Voller Wermutstropfen

Die Abendsonne stimmte versöhnlich.

Die Abendsonne stimmte versöhnlich.

Selbst die Zweckoptimisten der Schwafelrunde waren gestern sauer. Die Stadtreinigung hatte aus Versehen schon am Sonntag die Talstraße entmöbelt. Anwohner liefen zum Teil im Nachthemd ihren Möbeln hinterher. Ich sah am Sonntag viele nachdenkliche Gesichter. Vollgepisste Hauseingänge, eingetretene Türen – das sind inzwischen leider die normalen Randerscheinungen des Republik-Geburtstages. Eine stumpfe Menschenmenge, die sich immer weiter schiebt, kaum nach links und rechts guckt: immer weiter und weiter. Kein Auge für die Schönheiten, für das Skurille, für das Bunte. Mit Macht musste ich mich immer wieder aus der Menge rausreißen.

Dann konnte ich mich aber wieder freuen. Über das breite Grinsen des Preibisch und seinen riesigen Kartoffeldruck. Über das Kopfkino auf dem Lutherplatz. Über die Frau mit Herrengesicht im „England, England“. Über die Wasserraketen auf der Talstraße. Über unzählige Frühstückstafeln. Über Leser, die sich von mir Bier ausgeben lassen. Über Annas Karten und die Blaskapelle nebendran. Über Mädchen in bunten Kleidern auf Ponys. Über den BRN-Ausblick und die kleinen Knirpse auf der Leiter. Und natürlich über das Ausbleiben der Gewalt vergangener Jahre.

Doch durch all die schönen Kleinigkeiten wälzten sich die Tausende, einer riesigen, trägen Schlange gleich. „Gucke mal, da kostet das Bier nur noch einen Euro!“ – „Alter, die haben ’ne Hose aus dem Fenster gehängt.“ – „Boah, ist das dreckig, hier würde ich normal nicht herkommen.“

Gegen Abend verzog sich die Schlange und machte Platz für die, die immer hier sind. Klassentreffen am Martin-Luther-Platz zum Anker-Konzert. Und Claudia singt:

„Und wie Sie sehen, es klappt ja alles, die Sache rollt, die Sonne scheint. Und die Kritik hält schön die Klappe.“

Na dann will ich mal ganz leise sein und schlappe beseelt in den Sonnenuntergang.

Ein viel zu schöner Film von Martin Förster steht inzwischen auf Youtube.

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74 Kommentare zu “Voller Wermutstropfen

  1. rübezahl
    16. Juni 2014 at 11:02

    ja der Sonntag mausert sich zum einzig erträglichen Tag der BRN. Tatsächlich fällt es schwer, stehen zu bleiben, weil alles schiebt und drängt. Die Urinale Situation könnte man aber mit Mobilpissständen etwas eindämmen. Standmiete scheint ja ordentlich zu sein, dafür könnte man so was hinstellen.

  2. Pauli
    16. Juni 2014 at 11:14

    Schön zusammengefasst und genau getroffen, was mich die letzten Tage auch bewegt hat.

    Die „Stumpfe Masse“ hat mich schon in den letzten Jahren immer wieder aufgeregt, diejenigen, die nur zum Bier trinken kommen, aber das restliche Jahr nur über unserer Neustadt die Nase rümpfen. Traurig!

    Umso glücklicher werde ich dann immer Sonntags, wenn man tagsüber entspannt und meist ohne größeres Gedränge durch die Straßen schlendern kann. Schade nur, dass der Großteil der BRN-Gänger immer nur das Bild vom Massen-Schubsen am Samstag Abend im Kopf hat.

  3. g.kickt
    16. Juni 2014 at 11:32

    Das Ding is durch!

    Die BRN ist schon zum Saufgelage für Prolltouristen und Rentner mit Videokameras verkommen und ich glaube ja das nächstes Jahr keine Genehmigung erteilt wird.

    Zu wenig Platz!

    Hoffentlich war das erstmal die letzte BRN, mal 3 Jahre Pause is das einzig vorstellbare Szenario für Normalisierung.

    Kann man nur hoffen, dass das dem Hecht nicht blüht.

  4. anni
    16. Juni 2014 at 11:33

    ja also der Sonnabend war mehr nur laut und bum bum bum…
    außer dann doch noch etwas Kultur am M-L-Platz an der Kulturenbühne.

    Am Sonntag wars dann etwas besser – mit Kindern und Familienständen.

  5. Hechtbewohner
    16. Juni 2014 at 12:02

    @g.kickt: Ist teilweise auch bei Hechtfest so ( ich wohne dort ) und flüchte an dem Wochenende immer! Vllt wird es dieses Jahr weniger mit den Massen, weil einige Baustellen und Verengungen vorhanden sind…

  6. 16. Juni 2014 at 12:03

    Ich besuchte am Freitag Abend mit meinem München-Besuch die BRN. Mein Hauptkritikpunkt: Es war VIEL ZU LAUT.

    Ja, ich unterhalte mich beim Schlendern nun mal gerne, ohne brüllen zu müssen. Aber ich mag auch das Gefühl, wenn Bässe sich körperlich bemerkbar machen. Nur sollte Letzteres Ersteres nicht auf quasi der gesamten Länge der Alaunstraße unmöglich machen.

    Wirklich total daneben fand und finde ich jedes Jahr die Sitte, noch lauter dröhnen zu wollen, als der Stand nebenan. Und so geschah es, dass zwei tolle Typen mit handgemachter Musik trotz Verstärker keine Chance gegen die Dönerbuden rechts und links und deren Dance-Chart-Brei hatten. Ist das die BRN, die ein Miteinander sein will? Ein akustisches Hauen und Stechen, noch dazu im 08/15-Sound?

  7. Seldon
    16. Juni 2014 at 12:16

    @Muyserin: Nebeneinander statt Miteinander, erinnerst Du Dich? Ich seh‘ da schon durchaus einen Zusammenhang zum „Zeitgeist“, wenn einem das Wort „Gesellschaft“ oder „gesellschaftliche Verhältnisse“ nicht behagen…
    Ein Miteinander (inklusive Schlagerbühne für die Omis) gab‘ es (imho), solange „der Kommerz“ nicht vordergründig war (natürlich haben die Handvoll Kneipen auch 90/91 schon verdient), der wurde vordergründig, nachdem Freiräume eng und selten wurden, Eigentum und dessen Exekutanten jeden Flecken besetzten…

  8. stef
    16. Juni 2014 at 12:23

    gut beobachtet. gerade die genannten positiven details sind auch mir aufgefallen. ich habe sowohl freitag als auch samstag die massen-brn-touristischen neuralgischen punkte gemieden und so eine insgesamt angenehme republik erlebt. angenehmes publikum, tolle bands und dj am freitag am laika, pitchtuner im lustgarten am samstag, einen rundum glücklich machenden sonntag. aber eine auszeit würde dem fest dennoch vermutlich gut tun…

