11.000 bei der Menschenkette

In Doppelreihe standen die Dresdner auf der Neustädter Seite der Elbe.

In Doppelreihe standen die Dresdner auf der Neustädter Seite der Elbe.

Wie die Stadt soeben mitteilt, reihten sich auch in diesem Jahr wieder Tausende bei der Menschenkette um die Dresdner Innenstadt ein.

Sie gedachten gemeinsam und erinnerten damit an die Opfer der Bombenangriffe auf Dresden. Und sie setzten damit ein eindrucksvolles Zeichen gegen den Mißbrauch dieses Datums durch rechtsextremistische Gruppierungen. Oberbürgermeisterin Helma Orosz hatte um 17 Uhr an der Westseite des Rathauses die Veranstaltung mit einer Rede eröffnet. Darin sagte sie unter anderem: „Die Menschenkette wird in wenigen Minuten wieder einen Weg durch unsere Stadt markieren. Ein Weg, der uns verbindet und der deutlich macht, dass wir es nicht zulassen, dass zerstörerische Kraft nationalsozialistischer Ideen wieder in unserer Stadt Raum gewinnt.“

Zuvor hatten an dem Mahngang „Täterspuren“ nach Angaben der Veranstalter mehr als 3.000 Menschen teilgenommen und an die nationalsozialistischen Verbrechen erinnert. Weitere Infos unter: www.dresden-nazifrei.com

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75 Kommentare zu “11.000 bei der Menschenkette

  1. Alex
    13. Februar 2014 at 18:49

    Netterweise haben die Demonstranten aus dem Protestzug die Menschenkette angepöbelt.

  2. randy
    13. Februar 2014 at 18:57

    Wenn man sich auf den „Feind-Twitter-Seiten“ mal umguckt posiert Frau Orosz ganz gern mit braunem Pack in trauter Eintracht. Pfui!

  3. anni
    13. Februar 2014 at 20:02

    @Alex was sollen sie denn gepöbelt haben?

  4. anni
    13. Februar 2014 at 20:07

    jedenfalls bringt die Veranstaltung ,,Mahngang – Täterspuren“ bestimmt schon mehr als die Menschenkette an sich.

    Die Braunen waren ja dieses Jahr schon gestern Abend in Aktion in der Innenstadt- beim Theaterplatz usw. -die Stadt war da von der Polizei abgesperrt. Gegen die Braunen mit ihrem Fackelzug haben dabei viele Dresdner gegen demonstriert. dass finde ich wirklich wichtig.

  5. Stefan
    13. Februar 2014 at 20:58

    … ob man die 11.000 auch gestern einzeln von der Petersburger getragen hätte? Naja, so lief die Aktion „Altstadt schützende Kette“ bissl ins Leere aber ein wichtiges, da sehr medienwirksames Zeichen ist es allemal!

  6. HinzundKunz
    13. Februar 2014 at 21:31

    Also echt, Frau Orozs sollte sich zeitnah desinfizieren bzw. dekontaminieren und schnellstens erklären, dass man sie zu diesem Foto gezwungen bzw. brutalst genötigt hat. ;D
    Es beweist die „Wirksamkeit“ dieser Menschenkettenkuschelstrategie. (Deshalb wird man versuchen es einfach zu ignorieren.)
    Dass es über 500 Neonazis mithilfe der Stadtverwaltung gelungen ist, mittels einer „spontanen“ Vorverlegung des Termins, beinahe ungehindert zu marschieren, ist ein weiterer Skandal und macht alle weiteren Aussagen aus der Richtung zu einer heuchlerischen Angelegenheit. (Von dem Treiben auf dem Friedhof ganz zu schweigen.)

    Markus Ulbig sieht also nach eigener Aussage Erfolge beim Kampf gegen Neonazis. Ich meine, der Typ ist völlig blind und lügt sich selbst etwas vor! Andere sind da wesentlich effektiver, auch wenn, wie im Artikel erwähnt, deren Öffentlichkeitsarbeit bisweilen zu wünschen übrig lässt:
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/chaoten-oder-heilsbringer-danke-liebe-antifa/9382378.html

  7. Fr. Anzi
    13. Februar 2014 at 23:08

    Ich bezweifle, seit diese Menschenkette zelebriert wird, daß sich irgendein Nazi darum schert, was für ein „Zeichen gegen rechts“ da gesetzt zu werden geglaubt wird. Bekehrt worden ist dadurch mit Sicherheit noch niemand, und ich bin mir sicher, daß auch keine rechtsextrem motivierten Straftaten dadurch eingeschränkt wurden oder werden. Für mich ist das ganze zudem eine getarnte Eigenwerbeveranstaltung der Oberbürgermeisterin unter dem Deckmantel des kollektiven Trauerns. Der 13. Februar wird meines Erachtens nicht nur von den Nazis instrumentalisiert, sondern auch und gerade von der Stadtverwaltung, und mir fällt das zusehends auf die Nerven. Die ganze Innenstadt ist ja lahmgelegt durch diesen Zirkus. Auch hat nicht die Menschenkette die Naziaufmärsche der letzten Jahre be- oder verhindert, sondern es waren die Blockaden derjenigen, die aktiv geworden sind und sich da einfach in den Weg gepflanzt haben.
    Ich war, bin und werde immer gegen rechts sein – aber Händchenhalten „um meine Stadt zu schützen“…das ist mir wirklich zu platt.

  8. martahatari
    13. Februar 2014 at 23:33

    Da es kein Geheimnis mehr war, dass sich die Nazis heute unter die Gedenkenden mischen wollte, empfand ich es als Farce, sozusagen gemeinsam mit ihnen gegen sie „ein zeichen zu setzen“ (wie es so schön heisst). Offenbar werden derzeit in DD ganz andere zeichen gesetzt, wenn eine Bürgermeisterin Orosz sich gegen antifaschistische Blockade usspricht, den gestrigen Naziaufmarsch genehmigt und polizeilich schützen lässt und obendrein, wie man heute sehen durfte, sich noch mit ihnen Arm in arm vor der Kamera präsentiert. das ist nicht nur geschmacklos, sondern zutiefst pietätlos und unreflektiert. Mein Gott, wie peinlich dieser provinzielle Oppurtunismus !

  9. antz
    13. Februar 2014 at 23:58

    @randy …das Bild gibts auch bei der dnn ganz unverpixelt.
    Anni wirft indirekt genau die richtige Frage in den Raum. Wo waren den die Teilnehmer der Menschenkette gestern, als die Nazis durch die Innenstadt gelatscht sind?

  10. 14. Februar 2014 at 00:31

    Naiver Kindergarten. Kein Wunder, dass die Stadt gerade dutzende neue ErzieherInnen sucht.

    Ich würde lachen, wenn mich die Vorstellung nicht gruselte, dass es in Dresden 11.000 Leute gibt, die glauben mit Händchenhalten etwas gegen Faschismus zu tun.

  11. s.
    14. Februar 2014 at 05:20

    nazis haben sich in die menschenkette mit eingereiht und sogar ordner gestellt! damit wird endlich deutlich wie „sinnvoll“ diese menschenkette ist.

    • 14. Februar 2014 at 07:52

      @ s. Hast Du die Nazis selber gesehen oder entnimmst Du das nur deren Propaganda?

  12. Studi
    14. Februar 2014 at 08:37

    Sorry, aber spätestens seit der Aktion vom Mittwoch und der von Frau Orosz nicht verhinderten (aber ganz sicher verhinderbaren) Nazi-Demo mitten durch die Altstadt vorbei an verschreckten Familien und Touristen und unter Inkaufnahme der Lahmlegung des gesamten Verkehrs in der Innenstadt ist diese bescheuerte Menschenkette ein Hohn für alle, die sich wirklich und nicht nur auf dem Papier gegen rechts einsetzen.

    Pfui Frau Orosz, pfui Dresden, pfui Sachsen!!

  13. ein anderer Stefan
    14. Februar 2014 at 08:45

    Also, ich war in der Menschenkette. Ja, ist bloß ein Symbol, wobei Symbole keineswegs so unbedeutend sind wie viele meinen – sonst wären kaum so viele Flaggen zu sehen gewesen. Nazis habe ich keine in der Kette gesehen – entweder waren in meiner Ecke keine, oder die waren so unauffällig, dass sie nicht gestört haben, womit sie ihr Ziel dann auch verfehlt hätten.

    Was mich gestört hat, waren ein paar (so ca. 20) Teilnehmer des linken Demonstrationszuges, die sich daraus gelöst hatten (der Zug löste sich wohl am Külzring auf), die „Deutschland steht immer noch – Bomber-Harris hilf uns doch“ (oder so) skandierend an der Kette vorbeiliefen. Das finde ich total daneben, noch leben Menschen, die 1945 ihre Familien verloren haben, und in der Kette standen einige, die durchaus so alt gewesen sind, dass sie 1945 bewußt erlebt haben könnten. Gut, man mußte genau hinhören, um es zu verstehen, da wars dann vielleicht nicht so schlimm…

    Kurz darauf stürmte dann eine größere Anzahl linker durch die Seestraße grob Richtung Schloßplatz, ich nehme an, dass sie eine Runde über den Neumarkt gedreht haben, da kamen mir danach einige entgegengelaufen. Was das sollte, kann ich nicht nachvollziehen.

    Welches Bild mit Frau Orosz ist denn gemeint? Gibts einen Link?

