Einkaufen ohne Verpackungen

Berit Heller zeigt: In solchen Gläsern und Dosen können die Kunden dann die Waren mitnehmen.

Berit Heller zeigt: In solchen Gläsern und Dosen können die Kunden dann die Waren mitnehmen.

Ein Supermarkt in Berlin hat es vorgemacht. Im „original unverpackt“ in Kreuzberg wird auf alle Einwegverpackungen verzichtet. Die Neustädterin Berit Heller möchte ein ähnliches Konzept jetzt hier im Viertel umsetzen und hat für die Finanzierung eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen und bis heute schon mehr als 4.600 Euro eingesammelt.

In dem Laden sollen alle Produkte „lose“ angeboten werden. Damit spart man nicht nur die Einweg-Verpackung, die meist aus Plaste besteht, es lässt sich auch die Menge besser dem Bedarf anpassen. Das heißt, in dem Laden gibt es mehrere große Gefäße, in dem die Waren lagern, daraus kann der Kunde sich dann mit kleinen Schaufeln bedienen. Berit plant im ersten Schritt unter anderem mit Trockenfrüchten, Reis, Pasta, Kaffee, Tiernahrung, Essig, Öl, Haushaltreinigungsmittel, Getreide, Gewürze, Naschwerk aber auch mit frische Waren wie Käse, Quark, Antipasti, Obst, Gemüse. Doch nicht nur die wegfallenden Verpackung und die Dosierung sind umweltfreundlich. Berit Heller: „Die technischen Geräte werden größtenteils gebraucht erworben, die Einrichtung selbst gebaut. Außerdem ist das Ziel, alle Waren biologisch und regional zu beziehen. Letzteres so gut es machbar ist.“

Berit Heller war lange Jahre im kaufmännischen Bereich eines großen Dresdner Industrieunternehmens tätig. Wenn man ihr zuhört, spürt man, dass da nicht nur ein Spleen verfolgt wird, sondern tatsächlich eine Geschäftsidee, von der sie dann auch leben will. Seit gestern steht auch die künftige Adresse für das Lädchen fest, Berit: „Ich ziehe in die Räume der Inkerei in der Böhmischen Straße 14“. Das dort ehemals ansässige Tattoostudio ist auf den Bischofsweg an die Ecke zur Förstereistraße umgezogen. Nun muss nur noch die Finanzierung klappen. Die Eröffnung ist für Anfang März geplant.

Bei der Crowdfunding-Kampagne auf Startnext kann man eigentlich nicht viel falsch machen. So kann man sich mit Gutscheinen und Startersets eindecken oder für ganz kleines Geld was fürs gute Gewissen tun.

Weitere Infos auf der Facebook-Site und auf der Kampagnen-Seite von Startnext.

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13 Kommentare zu “Einkaufen ohne Verpackungen

  1. Stollker
    23. Dezember 2014 at 16:06

    Super Idee, passt perfekt in die Neustadt! Da konnte ich mir eine großzügige Spende nicht verkneifen.

  2. 24. Dezember 2014 at 06:10

    wasn das in der Flasche ?! regionales Radeberger zum selber abfüllen ?!

    grussi…… :lol:

  3. Tom
    25. Dezember 2014 at 13:07

    das passt überhaupt nicht in die Neustadt. wieder eine Idee von besserverdienenden zugezogenen altbundesländern. schlimm! reicht es nicht schon, das sie die alte neustädter Bevölkerung vertrieben haben?

  4. Alauner
    25. Dezember 2014 at 21:11

    Vertriebene Neustädter sind keine Neustädter mehr und können wohl kaum noch bestimmen was in die Neustadt passt und was nicht. Find dich damit ab.

  5. Ecki
    25. Dezember 2014 at 22:43

    @Tom: Bevor Du Beschimpfungen dieser Art loslässt, solltest Du sie auf ihre Stichhaltigkeit hin überprüfen. Eine Entschuldigung bei Berit sei hiermit dringend angeraten

  6. Sascha
    31. Dezember 2014 at 10:07

    Man kann nur hoffen das diese Person die Rechnung von der Stadt Dresden bekommt für die Sachbeschädigungen (illigale an Laternen-Dachrinnen-Stromkästen angebrachten Plakaten und Aufklebern) bekommt. Wenn man ein solches Konzept durchziehen will und auf Müllvermeidung pochen will sollte man nicht die ganze Neustadt mit eigenem Müll zupflastern. Und noch ein Tipp Frau Heller auf eine Internetseite (http://www.lose-dresden.de/) gehört auch ein Impressum sonst sind die ersten tausender gleich beim Abmahnanwalt.

