BRN – Sonntag und Fazit

Danke Uwe für das Foto

Danke Uwe für das Foto

Eins vorneweg: „Die Dresdner Polizei zieht ein positive Fazit der diesjährigen Bunten Republik Neustadt. Es blieb friedlich.“ Das meldeten die Beamten gestern Abend und dann noch diese sensationellen Zahlen: „Im bisherigen Einsatzverlauf mussten lediglich 13 Straftaten aufgenommen werden.“ Von mir ein dickes Kompliment und ein großes Dankeschön an die eingesetzten Polizisten. Ihr habt eine prima Arbeit geleistet. Ebenso die Mitarbeiter der Stadtreinigung, die heute in den Morgenstunden Fußwege und Straßen putzten.
Bobby-Car-Race auf dem Martin-Luther-Platz

Bobby-Car-Race auf dem Martin-Luther-Platz

Der Sonntag ist normalerweise der klassische BRN-Familien-Tag. In diesem Jahr hatte ich jedoch den Eindruck, dass die gesamte BRN viel familienfreundlicher geworden ist, wenn man von den Partymeilen Alaun- und Louisenstraße mal absieht. An allen Ecken und Enden waren Kinderwagen oder unsicher dahinwackelnde Knirpse zu sehen. Das spiegelt wohl das Neustädter Gesamt-Bild: das Viertel verändert sich.
Ansonsten möchte ich den gestrigen Tag gern zum Tag der Westenträger ausrufen. Vorzugsweise in hellgrau oder in beige, getragen von gesetzten Herren mit grau-weißen Haaren in Begleitung düster dreinblickender Brünetter. Herrlich, dieser ständig skeptische Blick. Skeptisch schaute ich selbst aber auch, als ich am Morgen grau-rosa-gemustertes vor meiner Haustür vorfand. Der üble Geruch piekste in die Nase. Selbst ist der Mann, mittels Eimer wurde die Sauerei weggespült. Das Nase pieksen blieb. Besonders auf der Alaunstraße neben dem Espitas und zwischen Katys und der Scheune roch es extrem. Möglicherweise ließe sich das Problem mit noch mehr Klo-Wagen in den Griff bekommen, mindestens jedoch mildern. Die extra eingeführten Wagen wurden jedenfalls ganz ordentlich, zumindest vom weiblichen Publikum angenommen.
Bunt war sie und wie immer konnte man herrliche kleine Aktionen finden, aber auch jede Menge Mist. Warum zum Beispiel die Magnolia-Leute ihre Elektrobeats nicht mal für ne halbe Stunde leise drehen und sich akustisch mit der nebenstehenden Stadtmusikanten-Bühne abwechseln können, erschließt sich mir nicht. Genauso wenig, warum an der Alaun-/Ecke Louisenstraße die Bässe dermaßen auf die leere Kreuzung gehauen werden, dass niemand freiwillig stehen bleibt. Enttäuscht war ich vom Lustgarten. Vor ein paar Jahren, als er noch auf der Böhmischen residierte, war das ein Ort der Erholung. Jetzt jedoch fiel vor allem die Eintrittsfrage ins Gewicht. Und so müssen sich die Veranstalter den Vorwurf gefallen lassen, schlumprig organisiert zu haben. Zu wenig Klos und eine lausige Technik auf der kleinen Bühne.
Aber nun genug gemeckert. Insgesamt waren ich und fast alle, die ich so getroffen hab, sehr zu frieden. Den wunderschönen Schlusspunkt unter diese Bunte Republik setzte für mich, wie kann es anders sein, der Goldne Anker mit dem Konzert am Lutherplatz. Mit Vorfreude denke ich an das kommende Jahr, wenn die BRN ihr Jubiläum feiert und „20“ wird.

Bilder vom BRN-Sonntag gibt es hier.
Weitere sehr schöne und sehr bunte Bilder gibt es in Tessas Welt.
Auch beim Blechkopp gibt es ein paar hübsche Bilder. Ein sehr persönliches Feedback gibt es bei bellona.
Hier meine zwei Lieblingsvideos von der diesjährigen BRN.
Video 1, Video 2

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53 Kommentare zu “BRN – Sonntag und Fazit

  1. Jane
    22. Juni 2009 at 09:20

    Hallo Anton,

    kann deine Eindrücke nur bestätigen, besonders was Lustgarten und nervtötende Elektrobeats auf der Louisenstraße betrifft. Hätte mir da etwas mehr Rücksicht und Kooperation erhofft.
    Lustgarten fand ich auch enttäuschend, Bogenschießen war 50 Cent teurer geworden im Vergleich zum letzten Jahr und sonst wurde da kaum etwas geboten. Mehr Fressbuden als alles andere. Der Gang durch den Stilbruch war da noch das spannendste.
    Eine Frage hätt ich noch: Ist die BRN wirklich in irgendeinem Jahr mal ausgefallen? Ansonsten wäre doch die diesjährige bereits die 20. gewesen? Kopfkratz…

  2. 22. Juni 2009 at 09:37

    Angeblich soll sie 1997 ausgefallen sein. Aus eigener Erinnerung kann ich das jedoch nicht bestätigen. Ich hab dieses Jahr definitiv die 20. BRN gefeiert. Zwanzig Jahre alt wird die Republik, entgegen anderslautenden Medienberichten, jedoch erst im nächsten Jahr.

  3. 22. Juni 2009 at 10:28

    Auch wenn ich nicht so viele Bands gesehen habe, waren Stahlhelmstolz doch die Band, die mich am Meisten begeistert hat. An zweiter Stelle kommt aber auch gleich ihr Feature „Snow-White Trousers“.
    Die Ecke Louisenstr./Kamenzerstr. war musiktechnisch ein bisschen überbeansprucht. Im Allgemeinen waren vielleicht auch ein paar zu viele Djs am Start bzw. hätte sie sich noch besser aufteilen müssen ;)
    Aber gerade die Sebnitzer Str. hat mich mit ihrer kleinen Jamsession am Samstag nachmittag und dem alljährlichen Frühstück auf der Straße am Sonntag vormittag stark beeindruckt. Die „Randstraßen“ des BRN-Gebietes wussten schon zu begeistern.