  9. 16. Juni 2014 at 13:01

    ich war am Samstag auch nicht zur BRN – freitags hat’s auch nicht geklappt und ja ich teile die Kritiken, doch dafür, dass die Neustadt ja das ganze Jahr über ein mehr oder minder einzigartiges Flair hat, kann man so einen Vool-Kommerz-Bier-Massen-Tag auch mal verkraften … da weiß man die restlichen 36x Tage im Jahr wieder mehr zu schätzen ;)

  10. Ole
    16. Juni 2014 at 13:11

    Das „Aus“ wird es nicht geben. Es werden sich immer mehr Leute mit kreativen, die BRN im eigentlichen Sinne bereichernden Ideen zurückziehen, da ist dann Platz an dem noch ein Bierwagen oder eine Selbstdarsteller-PA in Festivalformat stehen kann, mit Running Order und eigenen Flyern / Plakaten. In den Abendstunden des Freitag und Samstag meide ich inzwischen das Geschiebe und Gedränge, aber selbst zum seeligen Sonntag waren bei schönem Sonnenschein Aggroanfälle zu beobachten, weil es in der Sebnitzer aufgrund des Kneipenchors zum Stau kam. Da halten es manche nicht mit dem Dalai Lama, der anregt solche Zwangspausen mal als Chance zum Luftholen zu sehen. Im Vergleich zu den letzten Jahren verstärkt sich auch der Eindruck, dass hier Massen einfallen, die das wie ne Art Safari sehen. Mal „den verrückten Neustädter“ in seinem Habitat beobachten … nur das es den kaum noch gibt. Dafür Stimmung und Stände wie beim Kamenzer Forstfest.

    „Die BRN ist durch“, dem stimme ich zu und hoffe es erwächst aus der Aluna / Kulturaktivinitative was Neues.

  11. paul
    16. Juni 2014 at 13:20

    Also ich hatte meinen Spaß an der BRN. Klar ist es viel zu voll, aber wenn man die neuralgischen Punkte umgeht, kann man einigermaßen durchkommen. Auch die Pinkel-Situation war ärgerlich, aber wenigstens hier haben Neustadt-Bewohner einen Heimvorteil. Ich habe Rag-Time Musik auf der Kamenzer gehört, tolle bands auf dem Martin-Luther-Platz und bei der Bretter-Bude, leckeres Essen genossen und im Lustgarten abgehangen.
    Wenn man die BRN mit Festen in anderen Städten vergleicht, dann jammern wir doch auf ziemlich hohem Niveau.

  12. Louise
    16. Juni 2014 at 13:37

    Bisher bin ich jedes Jahr mindestens einen Tag und Nacht aus dem Festgelände geflohen und wollte dieses Jahr mal einen 3-Tage-BRN-Versuch wagen. Bereut habe ich diese Entscheidung und kann mich der negativen Aussagen oben nur anschließen. Das große Problem der BRN ist meineserachtens wirklich der (beinah) 72-Stunden Dauerlärm. Wenn morgens gegen acht das Gewummere losgeht und einen bis 1 Uhr verfolgt, kann das keine gesunde Sache sein. (Um der Kritik „Mensch,ist BRN, ist halt bissl lauter“ vorzubeugen: Wenn die Fenster zum Hinterhof fest geschlossenen sind und durch die „Musik“ vibrieren und der Eindruck entsteht, man hätte in der eigenen Wohnung voll aufgedreht, kann das mit Musikgenuss nicht viel zu tun haben. Interessanterweise wurde es in der Louisenstraße 31 geschafft NOCH lauter zu drehen.) Dass dann kleinere Bands vor allem ohne Verstärker kaum eine Chance haben gehört zu werden, ist klar.
    Dennoch gab es wieder viele schöne, kleine Momente! Herzallerliebst war die kleine Künstlerin Zoe, die gestern am Martin-Luther-Platz Ecke M-L-Straße saß und auf Wunsch Portaits anfertigte!

  13. Toni
    16. Juni 2014 at 13:59

    Ich habe irgendwie die Bands und Künstler vermisst. Es gab zwar einiges auf der BRN. Aber entweder bin ich zu alt geworden und ich sehe die BRNs aus den letzten Jahren zu einseitig, doch ich hatte echt den Eindruck früher hatte die BRN weniger bum bum gehabt und mehr kleine Künstler die in den Ecken der BRN auf sich aufmerksam gemacht haben.

    Zu der angesprochnen Urinalsituation ist es irgendwie jede BRN das gleiche. Ich denke da sollte es mal Lösungen auf der nächsten BRN kommen.

  14. 16. Juni 2014 at 15:27

    @Seldon: „Eigentum und dessen Exekutanten“ – warum klingen Deine Wortmeldungen oft wie ein Lehrbuch für den Klassenkampf? Muss man immer gleich die große Gesellschaftskritikkeule auspacken, wo ein Nachdenken über eine BRN unplugged ausreichend wäre?

  15. HinzundKunz
    16. Juni 2014 at 15:56

    @Hechtbewohner
    Wie soll das denn zur Entspannung der Lage beitragen? Ich befürchte, es wird dieses Jahr so eng wie nie! (Was auch daran liegt, dass beispielsweise die Bühne vorm Leonardo eher an einer unglücklichen Stelle platziert ist. Weil aber die Tische vorm „Leo“ Sicht auf die etwas zu groß geratene Bühne haben sollen, diese Tische den Strom der Leute aber noch zusätzlich behindern, geht es dort auch schon einmal etwas ruppiger zu. Auch auf der Hechtstr. würde es meiner Meinung nach eine wirkliche Entlastung bringen, wenn man die Bühnen etwas zurückgesetzt mittig auf die Erlenstr. bzw. Fichtenstr. stellt und zwar mit dem Rücken zur Johann-Meyer-Str., um so den Stau auch an diesen neuralgischen Punkten etwas zu lindern, indem die Masse die dem Bühnenprogramm folgen will etwas von der Kreuzung gezogen wird.

  16. HinzundKunz
    16. Juni 2014 at 16:31

    @Muyserin
    Vielleicht, weil sozialer Wandel einfach Kampf ist? Weil Kritik an dem Zustand der BRN nebst Besuchern natürlich auch mit Kritik an der Gesellschaft einhergeht und dass macht es automatisch zu einem politischen Thema. Die BRN ist ursprünglich eine politische Aussage gewesen! (Und vielleicht ungewollt, oft unbemerkt, spiegelt sie bis heute den Zustand der Gesellschaft, zumindest für den Raum Dresden gut wieder. Die positiven, aber eben auch negativ subversiven Elemente sind gut aus dem Gesamtbild herauszulesen. Ich denke aber auch, was dabei wirklich untergeordnet bzw. egal ist, in welche Worte man diese Kritik kleidet, solange man sich nicht auf die Ebene der Fäkalsprache verirrt.