    Wo die Menschen am Mittwoch waren, kann ich für mich beantworten: woanders, weil ich vom Naziaufmarsch gar nichts wusste – was wohl auch seitens der Stadtverwaltung so gewollt war, nehme ich an. Als ich abends dann noch eine Gruppe linker Demonstranten (jedenfalls mit Antifa-Fahnen, wenn ich es richtig gesehen habe – die waren allerdings rot in der Grundfarbe, und aus einiger Entfernung war ich mir erst nicht sicher, ob das nicht die NPD-Fahne sein könnte.)durch die Innenstadt ziehen sah, mit Polizeibegleitung, war mir nicht klar, was die um die Zeit dort wollten – jetzt nehme ich an, das war die Gegendemo.

    @Torsten: wäre es Dir lieber, wenn 11.000 Menschen gar nichts täten? Diese 11.000 würden sich sicher nicht als Blockierer gegen eine Nazidemo stellen. Ich übrigens auch nicht, weil ich nicht scharf drauf bin, von rechten, linken oder der Polizei aufs Maul zu kriegen.

  14. Franzl Lang
    14. Februar 2014 at 09:26

    @Fr. Anzi: Glaubst du denn, dass irgendein Nazi durch Gegendemos bekehrt wird? Konsequenterweise müsste man dann einfach alles komplett sein lassen.

  15. 14. Februar 2014 at 09:28

    @ein anderer Stefan: Ich vermute, dieses Bild ist gemeint.

    Ich kenne aber auch nicht alle Idioten in dieser Stadt, es sind einfach zu viele, deshalb würde ich das der Orosz nachsehen. Wer dort zu sehen ist, weiß ich nicht.

    Ansonsten: Ich hatte in den letzten Jahren schon das Gefühl, dass erst zur Menschenkette und dann zur Blockade gegangen wurde, da waren viele nicht so feige und schubladengesteuert wie Du. (So war es letztes Jahr aus meiner Sicht, dieses Jahr schreibe ich wahrscheinlich nüscht dazu.)

    Grundsätzlich habe ich zwar einige Bauchschmerzen mit der Trauerbefindlichkeit in Dresden, mir ist es aber wichtiger, mich nicht in Kleinkriegen um die richtige Wahrheit zu verlieren, je mehr Menschen überhaupt gegen Nazis auf die Straße gehen, desto lieber ist mir das. Und zumindest den 13. haben sie ja verloren. Den Rest bekommen wir auch noch hin.

  16. hächt
    14. Februar 2014 at 09:40

    @ein anderer Stefan

    …oder die waren so unauffällig, dass sie nicht gestört haben, womit sie ihr Ziel dann auch verfehlt hätten.

    den Nazis ging es bei der Teilnahme an der Menschenkette nicht ums stören, sondern um das stille Gedenken an die „deutschen Opfer“…

  17. 14. Februar 2014 at 11:05

    wäre es Dir lieber, wenn 11.000 Menschen gar nichts täten?

    Mir wäre es lieber, wenn die 11.000 sich privat, in Vereinen, Initiativen, beim Wählen, … solidarisch mit Menschen zeigten, die Unterstützung brauchen und zwar unabhängig von deren Geburtsland oder Hautfarbe.

    Aber Du hast recht, wenn die 11.000 gar nichts täten, wäre mir das lieber als Händchenhalten. Weil Händchenhalten nämlich das Gewissen beruhigt. Und das Gewissen muss ein unruhiges Organ sein, sonst kann man es gleich abschalten.

  18. ein anderer Stefan
    14. Februar 2014 at 11:39

    @ Peter: danke für Dein abschätziges Urteil. Ich weiss nicht, was Du mit „schubladengesteuert“ genau meinst. Weil ich von „Linken“ oder „Nazis“ rede? Entschuldige bitte, dass ich nicht jeden frage, welcher Splittergruppe er sich nun zugehörig fühlt – „Volksfront von Judäa“ oder „judäische Volksfront“ ist mir ziemlich wurscht. Und wenn ich jemanden sehe, der mit einer großen „Antifa“-Flagge rumläuft, dann nehme ich eben an, dass er sich dieser Gruppe zugehörig fühlt…

    Feigheit – so martialisch bin ich nun mal nicht, dass Tapferkeit zu meinen Tugenden gehört, und der unterschwellig damit verbundene Vorwurf der Ehrlosigkeit – damit kann ich leben.

    @hächt: ja, mag sein. Und? Wenn sich ein Neonazi in die Menschenkette stellt, sieht man ihm ja (zum Glück) nicht an, was er denkt. Noch haben wir keine Gedankenpolizei. Dämliche Ideen kann man nun mal nicht verbieten. Gefällt mir nicht, dass die sich da reindrängen, ich sehe aber keine Handhabe dagegen. Woran will man festmachen, wer ein Nazi ist, wenn sie sich nicht zu erkennen geben?

  19. dd-jazz
    14. Februar 2014 at 12:07

    Ich stimme Torsten aktiv zu.
    Wer bspw. auch Menschenrechts-Gegnern/ Steuerflüchtigen/ ehemaligen Film-Stars, die sich nicht außergewöhnlich/unbequem für Menschen-oder Kulturrechte einsetzen (die Liste wird beliebig fortsetzbar sein) den „Semperoper-Orden“ verleiht, ist nur noch peinlich.
    Sächsische Attitüden olé!

  20. nurmalso
    14. Februar 2014 at 12:21

    Soweit ich weiß, haben wir in Deutschland immernoch Demonstrations- und Meinungsfreiheit, solange man sich an die Verfassung hält. Auch wenn ich viele der vertretenen Meinungen Mist finde, muss ich akzeptieren, dass es Leute gibt, die sie sagen und dafür auf die Straße gehen – so wie es mein Recht ist, das gleiche zu tun, mit meiner eigenen Meinung.

    Viele, die meinen, sich für das Gute und Richtige einzusetzen, tun genau das Falsche, ohne es überhaupt zu merken. Sie denken, sie stehen ein für Demokratie, Toleranz, gegen Diktatur etc., aber mit ihren Aktionen tun sie ihren Werten einen Bärendienst. Wenn es uns gelänge, jede Meinungsäußerung der Rechten zu unterbinden, obwohl sie rechtlich dazu befugt sind (und ohne die Gesetze entsprechend anzupassen), ist das das Ende der Meinungsfreiheit. Denn dann ist es jeweils nur ein ganz kleiner Schritt bis zur nächsten Meinung, die irgendwem nicht mehr passt. Bis dann nur noch gesagt werden darf, was der Mehrheit gefällt oder gar nur dem Staat.

    Und irgendwelche Spinner, die nur auf Krawall gebürstet sind, seien es linke oder rechte, sind sowieso nicht Ernst zu nehmen.

  21. 14. Februar 2014 at 12:36

    @ein anderer Stefan: Bitte, kein Problem. Ich hätte statt schubladengesteuert eher vorurteilsbehaftet verwenden sollen, sorry. Die wenigsten rennen mit Fahnen durch die Gegend und/oder fühlen sich überhaupt einer Splittergruppe zugehörig, ich würde nicht mal alle als links bezeichnen (was immer darunter überhaupt zu verstehen sein soll, deshalb kam ich auf Schublade).

    Mit Ehre oder ähnlichen Blödsinnskonstrukten hat das nichts zu tun, das Gegenteil von Zivilcourage ist eben Feigheit (vgl. courage – Mut, Beherztheit). Musst Du also nicht als abschätzig auffassen, es sei denn, es hat für Dich doch was mit Ehre zu tun. ;-)

  22. Alauner
    14. Februar 2014 at 12:53

    Ich dachte die Menschenkette wäre eh ne rechte Veranstaltung?

  23. Nelly
    14. Februar 2014 at 12:54

    Hier das Foto mit der OB aus einer Naziseite *** Link entfernt ***

  24. ein anderer Stefan
    14. Februar 2014 at 13:21

    @ Peter: wenn ich in einem Demonstrationszug mitlaufe, in dem solche Fahnen getragen werden, darf ich mich m.E. nicht beschweren, wenn ich zumindest als Sympathisant der Fahnenträger gelte. Ja, „links“ mag unpräzise sein – ist aber auch keine gesellschaftswissenschaftliche Abhandlung.

    Sich den Nazis entgegenstellen = Zivilcourage
    es nicht tun = Feigheit
    ist jetzt auch kein sehr differenziertes Urteil, wo wir gerade bei Vorurteilen und Schubladen waren. Ich weiss auch nicht, ob die Naziblockade unter Zivilcourage fällt. Ich gehe nicht davon aus, dass man derart seine Knochen hinhalten muss, um Zivilcourage zu beweisen. (Wem überhaupt?)

    Ehre ist ein altmodischer Begriff, der im Kern ein innerhalb der eigenen Gruppe erwartetes Verhalten bezeichnet – dazu kann beispielsweise gehören, sich gegen die Nazis zu stellen. Wer von diesem Verhalten abweicht, gilt als „ehrlos“ – hier eben feige – und wird abschätzig beurteilt. Persönliche Integrität wäre vielleicht ein zeitgemäßer Begriff dafür. Der Begriff „feige“ beinhaltet eine abschätzige Wertung und bezeichnet einen Verstoß gegen die eigenen Wertbegriffe.