    Cheers zazi

  4. Boing
    22. Juni 2009 at 11:08

    Eine schöne BRN, wenn ich auch persönlich etwas frustriert bin über eine zunehmende Spaltung. Da gibt es diejenigen, die 20 Bier, Brat- und Bockwurststände betreiben und nebenbei noch Dosenmusik in der Endlosschleife laufenlassen, ihre Standgebühr bezahlen alles mit Ständen zupflastern und nen Riesen-Reibach machen (Beispiel Babos). ob davon etwas zurück in die Neustadt fliesst, wage ich zu bezweifeln.
    Auf der anderen Seite diejenigen, die das Fest durch unermüdlichen Einsatz auf den Bühnen und in den kleinen Ecken tragen und denen das Leben mit verboten schwer gemacht wird.
    Spontan fällt mir da ein:
    Der Umzug der Technopunks von der Bautzner – Verboten.
    Thomas (?)von der Talstrasse mit Trecker und Kinderanhänger – Verboten.
    Die ML33 mit all den coolen aktionen der letzten Jahre – Verboten.
    Zu guter letzt mussten wir uns gestern beim Verschenken von Bowle noch filzen lassen – mangels Reisegewerbeschein. Ein Anzeichen dafür, dass alles das, was ausserhalb der Stino-Normen ist, wegen subversivität unterbunden werden soll.
    Mich würde es interessieren, wer zur BRN noch Erfahrungen mit der Ordnungsmacht gemacht hat, um eine kleine Sammlung aufzustellen und diese den politischen Vertretern zur Diskussion zu stellen.

    Bleibt Idee zu einer 2nd BRN an, abseits von dem, was sich an Kommerz alljährlich am 3. Juniwochenende in der Neustadt abspielt. Ideen?

  5. Mattze
    22. Juni 2009 at 11:19

    Mein Fazit fällt noch etwas nüchterner aus. Mein Lieblingspunkt der letzten Jahre, der ehemals so beschauliche Lustgarten, führt eigentlich die Entwicklung der BRN vor Auge. Maximum Profit mit möglichst wenig Einsatz. An kleineren Bühnen war kaum noch etwas zu verstehen, waren doch fast immer in Hörweite Bassboxen diverser DJ`s voll aufgedreht. Die Bühne vor dem Magnolia hat wirklich allen im Umkreis den letzten Nerv geraubt. Ich hoffe, das Ordnungsamt macht demnächst auch einmal Lärmpegelmessungen. Wenn man an dieser Bühne vorbei mußte, war der Tinitus nicht weit. Weshalb mußte eigentlich „Marmita Sojana“ (Übrigens Ihr seid wirklich BRN und kein ZOO :-) schon 21 Uhr am Sonntag aufhören und vor dem Magnolia ging es noch bis 22 Uhr? Das letzte Konzert auf der Kulturenbühne ließ mal wieder so richtig Neustadtfeeling aufkommen. Als der Strom aus war, kamen die Musiker von der Bühne und haben unplugged weiter gemacht. Da ist niemand gegangen, war wirklich toll.
    Den Leuten von der Talstraße drücke ich einfach die Daumen. Ihr seid auch BRN, bitte nicht kaufen lassen!!!!

  6. Chris
    22. Juni 2009 at 12:05

    Ernüchterung! Das Kreative bekommt immer weniger Freiraum. Gerade da hätte ich mir vom Lustgarten etwas mehr versprochen, schade. Kleine Lichtblicke gibt es aber dennoch! Beispielsweise die Katha 13 oder der alljährliche Auftritt der Dresdner The Friendliness is going happy vorm Wohnzimmer haben sich zu festen Größen, fern jeglichem Kommerz etabliert.

  7. sven
    22. Juni 2009 at 13:41

    positiv:

    – 78,2 tonnen gegen rechts ;)
    – teilweise gute stimmung in den seitenstraßen
    – geringe polizeipräsenz
    – schöner sonntag

    negativ:

    – musikalisches/kulturelles angebot in diesem jahr grottig
    – uninspirierte lustgarten-veranstaltung
    – grauenhafte elektro-musik und sonnenstudio-proleten auf den hauptstraßen (besonders alaunstraße)
    – irgendwie keine richtig tollen partys mehr
    – teilweise unverschämt hohe preise für speisen (auch 3 euro für ein minischale kesselgulasch am pawlow ist übertrieben)
    – mind. zwei nazi-gruppierungen, die ich gesehen habe (will ich besonders nicht bei der brn sehen, diese vögel)

  8. 22. Juni 2009 at 14:01

    Welche Kritik meinst Du jetzt? Das letzte mal, dass ich nen Kommentar gelöscht hab, ist bestimmt schon ein paar Wochen her. Diesbezüglich empfehle ich einen Blick in mein Impressum.

  9. 22. Juni 2009 at 14:33

    Falls Du Tron meinst … Sein Beitrag wurde veröffentlicht, nur eben mit Zeitverzögerung, da ich neue Kommentierer händisch frei schalte, sonst würde ich im Spam hier ersticken. Obwohl es mir bei der Art und Weise, wie er sich ausdrückte, schon in den Fingern kribbelt, auf den Lösch-Button zu drücken. Gerade wenn man sich über Rowdys aufregt, sollte man sich doch auch im Ton ein wenig bemühen, oder nicht?

  10. Jürgen
    22. Juni 2009 at 15:29

    Ich finde ihr macht es euch auch teilweise zu einfach mit der Kritik am Lustgarten. Denn so kann man auch ein Fest kaput machen, man braucht keine Chaoten (die sich Straßenschlachten mit der Polizei liefern) oder das Ordnungsamt (keine Duldung von spontanen Aktionen), man braucht eigentlich nur Veranstalter und Aktionen schlechtmachen bis sie auch die Schnauze voll haben, und keinen Bock mehr haben, etwas zu machen.
    Vielleicht Anton machst Du bei der nächsten BRN auch einen Kulturbeitrag, ich würde es gut finden und ihn nicht kritisieren. Da mir selber die Einfälle fehlen und ich mich um so mehr über Leute freuen kann die etwas auf die Beine stellen, wenn es auch nicht immer perfekt ist.

  11. 22. Juni 2009 at 15:55

    @ Jürgen: Ich würde den Lustgarten nicht kritisieren, wenn es nicht in den vergangenen Jahren besser gelaufen wäre und wenn sie nicht in diesem Jahr mit der Einsammeln von Eintrittsgeldern ein Tabu gebrochen hätten. Dass es anders geht, sah man an der Aluna-Bühne oder dem Lutherplatz.
    Vielleicht mach ich auch mal wieder nen Kulturbeitrag, die letzte Aktion liegt schon ein paar Jährchen zurück. Aber dann kann ich nicht rumlaufen und alles aufschreiben. Vielleicht willst Du das dann im nächsten Jahr übernehmen.