  17. nepumuk
    16. Juni 2014 at 16:32

    hauptsache einige stände haben ordentlich abgefettet, 5-6 T Euro (?), schön aufteilen auf 6-7 kumpels, der rest war ja egal. von wegen um 1 ist schicht – umsatz bis 3, der spielplatz ggü war klo, die anwohner müssen dieses und alles weitere ertragen, niemand von den betreibern wohnt hier, einzelne nachbarn wurden bestochen, das gewerbeamt schielt nur auf die standgebühren, nirgends ordnungskräfte selbst um 3 uhr rum.

    die problemlösungen sind bekannt und einfach, aber man will es einfach nicht. alle machen nur „ihren job“, aber sehen sich nicht mehr in verantwortung für die mitmenschen.
    schnell abzocken und dann nichts wie weg – ist gewollt. es ist genauso als ginge ich in den alaunpark, bezahl meine gewerbeabgabe und holz dann einfach mal alles ab – nutze also die vorhandenen ressourchen ohne mich daran beteiligen zu müssen, ohne beeinträchtigungen und folgen berücksichtigen zu müssen. echt seltsam, nee, krank ist das.

  18. fraufee
    16. Juni 2014 at 16:52

    ich war am samstag mit meinem postfarat, einem vier-gewinnt-spiel und passender kostümage im brn-osten unterwegs und hatte ne menge spass ohne geld. leider habe ich über all dem spass vergessen, fotos zu machen/ machen zu lassen.
    allerdings bin ich einige male von besucher/innen fotografiert worden…
    kann mir jemand vielleicht ein bild zukommen lassen?
    merci

  19. Anna
    16. Juni 2014 at 17:03

    Also Neustädter, in der Partyzone lebend, wird es immer mehr zur Tortur… Ich kann verstehen, wenn immer mehr Anwohner fluchtartig die Stadt verlassen. Selbst bei geschlossenen Fenstern erreicht man 30dB, die Fensterscheiben und Lampen vibrieren.

    UMFRAGEBÖGEN unter die Anwohner zu bringen, halte ich für den besten Weg herauszufinden, was diese überhaupt wollen. Für mich wäre es ein Gewinn, wenn Sonntags einfach früher Schluss wäre… 21:45 ist echt zu heftig.
    Die Kleinteiligkeit von Angeboten und die Kulturbühne sind sehr posititv aufgefallen :).

  20. 16. Juni 2014 at 17:20

    @Anna: Fragebogen ist ne gute Idee.

  21. paul
    16. Juni 2014 at 17:25

    @anna
    Fragebögen sind ne tolle Idee. Es sollte aber die Adresse mit genannt werden, oder zumindest die Straße, damit man weiß, wo es im Festgelände besonders klemmt und drückt.
    Vielleicht auch gleich fragen, welche Musik besonders positiv/negativ beurteilt wird

  22. Seldon
    16. Juni 2014 at 17:29

    Hallo muyserin
    >>warum klingen Deine Wortmeldungen oft wie ein Lehrbuch für den Klassenkampf? Muss man immer gleich die große Gesellschaftskritikkeule auspacken…?<<
    H&K hat ja schon was dazu gesagt. Ob's wie Lehrbuch klingt (aussieht), liegt wohl im Auge des Lesers, aber: Ja, man muß über das Wesen der Dinge reden, nicht über deren eine oder andere mehr oder weniger zufällige Erscheinungsform. Wenn man sie verstehen und vllt. sogar ändern will, zumindest.
    Wenn Du eine BRN des Miteinanders vermisst, ist es doch wohl nicht mit dem Drehen am Lautstärkeregler getan. Auch bei Zimmerlautstärke kann man neben- und gegeneinander agieren!

  23. Louise
    16. Juni 2014 at 17:52

    Fragebögen her! Noch ist die Erinnerung frisch und wenn wir Neustädter mal alle positiven und negativen Erfahrungen von diesem Jahr niederschreiben und das gesammelt und sortiert wird, dann lässt sich im nächsten Jahr bestimmt was verbessern!
    Sicher sind die Erfahrungen abhängig von der Wohnungslage – die Kamenzerstr. und Prießnitzstr. habe ich arg beineidet! Mit vibrienden Fensterscheiben und Dauerbeschallung kenn ich mich an der Louisenstraße (Nähe Alaunstr.) nur zu gut aus…
    Anton, vielleicht kannst du die Anregung an die Schwafelrunde weitergeben??

  24. christoph
    16. Juni 2014 at 18:04

    … waas ANTON hat seinen Lesern Bier ausgegeben??? mir wurden beim sonntäglichen Ankerkonzert leider nur Pelmeni vor die Füße gekleckert :)

  25. De Lady
    16. Juni 2014 at 18:29

    Also… Ich wohne hier und ich habe die BRN immer geliebt!

    Diese Liebe schlägt aber spätestens dann in Hass um, wenn noch Wochen später der Hauseingang nach Urin und Erbrochenem stinkt, wie schon oben erwähnt die Fensterscheiben der Lärmschutzfenster von Dauer-Uffz-Uffz-Uffz vibrieren und man Samstagnacht bis in die Früh aller halben Stunde von irren Klingelrutschern aus dem Schlaf gerissen wird!

    Mein Vorschlag wäre ja, in allen Dresdner Stadtteilen ein ebensolches Stadtteilfest über 3 Tage zu etablieren… Das Geschrei der Niedersedlitzer, Kleinzschachwitzer, Laubegaster oder wie sie alle heißen, die zur BRN in die Neusse einfallen, möcht ich hören! „Bloß nicht bei uns, die verdreckte Neustadt ist da besser geeignet, die sind das gewohnt, da ist das immer so!“
    WAS FÜR EIN KLISCHEE!

  26. sören
    16. Juni 2014 at 21:14

    @fraufee

    Ich hab dich gesehen und fotografiert. Du warst ein schöner farbiger Fleck in der Menge, da hab ich einfach schnell draufgehalten. Kannst du hier eine eMail Adresse reinschreiben? Dann schicke ich dir das Foto. Oder schreib mir an unkloid-321@yahoo.com

  27. gyhly
    16. Juni 2014 at 21:49

    ….zum glück liefen ja einige gute spiele bei der wm, da bauchte man sich die ganzen aus dem gebirge herabgestiegenen löffelschnitzer am fr./sa. nicht reinziehen.

    so. abend war am lutherplatz ganz okay und claudi hat wahrheit gesungen: „jetzt ist es kaputt…“ na eigentkich schon seit langem! hmm

    nächstes jahr wieder ostsee ? hmm

  28. 16. Juni 2014 at 22:17

    @christoph: Wie ist eigentlich die Einzahl von Pelmeni?