  25. HinzundKunz
    14. Februar 2014 at 14:00

    @nurmalso
    Dass es Dir nichts ausmacht, Neonazis zu tolerieren, passt ins Bild. (Ich erspare mir Tucholsky zu zitieren.)
    Nurmalso, es gibt einen rechtlichen Unterschied zwischen Meinungsfreiheit und Redefreiheit. Letztere ist eben nicht frei, auch wenn du das nicht einsehen willst/kannst. Genau wegen solcher verwirrten Leute wie Dir, die mit „Links“ oder „Rechts“ Argumentieren und so verwirrt sind beide Seiten dann auch noch gleichzusetzen, genau deshalb ist es gut, dass eben nicht all die Vollpfosten ihren zusammenfantasierten Müll, welcher genau auf solchen verrückten Aussagen wie Deiner aufbaut und später im Verlauf oft zu einer Glorifizierung vom „3.Reich“ nebst Bagatellisieren der KZs führt, straffrei erzählen dürfen.

  26. HinzundKunz
    14. Februar 2014 at 14:14

    @ein anderer Stefan
    Erkennbare Merkmale wird es wohl gegeben haben, sonst wäre es anderen Leuten ja nicht aufgefallen! Wenn natürlich im Rest des Jahres, dem Naziproblem von der Bevölkerung mit Ignoranz begegnet wird, sind ja die netten von nebenan, dann kann man natürlich von nichts wissen und hält eben plötzlich mit Neonazis Händchen. Spätestens, wenn einem gesagt wird, mit wem man Händchen hält und man es selbst nicht merkte, und natürlich vorausgesetzt man meint es wirklich ehrlich mit seiner zur Schau gestellten antifaschistischen Haltung, spätestens dann sollten einem doch die eigenen Bildungslücken auffallen, will man sich nicht komplett lächerlich machen.

  27. 14. Februar 2014 at 14:17

    @ein anderer Stefan: Da es nur die wenigsten sind, die Fahnen tragen, sage ich mir allerdings, die reihen sich ja bei mir ein bzw. sehe mir das zentrale Ziel an und entscheide dann. Aber von mir aus Geschmackssache.

    Ich meinte Feigheit einzig in dem Sinne des Gegenteils von Courage. Und für Blockaden ist Courage nötig, Deine Knochen hältst Du da nämlich tatsächlich jemandem hin: Der Justiz. Abgesehen davon war ich auch schon oft feige und habe kein Problem damit.

  28. Claudi
    14. Februar 2014 at 14:45

    @nurmalso: DANKE DANKE DANKE!!! Genau so ist es!

  29. Radler
    14. Februar 2014 at 15:03

    @HinzundKunz: Das sollten Sie aber nochmal genau nachsehen. Soweit ich weiß, gibt es keinen Unterschied zwischen Meinungs- und Redefreiheit, da die Meinungsfreiheit die Weitergabe der Meinung beinhaltet. Es gibt nur Einschränkungen der Meinungsfreiheit (siehe Art. 5 Abs. 2 GG). Wenn eine Kundgebung dagegen verstößt, dann hat man rechtliche Handhabe – sonst nicht. Ich muss nurmalso 100%ig zustimmen.

  30. ein anderer Stefan
    14. Februar 2014 at 15:09

    @ Hinzundkunz: Ich weiss immer noch nicht, woran ich einen Nazi in der Menschenkette „automatisch“ erkenne. Glatze und Springerstiefel, Lonsdale-Shirt oder Thor-Steinar-Jacke, klar – sofern das noch stimmt, so sehen ja längst nicht alle aus. Aber der Typ auf dem von Peter oben verlinkten Bild neben Orosz, wenn das denn ein Nazi ist? Kurzer Haarschnitt, messerscharfer Scheitel? reicht das aus?

    @ Torsten: ja, gut, dann haben die anderen 500.000 Dresdner halt ein unruhiges Gewissen, mit dem sie zu Hause sitzen.

    @Peter: Eine Frage der Perspektive. Wenn ich von Außen schaue, sehe ich zuerst die Fahnen. Und dann gehe ich davon aus, dass die, die da hinterherlaufen, das wohl gutheißen oder zur selber Gruppe gehören. Symbole halt…
    Wenn Courage bedeutet, sich von wem auch immer verprügeln zu lassen, dann bin ich in der Tat das Gegenteil von couragiert. Das war mir bisher kein Anliegen wert, meine Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Die Bilder von Dietrich Wagner bei Stuttgart 21 wirken da deutlich nach.

  31. Studi
    14. Februar 2014 at 15:48

    @Nurmalso: Wenn mein Geschichtswissen nicht ganz falsch ist, dann war das anno 1933 auch alles ganz legal, Hitler wurde demokratisch gewählt und dann wurden die Gesetze entsprechend angepasst.
    Damals sind nicht genug Leute aufgestanden, um den Wahnsinn entgegenzustehen. Das Ergebnis ist bekannt: 100 Millionen Tote und Europa in Trümmern.
    Dann lieber jetzt rechtzeitig gegen den braunen Dreck aktiv in Erscheinung treten, bevor es wieder zu spät ist.
    Und nicht erst die Schweiz zeigt uns, dass rechts-populistische Meinungen immer noch bzw. stärker als seit Jahrzehnten, gesellschaftsfähig ist. Das kann und will ich nicht akzeptieren. Und da hilft die Menschenkette nicht. Da hilft nur aktiver Widerstand. Wo Nazis sind, da muss auch Widerstand sein.

  32. Zschertnitzer
    14. Februar 2014 at 17:19

    @Hinzundkunz
    Der Nazi ist niemandem aufgefallen. Das kam erst raus, als sich die Nazis auf Twitter mit dem Bild gebrüstet haben. Danach wurde es von Piraten und Co benutzt, um ebenfalls, Captain Hindsight like, Stimmung gegen Orosz zu machen.

  33. g.kickt
    14. Februar 2014 at 17:19

    „Das war mir bisher kein Anliegen wert, meine Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Die Bilder von Dietrich Wagner bei Stuttgart 21 wirken da deutlich nach.“

    -> Großartig. Danke hierfür!

    Dann geh‘ bitte auch nicht wählen.

    So sieht unsere Demokratie nämlich wirklich aus.
    Die lupenreinen Demokraten halten Händchen, gehen brav wählen und halten den in irgendeiner Weise „radikalen“ Widerstand der Empörten für verfassungsfeindlich, sehen dann überall „auf Krawall gebürstete“ oder kommunistische Spinner.

    Wer hat denn (Danke nochmal für’s gute Beispiel) bei S21 gegen die abstrusen Pläne der Umverteiler demonstriert? Und wer wurde vom Wasserwerfer schwer verletzt? Da geht der Staat mit Wasserwerfern gegen Schüler, Lehrer, Rentner etc. vor und Du nimmst das noch als Beispiel für die Sinnhaftigkeit von Händchenhalten.

    Ich bin da ganz bei Torsten und sage Kacke, dann lieber mit nem beschissenen Gewissen zu Hause sitzen.
    Für’s Händchenhalten braucht sich echt niemand mit der rechten Hand auf die linke Schulter zu klopfen, besonders nicht wenn man damit die Inzenierung unserer so kompotenten Stadt- und Landesregierung unterstützt, welche, das ganz nebenbei, mit der härtest denkbaren Gangart gegen diejenigen Vorgeht, welche tatsächlich Widerstand und Zivilcourage zeigen.

    Und wenn mir dann noch jemand wie nurmalso kommt, und auf die Rechtslage hinweist….
    Aua.

    Wer sich darauf bezieht hat nichts, gar nichts begriffen.
    Wer macht denn die Gesetze und wer setzt sie gegen wen durch?
    Siehe: Edathy, S21, Gefahrenzone-Hamburg, Lothar König, Brokdorf und im Vergleich dazu z.B. Hoyerswerda ’91 und ’13 oder Rostock ’92.

    Einfach mal drüber nachdenken und schönes Wochenende.

  34. 14. Februar 2014 at 17:47

    ja, gut, dann haben die anderen 500.000 Dresdner halt ein unruhiges Gewissen, mit dem sie zu Hause sitzen.

    Das würde wenigstens zusammen passen.

  35. Radler
    14. Februar 2014 at 19:38

    @Studi: Wie bekämpft ihr den Meinungen?? Mit dieser Art von Widerstand erreicht ihr auch nichts. Man muss an die Wurzeln und das ist deutlich schwieriger und langwieriger. Man muss sich doch mal fragen, warum sich dieses braune Gedankengut immer noch verbreitet und warum etliche dafür offen sind. Wenn man weiß, warum, kann man etwas dagegen tun – sonst nicht. Es kann sogar soweit kommen, dass eure Art des Widerstandes (und das Nichtstun der anderen – ich gebe zu, auch ich tue zu wenig) eher noch das braune Gedankengut verfestigt. Nur mal drüber nachdenken. Ich finde es schrecklich, wie der 13. Februar zur riesigen Theaterbühne geworden ist. Es lohnt sich für alle Leute, die sonst keine Beachtung finden, dort aufzukreuzen. Und schon ist man wichtig und in den Medien. Und wie auf den Feind eingeschworen wird erinnert schon langsam an Kriegspropaganda.

  36. ein anderer Stefan
    14. Februar 2014 at 20:36

    @g.kickt: Die Illusion, dass Wahlen noch irgendwas ändern, habe ich bereits verloren. Das ist nur noch Demokratie-Folklore. Die wichtigen Entscheidungen fallen eh woanders als in den Parlamenten, darauf haben diejenigen, die hier schreiben, sowieso keinen Einfluss. Ich gehe wählen – in dem schwachen Versuch, solche Parteien zu wählen, denen ich eine Veränderung noch zutraue. Schwarzgelbrotgrün gehören nicht dazu.