  12. 22. Juni 2009 at 16:00

    Danke Jürgen für die „Schützenhilfe“ bezüglich des Lustgarten.
    Auch ich bin der Meinung das der Lustgarten sehr wohl eine Bastion des ehemaligen BRN Gedanken ist! Das mit dem erwähnten Eintritt hier im Forum KANN den Lustgärtnern nicht übel genommen werden, da es sich um eine FREIWILLIGE Spende für die LUSTGARTEN-STIFTUNG handelte! Von Eintritt also weit und breit keine Spur! Maximum Profit? Mit nicht unerheblichen Kosten für Künstler und Bühnen ist der Lustgarten kaum über den Bierverkauf zu „deckeln“!? (andere halten Fettbemmchenverkauf und gleichzeitige Konservenmusik ja bereits für einen unverzichtbaren KULTURANTEIL)!? Ein weiteres Faktum zu den Kontrollen am Eingang: Während der Ukrainians wurde ein EHRENAMTLICHER HELFER (wie übrigens ALLE! Lustgärtner) mit einem Messer bedrängt! Versteht ihr jetzt warum auch Glasflaschen gefährlich sein können? Ich fand den Lustgarten nach wie vor entspannt …

  13. 22. Juni 2009 at 16:06

    Als außenstehender Mitleser finde ich Jürgens Einwand doppelt bedenkenswert: seit wann muss man selbst etwas vortragen, um einen Beitrag sachlich bewerten zu dürfen? Und ist nicht eine so ausführliche Reportage selbst schon ein Kulturbeitrag?

  14. René
    22. Juni 2009 at 16:33

    @stefanolix
    weil, wer meckert und gerüchte verbreitet, die nicht stimmen, kritik nicht sachlich anbringt und auch trotz möglichen kulturbeitrages berechtigten widerspruch förmlich erwarten muss
    @all
    wenn denn der lustgarten so unschön gewesen sein soll, warum waren trotz viel weniger besuchern viel mehr im lustgarten? welche dann auch ne ganze weile blieben, wie zum beispiel gestern abend bis heute morgen um 4?

    ich verstehe insgesamt nicht, warum der lustgarten als beispiel für den verfall der brn gelten soll. ein ehrenamtlich arbeitender verein organisiert monatelang ein fest im fest, bucht außergewöhnliche bands (z.b. phil shoenfeld), versucht auch durch den nachtgarten etwas mehr kultur in drei liebevoll dekorierten hallen zu bieten (sehr gut angenommen), hält die getränkepreise stabil so gut es geht (3 euro für nen cocktail ist ja wo ein witz), macht sich tagelang nen kopf, möglichst einen durchgang noch von der böhmischen straße hinzubekommen (danke stilbruch) und steht dann auch noch 16 stunden kostenlos, aber nicht umsonst auf dem platz an bar, backstage und bühne.
    wenn das der verfall ist, dann bleibt bitte alle auf der alaunstraße und trinkt an kulturfreien ständen euer bier. es gibt genügend, die es besser denn je fanden.

    PS: es wäre schön, wenn der blogbesitzer die unwahre behauptung, es hätte eintritt gegeben bzw. die formulierungen, die dies vermuten lassen, in seinem eingangstext entfernt. es wurde um eine spende gebeten und zwar für die in die sich in Gründung befindliche Lustgartenstiftung zum Erhalt der Fläche vor dem drohenden Parkhaus-/Discounter-Gespenst.

    Danke

  15. Mattze
    22. Juni 2009 at 16:45

    Hallo Enni,

    mal ganz ehrlich, der Lustgarten wirbt damit, dass alle Bands kostenlos bei ihnen auftreten. Die orbitanten Kosten für diese Bühne, da ist wohl der Wunsch Vater des Gedanken. Da war der Sound bei jeder Kneipenbühne besser. Und ein Haufen Stroh in die Mitte gekippt, ist für mich noch lange keine Wohlfühloase.
    Kritik muss ja nicht immer beleidigend oder zerstörend empfunden werden. Hey es ist auch das Recht der Lustgartenveranstalter, maximalen Profit zu erwirtschaften. Daran keine Kritik! Aber dann laßt es einfach, so zu tun, als wäre bei Euch ein Kontrast zum Rest der BRN zu erwarten.

  16. 22. Juni 2009 at 16:45

    Der Kultur Aktiv e.V. hat selbst in seiner Pressemitteilung angekündigt: „Der Besuch des NACHTGARTENS kostet zwei Euro.“ Wenn das kein Eintritt ist, was dann? Quelle

  17. elbnymphe
    22. Juni 2009 at 16:54

    Die Quelle führt nicht ad fontes, sondern ins Leere.

  18. Mattze
    22. Juni 2009 at 17:10

    „Der Besuch des NACHTGARTENS kostest 2 Euro. Diese sind nötig, um den Strom und die Technik zu finanzieren. Dafür ist aber weitgehend garantiert, dass das Tanzvergnügen ungestört bis in die Morgenstunden anhält. Für Lustgartenretter entfällt der Kulturbeitrag, denn bei uns wird niemand doppelt besteuert.“ Zitat der Pressemeldung zum 7. BRN- Lustgarten

  19. 22. Juni 2009 at 17:13

    @ Elbnymphe: Hab den Link mal geändert. Jetzt sollte es zu sehen sein.

  20. 22. Juni 2009 at 17:59

    Mir hat die BRN gefallen, vor allem da ich selbst auch keinerlei Provokationen von Gästen oder Beamtenseite spürte. War einfach toll und hab bis 7 Uhr feiern können.

    Frech fand ich teilweise die Kosten für Speisen, die übertrafen jedes sonstige kommerzielle Fest in DD. Oder die Preise müssten z. B. beim Elbhangfest um 30% steigen.

    Fand das die Kultur nicht zu kurz kam, vielleicht ist es wahr, dass manche die Angebote mehr ausbeuten als andere. Das ist aber halt nicht so richtig ohne offiziellen Veranstalter zu lösen.

    Vielleicht wäre es wieder an der Zeit…

    Am Sonntag ging es ganz schön lang, hatte das Gefühl das die Jahre zuvor 18 Uhr abgebaut werden musste und dieses Jahr nicht?