  29. rolle
    16. Juni 2014 at 23:01

    Einfach mal für’n Anfang diese unsäglichen Bierwagen verbieten. Wer Fassbier verkaufen will soll ne Zapfanlage mieten und das Drumherum kreativ gestalten.
    Und als 2. sollten diese Zäune verboten werden, die sich vor dem Max, dem Kontinental und anderen Locations erstreckten – nehmen Dutzende von qm ein und sehen aus wie bei meinen Eltern auf dem Dorf.

  30. Ole
    17. Juni 2014 at 00:13

    Mal ein Gedankenspiel: Was wäre eigentlich wenn Stadtfest und BRN am gleichen Wochenende sind? :D

  31. 17. Juni 2014 at 05:34

    viele tolle Komments hier !! da braucht man ja gar nicht zu kommen,naja hatte ja eh keine Zeit–>und deswegen hat auch mir der Anton kein Bier ausgegeben…!!!
    und hat nicht jeder Stadtteil irgendwie übers Jahr irgendein Stadtteilfest ?!
    am betroffendsten sind ja die welche wie bei der Flut direkt am Ort des Geschehens wohnen…2 Straßen weiter ist Ruhe und Frieden….vllcht konzentriert sich alles auf zu wenige Straßen?!

    grussi…… :lol:

  32. g.kickt
    17. Juni 2014 at 10:14

    Im Vergleich zu den letzten Jahren verstärkt sich auch der Eindruck, dass hier Massen einfallen, die das wie ne Art Safari sehen. Mal “den verrückten Neustädter” in seinem Habitat beobachten … nur das es den kaum noch gibt. Dafür Stimmung und Stände wie beim Kamenzer Forstfest. (Ole)
    ->Genauso siehts aus. Aber schon seit mindestens 3 Jahren quasi unverändert. Eher seit 6.

    Hauptkritikpunkt: Es war VIEL ZU LAUT.
    -> Das ist auf jeden Fall seit 6 Jahren so. Überhaupt nichts Neues!
    Nur fehlen immer mehr die Rückzugsmöglichkeiten für „Einheimische“, weil natürlich keiner mehr Bock hat seinen Garten zu öffnen.
    ->Siehe Seldon! (nachdem Freiräume eng und selten wurden, Eigentum und dessen Exekutanten jeden Flecken besetzten…)

    Wenn man die BRN mit Festen in anderen Städten vergleicht, dann jammern wir doch ziemlich hohem Niveau. (Paul)
    ->Falsch: Wir wollen uns nicht mit dem Stadtfest vergleichen! Siehe Ole.

    UMFRAGEBÖGEN unter die Anwohner zu bringen, halte ich für den besten Weg herauszufinden, was diese überhaupt wollen. (Anna)
    -> Ich glaube nicht dass sich die Stadt um die Anwohner schert.

    Und als 2. sollten diese Zäune verboten werden, die sich vor dem Max, dem Kontinental und anderen Locations erstreckten (rolle)
    -> Abreißen kannste die selber!
    Kommt mir spontan das Bild des auf dem Dach liegenden Baggers in der Baugrube des Espitas in den Sinn.
    Frag‘ mich immer noch wie das gelang…

    Mal ein Gedankenspiel: Was wäre eigentlich wenn Stadtfest und BRN am gleichen Wochenende sind? :D (Ole)
    ->GENIALER VORSCHLAG. Wie wär’s gleichzeitig parallel zum Hechtfest?
    Aber ob „genehmigungsfähig“? hmm.

    Alles in allem sehr gute Ideen dabei.
    -> Terminsynchronität mit Stadtfest, Pieschener Hafenfest und Hechtfest :-)
    -> Lautstärkebegrenzung!
    -> Zäune weg!
    -> Bierwagen weg!
    -> Dorftouristen weg. (müsste man noch überlegen wie das gehen könnte…)

  33. Robert
    17. Juni 2014 at 10:18

    Die BRN ist unerträglich geworden, sinnloses Gesaufe und Gegröle bis 6 Uhr früh, der gesamte Stadtteil mit P*sse verseucht (der schöne neue Spielplatz Louisengrün!!), sogar ein paar Hinterhoftüren waren eingeschlagen, weil jemand mal in den Hinterhof musste…
    Dazu der Dreck überall, der nur deshalb nicht auffiel, weil die Stadtreinigung schon 6 Uhr unterwegs war.
    Man macht eine Innenstadtzone zum Festivalgelände! Nur: die Bewohner können es sich ja gar nicht aussuchen. Wenn viele schon aus ihren Häusern fliehen, hat die BRN doch ihren Zweck verfehlt.
    Diese Veranstaltung sollte in dieser Form verboten werden!!
    Wiederaufnahme nur, wenn ab 1 Uhr Ruhe hergestellt wird und wenn viele, VIELE Toiletten aufgestellt werden. Außerdem sollte der Besucherstrom reguliert werden. Die kleine Neustadt erträgt keine zehntausenden Besucher.
    Denkt doch mal an die Kinder, die da wohnen!!

  34. Klahra
    17. Juni 2014 at 10:26

    Wir waren am Sonntag tagsüber zur BRN. Mir haben das Kopfkino auf dem Alaunplatz, die Wasserraketen auf der Talstraße (toll was die Knirpse veranstaltet haben), die Blaskapelle (nicht mein Geschmack, aber die Idee war nett), der BRN-Ausblick mit den Knirpsen auf der Leiter und die vielen Frühstückstafeln gefallen. Total daneben fand ich das Gewummere aller 10 Meter. Das hat mit Musik nichts mehr zu tun und nervt einfach nur. Wenn ich die übereinander gestapelten Boxen und den Armleuchter sah, der völlig weggedreht am Regler rumschob, überkam mich die kalte Wut. Ich kann Leute nicht verstehen, die ihren Kleinkindern und Hunden so etwas zumuten. An einer Stelle, ich kann leider nicht mehr sagen, wo es war, war das Wummern so stark, dass ich Schmerzen hinter dem Brustbein bekam. Das ist einfach eine Zumutung. Wie halten Anwohner das nur aus. Die Idee mit den Fragebögen finde ich gut, das sollte aber zeitnah geschehen. Ansonsten liebe ich die Neustadt, obwohl ich nicht dort wohne.

  35. Jonk
    17. Juni 2014 at 10:44

    Fragebogen her. Das wäre dann etwas was man dem Ordungsamt übergeben könnte und woraus Regeln für UNSER Fest abgeleitet werden könnten. Wie wäre es z.B. mit ner Lautstärkegrenze zumindest tagsüber, dass die Kleinkunst, Kinder, Kreative ne Chance haben. Wer sich nicht dran hält für den ist Schluss. Im Übrigen war das Ordnungsamt da und hat denen die länger als bis 1 gemacht haben 500€ angedroht und Personalien aufgenommen. Die machen schon erst wenns sein muss.

    @Anton: Kannst du nicht die Schwafelrunde über die Super Idee von Anna informieren. Vielleicht kriegen die das ja hin.