    Ja, wenn Du so willst, hat die Einschüchterungstaktik bei mir funktioniert, zusammen mit einer gehörigen Portion Resignation. Insofern stimmt es schon, dass die Menschenkette das Gewissen beruhigt. Jeder hat so seinen Selbstbetrug, den er aufrechterhält – wie zum Beispiel den, dass Kommentare im Internet irgendwas bewirken können…

  37. Hubi
    14. Februar 2014 at 21:02

    Eines möchte ich hinzufügen und zu bedenken geben, weil das hier absolut fehlt:
    Es ist der 13.2., das ist ein historisches Datum. Es geht um Geschichtsbewusstsein. Es reicht mir schon, wenn die Rechten Geschichte verdrehen und den Tag uminterpretieren. Wenn aber, wie von den meisten hier im Forum, der 13.2. als Tag des Kampfes gegen rechts gehalten wird, dann ist das mittlerweile auch eine Verdrehung der Geschichte. Es ist ein Tag der Erinnerung an die Opfer des NS und der Bombenangriffe gleichermaßen. Es ist ein Trauertag. Dem haben die Menschen in der Kette gedacht. Und gleichzeitig versucht ein Zeichen gegen die braune Geschichtsverdrehung zu setzen. Dass dies nicht so wirkungsvoll ist wie eine Blockade ist richtig. Aber das Gedenken, vor allem der Leute, die diese Tage selbst erlebt haben, als sinnloses Händchenhalten zu bezeichnen, ist ein Frechheit hinter dem Rücken der Opfer von Gewalt und Terror. Der 13.2. ist zuallererst Gedenktag – nicht zuerst Tag des Kampfes gegen die braune Meute. Wer Geschichte in solch eine Richtung verdreht, macht den gleichen Fehler wie die Rechten selbst.

  38. HinzundKunz
    15. Februar 2014 at 00:27

    @Radler
    Redefreiheit beinhaltet doch wohl, dass ich sagen darf, was ich will, oder würdest du mir da widersprechen? Und ist das gegeben? Darfst du wirklich zu jedem sagen, was du willst? Nein, und das ist richtig so! Die Gedanken sind frei, richtig, doch die Rede ist es eben nicht – nicht hier, nicht wenn man einigermaßen zivilisiert miteinander umgehen möchte. Über das, was man alles nicht sagen darf, kann man im Einzelfall ja vielleicht sogar streiten, kommt auf den Einzelfall an, aber dass dem so ist, ist Dir schon klar, oder? (Und das sehr berechtigt!)

  39. HinzundKunz
    15. Februar 2014 at 00:54

    @ein anderer Stefan
    Es geht aber um Neonazis in „szenetypischer Kleidung“, die kein Problem hatten sich einzureihen und darauf in ihrer Beschränktheit auch „Stolz“ sind. Denen geht es auch darum diese Menschenkette in Richtung einer Gedenkveranstaltung zu drücken, in dem sie diese unterwandern und so ihren eigentlichen Zweck, nämlich des gemäßigten bürgerlichen Protestes gegen Neonazis, ad absurdum zu führen. Neonazis sind Verbrecher, aber nicht alle von denen sind völlig dämlich! Dem folgend, und den gerichtlichen Ergebnissen der letzten Jahre, könnte man auch noch andere Überlegungen anstellen, nämlich in die Richtung eines geplantem Aushebeln des Protestes durch „spontane“ Vorverlegung des Termins und einer nur an Ruhe interessierten Stadtverwaltung. Dafür, das hier ja offiziell kaum ein Neonaziproblem besteht, waren in der kürze der Zeit ziemlich viele da! Für mich richt das nach Absprache – ist meine persönliche Sicht. In Zeiten von freilaufenden Schreddern beim LKA, wäre ich nicht im geringsten erstaunt, wenn man hier seitens der Stadtverwaltung versucht hätte, lieber dünne Bretter zu bohren.

  40. HinzundKunz
    15. Februar 2014 at 01:29

    @Radler
    Natürliche ist der Widerstand auf der Straße nicht die Lösung, wenn es eine Einzelmaßnahme bleibt! Genau das wird doch wohl oft genug angemahnt?! Kannst Du behaupten, dass dem Ruf ernsthaft gefolgt wird?

    Menschen, die mit Psychosen, in unserem Fall Neonazis, in eine Klinik eingeliefert werden, kann man ihnen den Druck für den Moment mithilfe von „ratiopharm“ nehmen, aber ohne Therapie, da liegst Du richtig, wird das auf lange Sicht nichts. Das führt eben nur zu immer weiteren Gaben von Tabletten, in unserem Fall in Form von Demos, um dem Verhalten Schranken aufzuzeigen. Wie Du aber richtig erkannt hast, muss die Therapie durch die Zivilgesellschaft geleistet werden, denn die Straße allein, kann diesen Heilungsprozess von revanchistisch faschistischem „Gedankengut“ sicher nicht zu einem Erfolg, also einem negativen Befund, führen.

  41. HinzundKunz
    15. Februar 2014 at 01:46

    Und nicht, dass ich hier falsch verstanden werde, nur weil ich die Wirkung und den Sinn der Menschenkette anzweifel, ist mir durchaus klar, dass in den letzten Jahren viele Leute anschließend noch zu den Blockaden gekommen sind, und mir ist natürlich auch klar, dass dafür nicht jeder gemacht ist, was ich mir nicht anmaßen würde ihm zu verübeln, da er ja wenigstens das Minimum, nämlich seinen Hintern überhaupt hochzubekommen, geleistet hat!

  42. HinzundKunz
    15. Februar 2014 at 02:30

    @ein anderer Stefan
    ²Die Illusion, dass Wahlen noch irgendwas ändern, habe ich bereits verloren. Das ist nur noch Demokratie-Folklore.²

    Nun, Demokratie funktioniert wunderbar, wenn das Gro der Wahlberechtigten einigermaßen den gleichen Bildungs-Informationsstand hat, ansonsten hat Demokratie so seine Tücken und wir haben zwar die richtige Richtung eingeschlagen, aber sind noch immer in einem Findungsprozess, der noch lange nicht abgeschlossen ist. Rufen wir uns nur kurz den Ursprung der Demokratie in Europa in Erinnerung. (Lange vor den Piraten)
    Eine antike griechische Elite, mit ziemlich dem gleichen Bildungsstand und Zeit sich mit dem komplexen politischen Alltagsgeschäft zu beschäftigen ist dafür als Urheber ausgemacht, was Sinn macht, denn die Arbeit wurde ja durch Sklaven (nicht wahlberechtigt) erledigt. Doch wir sollten eben dabei nicht vergessen, schon die Ur-Demokratie war eine durchorganisierte bürokratisierte Sklavenhaltergesellschaft mit einem ausgeprägten Sinn für Wirtschaft und es gab da auch einen tollen „Brauch“, nämlich konnten die wahlberechtigten Bürger auf eine Scherbe einen beliebigen Namen schreiben und wer die meisten Stimmen hatte, flog raus. Das würde wirken gegen aktuelle Politikverdrossenheit, bin mir beinahe sicher. Bliebe das Problem, wer will die nehmen?

  43. HinzundKunz
    15. Februar 2014 at 02:32

    Das s zum Gro, muss man sich denken! ;)

  44. Radler
    15. Februar 2014 at 09:49

    @HinzundKunz: Bei Meinungsfreiheit geht es im rechtlichen Sinne nicht um Gedankenfreiheit. Die kann man eh nicht überwachen. Und Meinungsfreiheit schließt die Redefreiheit mit ein. Das heißt, die Redefreiheit unterliegt den gleichen Freiheiten und Einschränkungen wie die Meinungsfreiheit (GG Art. 5). In diesem Rahmen darf ich zu jedem sagen, was ich will. Ob das in jedem Fall gut ist und ob ich jedem immer alles sagen muss, steht auf einem ganz anderen Blatt.

  45. ein anderer Stefan
    15. Februar 2014 at 10:09

    @Hinzundkunz: wie gesagt, ich habe keine offensichtlich als Neonazis erkennbaren Personen in dem Bereich gesehen, in dem ich war. Wenn ich so jemandem sehen würde, würde ich ihm nicht die Hand reichen, um die Kette zu schließen.
    Dass die nicht alle dämlich sind, ist klar. Dass sie Wege suchen, ihren Dreck trotzdem zu verbreiten, ist zu erwarten.

    Ich denke, die Stadtverwaltung hat hier versucht, Krawalle mit mehreren tausend Beteiligten zu vermeiden, und zugleich versucht, die Nazis vom eigentlichen Gedenktag fernzuhalten. Ja, die Stadtverwaltung ist sicher an „Ruhe“ interessiert – es ist eine der Aufgaben einer Verwaltung, für Ordnung und Sicherheit zu sorgen. Was sollen sie denn machen? Völlig verbieten können sie so einen Aufmarsch nach geltender Rechtslage nicht, eine Verwaltung hat sich in ihren Entscheidungen ans Recht zu halten. Du kannst doch nicht ernsthaft erwarten, dass die Verwaltung eine Entscheidung fällt, bei der sie erwarten muss, dass es zu Gewalttaten kommt. Und ich traue den Braunen zu, dass sie sich da kurzfristig genug organisieren können und eine Menge Leute zusammenkriegen, auch ohne Hilfe der Stadtverwaltung.