  7. Martin Luther
    31. Dezember 2014 at 11:26

    Warum so zickig, Sascha? Die Internetseite befindet sich im Aufbau, insofern gibt es für das fehlende Impressum eine Erklärung. Zudem befinden sich dort noch keine anderen Inhalte auf der Seite (hier hauptsächlich: kein Warenangebot), insofern hat der Abmahnanwalt erstmal keine Arbeit. Darüber hinaus ist die Rechtsprechchung diesbezüglich uneinheitlich. Ob da wirklich „die ersten tausender gleich beim Abmahnanwalt“ sind, ist fraglich.

    Also: erstmal nachdenken, überlegen, was den eigenen Frust auslöst und dann entscheiden, ob der sich auf sinnvolle Weise abbauen lässt.

    Viel Lärm um nichts.

  8. 31. Dezember 2014 at 12:41

    Interessantes Konzept. Die größte Hürde wird wohl das Lebensmittelrecht, wie die Hygienevorschriften, sein. Speziell wenn sie sogar, wie im Bild gezeigt, Flüssigkeiten umfüllt. Da sind dann schon an die Betriebsstätte besondere Anforderungen gestellt. Rückverfolgbarkeit (bis zur Chargennummer etc.) stelle ich mir auch schwierig (nicht unlösbar) vor.

  9. Sascha
    31. Dezember 2014 at 13:00

    @Martin Luther es sind sehrwohl Inhalte hinterlegt !

    „Liebe Interessierte,

    hier wird in Kürze die Internet-Präsentation von Lose für verpackungsloses Einkaufen entstehen.

    Bitte habt noch ein wenig Geduld, bis hier die wichtigsten Informationen erscheinen. Solange könnt Ihr meine Aktivitäten auf Startnext und Facebook verfolgen.

    Herzlichen Dank!

    Berit“

    selbst dieses bissel Text bedarf in Deutschland ein Impressum, einer Datenschutzerklärung und einem Haftungsausschluss (Disclaimer)

    anders wäre es wenn Sie nur eine weiße Seite hinterlegt hätte. Evtl. Informieren Sie sich mal über Internetrecht. Aber für die massive Sachbeschädigung die Frau Heller in der Neustadt verursacht hat wird Sie eh Zahlen müssen zumal Sie die besten beweise selbst geliefert hat und bei Dresden Fernsehen dies in einem Beitrag selbst gezeigt hat das Sie diese begangen hat die Staatsanwaltschaft wird so eine gute Beweislage freuen.

    • 31. Dezember 2014 at 13:58

      Hallo Sascha, ob und wie die Staatsanwaltschaft sich wegen der Sachbeschädigung einschaltet, kann ich nicht beurteilen, da müsste sie ja jede Woche zig Veranstalter in Dresden verfolgen. Für die Impressum-Pflicht gilt jedoch das Telemediengesetz, Auszug aus Paragraph 5:

      „Diensteanbieter haben für geschäftsmäßige, in der Regel gegen Entgelt angebotene Telemedien folgende Informationen leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar zu halten.“

      Im Moment bietet Lose Dresden noch gar nichts an, weder gratis noch gegen Entgelt. Daher wird eine Klage von einem etwaigen Abmahnanwalt ins Leere laufen.

  10. Martin Luther
    31. Dezember 2014 at 14:41

    Hallo Anton,

    Sachbeschädigung ist nach § 303c ein Antragsdelikt – wird also (von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen) von der Staatsanwaltschaft nur verfolgt, wenn Strafantrag gestellt wird. Ein besonderes öffentliches Interesse, das eine Verfolgung als Offizialdelikt ermöglicht, dürfte gerade in der Neustadt wohl nicht vorliegen.

    Sascha hat sich allerdings auf seine Meinung festgelegt, wie die „Diskussion“ um die Impressumpflicht zeigt. Da ist kein Platz für Fakten.

    Was den Abmahnanwalt betrifft: da hat doch jetzt erst einer seine Zulassung verloren… kommt davon, wenn man’s übertreibt.

  11. Martin Luther
    31. Dezember 2014 at 14:45

    @thogo: ich finde das Konzept auch interessant. In anderen Läden kann man bereits bestimmte Produkte verpackungslos kaufen. Bei den Flüssigkeiten weiß ich nicht, ob ich die kaufen würde (eben wegen der Hygiene…) Das würde ich mir aber zumindest mal ansehen-

  12. nepumuk
    31. Dezember 2014 at 16:44

    Es ist immer das gleiche: Wer die Welt retten will, erntet einen Sturm der Entrüstung. Als nächste Verkaufsstufe wäre alles bisher leblose Getier dann nur noch lebend verkäuflich. Tja, man muss sich schon entscheiden: Nehm‘ ich jetzt das ganze Schwein, ähm, oder doch lieber nicht?
    Schon wären wir das Fleischproblem los.
    Beim Liter Milch muss natürlich ne Ausnahme gemacht werden: Da brauch ich dann nicht die ganze Kuh zu Hause ertragen. :)
    Also alles ganz im Sinne der Weltrettung.

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