  36. 17. Juni 2014 at 11:59

    Ja.

  37. Seldon
    17. Juni 2014 at 12:43

    Übrigens, @Anton: Пельмень

  38. 17. Juni 2014 at 12:45

    Robert erwähnte die Kinder, die hier wohnen. Ich würde auch gerne mal an die Tiere erinnern. Als ich auf der Görlitzer Straße stand und mein Blick Richtung Panama ging, war mir sehr mulmig zumute. Das ganze Jahr freut sich ein großer Teil der Neustädter (nämlich die Kleinen) über diesen Ort und seine Bewohner, aber zur BRN sind sie uns plötzlich irgendwie scheißegal, oder etwa nicht?

  39. paul
    17. Juni 2014 at 12:51

    Also jezt bleibt doch mal auf dem Teppich. Ich kenne die BRN seit 20 Jahren und es war immer zu laut, zu voll und zu dreckig. Früher waren es die vielen (tollen) Rock- und Punkbühnen mit zugehörigem Klientel (außerdem der Stress mit den Bullen), heute sinds eben die Techno-Freaks.
    Als bekennener Techno-Hasser und Anwohner der „electric corner“ könnte ich in das Konzert einfallen, aber ehrlich gesagt halte ich das für drei Tage im Jahr schon aus.
    Viele Kommenare hören sich an, als ob das vielgeschmähte Spießbürgertum schon richtig Fuß gefaßt hat. Basmatireis und salbungsvoller Klampfen-Sound sind o.k., solange sie ökologisch korrekt sind, Feiern, Lärm und Chaos dagegen unerwünscht. Wenn jemand ein Hüpfburgfest mit Elternbelustigung will, soll er doch wirklich lieber das Kamenzer Forstfest besuchen!

  40. 17. Juni 2014 at 13:14

    @Seldon: OK, ich präzisiere meine Frage. Wird die Einzahl von Pelmeni in der Deutschen Sprache verwendet.

  41. 17. Juni 2014 at 13:16

    Einzahl Pelmen. Gebrauch eher unüblich.

  42. 17. Juni 2014 at 13:19

    @Paul: Was bitte ist spießig daran, auf einem Straßenfest eine Unterhaltung führen zu wollen? Was ist spießig daran, Kleinkunstdarbietungen hören zu wollen? Der salbungvolle Klampfensound waren E-Gitarre und Percussion inklusive Verstärker, gegen Dönerbude 1 und 2 aber absolut chancenlos. Deine undifferenzierten Diffamierungen gehen wirklich am Problem vorbei.

  43. Stefan
    17. Juni 2014 at 13:26

    Allein die Anzahl der Kommentare hier spricht ja Bände.
    Ich bin seit vielen Jahren auf der BRN unterwegs, von Jahr zu Jahr weiter ausweichend auf Nicht-Wumm-Wumm-Nischen.
    Wenn ich mich so im Bekanntenkreis umhöre, dann verreisen mehr und mehr am BRN-Wochenende. Ist doch irgendwie krank, wenn man als Bewohner seinen Stadtteil verlässt, wegen eines Festes, was nach meinem Verständnis eben gerade von der Beteiligung der Bewohner lebt.

  44. Seldon
    17. Juni 2014 at 13:40

    @Anton: Das dürfte ähnlich sein wie bei Tortellini, wobei die ja auch gern mal eingedeutscht zu Tortellinis werden und angeblich gar keinen Singular haben, was unlogisch scheint, denn wenn ich alle Pelmeni aufgegessen habe bis auf einen, ist noch ein Pelmen übrig, aber wenn ich dasselbe mit Tortellini mache…(??) Da werden wohl Fragen offen bleiben.

  45. 17. Juni 2014 at 13:57

    @Stefan: Ja, das denke ich auch. Im Vorjahr waren es deutlich mehr Kommentare.

  46. Franzl Lang
    17. Juni 2014 at 14:05

    @Seldon:

    Tortellino, é evidente!

  47. Ole
    17. Juni 2014 at 14:14

    @Paul: Recht hast Du damit, dass das, was vor 15 Jahren eine Band war, heute ein DJ(Kollektiv) ist. Jugendkultur im Wandel der Zeiten, da gehe ich mit – das soll auch Platz haben. Mit Vergnügen sogar. Akkustik vs Elektronik ist mir suspekt. Jederzeit würde ich guten DJ-Sound einer schlechten Band vorziehen. Gilt auch andersrum, weil gute und schlechte Musik ist keine Frage des „Mediums“.
    Worüber man streiten kann ist, ob es wirklich Not tut Sonntag vormittag mit Gabba auf vollster Lautstärke zu starten, wobei sich auf der lieblos gestalteten Brachfläche nur zwei „gut draufe“ Kumpels zu ebenjenem Sound vorm schiefstehend Pavilion vergnügen, während die Passanten die Hände an die Ohren führen und die Anwohner die Fenster schließen. Klar … das ist mal so richtig freakiger Punk, das muss so zur BRN – wer das nicht mal drei Tage lang abkann ist ein Spießer. Das Arrgument killt immer, gefolgt von dem mit den verschieden Geschmäckern. Letztlich ist es aber eine Frage der Sensibilität und da fehlt es wohl manchmal bissl.

    Nebenbei: Ich wurde Zeuge wie ein junger, adretter Mann an nem Stand frug, ob er mal kurz dahinterpissen darf. Als das abgelehnt wurde ging er in zähe Verhandlung mit dem Standbetreiber. Warum der Spießer ihn nicht einfach mal kurz hinter läßt. Um die Ecke stand der Toilettencontainer, worauf der Standbetreiber hinwies. War dem Typen aber ein zu weiter Weg. Der war weder besoffen noch sonst aufällig. Der war einfach so drauf, weil das doch die drei Tage mal gehen sollte. It`s BRN … da ist das so.

  48. paul
    17. Juni 2014 at 14:48

    @ole: Natürlich hab ich mit dem Begriff „Spießer“ ein bißerl provozieren wollen, weil mich die sehr entrüsteten Kommentare genervt haben.
    Aber sicherlich kann man (und solle man) was verbessern. z.B. die Party-Mucke auf nach 19.00 Uhr beschränken (vorher hopft da sowieso keiner rum). Auch das Zustellen von Kreuzungen und das Klo-Drama sollte man m.E. angehen. Aber eine saubergeleckte, bierfreie und kleinkindgereche BRN braucht kein Mensch.
    P.S. nix gegen Kinder! Die haben immer dazugehört und sollten das auch bleiben

  49. David
    17. Juni 2014 at 15:08

    4 x Helene Fischer auf der BRN gehört! Die Besucher hätte ich allesamt zum Ballermann gejagt. Das muss man sich mal vorstellen – Helene Fischer, Aaaaargh. Warum nicht wenigstens DJ Ötzi und Barbie Girl?
    Schade, dass es die MadMax-Mobile nicht mehr gibt, die die Meute einfach hätte aus dem Areal schieben können ;)
    BRN -> tot, aber sowas von (wer buddelt die eigentlich jedes Jahr wieder aus?)
    Geld regiert.