    Solange die NPD in den sächsischen Parlamenten sitzt, kann man wohl auch kaum behaupten, es gäbe offiziell kein Neonaziproblem… Ich hoffe ja, dass das Verbotsverfahren diesmal funktioniert, und die Geheimdienste das nicht wieder torpedieren. Die sollte man sowieso abschaffen, weil sie entweder unfähig und/oder selber braun angehaucht sind. Was Wunder, wenn man bedenkt, dass der BND zu Anfang von ehemaligen Nazi-Militärs aufgebaut wurde.

  46. 15. Februar 2014 at 10:10

    @ Hubi:

    Aber das Gedenken, vor allem der Leute, die diese Tage selbst erlebt haben, als sinnloses Händchenhalten zu bezeichnen, ist ein Frechheit hinter dem Rücken der Opfer von Gewalt und Terror.

    Ich finde es frech, das privat erfahrene Leid öffentlich zu inszenieren, ja zu zelebrieren.
    Zur Klarstellung: Im Fall der Menschenkette geht es ja offenbar nicht um Gedenken. Dieses würde, wie bei Gedenken oder Andachten üblich, nicht in der Öffentlichkeit stattfinden, sondern in aller Stille, in einem privaten Rückzugsraum, wie z.B. in einer Trauerkapelle, an einem Denkmal, in einer privaten Runde.

    Vielmehr geht es ja bei der Menschenkette um eine öffentliche, politische und aufwändige Inszenierung von Gedenken. Das kann man daran erkennen, dass in der Öffentlichkeit schon lange für diese Form der Erinnerung geworben wurde (Plakate, PR-Artikel in DNN und SZ, DVB-Fernsehen, Aufkleber an Bussen und Bahnen) und dass ein großer Teil des öffentlichen Lebens in der Innenstadt relativ lange zum erliegen kam.
    Diese Form des Gedenkens kenne ich nur aus den Jahren 1980 und 1986 als Breshnew und Tito gestorben waren und beerdigt wurden. Ähnlich wie Gedenken dort öffentlich inszeniert und zur staatlichen Selbstvergewisserung benutzt wurde, wird Gedenken bei der Menschenkette zur Selbstvergewisserung für Dresden genutzt. Echt 80er – typisch Dresden. (Macht es fast schon wieder sympathisch.)

  47. nurmalso
    15. Februar 2014 at 19:18

    @HuK: Leider muss ich auch Meinungen von verwirrten Leuten wie Dir tolerieren. Dass Du Rede- und Meinungsfreiheit nicht auseinander halten kannst, sieht man ja schon daran, dass Du meinen einfachen Post nicht kapierst. Aber das hatten wir ja schon. Ich wäre dafür, in Deutschland mal ne Intelligenzkontrolle einzuführen, bevor Leute irgendwo ihre unsortierten Worthaufen fallen lassen.

    Und klar, ich bin dabei, verbieten wir rechte Meinungen. Dann können wir die linken gleich mit verbieten. Sind wir erst alle Faschisten los, sind als nächstes die Antifa-Spinner dran. Und dann auch noch alle Kommunisten und Sozialisten, wo wir grad dabei sind, Randerscheinungen zu tilgen. Als nächstes FDP-Wähler, Atheisten, und Religiöse sowieso. Radfahrer, Busfahrer, Autofahrer erst recht…. usw usf. Ups, bleibt da plötzlich keiner mehr? (und nein, ich geb mich nicht der Illision hin, dass Du das kapierst, also brauchst Du es auch nicht zu versuchen und Dein Scheitern zu formulieren)

    Da fällt mir ein: Was macht die Antifa eigentlich ohne Fa? Also ohne Gegner? Wird Licht nicht durch Schatten erst zum Licht… anyway, die linken Krawallmacher sind doch froh, dass die rechten ihnen Anlässe geben, eben das zu tun – Krawall zu machen. Aber wie gesagt – für mich sind diese Spinner beider Seiten nicht beachtens-, sondern bedauernswert.

    @Studi: Du setzt die Gesetze von 1933 tatsächlich mit denen von 2014 gleich? Und die Schweiz mit Deutschland? Aha…

    @g.kickt: Du findest das Grundgesetz also Mist. Nun gut, was davon würdest Du denn streichen: Menschenwürde, Glaubensfreiheit, Meinungsfreiheit, Gewissensfreiheit, Gleichberechtigung, ….?

    @Hubi: Volle Zustimmung!

    @Claudi: Danke :)

    So, in diesem Sinne allen, die meine Meinung teilen, und ja, auch allen, die sie nicht teilen, ein schönes Wochenende :)

  48. egal
    15. Februar 2014 at 22:45

    @nurmalso: du machst dir die welt, widdewidde wie sie dir gefällt! ja sorry, etwas plump, aber das kommt hoffentlich bei dir an. abgesehen davon, dass das grundgesetzt und die grundrechte, welche du aufzählst, nicht das selbe seien müssen (stichwort: „asylkompromiss“), ist deine schreibe doch arg …, nennen wir es verkürzt!

    zum thema antifa: dat dingen heißt zwar so, aber antifa is mehr als gegen nazis! kannst du aber nich wissen. ;-)

    zum vergleich von „studi“: bitte widerlege seine aussagen nachvollziehbar und spam hier nich nur rum!
    die crux der demokratie, wie „wir“ sie in der „westlich-zivilisierten welt“ voraussetzen, ist doch, dass denen die sich selbst als „antidemokraten“ bezeichnen, durch pseudotolerantes gebaren wie dem deinen, tür und tor geöffnet werden, um eben jenes trugbild von demokratie zu beseitigen.
    hier würde ich den ball gern an „seldon“ abgeben, der mit popper mehr am hut zu haben scheint als icke. ups, an ’nem echten diskurs ist euereins aber nicht interessiert – so scheint’s zumindest.
    egal, versuchen wir’s mal mit ’nem guten toitschen: „toleranz wird zum verbrechen, wenn sie dem bösen gilt“ -t.mann-!
    ja sicher, was ist nun gut und was böse? hast ja recht – da kann mensch schon mal ins strudeln kommen, wenn auf der einen seite müllkübel und auf der anderen menschen brennen. egal, der vergleich mit 33 is‘ nich ganz falsch.

    zum lob an hubi: wie bitte?! der 13.02. ist ein tag wie jeder andere und das war er (global betrachtet) auch 1945! ein ganz normaler tag in einer zeit, in der versucht wurde der DEUTSCHEN barbarei (und ihrer verbündeten) den gar auszumachen. sollen die die angehörige verloren haben, oder selbst (ob zu unrecht oder nicht) betroffen waren doch trauern. aber bitte bitte privat!
    denn was dd hier abzieht, ist ebnenso nix anderes als eine instrumientalisierung des 13.02. – schlussstrich 2.0! frei nach dem motto: „wir sind ja so geläutert, aber toitschland voran!“
    und wie jetzt? gedenken (tschuldigung, aber selber schuld!) und versöhnung? wer gibt den täter*innen das recht nach versöhnung zu rufen?! und ’ne weiße rose??? nix gerafft, wa?! soviel zu hubis steiler these zum „uminterpretieren“ von rechts und links und mitte und oben und unten und …
    empfohlen sie hier: http://www.verbrecherverlag.de/buch/698

    by the way, die drecks kacknazis haben die menschenkette dieses jahr aber ma‘ so rischtisch ad absurdum geführt. soviel zum thema „rinks = lechts“!

    sorry nochmal, wenn ich mit plattitüdenähnlichem geschreibsel daher kommen muss, aber dies scheint (kognitiv?) angebracht!

    ps: zur behandlung von wahnhaftem drang nach ruhe und ordnung, welcher meist mit einer chronischen rechts-links-schwäche einhergeht, empfiehlt sich:
    http://www.ordnungmachtextremismus.de/
    weiterführend sind ranciere, derrida, crouch und … zu empfehlen!

  49. Anonym
    16. Februar 2014 at 03:03

    Hmmmmm.
    Also man kann ja darüber diskutieren ob man die kleineren Aktionen der Nazis(Kerzen, Transparente usw.) überhaupt verhinderbar sind. Ob das Ganze Trara im Kontext der antifaschistischen, alltäglichen Arbeit das restliche Jahr über zu hoch gekocht wird. Usw.

    Fest steht:
    Das war dieses Jahr ganz, ganz düster.
    Die Sichtung der Nazipropaganda reicht, da kommts einem hoch.
    Nicht nur inhaltlich(das sowieso), insbesondere die hohe „Itensität“ der kleinen und großen Punktsiege ist schon heftig.

    Hier muss man ganz klar „Dresden Nazifrei“ und Verbündeten, sowie hinsichtlich deren Reaktion, mit ungeschönten Vorwürfenn konfrontieren. Auch wenn das ohnehin passiert und diverse Verhaltensweisen allzu verständlich sind.

    Der große Versagen war der Mittwoch Abend.
    Auch wenn sich die Nazis konspirativ organisiert haben und die Rolle der Stadt wieder sehr dubios anmutet:
    SOWAS DARF VERDAMMT NOCHMAL NICHT PASSIEREN.