  21. Jana
    22. Juni 2009 at 18:32

    Ich oute mich hier auch mal stolz als Lustgartenliebhaber.
    Und, das ist jetzt konstruktive Kritik an einigen Kommentargebern: “ Ihr habt einfach keine Ahnung“ und das bezieht sich definitiv auf die Aussage der Lustgarten würde Profit machen.
    Denn dann wäre das Gelände kostenlos gemietet, umsonst wochenlang berräumt, kostenlose Bauzäune (komplett um das ganze Gelände,kostenloser Strom,kostenloses Wasser,
    kostenlose Technik (auf zwei Bühnen), kostenlose Bühne, kostenlose Technik, alle Bands die kostenlos auftreten, was Außnahmsweise der Wahrheit entspricht wären auch kostenlos angereist und hätten keine Fahrtkosten bekommen…..etc.
    In welcher Realität lebt Ihr eigentlich hätte sich mal einer die Mühe gemacht nur zum Spaß eine Kalkulation aufzustellen über alle Kosten einer solchen Veranstaltung…
    der hätte wahrhaftig gestaunt den am ende einer solchen Kalkulation steht eine fünfstellige Summe, und nun frage ich alle Schlaumeier wie man diese dann refinanziert.
    Mal ganz davon abgesehen das ein ehrenamtlicher Verein keinen Gewinn machen darf.
    Für mich war der Lustgarten auch dieses Jahr wieder die Anreise wert, wie eine Insel…..

  22. Mattze
    22. Juni 2009 at 19:01

    Tja so spielt das Leben. Jeder Veranstalter hat Kosten, die er auch gerne wieder erwirtschaften soll. Das Kostenargument dient dann wohl wieder als Feigenblatt gegen jede Kritik. Mir persönlich hat der Lustgarten in den letzten Jahren einfach besser gefallen. Übrigens bin ich auch Liebhaber des Lustgarten. Nur mag ich es einfach nicht, wenn man so tut, als wären die die letzten Retter des BRN Gedanken. Davon sind sie, meiner Meinung nach, recht weit abgerückt. Siehe Dancfloors! Früher konnte man dort noch abends sitzen, ein paar Hippies haben Feuershow gemacht. Es wurde etwas Musik gemacht und es gab immer kleine kreative Überraschungen. Niemand hat an Eintritt gedacht und eine Weinflasche wurde nicht als Waffe konfisziert.

  23. Jane
    22. Juni 2009 at 19:35

    Also ich bin ja dafür, dass jeder sich seine eigene Meinung bilden soll. Was mich aber wirklich stört, ist, wenn diese „Meinung“ darin besteht, dass andere an dem, was man selber toll findet, keine Kritik mehr üben dürfen sollen. Das geht wohl ein wenig zu weit.
    Was den Lustgarten betrifft: Andere Bühnen und Acts brauchen ja offensichtlich auch Strom und Material und müssen ebenso Gebühren für ihre Standplätze zahlen, um ihre Veranstaltungen (auch bis spät nachts) bestreiten zu können – und die verlangen eben KEINE 2 Euro Eintritt.

    Jana:
    Mit „IHR habt keine Ahnung“ wäre ich mal ganz schön vorsichtig, angesichts dessen, dass hier lediglich ein einziger Poster was von „Profit“ geschrieben hat.
    Übrigens ist es ja nicht so, dass der Kultur aktiv e.V. die Kosten für das Gelände alle alleine tragen müsste – die ganzen Einzel-Acts von der Bierbude bis zum Trampolin zahlen schließlich auch ihre Abgaben dafür, dass sie auf dem Gelände stehen dürfen. Mir scheint’s als böge sich hier jeder die Faktenlage so hin, wie’s ihm gerade ins Konzept passt und nix Genaues weiß eigentlich niemand.

  24. 22. Juni 2009 at 19:41

    Hallo,
    habe während der BRN Radio gemacht, konnte deshalb leider nicht alles sehen. Was mir aber positiv aufgefallen ist, dass es meineserachtens mehr von den kleinen Oasen gab, die hier immer positiv erwähnt werden.
    Besonders gut gefallen, hat mir das sonntägliche Bobby-Car Rennen von ganz kleinen BRN-Besuchern an der Luther-Platz-Sparkasse.
    Obwohl ich Nichttänzer bin, hat mir die ewig lange Party am Laika von Samstag auf Sonntag gut gefallen. Habe selten so ausgelassene Menschen in bester Stimmung feiern sehen, ohne Kommerz, einfach nur so, weil vielleicht Mitsommer was :)
    Und das hat nichts damit zu tun, dass wir mit unsere Radioinitiative Festivalfrequenz.de in der Kneipe saßen. Will hier keine Werbung machen, war halt das, was ich gesehen habe.
    Eine Frage noch, hat jemand eine Idee was man gegen diese völlig durchgeknallten Ordnungsamtsmenschen machen kann. ES kann nicht sein, dass Anwohner ihre Stände einräumen müssen, weil sie nicht der Norm entsprechen. Da gilt es gegen zu wirken.
    Martin

  25. 22. Juni 2009 at 19:45

    @ Martin: Naja, das wäre einfach. Einfach als Gesamtveranstalter auftreten und Ordnungsamt draußen lassen. ;-)

  26. rudi
    22. Juni 2009 at 20:45

    „Angeblich soll sie 1997 ausgefallen sein. Aus eigener Erinnerung kann ich das jedoch nicht bestätigen. Ich hab dieses Jahr definitiv die 20. BRN gefeiert. Zwanzig Jahre alt wird die Republik, entgegen anderslautenden Medienberichten, jedoch erst im nächsten Jahr.“

    Für mich wars auch die 20.
    1997 fand die BRN nur begrenzt statt, v.a. vor der Louisenstraße 93 und der Baustelle Stadteilhaus. Dazu gab es Dauerregen und Konzerte von Bands die es leider auch schon lange nicht mehr gibt (bspw. Swant). So ist zumindest meine Erinnerung.

  27. Piefke
    22. Juni 2009 at 22:56

    Ich war übers Wochenende verteilt bestimmt acht Mal im Lustgarten und wurde nicht ein einziges Mal nach einer Spende/Eintrittsgeld gefragt. Sich über dieses Fleckchen BRN aufzuregen, finde ich unnötig. Da ist mir die Alaunstraße, deren kultureller Beitrag fast ausschließlich aus Bierständen bestand, sehr viel mehr ein Dorn im Auge. Alles in allem bestätigt sich angesichts der Kommentare auch mein Gefühl, dass weniger Besucher da waren und diese Besucher viel entspannter als in den Vorjahren. Und wer auf der BRN nen Döner isst, ist selber Schuld ;-)

  28. Jane
    23. Juni 2009 at 09:07

    Piefke:

    Der Eintritt bezog sich ja laut kultur aktiv e.v. auch nur auf den Nachtgarten – was immer das gewesen sein mag, ich war gegen 20 Uhr abends im Lustgarten und mich hat weder jemand gefilzt noch Eintritt verlangt. Aber wie es sich anhört, wurden Besucher des Nachtgartens um Eintritt gebeten.