  50. Robert
    17. Juni 2014 at 15:47

    Was auf jeden Fall stimmt ist: Wo deine Couch steht, kann kein Bierwagen (/Boxenturm etc.) stehen. Siehe auch den Motivationsfilm der Schwafelrunde.

    Fragebögen sind schön und gut, aber wer machts? Ist doch abzusehen, dass das wieder an den paar Idealist/innen hängenbleibt. Was hier vergessen wird, ist, dass die BRN eine Graswurzelnummer ist! Wenn die Neustädter/innen aber lieber zu Besuchern ihrer eigenen Republik werden, oder gar während dieser Zeit prophylaktisch die Stadt verlassen, dann brauchen wir uns überhaupt nicht zu wundern, wenns in die Esse geht.

    Es wissen doch alle, wann die BRN stattfindet, und jede/r hat ab jetzt wieder fast ein ganzes Jahr zeit, sich was auszudenken, wie nächstes Jahr wieder ein wenig schöner werden könnte.

    Reclaim the BRN!
    Kann doch nicht so schwer sein.

  51. paul
    17. Juni 2014 at 16:04

    @robert: Recht hast Du! Aber was, wenn die Graswurzeln heue schon zu einem englischen Rasen gehören?

  52. 17. Juni 2014 at 16:26

    @Robert: Ich hab den Link repariert und angepasst.

  53. Robert
    17. Juni 2014 at 17:14

    Auch Englischer Rasen gehört ab und zu gesprengt, Paul.

  54. E-Haller
    17. Juni 2014 at 17:30

    Auch auf die Gefahr hin, nächstes Jahr in der DNN zitiert zu werden – einfach mal meine Gedanken:

    Die BRN ist ein Besuchermagnet – und schon lange nicht mehr ein Fest von Bewohnern aus dem Viertel für das Viertel. Die Gewerbetreibenden (aus dem Viertel) haben sich damit gut arrangieren können und verdienen sicherlich nicht schlecht daran.

    – Dass nun mit jedem Stand quasi automatisch eine Musikanlage einhergeht, sorgt für die Musik-Konkurrenz und Lautstärke…
    – Da man am besten immer noch mit Flüssigem verdient, kommt es zum Bierwagenüberdruss…
    – Da zunehmend Lücken wegfallen, fehlen Räume für „Anderes“ und Bühnen…

    Aber zu den Alternativen:
    „Ausfallen lassen“ dürfte kaum funktionieren. Da es keinen zentralen Veranstalter gibt, kann die BRN wie gehabt weiterlaufen: jeder meldet zum Datum einen Stand an und fertig. Würden sich die Gewerbetreibenden sicherlich nicht nehmen lassen…

    Würde dagegen ein zentraler Veranstalter mit dem Ziel „Back to the roots“ kommen, hätte der ein riesen Problem: er müsste vorgegebene Regeln (wegen mir als Bsp. „Nur eine Musikanlage/ 100m“; „Musik aus der Konserve nur zwischen 18 – 24 Uhr“; „nur ein Bierwagen/ Straße“) auch durchsetzen. Hilft da die Staatsmacht? Wohl kaum… Also erstmal ordentlich in Security investieren und dann das ganze Viertel durchstreifen.
    Das erscheint mir genauso unrealistisch. Vor allem, da die ja trotzdem mit einer Erwartungshaltung strömenden Massen ja auch versorgt (und deren Stoffwechselendprodukte entsorgt) werden wollen.
    Das müsste der Veranstalter aushalten: dass die Gewerbetreibenden Sturm laufen und die einen Stand organisierenden Anwohner die Unzufriedenheit der Besucher über Holunderbrause statt Bier äußern. Dass dann mindestens 2 Jahre, bis die Leute erkannt hat, dass sich BRN „nicht mehr lohnt“.

    Beides erscheint mir gerade als Sackgasse…

    Gibts noch eine Variante?

    Übrigens: auch das Hochhalten von Talstraße usw. als „Inseln der alten BRN“ ist bei genauerer Betrachtung Folklore – da treten sich die Leute inzwischen doch auch schon auf die Füße. Und Flaschenrakete…gähn…wie lange gibts die jetzt schon? ;)

  55. christoph
    17. Juni 2014 at 18:36

    …. ok ich gebs zu… es war nur ein kleines schmandverziertes einsames Pelmen, das nicht den Weg in Antons gierigen Schlund gefunden hat. Es suchte in einem todesverachtenden Sprung seinen Weg in die Freiheit um alsbald auf dem groben Asphalt des Lutherplatzes zu zerschellen. ….das tragische daran… der Gedenkfettfleck wird in den nächsten Wochen wegsaniert und nichts wird an diesen heroischen Akt von Selbstbefreiung erinnern!

  56. Alauner
    18. Juni 2014 at 01:35

    Die BRN in ihrer jetzigen Form ist als Anwohner einfach nicht tragbar, es ist nur noch eine Belastung. All unsere Freunde hier ziehen schon seit Jahren zur BRN aus. Wir nächstes Jahr nun auch. Es müsste einfach mal kontrolliert werden, dass wirklich nur Anwohner die Stände betreiben, dass dem bei der Mehrzahl der Stände nicht so ist, ist ja wohl offensichtlich. Bei uns wurde einfach mal der Hauseingang mit dem Stand zugebaut, interessiert das Ordnungsamt einen Scheiß. (Hier ist doch eh keiner der Bewohner da….) Auch frage ich mich warum Fressbuden überhaupt Musik ohne irgendeinen künstlerischen Mehrwert machen dürfen, Amateur-Bands die einfach mal ohne große Verstärkung Musik machen wollen haben absolut keine Chance mehr. Nur noch Einheitsgewummer.

  57. 18. Juni 2014 at 08:35

    Als ein Mitglied der Schwafelrunde habe ich die Kommentare gründlich gelesen und mir Anregungen mitgenommen. ;)
    An dieser Stelle nur mal eine Anmerkung, Robert sagte es auch schon: IHR habt es selbst in der Hand, macht was, sprecht den benachbarten Technotempel an (am besten im Vorfeld und nicht erst, wenn der DJ vor eigenem Krach nichts mehr hören kann). Uberlasst UNSER Fest doch nicht den Geschäftemacher. Allereinfachste Methode, ein Sofa vor die Haustüre stellen und schon steht da nix anderes und ihr werdet staunen wie viele nette Menschen Platz nehmen.
    Und kommt doch gern zu Vorbereitungsrunden der Schwafelrunde.