    Zitat Facebook-Veranstaltung:
    […]
    Nein, es handelt sich nicht um einen größeren Aufmarsch, sondern um eine Aktion im Rahmen der Nazi-Aktionswoche mit bis zu angemeldeten 80 Teilnehmer_innen.
    […]
    Das Bündnis Dresden Nazifrei will die Sache nicht unnötig durch einen Blockade-Aufruf aufwerten, denn es geht immer noch um den Hauptakt am 13. Februar. Deshalb gibt es ein kleines Warm-Up.
    […]

    Ist mir völlig schleierhaft, wie es zu einer derart eklatanten Fehleinschätzung kommen konnte.
    Die Folge waren relativ wenige Demonstranten, klar, „Warm UP“, morgen ist entscheident usw.

    Der Blockade-Punkt am Zwingen war dann im weiteren Verlauf bezeichnend. Erst marschieren gemütlichst diverse Nazis durch den Mob Richtung Theaterplatz. Als sich der Aufmarsch in Bewegung setzt war arschklar, dass die Nazis durch die Taschenberg-Straße marschieren.
    0. Nix. „Nazis raus“ blabla. Das wars.
    Ich weiß nicht ob man auf Grund der Erfahrungen der letzten Jahre Angst hatte, zur Aktion aufzurufen, aber es war mein Eindruck. Nein, keiner will Gewalt.
    Aber wenn man blockieren will, muss man an dieser Stelle die Polizisten(sooo viele waren das gar nicht und so wenige Leute waren nicht in der Blockade) umrennen und die Bude abdichten. Fertig aus. Aber neben den weichgespülten Lautiansagen war auch kein Schwein bereit, mal Risiko zu gehen. Man könnte ja einstecken, einkassiert werden. Dann lieber „Nazis raus“.

    Durch die kleiner Brüdergasse ist dann doch noch ein recht ansehnlicher schwarzer Block Richtung Altmarkt durchgebrochen. Aber schlussendlich viel zu wenig. Da hätten alle mitmachen müssen.
    So hat man im Endeffekt den Nazis bei ihrem Marsch zugucken dürfen. Klasse.
    Die Kundgebung an der Trümmerfrau und die Filmvorführung am HBF haben dem die Krone aufgesetzt. Mehr Worst Case geht nicht.

    Der Mahngang am Do war ganz ok. Aber halt auch irgendwie wieder alles sehr weichgespült.

    Was ich vermisst habe bzw. was ich mir für nächstes Jahr wünsche.
    – So eine Fehleinschätzung darf sich unter keinen Umständen wiederholen. Klar.
    – Etwas mehr Mut. Das ist keine Party und ohne Risiko kein Erfolg.
    – Menschenkette offensich mit Transparenten/Sprechchören angreifen.
    – viel mehr Öffentlichkeitsarbeit und Mobilisierung vorher(da kam bis auf die Mobimaterialien irgendwie nicht viel). z.B. Kritik Menschenkette usw., Debatte offensich anstoßen

    @Anton
    Ich wünsche mir, dass die aus offensichtlichen Gründen völlig sinnbefreite und medial überrepräsentierte Menschenkette künftig keine Erwähnung findet. Und Du dort zu finden bist, wo es drauf ankommt.

    Nächstes Jahr 70, fällt auf Freitag.
    Mund abputzen, weitermachen.
    Sport frei.

  50. oha
    16. Februar 2014 at 11:50

    @nurmalso

    besser hätte man das ganze nicht beschreiben können. Sachlich und nüchtern argumentiert.

    @Anonym

    Du solltest dringend mal den nächsten Arzt aufsuchen…

    „Nächstes Jahr 70, fällt auf Freitag.
    Mund abputzen, weitermachen.
    Sport frei.“

    Du denkst, wahrscheinlich wirklich es ist ein Spiel und das Redefreiheit bedeutet, die Fäuste sprechen zu lassen…

    Es geht wahrscheinlich schon lange nicht mehr um die Sache, sondern einzig und alleine den großen Kick zu bekommen und 1. Mal im Jahr was zu machen, was angeblich in der Gesellschaft toleriert wird.

    Denkt eigentlich wirklich jemand, dass es sinnvoll ist die Aufmerksamkeit auf solche Aktionen zu lenken, in dem man so wie von Dir gefordert handelt?

    Es kann doch nicht sein, dass wirklich jemand glaubt, das durch Filme am HBF oder nen Marsch durch Dresden, jemand beweihräuchert wird und sich den Leuten anschließt. Für wie dumm werden hier Dresdener, Jugendliche, Geschichtslehrer oder wer auch immer gehalten.

  51. Radler
    16. Februar 2014 at 14:48

    @Anonym: Vielleicht sollten Sie mal in den Spiegel sehen. Wer zur Gewalt aufruft, das Grundgesetz inkl. allgemeine Grundrechte ignoriert und solche sinnfreien hetzerischen Kommentare verfasst wie Sie, hat von Demokratie, Rechtsstaat und Frieden überhaupt nichts verstanden und verhält sich kein bisschen besser als die, die Sie bekämpfen wollen. Ich empfehle dringend, erst einmal den Kopf einzuschalten! Und noch einmal: Es geht darum, das braune Gedankengut zu besiegen – nicht gegen Menschen zu kämpfen! Meinungen und Gedanken kann man aber nur bekämpfen, indem man 1. die Menschen (ihre Sorgen, Probleme etc.) ernst nimmt und 2. durch Aufklärung.
    Warum sind denn Menschen offen für die rechte Propaganda? Ein Grund ist vielleicht, weil sie nirgends anders ernst genommen werden oder ausgegrenzt werden. Es gibt sicher noch viel mehr Gründe. Was wird aber durch den „Krieg“, den Sie ausrufen, erreicht? Die Menschen werden in Ihrer Meinung bestätigt – das braune Gedankengut verfestigt sich. Bei der Bildung heutzutage vermute ich mal, dass etliche, die in der braunen Masse mitlaufen, keine Ahnung haben, welcher Ideologie sie hinterher rennen und was das bedeutet hat und bedeutet. Aufklärung tut Not – mit Straßenblockaden und Straßenkämpfen erreichen Sie da gar nichts. Mit Menschenketten allerdings auch nichts. Und wenn bestimmte Themen, die Menschen betreffen und Sorgen durch Mangel an Informationen bei denen hervorrufen, immer gleich in die rechte Ecke gestellt werden, dann erreicht man auch nur das Gegenteil: das braune Gedankengut breitet sich aus.
    Soweit erst einmal. Bitte schalten Sie mal paar Gänge zurück, kommen zur Ruhe und überlegen dann mal, wie man konstruktiv etwas unternehmen kann. Krieg ist definitiv keine Lösung!

  52. Bernhard
    16. Februar 2014 at 18:07

    @Torsten, Radler: danke und Zustimmung. Ich sehe das auch so, daß man mit derartigen öffentlichen Gedenkinszenierungen erst die Bühne geschaffen hat, auf der sich Neonazis produzieren konnten, mit der entsprechenden medialen Aufmerksamkeit und Aufbereitung. Es ist ein Medienkrieg, wer die Guten und Bösen sind, ist klar verteilt, dieser Zirkus führt nicht weiter und ist nur geeignet, die eingefahrenen Rollen zu bestätigen, sowohl für Fa als auch für Antifa, und soll wohl nicht zuletzt auch die Dresdner öffentlich ihrer Rolle als Kriegsopfer vergewissern, was auch mal zu hinterfragen wäre.
    Am liebsten wäre mir, diesen öffentlichen und politisch instrumentierten Gedenkzirkus bleiben zu lassen, jeder der dies tun möchte, tue dies privat oder in kleinem Kreis, wer was gegen Neonazitum tun will, wird jedenfalls auf so einer Demo nichts erreichen.

  53. Zschertnitzer
    16. Februar 2014 at 19:08

    Mal zwei ganz dumme Fragen. Was waren denn die Toten vom 13.02. in Dresden, wenn nicht Kriegsopfer? Und warum sollte man eure Erlaubnis einholen müssen, um ihnen öffentlich gedenken zu können?

  54. Bernhard
    16. Februar 2014 at 21:09

    Lieber Zschertnitzer, es besteht ein Unterschied zwischen öffentlich organisiertem Groß-Gedenken und dem, was Sie hier vielleicht meinen. Für letzteres braucht es ganz sicher keine Erlaubnis.
    Kriegstote sind selbstverständlich immer Opfer, einige davon waren gleichzeitig auch Täter oder Mittäter. Die Zerstörung der Stadt war kein Naturereignis, bedenken Sie die Rolle Deutschlands im Krieg und im Nationalsozialismus. Die KZ-Toten werden Sie hier bestimmt nicht als Kriegsopfer sehen wollen. Und unschuldige Kriegsopfer gab es auch anderswo, damals wie heute. Vor diesem Hintergrund wirkt auf mich das öffentliche Dresdner Gedenktheater in dieser Form etwas beschränkt und selbstbezogen, somit eine schöne Vorlage für die Neonazis.

  55. 16. Februar 2014 at 21:56

    Nur zur Erinnerung: Es wurden über die Jahre immer mehr Birnen, weil sich eben niemand bzw. nicht ausreichend Leute dazu positionierten.

    Wenn jemand gern in einem als Nazihochburg verrufenen Provinznest wohnen will – mit allen Konsequenzen, die das wirtschaftlich und kulturell hat, man höre sich nur mal in den Auslandsämtern der Universitäten und Hochschulen um, was dort für Bedenken vor Aufnahme eines Studiums oder von Forschungsprojekten geäußert werden – ist das auch nur ein Ausschnitt aus dem Meinungsspektrum.