    Ehrlichgesagt schlägt mir das ganze Döner-Bashing hier langsam auf den Magen. Ich habe die Döner-Stände nicht als übermäßiger präsent oder aufdringlicher empfunden, als andere Stände auch. Es gab gewiss weit weniger Dönerstände als beispielsweise Bierstände, Langoz- oder Hein-Mück-Buden. Und auch andere Buden hatten stattliche Preise. Z.B. habe ich für ein kleines Crepe mit Schokolade und Banane bei Susi’s 3,50 € gelöhnt und im
    El Perro musste man sogar 1 Euro locker machen, nur damit man mal sein Geschäft verrichten durfte, da nutzte auch der „Perro“ nicht viel, den man möglichst oben in der Kneipe wieder fürs nächste Bier einlösen sollte, damit man recht bald wieder für einen Euro aufs Klo müsste.
    Also tut nicht so, als wären die Dönerläden die einzigen, die versucht hätten, Profit zu schlagen. Bei Babos kann man wenigstens ohne „Eintritt“ aufs Klo gehen – und das schon seit Jahren.
    Wenn ihr so weiter macht, nützt euch auch der obligatorische „Nein, ich hab nichts gegen Ausländer“-Disclaimer bald nichts mehr.

  29. 23. Juni 2009 at 09:24

    @alle: Der geplante Eintritt für den Nachtgarten wurde wohl auf eine Pressekonferenz geäussert, allerdings auf der nächsten OFFIZIELLEN! wieder verworfen! Recherche Kinners!!!
    Zugegeben, der Sound an der kleinen Bühne war grottig, aber nur am ersten Tag, dann wurde das Equipment aufgestockt! Das es ausgerechnet die Band Goldner Anker erwischte, sollte den Lobbyisten dieser Band NICHT dazu verleiten ein Pauschalurteil zu fällen! Die Hauptbühne verfügte sehr wohl über einen, den Gegebenheiten geschuldeten, verträglichen Sound!
    Der erwähnte Haufen Stroh ist sicher noch lange kein kultureller Beitrag, ABER er gehörte bereits auf der Lustgartenvariante Bömische Strasse zur Deko der Bogenschützen und bildet einen Teil der „Chill-Ecke“ für Familien und deren Kinder! Seltsam? Damals wurde genau diese, auf Familien ausgerichtete Kombi gelobt!
    Wie sich die Dinge ändern…

  30. 23. Juni 2009 at 10:24

    Mensch Enni, jetzt beruhige Dich doch erstmal. Klar ist es nervig, wenn man drei Tage geackert hat und dann kommen die Nörgelköppe an und reden alles kaputt. Aber so ist das nun mal: „Undank ist der Welten Lohn“. Ich hab nirgendwo geschrieben, dass es Eintritt gekostet hat. Fakt ist, dass aufgrund der widersprüchlichen Kommunikation des Vereins eben die Eintrittsfrage thematisiert wurde. Und die wurde auch nicht bei der offiziellen (sowas kann es zur BRN übrigens gar nicht geben) endgültig geklärt. ich war dabei. Und, wer bei der BRN Eintritt nimmt und sei es auch nur in Form einer freiwilligen Spende, der muss sich gefallen lassen, dass ihm etwas genauer über die Schulter geschaut wird. Ich hab geschrieben, dass ich enttäuscht war. Diverse Proll-Bowle-Bier-Stände können mich nicht enttäuschen. Sieh das ganze doch eher als Ansporn, Dinge im kommende Jahr zu verbessern. Im Übrigen: Viel Erfolg bei der Stiftungsgründung.

  31. Piefke
    23. Juni 2009 at 11:03

    @Jane

    Ist das eigentlich krampfhafte Political Correctness oder „das letzte Wort haben wollen?“ Du redest vom Döner-Bashing und ich entdecke in den hiesigen Kommentaren exakt zwei Verweise auf diese Speise. In meinem Kommentar hatte das nicht im Geringsten etwas mit Profit machen zu tun, sondern damit, dass zur BRN alle kulturelle Vielfalt fordern und einmal im Jahr, ein Wochenende lang nachts in der Neustadt endlich etwas anderes essen können, als immer nur Döner (zugegeben, durch die neuen Fast-Food-Buden wird das kulinarische Angebot in letzter Zeit etwas vielfältiger). Zur BRN gibt es plötzlich auch Pakoras, Suppen, Muffins, Reispfannen, Crepes, Selbstgekochtes etc. – alles Leckereien, die man sonst nicht so einfach in der Neustadt bekommt, jedenfalls nicht zum schnellen Verzehr „to go“. Den Leuten jetzt mittels „Döner-Bashing“ latente Diskriminierung von Ausländern zu unterstellen, ist mächtig gewagt, man könnte angesichts Deiner Kommentare in diesem Blog sonst noch denken, Du hast was gegen Norddeutschland (Hein Mück) und osteuropäische Länder (Lángos) ;-). Vorsicht vor Pauschalurteilen und einem ewig erhobenen Finger!

  32. Jane
    23. Juni 2009 at 11:14

    Piefke:

    Sorry, aber auf dieser Ebene diskutiere ich nicht weiter. Hör dich mal reden, da springt einem ja die blanke Aggressivität entgegen und das, obwohl du die Person noch nichteinmal kennst, mit der du so redest.

    Es gibt hier mehrere heiße Diskussionsherde momentan, und auch unter „Ordnungsamt greift durch“ wurde mehrfach gegen Dönerläden gewettert. Ich beschrieb also nur einen Gesamteindruck hier aus den aktuellen BRN-Debatten auf Antons Seite.
    Und ich habe NIEMANDEM irgendetwas unterstellt! Was zu viel ist ist zu viel und deine unterirdischen Vergleiche mit Hein Mück und Langos sind einfach nur lächerlich.

