Protest in Hör- und Sichtweite

Aufruf "Keine Zukunft für Nationalismus"

Aufruf „Keine Zukunft für Nationalismus“

Morgen wollen Neonazis in Dresden anlässlich des sogenannten „Tag der Deutschen Zukunft“ demonstrieren. Nach dem derzeitigen Informationsstand soll die Demonstration um 12 Uhr in Pieschen auf der Barbarastraße starten und über Rehefelder und Leipziger Straße zum Goldenen Reiter führen, inklusive eines Abstechers durch die Innere Neustadt (Königs- und Hauptstraße). Der leitende Polizeidirektor Horst Kretzschmar, Polizeiführer sagte gestern: „Da wir einen friedlichen Protest in Hör- und Sichtweite ermöglichen wollen, verbieten sich großräumige Absperrungen der Polizei entlang der angemeldeten Aufzugsstrecke.“ Die Polizei will in erster Linie auf Kommunikation mit den Gegendemonstranten setzen. Sie sei Voraussetzung, um deeskalierend auf alle Beteiligten einzuwirken.

Inzwischen wurden schon zahlreiche Kundgebungen entlang der geplanten Route angemeldet.

  • Alexander-Puschkin-Platz; Leipziger/Ecke Erfurter Straße
  • Schlesischer Platz; vorm Bahnhof Neustadt
  • Trachenberger Platz
  • Bischofsplatz

Die Veranstalter vom „Forum gegen Rechts“ empfehlen, möglichst früh zwischen 9 Uhr und 10 Uhr zum Alexander-Puschkin-Platz zu kommen. Sollte das nicht gelingen, sei der Schlesische Platz der zweite Anlaufort.

Die Polizei hat angekündigt, dass es in den Stadtteilen Pieschen, Leipziger Vorstadt und Innere Neustadt wegen des umfangreichen Demonstrationsgeschehens erhebliche Absperrungen, Kontrollen und Einschränkungen geben wird. Die sächsischen Beamten (sieben Hundertschaften) werden von Kollegen aus Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen sowie der Bundespolizei unterstützt.

Am Einsatztag informiert die Polizei über einen Liveticker auf der Homepage der Polizeidirektion Dresden zu aktuellen Einschränkungen. Außerdem wird ein Kontakttelefon geschaltet: 0351 4833000.

In einer Pressemitteilung hat heute die Oberbürgermeisterin Helma Orosz erneut die Dresdnerinnen und Dresdner aufgerufen, friedlich und gewaltfrei ein Zeichen gegen diese Form rechtsradikaler Propaganda zu setzen:

„Die Veranstaltung der Neonazis richtet sich offen und gezielt gegen ausländische Mitbürger und Flüchtlinge in unserer Stadt – dies dürfen wir als Stadtgesellschaft nicht unwidersprochen stehen lassen. Ich rufe deshalb alle Dresdnerinnen und Dresdner auf, sich an friedlichen und gewaltlosen Aktionen zu beteiligen, die ein deutliches Zeichen gegen diese menschenverachtende Ideologie setzen.“

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2 Kommentare für “Protest in Hör- und Sichtweite

  1. Hannes
    6. Juni 2014 um 18:06

    Was wollen diese „Ewig Gestrigen“ eigentlich mit der Zukunft?
    Erscheint mir „etwas“ paradox.

  2. aa
    6. Juni 2014 um 20:15

    Traurig aber wahr:
    Habe meiner Mutter geraten dieses Wochenende nicht mit ihrem Rolli in die Stadt zu fahren, denn es ist ja mit diesem Aufmarsch nicht getan- wer weiß wie lange diese Typen noch zu Gast sein werden und vor Allem wie sich Radikale aus anderen Ländern (I,GR,CZ,PL) verhalten, in ihrem eigenen Land machen sie ja teilweise Jagd auf „Untermenschen“ und die Polizei wird nach dem offiziellen Ende (24Uhr) nicht jede Splittergruppe bewachen können..

    Lächerliche Kunden sind das- demokratiefeindlich aber berufen sich auf ihr Versammlungsrecht.

    Lächerlich auch das beim Dynamo- Abstiegsspiel meines Wissens nach ca. 8000 Polizisten im Einsatz waren, morgen werden es wohl nur(!) 2000-3000 sein.

    Hoffentlich nicht noch einmal in DD!

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