  56. Zschertnitzer
    17. Februar 2014 at 09:50

    @Bernhard
    Inszenierte Großgedenken wie in der DDR müssen wohl wirklich nicht unbedingt sein. Allerdings sehe ich kein Grund, warum an so ein einschneidendes Ereignis in der Stadtgeschichte nicht auch öffentlich gedacht werden soll. Zumal man dann auch Einfluss auf Interpretation und Deutung hat. Sonst bleibt das völlig gesellschaftlichen Randgruppen wie den Neonazis überlassen.

    Dass die Zerstörung und damit einhergehende massenhafte Tötung der Zivilbevölkerung kein Natureignis war, ist ziemlich klar und wird auch schon seit Jahren bei den offiziellen Gedenkveranstaltungen in den entsprechenden Kontext gestellt. Einfach mal z.B. in die Historie der Reden an der Frauenkirche nachlesen. Momentan laufen die Stadtoffiziellen meiner Ansicht sogar Gefahr über das Ziel der Kontextualisierung hinaus zu schießen. Dresden mag keine unschuldige Stadt gewesen sein, aber der einfältige Gegenschluss Dresden wäre eine schuldige Stadt (und damit wohl irgendwie auch alle Opfer) gewesen, ist mindestens genauso falsch.

    Wo du jetzt überhaupt ein Großgedenken siehst, ist mir schleierhaft. Es gibt die Veranstaltung am Heidefriedhof mit wenigen hundert Zuschauern, dann das Gedenken an der Frauenkirche, wo dieses Jahr um die Tausend gewesen sein sollen und der Gedenkweg an dem sich 80 Menschen beteiligt haben. Die Menschenkette kann man kaum dazu zählen, da die sich in erster Linie gegen die Nazis richtet und vor allem deswegen auch besucht wird. Das war auch von Anfang an die Intention der Menschenkette gewesen, dass es dabei auch angeblich um das Gedenken geht, ist eher als taktischer Zug zu sehen, um es anfangs allen Beteiligten aus Stadtrat und Co einfacher zu machen, sich daran zu beteiligen. Wer sich die Gespräche der Leute dort anhört, merkt ziemlich schnell, dass sie wegen den Nazis dahingehen „um ein Zeichen zu setzen und die Innenstadt vor den Nazis zu schützen“. Aus den Beiträgen von „ein anderer Stefan“ lese ich auch eher diese Motivation heraus. Daraus ein Großgedenken zu konstruieren, dass auch noch völlig selbstbezogen die Dresdner als alleinige Opfer darstellen würde, geht an der Realität komplett vorbei.

    Wenn die Nazis sich am Heidefriedhof mit anhören, was ihre politischen Vorfahren alles angerichtet haben, stört mich das wenig. Ebenso wenig, wenn sie sich in die Menschenkette einreihen, die sich gegen sie richtet. Politisch bringt ihnen das gar nichts und dümmer werden sie dabei auch nicht. So richtig durchdacht, scheinen die das auch nicht zu haben. Fehlt nur noch, dass sie nächstes Jahr mit blockieren und beim Täterspurenmahngang mitlaufen.

  57. oha
    17. Februar 2014 at 11:11

    @Peter

    Das entspricht nicht den Tatsachen, weder sind es mehr geworden:

    http://www.addn.me/news/dresden-informationen-zum-13-februar-2009/

    noch das sich nicht genug Leute dagegen positionieren!

    Wenn Dresden angeblich ne Hochburg ist, wären bei 1% Einwohnern schon 5000 dagewesen, soweit ich weiß sind die zum größten Teil sogar von außerhalb gekommen…Ich weiß ja nicht wie Du da von einer Hochburg sprechen kannst, bei 0,1% Beteiligung, wenn es denn alles Dresdner waren.

    Auch vermischst Du Faschismus und Ausländerfeindlichkeit! Bin ich ein Nazi, nur weil ich für geordnete Zuwanderung bin?

    Was für Bedenken werden denn geäußert?

    Auch wenn ich blöd wäre und Deinen Quatsch gar glauben würde, wäre in Dresden das Jahr immer noch 365 Tage.

    Desweiteren bin ich immer noch der Meinung, das durch irgendwelche Blockaden oder Angriffe letztendlich nur eins passiert: Leute die Bock auf Krawall haben, tragen den Termin in den Kalender ein und schließen sich einer der beiden radikalen Lager an, um sich kloppen zu können. Gut zu beobachten am Terminkalender so mancher Hooligans…alle 2 Wochen Randale ole ole, aber null Ahnung vom Spielergebnis.

    Ich kann Dir empfehlen, wenn es Dir darum ging was schönes zu schreiben, was sich mahnend anhört, dann solltest Du vielleicht bei facebook posten. Da gibt es genug Leute die Dir ein gefällt mir geben, ohne vorher nachzudenken.

  58. 17. Februar 2014 at 11:49

    Nö, @oha, ich spreche von den Zeiten vor den Blockaden:

    Am 13. Februar 2005 demonstrierten etwa 6500 Rechtsextremisten in einem mehrstündigen Marsch durch die Dresdner Innenstadt.

    Wikipedia

    Seitdem sich mehr Leute dagegen positionieren werden es weniger.
    Dass Du abgesehen davon Randalewillige in der Überzahl der Blockierenden siehst, spricht weder dafür dass Du Faschist oder Ausländerfeind bist, sondern nur dass Du Bild und Co auf den Leim gehst. Es entspricht nicht der Realität (genauso wie beim Fussball die Mehrheit keine Hools sind).

    Weil Du so schön das Jahr 2009 erwähnst (die Bedenken nach denen Du fragst, kannst Du Dir daraus vielleicht selbst herleiten): http://www.presseclub-dresden.de/2009/07/12/prof-donsbach-offener-brief-zum-thema-auslanderfeindlichkeit/comment-page-1/

    Wenn seitdem einiges besser geworden sein sollte, dann nicht durch Ignoranz.

    Wenn ich Zustimmung so nötig hätte, würde ich populistischen Quark schreiben wie Du.

  59. oha
    17. Februar 2014 at 12:35

    @Peter

    Ich rede von 2009, wo noch 1500 dabei waren und da wurde auch schon dagegen demonstriert. Jetzt in Zeiten wo 500 Leute aufmarschieren zu sagen es wird immer mehr ist doch in Zahlen wiederlegt. Wenn es mehr werden, dann müssten es ja im letzten Jahr unter 500 gewesen sein, wie kannst du da von einer Hochburg reden, oder im Gegensatz zu den Jahren davor, von einer Erhöhung. Ja du hast Recht es ist weniger geworden, aber auch jedes Jahr ist es weniger geworden!!!! Wie kannst Du dann sagen es wird immer mehr…so viel zu populistischem Quark ;-) . Du sagst ja selber auf einmal, dass es besser geworden ist…“Wenn seitdem einiges besser geworden sein sollte, dann nicht durch Ignoranz„.

    Mit den Hooligans hast Du ja gut erkannt, genauso war es gemeint :-). Dresden ist nicht abschreckend für Ausländer, oder wird so gesehen nur weil 500 zugereiste „Birnen“ demonstrieren.

    Meine Meinung hat sich verfestigt durch Kommentare hier und nicht bei Bild…Anonym hat es doch klar und deutlich erklärt…

    Hör bitte auf Deinen Quark schönzureden, es macht es nur noch schlimmer…

  60. 17. Februar 2014 at 12:47

    Ja @oha, nun noch schnell überlegt, warum es weniger geworden sind. Du schaffst das! Und dann nochmal nachdenken. Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit, Perlen vor die Säue zu werfen.

  61. oha
    17. Februar 2014 at 12:53

    @Peter

    Du sagtes:

    „Wenn ich Zustimmung so nötig hätte, würde ich populistischen Quark schreiben wie Du“.

    Dann beantworte bitte noch auf die Frage welche Bedenken geäußert werden, bei Auslandsämtern der Uni´s und Hochschulen.

    Wenn das nicht populistisch ist, weiß ich es auch nicht!

    Sorry, aber dann doch lieber Seldon!

  62. oha
    17. Februar 2014 at 12:59

    @Peter

    Perlen wirfst nur Du….

    Warum ist es weniger geworden, ja weil es ausreichend war und ist! Es Bedarf keines Ausrufes der Erhöhung oder Verschärfung des friedlichen Gegenkräfte, mit dem mahnen einer steigenden Gefahr!!!

    Wer meint das er demonstrieren will soll es gerne machen und ich halte auch keinen ab davon, aber bitte nicht Angst schüren oder ein schlechtes Gewissen einreden, sondern aus Überzeugung und sonst nix!

  63. 17. Februar 2014 at 13:48

    Ich habe nicht behauptet, dass es schlimmer wird:

    Nur zur Erinnerung: Es wurden über die Jahre immer mehr[…]

    „wurden“ bezeichnet die abgeschlossene Vergangenheit.