  58. Katha
    18. Juni 2014 at 09:20

    …ich habe alle Kommentare gelesen und kann viele Dinge nachvollziehen: Bierwagen, Touris, etc. Was ich jedoch nicht nachvollziehen kann ist, dass alle einfach nur meckern statt Eigeninitiative zu zeigen: „Früher was alles besser“!

    Wir haben dieses Jahr das erste Mal einen Stand selber gemacht, weil wir nicht nur meckern wollten. Bei uns gab es einen individuellen selbstgebauten Stand als Fläche für junge Künstler: Techno, Elektro, Indie und Singer-Songwriter. Und Musik entwickelt sich nun einmal. Und DJs, die selber Musik machen sind auch Künstler und bereichern die BRN.
    Getränke gabs zum fairen Preis, dass wir auf PlusMinusNull gekommen sind, da die Vorbereitung nicht nur mit Luft und Liebe funktioniert hat.

    Wir hatten Spaß, sowohl in der Vorbereitung als auch während dieser 3 Tage! Und wir haben von allen sehr positives Feedback bekommen. Wir haben für uns und andere ein Stück schöne BRN geschaffen! Außerdem haben wir den Bierwägen um uns herum die Show gestohlen ;)

    Daher: Nicht nur meckern, selber machen!

  59. bitsofa
    18. Juni 2014 at 10:00

    Meiner Meinung nach sollte das Thema mit Ulla’s Kommentar geschlossen werden, denn dem ist absolut nichts, wirklich garnichts mehr hinzuzufügen. All denjenigen die keine schöne BRN hatten und sich hier ne Schlüpfer ins Gebälk ärgern sollten sich Ulla’s letzten Satz einmal zu Herzen nehmen…
    Ich hatte übrigens eine schöne BRN (auch mit 8 Wochen altem Sohn). Danke an die Schwafelrunde für die Orga!

  60. Seldon
    18. Juni 2014 at 10:09

    Hallo,
    Danke E-Haller für die Analyse. Ich seh als Hauptproblem, dass es sowas wie unsere BRN nicht gibt. Zunächst mal gibt es UNS nicht. Es gibt eine Menge von Leuten, die mehr oder weniger zufällig im selben Viertel leben. Sehr viel mehr Gemeinsamkeiten seh‘ ich da nicht (mehr). Gemeinsame Interessen, Ziele, Vorstellungen, vor allem gemeinsame Vertretung derselben?
    Und es gibt die (Frei)Räume kaum, die man als unsere in Besitz nehmen könnte.
    Was die Alternativen angeht: andernorts, zu anderen Zeiten mit Gleichgesinnten was eigenes machen. Wenn es denn etwas gibt, was dies motiviert. (Mit welchem Ziel will man so ein Fest machen, wen will man, was will man erreichen?)
    Zusammen feiern geht irgendwie nur, wenn man sich auch zusammen tut. Und Feiern als Selbstzweck ist da als Zusammenhalt möglicherweise etwas wenig. Gemeinsame Interessen erkennen, wahrnehmen, dafür gemeinsam kämpfen und gemeinsam feiern, ungefähr so wie hier, scheint mir da zielführender.

  61. Seldon
    18. Juni 2014 at 10:34

    @Ulla und andere „Mach doch selbst was“-Verfechter:
    Es kann doch nicht angehen, dass man aus Gründen der Selbstverteidigung gezwungen wird, sein Mobiliar auf die Straße zu stellen, damit den Dezibel-Freunden der Platz ausgeht. Zum einen glaub‘ ich nicht, dass das was bringt, eher muß dann vom Rand eben noch etwas mehr aufgedreht werden, zum anderen ist es doch wohl am Verursacher eines Mißstands, diesen abzustellen. „IHR habt es in der Hand“? Das ist auch ein beliebtes Argument, wenn es darum geht, gesellschaftliche Mißstände durch korrektes (Einkaufs)Verhalten abzustellen, statt durch Hinterfragen (und letztlich Abschaffung) der Ursachen. Das WIR als Summe Einzelner hat da nichts in der Hand als seine arg begrenzten Ressourcen (Geld, Einfluß). Ein WIR als Zusammenschluß vieler Gleichgesinnter, die ihre gemeinsamen Interessen machtvoll zum Ausdruck und zum Durchbruch bringen, ist im aktuellen Zustand atomisierter Einzelinteressen hedonistischer, konsumorientierter Individualisten nur schwer vorstellbar. Das soll nicht heißen, die Flinte in’s Korn zu werfen und zu resignieren, vielleicht ist auch der permanente Versuch, eine BRN aufrecht zu erhalten nicht ganz vergeblich, aber ich denke, es muß zunächst geschaut werden, wer mit wem welche gemeinsamen Interessen hat. Die kann man dann auch gemeinsam feiern und darum streiten…

  62. 18. Juni 2014 at 11:04

    @Seldon: Es geht nicht darum, die BRN aufrecht zu erhalten. Es gibt aber ein paar Leute, die versuchen die alljährliche Feier schöner zu gestalten. Und dafür ziehe ich vor der Schwafelrunde meinen imaginären Hut. Und wenn ein paar mehr Veranstalter die Möglichkeiten des gemeinsamen Austausches nutzen würde, könnte man schon eine Menge erreichen.

  63. Seldon
    18. Juni 2014 at 11:54

    Hallo Anton, was die Beteiligung angeht, erlaub‘ ich mir mal wieder ein Zitat:
    Man muß

    anfangen und darüber nachdenken, wieso sich in jedem zwischenmenschlichen System bislang immer Leute gefunden haben, die vorpreschten und gestalten wollten, während der größere Teil hinterhertrottete.

    Meine Antwort darauf bleibt nach wie vor folgende: Ich denke grundsätzlich schon, dass Menschen (mit-)gestalten und -bestimmen wollen, halt in unterschiedlicher Intensität und “Geschwindigkeit”. Allerdings war’s bisher mit dbzgl. Möglichkeiten nicht allzuweit her, “emazipatorische Bewegungen” wurden doch zumeisst (eigentlich immer…) mehr oder weniger gewaltsam unterdrückt und im Keim erstickt…anderseits, gibt’s schon in kleineren Projekten viele “Mitläufer”, … Vllt. fehlt in der Tat ein ein Gefühl dafür, dass Mitbestimmung/Mitgestaltung “geht”, funktioniert…

    Natürlich soll der Schwafelrunde alle Ehre zuteil werden, die sie verdient. Sie ist aber eben keine Abgeordnetenversammlung, die die Interessen der “Neustädter” (? s.o.) vertritt. (Soll sie auch nicht sein.) Vielleicht sollte man in der Tat nochmal einen Schritt zurücktreten und sich fragen, was hier wer warum für wen eigentlich will? Ein nettes Stadtteilfest mit Bürgerbeteiligung ist ja auch schon mal nicht schlecht. Offenbar sind aber viele Bürger eher desinteressiert bis genervt.

