteilen. Widerstandskämpfer? Okay. Ich gehe aber davon aus, dass es in der deutschen Geschichte eine ganze Reihe von sog. Widerstandskämpfern (gegen jede Form von System) gab, die keine Straßennamen o.ä. vorweisen können. Straube müsste also eine herausragende Persönlichkeit gewesen sein. Daher meine erste, durchaus ernstgemeinte Frage an Dich:
    – Was rechtfertigte im Fall Arno Straube eine Straßenswidmung?

    Die heutige Ponto-Straße hieß nur von 1946 bis 1991 Arno-Straube-Straße. Bis 1946 hieß sie m.W.n. Villiersstraße. Daher meine zweite und dritte Frage an Dich:
    – Wer oder was war mit Villiers gemeint?
    – Was rechtfertigte, diesen Straßennamen abzuschaffen und statt dessen an Arno Straube zu vergeben?

    Ich freue mich auf Deine erhellende Antwort und danke im Voraus.

  15. Andreas
    28. Mai 2015 at 18:53

    @Anton Launer: Bundesarchiv in Koblenz: Seit gut 20 Jahren ebenso in Berlin-Lichterfelde (v. a. Deutsches Reich, DDR), in Koblenz weitgehend beschränkt auf Materialien der Bundesrepublik.
    Jedenfalls ist der Begriff Hauptstaatsarchiv, so wie er in Philines Text steht (deutsche Geschichte), leicht irreführend.

  16. 28. Mai 2015 at 19:01

    Aber es heißt doch so. Und das nicht das bayerische oder das thüringische oder eben das Bundesstaatsarchiv gemeint sein kann, ist doch irgendwie logisch, ich kann da keine Irreführung erkennen. ;-)

  17. 28. Mai 2015 at 20:33

    Nö, Karsten, ich spiele hier nicht den Recherchefrosch, keine Zeit. Ich freue mich, dass egal das zum Teil gemacht hat. Und seine Anmerkungen bzgl. der Umbenennung fand ich richtig und durchaus auch neutral genug bewertet.

  18. Karsten
    28. Mai 2015 at 20:57

    Na ja, Peter, dann noch ein abschließendes Wort. Du erinnerst mich an diese Ann Sophie vom ESC. Wie ich heut las, war sie dort angetreten, um 0 Punkte zu erreichen. Soll heißen, sie nimmt mühevoll an einem Ausscheid teil um Lieder zu singen, die nahezu niemandem gefallen. Und Du kritisierst Diskutanten, um nach eigenen Inhalten gefragt keine Zeit zu haben. Köstlich. :-)

  19. egal
    28. Mai 2015 at 22:48

    @karsten:
    ein vermeintlich höheres alter als ersatz für argumente? schon etwas chauvinistisch, oder? meiner erfahrung nach, geht ein vortgeschritteneres alter nicht zwangsläufig mit höheren kognitiven fähigkeiten einher. egal …

    mir ist durchaus bewußt aus welchen beweggründen heraus straßen zu ddrzeiten benannt wurden. deshalb noch einmal deutlich: wo bitte schön habe ich dies in frage, oder gar in abrede gestellt? das alles andere als tolle und nachtrauernswerte konstrukt ddr habe nicht ich ins spiel gebracht. mir ging es im ersten abschnitt um die negativen aspekte des lebens des herrn ponto, welche meines erachtens in solch einem beitrag nicht unerwähnt bleiben sollten.

    zum zweiten abschnitt könnte ich jetzt erwidern, zitat karsten: „… mein Rat: wenn man manche Dinge nicht versteht, kann man sich über Hintergründe informieren.“ dies wäre mir aber zu überheblich – gar, zu doof! deshalb die frage: weshalb wird die straube-straße umbenannt? kommunist sein ist per se erstmal kein verbrechen, zumal straube definitiv nichts für den verachtenswerten umgang mit den universellen menschenrechten zu ddrzeiten konnte. naja, und widerstand gegen den ns ist ja nun auch nicht so scheiße, oder?. ponto hat allerdings nachweißlich kooperiert, zumal ein teil seiner filme von mehr als unwissenheit zeugen. im gegenteil!
    sagen wollt ich eigentlich nur, dass im nachwende dresden, auch in teilen restsachsens, nun einmal ein politisch nicht unmotivierter umgang mit der eigenen geschichte vorherrscht.

    und auch wenn ich es jetzt schon zu tiefst bereue, was bitte schön soll dieser sed-/pionierquatsch? dein geblubber wird nicht gehaltvoller, nur weil du versuchst mir irgend einen rotz anzuhängen! nicht alle menschen, welche sich irgendwie „links“ verorten finden die mauer, oder gar stalin toll. das egenteil ist der fall! dies verkrampfte stigmatisieren deinerseits zeugt lediglich von einem verdammt begrenztem horizont.