    Über die Auslandsämter kann man z.B. von der Sorge erfahren, man könne sich hier abends nicht frei von Angst bewegen, wenn man nicht über das richtige mitteleuropäische Aussehen verfüge (die Kampagne der DVB für Zivilcourage wurde übrigens unter anderem als Reaktion darauf in Zusammenarbeit mit dem AAA der TU Dresden entwickelt). Stand alles schon mal in diversen Medien, könnte man also wissen. Nichtwissen(wollen) ist schon öfter schiefgegangen. Passend dazu ein Link zum Bericht der Enquete-Kommisssion „Strategien für eine zukunftsorientierte Technologie- und Innovationspolitik im Freistaat Sachsen“ aus dem Jahr 2013, wir lesen dort auf S. 86 Punkt 2.20:

    Sachsen gilt in der (internationalen) Öffentlichkeit auch weiterhin als Standort mit latenter oder offener Fremdenfeindlichkeit. Dies kann die Ansiedlung von Unternehmen wie auch die Attrahierung von Fachpersonal (in Unternehmen oder im Wissenschaftsbereich) behindern.

    Aus dem selben Bericht, mit dortigen Quellen und allem Pipapo auch durch Dich überprüfbar (S. 161):

    Nach einer aktuellen Umfrage durch die sächsische Staatskanzlei von 2011 sehen 65 Prozent der befragten Westdeutschen in Sachsen ein Rechtsextremismusproblem.

    Dresden liegt in Sachsen.

    Genau, die Perlen werfe ich. Warf ich, weil es bei Dir keinen Zweck hat. Ich will Dir weder ein schlechtes Gewissen einreden noch Ängste bei Dir schüren und auch keine Sprichwörter erklären. Ciao.

  64. Anonym
    17. Februar 2014 at 14:54

    @oha @Radler
    Wo genau ruf ich denn zu Schlägen auf?
    So ein Pfeffer. Ich rede von Polizeikette durchbrechen und Blockadeposition einnehmen, da muss sich im Endeffekt kein Mensch verletzen …
    Wenn das zu „hart“ ist, kannste die Blockadeaufruffe gleich ganz lassen.

  65. oha
    17. Februar 2014 at 15:06

    @Peter

    Du scheinst dich in der Vergangenheit sichtlich wohl zu fühlen, desweiteren, wohnst Du anscheinend nicht in Dresden, bzw. „lebst“ dort nicht.

    Immer noch hast Du den Unterschied zwischen Fremdenfeindlichkeit und dem eigentlichen Anlass der Demonstrationen nicht verstanden. Wenn Du was dagegen tun willst, dann tue Dir einen Gefallen und informiere dich über gegebene Anlässe genauer…Ja es ging um Dresden und zu diesem Thema lässt es sich wahrscheinlich schlechter in deiner „Provinz“ demonstrieren, da ja der eigentliche Bezugspunkt fehlt, in welchem Dorf auch immer. Alle weiteren von Dir zugefügten Punkte passen wohl zu Deiner Denkweise, sind aber nicht das Thema der Sache.

    Ja Dresden liegt in Sachsen, aber Sachsen ist nicht Dresden und wenn Du wirklich was machen willst, gehe in die Provinz und überzeuge die Leute dort, um an der Gesamteinschätzung eines Freistaates, was zu machen.

    Komisch das so viele Ausländer wie noch in Dresden studieren und immer mehr zuziehen als fortziehen?

    http://www.zuwanderung.sachsen.de/download/Zuwanderung/FB_AuslaendischeMitbuerger_2013.pdf

    Du bedienst Dich Schriften, um Deine Fehleinschätzung zu untermauern, aber wenn Du durch Dresden gehst siehst Du doch etwas anderes und wenn nicht dann frage ich mich, welches Dresden Du meinst!

    Die Perlen die Du wirfst, sind wahrlich sinnlose Versuche und gehen weder mathematisch,statistisch noch den gegebenen vorzufindenden Umständen einher.

    Und als Perlen würde ich es nicht sehen, aber Du scheinst wirklich sehr sehr schlecht zu sein, in Deiner Wahrnehmung ;-) .

  66. oha
    17. Februar 2014 at 15:10

    @Anonym

    Was wäre denn der Grund etwas durchbrechen zu wollen, was man über die Köpfe der Polizei nicht mit Worten sagen könnte?

  67. Anonym
    17. Februar 2014 at 16:05

    Wie wärs mit lesen? Blockade der Naziroute. Die letztjährigen Blockaden sind übrigens auch ohne Zustimmung der Polizei erfolgt, wer hätts gedacht!

  68. oha
    17. Februar 2014 at 17:08

    @Anonym

    ACHSOOOO na dann….“frei nach dem Motto Polizeikräfte stören und „blockieren, statt demonstrieren“.

    Das ist natürlich was völlig anderes, die Leute bei der Arbeit zu stören und eventuell auszuteilen bzw. einzustecken. kann dann schon mal passieren…man muss halt nur mal mehr Risiko gehen.

    Jetzt verstehe ich, die meisten trinken gar kein Bier und sitzen einfach nur rum, „DIE TRAINIEREN“…

  69. Anonym
    17. Februar 2014 at 17:15

    Ach, laber doch wasde willst. Letztes Jahr ist die Blockade z.B. völlig friedlich abgelaufen. Wie gesagt, wenn paar umgeschubste Polizisten, bissl Pfefferspray usw. zuviel sind, geht man besser Händchen halten oder lässt es komplett.
    Denn Blockade == Gewalt, blablabla, Orosz und Co wären stolz auf Dich …

  70. frank
    18. Februar 2014 at 14:55

    11.000 menschen treffen sich um ein
    zeichen zu setzten: gegen nazis, gegen rassismus, hass und gewalt.
    aber wenn in deutschen städten migranten durch die straßen gehetzt
    werden stehen die leute meißt nur unbeteiligt rum oder machen mit.
    das ist deutscher alltag.
    nein eine menschen kette ist nicht besser als nichts tuen, sie
    IST nichtstuen. sie holt niemanden wieder zurück ins leben
    das von neonazis gewaltsam genommen wurde, sie tangiert rechten
    terror kein bischen.sie ist der gipfel deutscher zuschau mentalität.

  71. ein anderer Stefan
    18. Februar 2014 at 22:26

    @frank: „se holt niemanden ins Leben zurück“ – ja nee, is klar… Ist ja mal ein sagenhaft treffender Vorwurf.

  72. nurmalso
    20. Februar 2014 at 14:10

    @egal: stimmt, anti-demokratischen kräften darf man nicht tolerant gegenüber stehen. wer demonstrationen, die in einer demokratie durch recht und gesetz gedeckt sind, behindert, ist anti-demokratisch. insofern sollte man die toleranz nicht nur den rechten, sondern auch den blockierern entziehen. gut argumentiert, danke für den hinweis.

    wenn du die unterschiede der gesetzgebung zwischen 1933 und 2014 wissen willst: ich nehme an, du kannst lesen. ich nehme desweiteren an, du findest selbst die aktuellen gesetzbücher sowie die von 1933. dann leg sie nebeneinenander, öffne sie, und such die unterschiede. diese fleißarbeit brauche ich mich nicht zu machen, denn jeder mensch mit ein bisschen logischem denkvermögen und sinn und verstand für das, was sich in den letzten jahren getan hat, dem ist das klar. dir nicht? ok, dann setzen und fleißarbeit machen.

    @oha: ja, gut zu sehen, dass hier noch menschen mit klarem blick sind, der nicht durch die ideologiebrille gefärbt ist. aber es ist bisschen wie im hornissenschwarm, ab und zu muss man mal dran rütteln, aber es hilft trotzdem nicht. betonköpfe (leere oder volle) wird man nicht überzeugen, sie wollen oder können ja nichtmal zuhören. insofern – gut argumentiert, aber argumente verstehen setzt erstmal verstehen wollen und können voraus ;).

    na dann, cheers in die runde :)

    doch, dass denen die sich selbst als “antidemokraten” bezeichnen, durch pseudotolerantes gebaren wie dem deinen, tür und tor geöffnet werden, um eben jenes trugbild von demokratie zu beseitigen.

  73. nurmalso
    20. Februar 2014 at 14:12

    ups, da hat sich doch eine fußzeile von egal’s post reingeschlichen… aber, egal ;)

  74. egal
    20. Februar 2014 at 17:43

    @nurmalso: absolut nix begriffen, gell?! oder schlimmer noch, nix begreifen wollen! mach es dir schön kuschelig in deiner, ebenfalls ideoligisch daherkommenden, „guten mitte“. aber sag bitte bitte hinterher nicht: „ich hab das doch nicht ahnen können!“. und nochmal: argumentativ -> absolut nix! nur hohles und wiedergekäutes gewäsch gegen „rot-grüne-linksfaschisten“, „gutmenschen“ und gegen „links-grüne meinungsdiktatur“. und ja, ich habe jetzt mal bewußt abstrahiert.

    ps: „betonköpfe (leere oder volle) wird man nicht überzeugen, sie wollen oder können ja nichtmal zuhören. insofern – gut argumentiert, aber argumente verstehen setzt erstmal verstehen wollen und können voraus ;).“ analyse dann doch gar nicht mal so schlecht, aber mit der selbstreflexion hapert es dann doch gewaltig! das üben wir dann noch mal.

    pps: prost! auf den regressiven zeitgeist. und zieht euch warm an, denn es wird deutsch in kaltland!

    ppps: „die kursachsen sind nicht die liebenswürdigsten von unseren landsleuten, aber die dresdner sind vollends ein seichtes, zusammengeschrumpftes, unleidliches volk, bei dem es einem nie wohl wird.“ sie „schleppen sich in eigennützigen verhältnissen herum, und der freie, edle mensch geht unter dem hungrigen staatsbürger ganz verloren, wenn er anders je dagewesen ist.“ -schiller, 1788-

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