  33. Piefke
    23. Juni 2009 at 12:15

    Jane, was genau macht meinen Kommentar aggressiv? Dass ich Deinen Satz „Wenn ihr so weiter macht, nützt euch auch der obligatorische “Nein, ich hab nichts gegen Ausländer”-Disclaimer bald nichts mehr.“ als Unterstellung von latenter Ausländerdiskriminierung werte und das nur, weil ich in einem vorherigen Kommentar das typische Gericht einer fremdländischen Küche erwähnte? Der letzte Kommentar war eine Rückmeldung auf Deine scheinbar recht spezielle/selektive Lesart. Diskutieren macht tatsächlich keinen Sinn, wenn die andere Seite nicht erkennt, dass auch an der ein oder anderen eigenen Formulierung dringender Handlungsbedarf in Sachen Deeskalation besteht. Konfliktmanagement mittels Rhetorik sollte auf dem Stundenplan jedes Politikstudenten stehen. Aber das gehört nicht in den BRN – Bericht. Zurück zum Thema…

  34. Jane
    23. Juni 2009 at 13:13

    Piefke:
    Wo ist eigentlich dein Problem? Ich kann mich nicht erinnern, dich persönlich irgendwessen bezichtigt zu haben. Ich habe lediglich gemeint, dass mir das Döner-Bashing nicht gefällt, denn offensichtlich scheint der Döner ja in verschiedenerlei Hinsicht Anlass zu Spott und Häme bei einigen zu sein.
    Und falls es dir mal aufgefallen sein sollte: Ich habe das überhaupt nicht an deinem Posting festgemacht, sondern an mehreren Postings, verteilt auf verschiedene Foren, was ich aber auch schrieb, und das mit dem Disclaimer war ja auch offensichtlich auf ein bestimmtes Posting bezogen – und deins war’s ja wohl nicht.
    Du hingegen unterstellst mir abwechselnd „das letzte Wort haben“ zu wollen bzw. „krampfhafte political correctness“. Sorry, aber sowas verstehe ich grundsätzlich nicht unter einem entspannten, höflichen Umgangston. Genausowenig, wie dieses abfällige Gerede über die Döner-Buden.

  35. Liane
    23. Juni 2009 at 15:32

    Ich muß sagen ich, als Projektleiterin Lustgarten bin über die Reaktionen hier teilweise sehr enttäuscht,sie zeigen mir definitiv das oft plakativ verurteilt wird und das ohne Substanz.

    Ein paar Fakten:Man hat nicht drei Tage gerackert sondern ein halbes Jahr oder länger…., den die Vorbereitungen für den Lustgarten beginnen im Dezember. (das bedeutet für die Mitarbeiter 40 Wochenstunden ehrenamtlich)
    Sie laufen komplett ehrenamtlich, außer das Barteam und Technik und Licht für die große Bühne.
    Das Gelände selbst wird zwei Wochen im Vorfeld beräumt.
    Und das BRN Lustgartenteam besteht aus 15 einzelnen Teams das das die Ressourcen eines Vereines übersteigen kann, kann sich wohl jeder denken, das diese involvierten Personen hinter den Kulissen für die Besucher drei Tage rund um die Uhr arbeiten, und im Anschluß daran eine Woche brauchen um das Gelände wieder herzurichten soll auch hier nicht unerwähnt bleiben. Und das dann auch nicht immer alles üperfekt läuft ist wohl klar. Wer perfektion erwartet sollte mit bezahlten Kräften arbeiten und wo das hinführt ist hoffentlich auch jedem klar, dann sind wir wieder beim Kommerz.
    Und deswegen verstehe ich Ennis Unmut nur zu gut.
    Wer schlecht und ungenügend recherchiert muß sich dann auch das Echo gefallen lassen.
    Klar kommuniziert war 1. zur Pressekonferenz Anfang Juni, und zu der am 17.06. der Nachtgarten soll Eintritt kosten, er ist ein Zusätzlicher part zum Lustgarten….tatsächlich hat er keinen gekostet…..und war letztendlich ein voller Erfolg, da er bis um 5 mit Menschen überfüllt war.
    Klar kommuniziert war auch der freiwillige Eintritt ist als Grundlagenkapital für die Stiftung gedacht, die nicht etwa den BRN Lustgarten rettet sondern die Freifläche für alle zugänglich machen soll. (siehe auch SZ vom 23.06.)
    Auch was die Finanzen betrifft kann ich Jana nur Zustimmen, am Ende der Kalkulation steht ein unerhört große Summe und es ist für den Kultur Aktiv tatsächlich jedes Jahr ein Drahtseilakt.Und das man eine fünfstellige Summe über Standmieten abdeckeln kann ist mir neu und ich bin seit 2003 beim Lustgarten dabei.
    Also bitte erst denken und dann schreiben, ich mache keinem Vorschriften was das Flair betrifft das ist geschmackssache, geht es aber um Finanzen und um das was hinter dem Lustgarten steht, verstehe ich keinen Spaß denn soetwas hat mein Team nicht verdient, und dann kann auch zu Recht behauptet werden das die Schreiber keine Ahnung von dem haben über das Sie sich auslassen. Wer sich selbst gern überzeugen möchte sei nicht davon abgehalten uns mit persönlichen Ressourcen (Arbeitskraft und Ideen) zu unterstützen für den Lustgarten 2010.

    Ich persönlich bin auch nicht mit allem zufrieden, letztendlich sprechen aber die vielen Besucher, denn wir hatten einen Besucheranstieg im vergleich zum letzten Jahr und die vielen persönlichen Kommentare unserer Gäste für sich.

    Mit Grüßen und noch im Abbaustress Liane

  36. 23. Juni 2009 at 15:46

    Liebe Liane, bevor Du mir hier schlechte Recherche vorwirfst, verbessert doch einfach eure Kommunikationsstrategie.

  37. Jane
    23. Juni 2009 at 16:04

    Da kann man eigentlich nur noch die Hände überm Kopf zusammenschlagen und ungläubig den selbigen schütteln, wenn man sieht, was hier konstruiert wird und so nie stattgefunden hat. Alles, was hier getan wurde, war, sich an die Informationen zu halten, die zugänglich waren und sich zudem ein Urteil zum aktiv erlebten Lustgarten-Programm zu bilden.
    Nicht mehr.
    Und, Liane, auch da, wo jede Menge Arbeit drinsteckt (was ich ALLEN BRN-Organisatoren hoch anrechne), muss eben nicht immer zwangsläufig etwas Anspruchsvolles bei herauskommen. Und berechtigte Kritik am Ergebnis lässt sich eben auch nicht mit dem Verweis auf guten Willen und viel Engagement erschlagen.