  20. Andreas
    28. Mai 2015 at 23:00

    @Anton Launer: Ich fand in dem Zusammenhang „Etwa 40 laufende Regalkilometer beherbergen Dokumente aus elf Jahrhunderten deutscher Geschichte.“, leicht irreführend, da es in dem Archiv vor allem (deutsch-)sächsische Geschichte geht. Aber vielleicht ist das auch etwas spitzfindig. :)

  21. 29. Mai 2015 at 09:43

    Ich kritisierte Dich nicht, Karsten, ich stellte fest. Diskutant bist Du eben nicht. Mache mit dieser Aussage was Du willst, delektiere Dich an ihrer Köstlichkeit, das ist nur meine Interpretation Deines hier sichtbaren Outputs – und für weitere Reaktionen darauf ist mir meine Zeit zu schade.

  22. Karsten
    29. Mai 2015 at 13:28

    @egal: Ich fänd es nun etwas unhöflich, mich völlig unkommentiert aus dem Gespräch zurückzuziehen. Daher meine letzte Antwort.

    Nun, ich muss schon wieder schmunzeln. Ich denke aber jeder, der vollständig erwachsen ist und vielleicht sogar eigenen Nachwuchs hat, wird Deine „Diskussionen“ wiedererkennen und ebenso schmunzeln, wie ich das tue.

    Nur in einem will ich Dir noch zu schnellem Wissenszuwachs bezüglich „links und rechts und so“ verhelfen. So kannst Du für die Zukunft vermeiden, wieder solchen unsäglichen Unfug vom Stapel zu lassen. Zunächst zur Erinnerung: „nicht alle menschen, welche sich irgendwie “links” verorten finden die mauer, oder gar stalin toll. das egenteil ist der fall! dies verkrampfte stigmatisieren deinerseits zeugt lediglich von einem verdammt begrenztem horizont.“ // „ich mich jetzt nicht als kommunist*in bezeichnen würde“ // „sein*ihr dasein als teutonische*r web-2.0-krieger*in entdeckt“ // „menschenhassende kartoffeltroll“ // „(“auf-“)rechten trolle“

    Hier nun meine Hilfestellung. Hätteste aber eigentlich auch selbst drauf kommen können, wenn Du nich so viel philosophieren und schlaumeiern würdest. (Und ja, hier sehe ich sogar Bildungsdefizite bei unsere rotbewesteten Stadtreinigern, die peinlich genau nur durch die Luft kehren, aber ihren eigenen Müll auf diversen Grünflächen liegen lassen.) :-)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Politisches_Spektrum
    (besonders sei hier neben dem Haupttext auch noch mal auf das Hufeisenschema verwiesen)

    In diesem Sinne zunächst mal: schönes Wochenende.

  23. egal
    30. Mai 2015 at 10:53

    @ karsten:

    um dem ganzen hier ein ende zu setzen, würe ich den „hufeisenball“ zurückspielen und dir entgegnen, dass diese „theorie“ lediglich als pseudowissenschaftliches instrument zur diskreditierung von utopien und progressiv-emanzipatorischer alternativen zum status quo dient. zudem wird diese „theorie“ in der wissenschaft, sowohl ob ihrer politischen motivation als auch ob ihrer methodik meist eher belächelt. ihren erfolg konnte sie lediglich dank ihrer opportunität zum istzustand feiern!

    nur als kleiner denkansatz: wer von „extremismus“ spricht geht von einer gemäßigten „guten mitte“ aus. hierzu seien die studien von heitmeyer und decker & brähler empfohlen, welche das modell der „guten mitte“ zumindest in frage stellen und lipsets denkansatz des „extremismus der mitte“ in teilen belegen.

    weiter lesetipps:

    http://www.engagiertewissenschaft.de/de/inhalt/Neuerscheinung_OrdnungMachtExtremismus_Effekte_und_Alternativen_des_Extremismusmodells

    http://www.unrast-verlag.de/gesamtprogramm/allgemeines-programm/antifaschismus/vom-randphaenomen-zum-verdichtungsraum-detail

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