  64. Astarte
    18. Juni 2014 at 12:52

    Ich wohne auf der Sebnitzer und bin dieses Jahr fast durchgedreht. Sonst ging es von der Lautstärke, aber Samstag war echt zu viel. Freitag war geil, da konnte ich schön von meiner Türschwelle die Party genießen, weil ich eh schwanger bin und mir das Gedränge nicht angetan hätte. Samstag haben wir gegrillt und sind zum Essen auf die Straße gegangen. Ich kam mir erstens wie im Zoo vor, als mich dann der vierte Mensch fragte, ob ich echt in der Neustadt wohne und wie das so ist. Abgesehen davon war ich gleichermaßen von einigen Nachbarn angekotzt, die sich über den Grillgestank aufgeregt haben (Wir waren nicht die einzigen mit der Idee) und darüber, dass ein Kuchenstand da war (Kuchen- Terrorwaffe Nummer 1 zur BRN). Samstag ging die Mucke ewig laut und schlecht. Ja, hier kann man wieder die Geschmäckerfrage reinbringen. Aber endlos die Faxen dicke hatte ich, als es mitten in der Nacht sechs mal geklingelt hat und irgendwelche Suffköppe sich in der Pisse-/Kotzelache im Nachbarhof kloppten. Auch war das diesjährige Klientel sehr eigenartig, während eine 16-Jährige meinte sich am helllichten Tag in unseren Hof ungefragt zum Pissen hinsetzen zu müssen, was verhindert wurde, fragte eine junge Mutter, ob sie im Treppenhaus bei uns stillen könnte. Beides nicht mal in einem Zeitraum von 10 Minuten Samstags nachmittags passiert. Es ist für mich die 10. BRN gewesen, die vierte als Anwohner und dieses Jahr war echt scheiße- selbst der Sonntag. Ich komm auch aus Kamenz und kenn das Forstfest und kann dem nur recht geben- nur dass da das Kloproblem nicht so schlimm war (Klar, mitten im Wald…). Ich wünsch mir echt mehr Stände der Bewohner, wir waren mit den Kuchenstand ziemlich alleine auf unserer Straße. Warum muss am M.-L.-Platz u.a. vier Inder geben und zwei große Bühnen? Ich wollte mich bei den Anwohnern „durchfressen“ und nicht bei einer 08/15-Bratwurstbude, welche ich mir auch so am Altmarkt holen kann. Früher war weniger Musik, kann mich noch erinnern, wie still es sein konnte zwischen Katy’s Garage und die nächsten Boxen erst in Höhe Soy-Sushi standen. Auch gab es verschiedene Sachen zu essen oder zu trinken. Mir fehlt das irgendwie, vor allem das Essen :(.

  65. Seldon
    18. Juni 2014 at 14:07

    Und Flaschenrakete…gähn…wie lange gibts die jetzt schon?

    meint E-Haller. Wieso muß es denn jedes Jahr neuer, größer, schneller sein? Das Angebot wird von den (neuen und „alten“) Kindern doch mit Freude angenomen. Nur das es auch für solche einfachen Freuden kaum noch Raum gibt. Übrigens ist ja grad auf der Talstraße mit dem statement vom Kinderzirkus (der seine Abwesenheit begründete) einiges gesagt: zu groß, zu viel, zu voll, zu laut, zu stressig. Die „schönen Sachen“ bleiben weg, weil die „doofen“ Überhand nehmen, was der Theorie, man könne letztere verdrängen durch mehr von ersterem, zumindest in Frage stellt. Es scheint nicht so zu sein, dass „doofe“ Angebote Lücken füllen, die die „netten“ gelassen haben, sondern eher die Lücken gerissen haben, durch Verdrängen der „netten“ …

  66. E-Haller
    18. Juni 2014 at 16:41

    @ Seldon: Der Smiley hinter meiner Aussage hätte gern mitzitiert werden dürfen…kennzeichnet diese nämlich als „nicht ganz ernst gemeint“. ;)

  67. E-Haller
    19. Juni 2014 at 09:21

    @ Astarte: Was ist daran eigenartig, wenn eine junge Mutter ihr Kind stillen will – und dies nicht im ärgsten Trubel??

  68. Jonk
    19. Juni 2014 at 13:15

    @Astarte: Die Kritik an der jungen Mutter die Stillen will versteh ich auch nicht. Ich finde es ziemlich mies das in einem Satz mit der Pisserin zu nennen. Und das wo Du selber schwanger bist. Oder haben wir dich da falsch verstanden???

  69. Klahra
    19. Juni 2014 at 13:39

    Astarte hat es sicher mit dem Stillen und der jungen Mutter nicht so gemeint, wie es rüberkam. Aber ich kann die junge Mutter nicht verstehen, die ihr Kind diesem ohrenbetäubenden Lärm aussetzt, denn sie muss sich ja schließlich mit ihrem Kind durch die Massen geschoben haben.

  70. Jonk
    19. Juni 2014 at 17:19

    @Klahra: Die hatte bestimmt vorher einen „3M Peltor KID“ im Musikhaus Neustadt gekauft: https://www.facebook.com/musikhausneustadt

  71. nike
    19. Juni 2014 at 22:29

    für die nächste BRN: ein LUFTGITARRENFESTIVAL!! :D

  72. Astarte
    20. Juni 2014 at 11:51

    War auch keine Kritik an der Mutter. Ich meine die Extreme: während die einen meinen in Hinterhöfe pissen zu müssen und ihren Müll rum zu schmeißen mit den Worten ,,Ihr Neustädter seid doch den Dreck gewöhnt!“, gab es sowas wie die junge Mutter, die auch noch lieb gefragt hat für eine Selbstverständlichkeit. Viele Eltern haben übrigens ihren Kindern Ohrenschützer drüber gezogen.

  73. Erich
    21. Juni 2014 at 20:14

    Bin gerade aus dem Urlaub wieder gekommen und habe das Ergebnis der BRN „bewundert“:
    Eine kaputtes Haustor (Glasscheibe & Elektroschließer), eine eingetretene Kellertür, Gründerzeittordurchfahrt vollgeschmiert, Hof total vermüllt, bepisst und vollgeschissen, alle Briefkästen vollgeschmiert und mit diversen Getränken aufgefüllt (schön, wie meine wichtigen Briefe jetzt aussehen). Ich schätze insgesamt den Schaden auf ~10.000€…

    Das muss eine tolle BRN gewesen sein!

    Mit alternativ-kreativem Fest hat das nichts (mehr) zu tun, eher mit „Brot & Spiele“…

  74. Hannes
    23. Juni 2014 at 17:16

    @Erich: Eher „Dummbrot(e) und Spiele…

    Das Toilettenproblem ist mMn der gavierendste Schwachpunkt an der ganzen Organisation.
    Was muss/kann man tun um die Aufstellung von GRATIS!-Klohäuschen zu erzwingen?

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