  38. 23. Juni 2009 at 16:09

    hi,

    nochmal kurz zurück zum thema „fazit der brn“: die brn war dieses jahr für mich ganz okay, was daran lag, dass ich nicht dabei war.
    die zunehmende kommerzialisierung und die verdrängung von aktionen, die ich immer ziemlich spannend fand (z.b. die tanzende straße vor dem murks e.v.) sind ja nichts neues: wo leute geile aktionen machen, da kommen auch viele hin und bald gibt es auch viele, die daran verdienen wollen. mit der zeit beginnen die geilen aktionen zu stören und es bleibt der kommerz. Und diesen Verfall an Kultur muss ich mir nach den letzten beiden BRN’en einfach nicht mehr antun, da habe ich dann doch zu nahe am Wasser gebaut.

    kling verdammt pathetisch, aber anders kann ich es momentan nicht ausdrücken: Erst wenn der letzte Meter mit lecker Bratwurstständen vollgepflastert und die letzte Brache mit tollen Mitmachaktionen vollgestopft ist, werden wir feststellen, dass man coole Parties nicht kaufen kann.

    ach so: und das ist jetzt kein Vorwurf an niemanden.

  39. Mattze
    23. Juni 2009 at 17:44

    Ich finde es einfach nur erstaunlich, wie hier immer wieder versucht wir, allen kritischen Stimmen, mangelndes Denkvermögen zu unterstellen. Klar kann sich jeder denken, dass sich dabei jede Menge Arbeit anhäuft und damit bei Kritik auch der Unmut über vermeintliche Liebesmüh. Aber an dem Fazit, dass der BRN-Lustgarten in den letzten Jahren schöner war, ändert das meiner Meinung nach nichts.

  40. Pingback: Medienfuzzis Blog » BRN = Bund der Republik Neustadt?
  41. Chrstian mit i
    24. Juni 2009 at 16:11

    Ich fand das Fest sehr schön, wobei man das nach Straßenzügen differenzieren muss.

    Besonders hinten Richtung Talstraße ist es doch noch immer eine wunderschöne, unkommerzielle Veranstaltung, auf der einem Kinder für 1 Euro Crepes machen. Auch der Illumat war toll.

    Louisenstraße und Konsorten hab ich mir einmal angeschaut und danach gemieden, das war mir zuviel kreischendes, drängelndes Partygedöns.

    Dagegen kommt die Alaunstraße in meiner Bewertung besser weg, als bei den meisten anderen hier. Was daran Kommerz sein soll, Bier für nen Euro zu verkaufen versteh ich nicht. Das ist eher eine Dienstleistung mit geringer Aufwandsentschädigung. Ich weiß das zu schätzen. Ist mir tausendmal lieber, als die großen Bierwagen. Gut der Technostand am Rossmann (24 Stunden am Tag, 3 Tage lang) war etwas anstrengend, aber dafür haben dort rund um die Uhr Leute getanzt. Auch die Bühne neben dem Konsum (Bands und DnB) fand ich recht ordentlich.

    Als buntes Fest bietet die BRN halt viele Facetten und man kann sich rauspicken, was man eben will. Unkommerziell finde ich die BRN, weil ich mit meinem kleinen Geldbeutel essen, trinken und viel Spaß haben kann.

  42. revoloser
    25. Juni 2009 at 12:27

    so, jan. bitte hilf mir!
    was mich wundert, warum es nächstes jahr erst die 20. brn geben soll? hilf mir mal zählen. ich war seit 1989 dabei. dann waren, korrigiere mich, 1990 zwei stück in einem jahr, oder? war doch so. selbst wenn es erst 1990 anfing, wäre die 20. letztes jahr gewesen. kann ich mir doch an meinen 10 fingern abzählen. da müssten ja zwei brns ausgefallen sein. falls nur eine, hätten wir dieses jahr die 20te gehabt. ??? da schick mir doch einer einen mathematiker! ich seh nicht mehr durch. lösungsansätze bitte!

  43. 25. Juni 2009 at 13:04

    1989 gab es keine BRN. Vielleicht gab es im Juni ein Fest, aber ganz sicher keine BRN. Also: Gründung der BRN – 1990 (was da im Herbst stattgefunden hat, war vielleicht eine Feier, aber kein Jahrestag oder so was) Böse Zungen behaupten nun, dass die BRN 1997 ausgefallen sei, das bestreite ich jedoch vehement. Also hatten wir in diesem Jahr die 19-Jahres-Feier (inkl. der Gründungsfeierlichkeiten also die 20. BRN) Nächstes Jahr wird die Republik dann 20 Jahre alt und sie wird damit ihren 20. Geburtstag feiern.

  44. 26. Juni 2009 at 11:24

    mal ehrlich,leute, es ist doch im grunde genommen egal, wo man hinschaut auf der welt. überall da, wo menschen etwas zustande bringen wird es immer menschen geben, die etwas tun, welche, die nur konsumieren, und natürlich auch welche, die kritisieren. was hindert denn nun den einen oder anderen kritiker daran, im nächsten jahr bei der stadt eine fläche zu beantragen, die von der ausdehnung her ausreicht, um die technoanlage rechts und links davon ausblenden zu können, um dann dort eine brn zu feiern, wie sie angeblich irgendwann mal gewesen sein soll? und was zum teufel spricht gegen mainstream? jetzt tut mal nicht so, als wären an allen anderen tagen des jahres sämtliche alternativen konzerte rammelvoll und ausverkauft…wie oft spielen denn coole unbekannte bands vor relativ leeren säälen…bei uns auf der görli habe ich während der drei tage viel gesehen und gehört, aber mainstream war meines erachtens nicht dabei. und selbst wenn: auch das macht bunt. und elektromugge ist auch nicht scheiße, nur weil daß dem einen oder anderen nicht gefällt. selbst in diesem bereich gibt es mainstream und alternative, nur ist das oftmals für den nichtfan wummernder bässe, zu denen ich übrigens auch gehöre, nicht erkennbar. und wenn ihr wißt, wem die großen wummeranlagen gehören, dann geht doch mal zu den betreibern und fragt, ob sich da nicht was ändern läßt im nächsten jahr. kurz zurück zur görli: vor´m inkorrupt steht jedes jahr ´ne riesenanlage mit elektrowummergoamugge. wollt ihr den jungs kommerz und mainstream vorwerfen? ich fand, es war eine schöne brn. der lustgarten wird übrigens m.e. von einem verein betrieben. vereine haben den vorteil, daß man mitglied werden kann…

  45. 26. Juni 2009 at 11:56

    schön, dass die Diskussion weiter geht :-), hatte schon Befürchtung. Da will ich nicht zurückstehen.
    Mirko macht es sich zu einfach, denn schon lange ist es nicht mehr möglich, sich irgendwo ein Stück BRN-Fläche zu mieten, die Filetstücke sind über Jahre vergeben. Natürlich an Leuten, denen nicht das Fest am Herzen liegt, sondern in erster Linie ihr Geldbeutel.
    Und genau darum geht meineserachtens, es geht um die Bewahrung eines Stadtteilfestes, das sich nicht durch Geldmachen definiert, sondern durch Eigeninitiative der Bewohner. die Lust am Feiern und ein paar nette Tage. So kann auch das Inkorrekt die Boxen aufstellen und wummern. Es ist deren Art sich auszudrücken. Wenn aber son kruder Schuppen wie das Magnolia einen ekligen Turm aufbaut und sich einen Dreck drum kümmert, was nebenan auf der Bühne läuft, da hört der Spass auf. Da geht es nur um die Kohle, um sonst nichts. Hätte das Magnolia mit ihrem Programm irgendwas produktives zum Fest beigetragen, wäre mir die Musikfarbe egal gewesen und auch der Turm.
    Wo viele Leute sind, gilt es für ein gelungenes Fest Kompromisse zu machen. So haben wir vom Festivalradio Festivalfrequenz die Boxen vorm Laika ausgemacht , wenn der DJ aufgelegt hat und bei uns eine andere Sendung lief. So gehört sich das.
    Ich habe auch was dagegen, dass die mir persönlich nicht wichtige Portugiesin an der Kamenzer, ihre Speisen nicht draußen verkaufen kann, weil sie natürlich nicht auf der Platte hat, dass sie dafür irgendein nerviger Wisch braucht. Die hat für den Verkauf persönlich am Herd gestanden.
    Der Fischsstand mit grenzwertigen Matjes aus dem Tieffühlschiff kann aber aber sein Geschäft machen , weil die jeden Tag auf irgendnem Fest sind und die Bürökratie natürlich kennen.
    Solche Stände wird es überall geben, aber bitte nur in Maßen. Denen ist es doch völlig egal wo sie sind, heute Neustadt, morgen Meissen, übermorgen Übigau. Die sehen nichts vom Viertel, reiten ein und weg. Es ist ein Job für die, mehr nicht. Was kein Vorwurf ist, sollen die machen, aber nicht, wenn dadurch solche Schuppen wie der Portugiese irgendwann nichts mehr machen.
    Ich bin da kein Ideologe, mag nur das Viertel und seine kreativen Menschen. Dieses gilt es zu bewahren. Mit welcher Musikfarbe ist dabei egal.

    Martin

  46. elbnymphe
    26. Juni 2009 at 12:11

    Maatin, altes Haus – schöne Meinung, und daß ausgerechnet Du Dich für die, sagen wir mal, von politischer Korrektheit nicht gerade tangierte Portugiesenmutti einsetzt, sei Dir nobel angerechnet. Liebe Grüße! :-)

  47. Jane
    26. Juni 2009 at 13:25

    kudos, Martin!

  48. 27. Juni 2009 at 14:16

    Vielleicht noch ein Beispiel, weil es gerade so schön ist. Bei dieser Party am BRN-Samstag vor dem Laika, die, warum auch immer, von der Polizei nicht beendet wurde und deshalb bis sieben Uhr morgen ging, kam irgendwann son selbstgemachter rollender Cocktailwagen von irgendwelchen Freaks vorbei. Und das, obwohl die Laika-Leute natürlich auch Caipi und son Zeug im Angebot hatten. Plötzlich standen sich die beiden Stände also gegenüber.
    Normalerweile gäbe soetwas zumindest kritische Blicke, an diesem Tag aber nicht. Weder bei den Laika-Leuten noch bei den fliegende Händlern. Und warum, weil es nicht primär um Kohle bei der Sache ging und außerdem wahrlich genügend Leute auf der Straße tanzten, um viele Caipis zu verkaufen. Ich habe einen der Laikas gefragt, der mir dann sagte, dass wäre ihm nun wirklich schnuppe. Hier würden seit Stunden mehrere hundert Leute völlig losgelöst vor seiner Kneipe rumtanzen, zu der Musik, die er organisiert hat. Das wäre der Punkt und einfach nur geil.
    So stelle ich mir das vor.
    Es geht mir nicht um die Verdammnis Kohle zu verdienen, für jeden Kneiper und viele sonstige Händler ist die BRN sehr lukrativ. Das ist auch voll okay.

    Deshalb stört mich auch primär son Bierwagen nicht, im Gegenteil, ohne Bier macht es mir auch keinen Spass.

    Es geht um die Haltung mit der da plaziert wurde, ob der Zapfer da drin oder sein Chef oder wer auch immer, noch einen Blick auf das Fest hat, deren Charakter achtet, es geht letztendlich darum zu verhindern, das Leute dort hin kommen, die ausschließlich Dollars in den Augen haben.

    Ich plädiere für ein vernünftiges Miteinander all jener die Lust auf den Stadtteil haben, niemand anderen verdängen wollen, der ebenfalls mitmachen will und, wenn auch noch Geld damit verdient wird, bitte sehr.

    Und, liebe Elbnymphe, ob der oder die politisch korrekt ist, ist mir dabei erstmal schnuppe.

    Gruß, Martin

  49. Jens
    27. Juni 2009 at 14:27

    Was ist denn mit der Portugiesenmutti? Wieso ist die nicht politisch korrekt?

  50. Jane
    27. Juni 2009 at 17:25

    Martin:

    Bei der Party vorm Laika war ich auch. Allerdings lief da, quasi etwas zeitversetzt und teilweise auf den Song genau, die gleiche Musik, zu der wir kurz zuvor noch vorm Bottoms up auf der Martin-Luther-Straße getanzt hatten. Fand ich insofern nicht schlimm, als dass mir die Musik als solche total gut gefallen hatte und die Stimmung dort am Ostende der BRN einfach total genial war.

  51. Pingback: Mighty Robot Love
  52. 26. September 2009 at 20:42

    Hey, ich bin ja hier auch erwähnt. :) Dankeschön! War’ne tolle Party, ich erinnere mich auch jetzt noch total gerne daran zurück!

  53. Leo
    1. Oktober 2009 at 20:56

    Ich fand die letzte BRN auch am besten besonders gefiel mir die 80er,90er House party in dem Hinterhof auf der Louisenstrasse..^^

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